Bul | Marcheschwan – Der Monat der Früchte und Erzeugnisse
 
Der biblische Monat Bul | Marcheschwan - kurz auch Cheschwan genannt - ist der achte Monat innerhalb des Erlösungszyklus im biblischen Kalender. Es ist der Monat der „Frucht“ bzw. „der Baumfrüchte“ und „des Erzeugnisses“.
 
Das dem Monat vorangestellte hebräische Wort „Mar“ bedeutet „bitter“ und kann uns als Hinweis dienen, den HERRN um eine Strategie zu bitten, bittere Umstände in Süße zu verwandeln, was einhergeht mit der Präsenz des HERRN als dem, der geistige und physische Gesundheit absichert (vgl. 2.Mose 15,23-25).
 
2.Mose 15,23-25:
23 Da kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher nannte man den Ort Mara.
24 Da murrte das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken?
25 Er schrie zu dem HERRN und der HERR zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde es süß.
 
Der Monat Cheschwan oder Bul | Marcheschwan ist dem Stamm „Manasse“ zugeteilt, dessen Name mit „Der vergessen macht“ übersetzt wird.
 
Sein Name sollte uns ermutigen, die Vergangenheit hinter uns zu lassen und den guten Plan Gottes für unsere Zukunft zu proklamieren. Hierbei können wir von der Bewegung und dem Verhalten der vier lebendigen Wesen aus dem Thronsaal Gottes lernen, die immer nach vorne schauen, während sie sich voranbewegen (vgl. Hesekiel 10,11-13).
 
Hesekiel 10,11-13:
11 Wenn sie gingen, dann gingen sie nach ihren vier Seiten hin: sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen; denn an den Ort, wohin das Vorderste sich wandte, folgten sie ihm; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 12 Und ihr ganzer Leib und ihr Rücken und ihre Hände und ihre Flügel und die Räder waren voller Augen ringsum bei allen vieren, nämlich ihren Rädern. 13 Die Räder, sie wurden vor meinen Ohren „Galgal“ (Anm.: die Drehenden, Rotierenden) genannt.
 
Manasse war der erstgeborene Sohn von Joseph, wobei er als zweiter von seinem Großvater Jakob nach Ephraim gesegnet wurde, während dieser seine Arme überkreuzte (vgl. 1.Mose 48,13-14).
 
1.Mose 48,13-14:
13 Dann nahm sie Joseph beide, Ephraim an seine rechte Hand gegenüber Israels linker Hand und Manasse an seine linke Hand gegenüber Israels rechter Hand, und brachte sie zu ihm.
14 Aber Israel streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf Ephraims, des Jüngeren, Haupt und seine linke auf Manasses Haupt und kreuzte seine Arme, obwohl Manasse der Erstgeborene war.
 
Es war im Interesse von Joseph, die Reihenfolge der Segnung seines Vaters Jakob umzukehren, was ihm jedoch nicht gewährt wurde (vgl. 1.Mose 48,17-19).
 
1.Mose 48,17-19:
17 Als aber Joseph sah, dass sein Vater die rechte Hand auf Ephraims Haupt legte, missfiel es ihm, und er fasste seines Vaters Hand, dass er sie von Ephraims Haupt auf Manasses Haupt wendete, 18 und sprach zu ihm: Nicht so, mein Vater, dieser ist der Erstgeborene; lege deine rechte Hand auf sein Haupt.
19 Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn, ich weiß wohl. Dieser soll auch ein Volk werden und wird groß sein, aber sein jüngerer Bruder wird größer als er werden, und sein Geschlecht wird eine Menge von Völkern werden.
 
Daraus wird für uns deutlich, dass es Gottes Plan war, auf diese Weise vorzugehen, nämlich die Zukunft durch prophetische Offenbarung zu gestalten. Somit hatte Gott bereits etwas in seinem vorherbestimmten Plan festgelegt, das nicht durch den Willen eines Menschen umgekehrt werden konnte (vgl. Psalm 33,4).
 
Psalm 33,4:
4 Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.
 
Wie bereits zuvor erwähnt bedeutet der Name „Manasse“, der „der vergessen macht“, wobei der Name „Ephraim“ hingegen „Doppelfruchtbarkeit“ bedeutet.
 
Durch die beiden gegebenen Namen der Söhne Josephs wird ein wichtiges Prinzip deutlich, nämlich darauf ausgerichtet zu sein, die Vergangenheit loszulassen und zuversichtlich auf die fruchtbare Zukunft zu blicken.
 
Das Zeichen des Kreuzes und das „Thaw“
 
Bei der Segnung von Manasse spielte das Zeichen des Kreuzes eine wichtige Rolle, das wie bereits erwähnt in dem Überkreuzen der Arme von Jakob entstand, der hierbei Israel genannt wird, während er zuvor Ephraim segnete.
 
Der Name „Israel“ bedeutet „Gottesstreiter“ und ist ein Hinweis auf die Qualität des geistlichen Kampfes, um die Gegenwart Gottes zu etablieren und im Segen Gottes zuversichtlich voranzugehen (vgl. 1.Mose 32,27-29 i.V.m. Matthäus 11,12).
 
1.Mose 32,27-29:
27 Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
28 Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob.
29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.
 
Matthäus 11,12:
12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalttätigen reißen es an sich.
 
Durch das Überkreuzen der Arme wurde der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabets, nämlich das „Thaw“ kreiert, was soviel wie „Verlangen, Sehnsucht, bezeichnen, markieren, eine Linie ziehen, Wunsch, Begierde, Lust, verabscheuen“ bedeutet. Er trägt die Darstellung eines „Markierungszeichens, Eindruck, Code“, wobei dieses Zeichen in Hiob 31,35 als „Begehren“ bezeichnet und in Hesekiel 9,6 als Markierungszeichen zum Schutz verwendet wird.
 
Der Zahlenwert des Buchstaben „Thaw“ ist „400“ und weist auf das Ende von Gefangenschaft und den Beginn von Befreiung hin (vgl. 1.Mose 15,13 i.V.m. Apostelgeschichte 7,6-7).
 
1.Mose 15,13:
13 Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, dass deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre.
 
Apostelgeschichte 7,6-7:
6 Denn so sprach Gott (vgl. 1.Mose 15,13-14): „Deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem fremden Lande, und man wird sie knechten und misshandeln vierhundert Jahre lang.
7 Aber das Volk, dem sie als Knechte dienen müssen, will ich richten“, sprach Gott, „und danach werden sie ausziehen und mir dienen an dieser Stätte.“
 
Darüber hinaus ist der hebräische Buchstabe „Thaw“ der letzte Ausdruck von Raum und Zeit in einem einzigen Buchstaben.
 
Der Klang des ewigen Evangeliums und sein Aroma
 
Die sich kreuzenden Arme Jakobs über seine Enkel Ephraim und Manasse kann auch als die Sphäre des ewigen Evangeliums betrachtet werden, die mit Gottes besonderem Wind einhergeht und uns bedeckt, so ähnlich wie es in Offenbarung 14,6-7 beschrieben ist.
 
Offenbarung 14,6-7:
6 Und ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern.
7 Und er sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!
 
Der Klang des ewigen Evangeliums ist der Aufruf, Gott zu fürchten und ihn anzubeten, sowie die gute Nachricht, dass Gottes Gerechtigkeit über Babylon gekommen ist. Es ist das Evangelium, das den Duft des Lebens und des Todes trägt (vgl. 2.Korinther 2,14-16).
 
2.Korinther 2,14-16:
14 Gott aber sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus und offenbart den Wohlgeruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten!
15 Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren werden: 16 diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Wer aber ist dazu tüchtig?
 
Die Zerstörung der Verwirrung
 
Gott zerstört die Verwirrung (Anm.: „Babylon/Babel“ bedeutet „Verwirrung, Wirrsal“), die Macht der Irrlehre durch diejenigen, die sich unter den „gekreuzten Armen“ des „Gottes der Zeitalter“ (Anm.: Großvater) bewegen (vgl. Daniel 7,9-10; Offenbarung 14,8 i.V.m. 1.Timotheus 4,1-2).
 
Daniel 7,9-10:
9 Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden, und einer, der uralt war, setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem Haupt rein wie Wolle; Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer.
10 Und von ihm ging aus ein langer feuriger Strahl. Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht wurde gehalten und die Bücher wurden aufgetan.

Offenbarung 14,8:
8 Und ein zweiter Engel folgte, der sprach: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt; denn sie hat mit dem Zorneswein ihrer Hurerei getränkt alle Völker.
 
1.Timotheus 4,1-2:
1 Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen, 2 verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben.
 
Die Hand Gottes und der fünffältige Dienst
 
Die Manifestation der Hand Gottes durch seine Finger, dem fünffältigen Dienst, schafft göttliche Einheit und geistliche Reife. Das Ergebnis dessen ist, dass der Einfluss Babylons, nämlich Verwirrung bzw. Verführung in die Schranken gewiesen wird (vgl. Epheser 4,11-14).
 
Epheser 4,11-14:
11 Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.
 
Die Vollendung des Tempels und die geschlossene Tür des Raums
 
Im achten biblischen Monat wurde der Tempel unter der Leitung von König Salomo fertiggestellt, was in Verbindung mit dem hebräischen Buchstaben „Thaw“ steht. Wie bereits erwähnt ist das „Thaw“ der letzte Ausdruck von Raum und Zeit in einem einzigen Buchstaben (vgl. 1.Könige 6,38).
 
1 Könige 6,38:
… 38 und im elften Jahr, im Monat Bul, das ist der achte Monat, wurde das Haus vollendet, wie es sein sollte, sodass sie sieben Jahre daran bauten.
 
Bei dem Tempel handelte es sich um das erste feste Haus Gottes.
 
Zuvor weilte die Gegenwart Gottes in einem Zelt (Anm.: Wüste als Übergang) und wechselte später in den Tempel von Jerusalem (Anm.: feste Substanz), der Hauptstadt Israels, was bedeutet, dass Gott seinen Thron inmitten von Israel aufstellte. Dieses entspricht dem obersten Gerichtshof Gottes (vgl. Psalm 122,3-5).
 
Psalm 122,3-5:
3 Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, 4 wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, wie es geboten ist dem Volke Israel, zu preisen den Namen des HERRN.
5 Denn dort stehen die Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David.
 
Nur diejenigen, die wirkliche Liebhaber (Anm.: Anbeter => Juda – David war aus dem Stamm Juda) des himmlischen Vaters sind und wissen, dass sie Teil der Braut sind, die die Stadt „Jeruschalajim“ ist, sind in der Lage, unter dem Befehl des Gottes der Zeitalter gerecht zu richten (vgl. Offenbarung 21,2.9-10).
 
Offenbarung 21,2.9-10:
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. …
9 Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes.
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, …
 
Die Vervollständigung des Bereichs der göttlichen Beziehung
 
Im Zusammenhang mit der Vollendung des Tempels durch König Salomo wurde ich zu der Bibelstelle aus Matthäus 6,6 geführt.
 
Matthäus 6,6:
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir es vergelten.
 
Bei dieser Bibelstelle geht es um die Bedeutung der Vervollständigung des persönlichen Bereichs in der wahrhaftigen Beziehung zum himmlischen Vater, was ebenfalls auf die Dimension des hebräischen Buchstabens „Thaw“ hinweist, der zugleich in Bezug mit dem Überkreuzen der Arme Jakobs gesehen werden kann.
 
Um den Bereich der wirklichen Beziehung zum himmlischen Vater zu erreichen, ist es erforderlich, dass wir „die Tür“ von innen zu unserem persönlichen Raum der Beziehung zum Vater schließen.

Wenn wir das tun, ist es dem HERRN eine Freude, uns aus dem Verborgenen zu belohnen, denn er liebt es, im „Dunkeln“ zu wohnen (vgl. 1. Könige 8,12 i.V.m. Kolosser 2,2-3).
 
1 Könige 8,12:
12 Da sprach Salomo: Die Sonne hat der HERR an den Himmel gestellt; er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.
 
Kolosser 2,2-3:
… 2 damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, 3 in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
 
Die geschlossene Tür ist zudem eine Repräsentation von Demut und Hingabe vor dem HERRN im Gebet, das eine göttliche Beziehung umfasst.
 
Der geschlossene Raum offenbart den Bereich der Geheimnisse Gottes, die Vision in Form von Weisheit und Erkenntnis hervorbringen.
 
Unsere Hingabe und Unterordnung dem himmlischen Vater gegenüber setzt seine Hand über uns frei, so dass seine Pläne für unser Leben sichtbar werden (vgl. Jesaja 55,8-11).
 
Jesaja 55,8-11:
8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm
 
Hinweis:
Für ein tieferes Verständnis über die biblischen Zeiten und Monate sowie deren Allianz zu den Stämmen Israels empfehlen wir die Bücher „ZEIT, VORWÄRTS ZU GEHEN“ von Chuck D. Pierce mit Robert und Linda Heidler sowie das Buch "Der prophetische Esel Issaschar".

Als Volk Gottes ist es bereichernd, Christus Jesus in seiner souveränen Facette als König zu erkennen, dessen Ausgangspunkt sein Opfer am Kreuz ist. Dieser Bereich des geschlachteten Lammes Gottes im Thronsaal führt in die Dimension der verborgenen Offenbarung des Vaters und seiner Pläne (vgl. Offenbarung 5,5-7).
 
Offenbarung 5,5-7:
5 Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.
6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.
7 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.
 
Der Regierungsbereich des Königs und die Hauptstadt
 
Der irdische Regierungsbereich eines Königs erstreckt sich meistens aus der Hauptstadt eines Landes. Demnach war es kein Zufall, dass Jesus Christus als er auf Erden lebte und sich zum richtigen Zeitpunkt reitend der Stadt Jerusalem, der Hauptstadt Israels näherte vom Volk als König anerkannt als auch ausgerufen wurde (vgl. Johannes 12,12-15)
 
Johannes 12,12-15:
12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel!
14 Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (vgl. Sacharja 9,9): 15 „Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“
 
Es ist interessant an dieser Stelle anzumerken, dass Jesus während er ritt, öffentlich als König vom Volk ausgerufen wurde. Diese erhöhte Stellung, die mit dem Sitzen Jesu einherging, macht deutlich, dass es um einen höheren Bereich der Gegenwart Jesu ging in der er sich dem Volk offenbarte.
 
In einem geistlichen Kontext gesprochen, kommt der Charakter der Hauptstadt Jerusalem einer geöffneten Tür im Himmel gleich, die auf der Intimität mit Christus als dem Bräutigam in Form des Wandels in der ersten Liebe und der kontinuierlichen wahrhaftigen Beziehung zu ihm basiert, da die Stadt als die Braut und auch Ehefrau des Lammes bezeichnet wird (vgl. Offenbarung 21,2.9-10).
 
Offenbarung 21,2.9-10:
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. …
9 Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes.
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, …
 
Diese Stadt kommt einer neuen Dimension der Erkenntnis von Christus als dem ewigen König gleich. Bei dieser Dimension handelt es sich um eine höhere Ebene im Himmel. Das wird anhand der Bibelstelle aus Offenbarung 19,11-16 deutlich. Dort sieht Johannes wiederum den Himmel in einer neuen Ebene geöffnet und erkennt Christus als den ewigen König, der sich reitend auf einem weißen Pferd mit seinem königlichen Heer kriegerisch in verschiedenen Facetten offenbarte. Er ist der Treue und Wahrhaftige, der Verborgene – mit Namen, den niemand kannte als er selbst, als das Wort Gottes, König aller Könige und HERR aller Herren bewegt er sich voran.
 
Offenbarung 19,11-16:
11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.
12 Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst.
13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.
14 Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen.
15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen, 16 und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren.
 
Das himmlische bzw. messianische Jerusalem kann den Zutritt durch Christus Jesus in 12 verschiedenen Charakteren gewähren, die sich aus den zugeteilten Engeln der 12 Stämme Israels ergeben, die in einer Allianz von jeweils drei Einheiten den vier Winden zugeordnet sind (vgl. Johannes 10,9 i.V.m. Offenbarung 21,10-13.21a).
 
Johannes 10,9:
9 Ich (Anm.: Jesus Christus) bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.
 
Offenbarung 21,10-13.21a:
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, 11 die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall; 12 sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich die Namen der zwölf Stämme der Israeliten: 13 von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore. …
21a Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, ein jedes Tor war aus einer einzigen Perle, …
 
Dieser Zutrittsbereich durch die Perlentore der Stadt umfasst den Zugang ins Königreich des Himmels, da dieses selbst einer Perle gleichkommt (vgl. Matthäus 13,44-46).
 
Matthäus 13,44-46:
44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.
45 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, 46 und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
 
Abraham und die Begegnung mit Melchisedek
 
Es ist markant, dass Abraham nachdem er siegreich den Krieg gegen die vier Könige geführt hatte auf Melchisedek, den König von Salem und Priester des höchsten Gottes traf. Dieser offenbarte ihm das Geheimnis des kommenden Opfertodes Jesu in Form von „Brot“ und „Wein“, so dass Abraham seine Dankbarkeit ihm gegenüber durch das Geben des Zehnten ausdrückte (vgl. 1.Mose 14,17-20 i.V.m. 1.Korinther 11,23-26).
 
1.Mose 14,17-20:
17 Als er nun zurückkam von dem Sieg über Kedor-Laomer und die Könige mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Tal Schawe, das ist das Königstal.
18 Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein heraus. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten 19 und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; 20 und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat. Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.
 
1.Korinther 11,23-26:
23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, 24 dankte und brach es und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.
25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
 
Abraham trat durch die Begegnung mit Melchisedek in die Dimension der ewigen Königsherrschaft und Priesterschaft ein. Diese ist für uns heutzutage ein Aufruf in das Licht seines Angesichts, das sich in diesem Fall in der Facette des Löwen (Anm.: König) und Stiers (Anm.: Priester) offenbart zu treten. Durch die daraus uns zur Verfügung gestellte offenbarende Wahrheit resultiert die Erkenntnis des König- und Priestertums Jesu für diese Zeit, die uns befähigt in seinem Geist der Furcht des HERRN sowie seiner Stärke voranzugehen (vgl. Psalm 36,10 i.V.m. Sacharja 4,6; Sprüche 1,7a; Sprüche 9,10).
 
Psalm 36,10:
10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
 
Sacharja 4,6:
6 Und er antwortete und sprach zu mir: Das ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.
 
Sprüche 1,7a:
7a Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. …
 
Sprüche 9,10:
10 Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand.
 
Die Gegenwart von Jesus Christus als dem ewigen König der Könige geht einher mit seinem kraftvollen lebendigen zweischneidigen Schwert, das nicht in seiner Hand liegt oder an seiner Hüfte befestigt ist, sondern aus seinem Mund ergeht, um die Völker mit der darin enthaltenen offenbarenden Wahrheit in Form von Gerechtigkeit zu korrigieren (vgl. Offenbarung 19,15a).
 
Offenbarung 19,15a:
15a Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, …
 
Das umfasst die königliche und priesterliche Kommunikation Gottes, die einhergeht mit dem Brüllen des Löwen von Juda und der pflügenden Kraft des Vaters.

Da dem HERRN gemäß Offenbarung 19,14 ein Volk reitend auf weißen Pferden folgt, sind diese die sogenannte Nachhut seiner Gerechtigkeit, die Jesus Christus in seiner Präsenz in ihrem vom Vater zugeteilten Verantwortungsfeld reflektieren.
 
Offenbarung 19,14:
14 Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen.
 
Hierbei ist es von uns nötig, dass wir es dem Wort Gottes erlauben aus uns heraus zu arbeiten, indem wir die offenbarende Wahrheit, die er uns für diese Zeit zeigt aussprechen, während wir Christus in Treue und Wahrhaftigkeit folgen. Dazu gehört auch, dass wir in der Gerechtigkeit seines Wortes leben und keine Widersprüche hinnehmen.
 
Das hat zur Folge, dass unsere Salbung mit der Autorität seiner selbst als König der Könige (Anm.: Regierung im Ewigkeitsbereich) und HERR der Herren (Anm.: Regierung innerhalb der temporären Zeit) an Substanz zunimmt. So kann die Kraft seines gerechten und ewigen Königtums in dieser Zeit auf die Erde einwirken, was unter anderem mit seinem gerechten Urteil einhergeht, das gesellschaftliche und politische Bereiche erschüttert.
 
Der gerechte königliche-priesterliche Eingriff Jesu
 
Der gerechte königliche-priesterliche Eingriff Jesu kommt der gezeichneten „Linie“ im Sand gleich, die Jesus mit seinem Zeigefinger in den Sand zeichnete, als der religiöse Geist bzw. der Geist der Selbstgerechtigkeit jene Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, verklagte (vgl. Johannes 8,3-11).
 
Johannes 8,3-11:
3 Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte 4 und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden.
5 Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du?
6 Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen könnten. Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
7 Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
9 Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand.
10 Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt?
11 Sie antwortete: Niemand, Herr. Und Jesus sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.
 
Anhand der o.g. Bibelstelle wird deutlich, dass sich Jesus zweimal bückte, um diesen religiösen Geist durch das „Schreiben“ in der Kraft des unerschütterlichen Wortes Gottes (Anm.: „es steht geschrieben“) zum Schweigen zu bringen, was ein Hinweis auf das König- und Priestertum Gottes ist. Die aufrechte Haltung Jesu kann uns als Hinweis auf ihn als König und seine gebeugte Haltung auf ihn als Priester dienen.
 
Die ewige königliche Priesterschaft geht einher mit seinem kostbaren Blut, das sein Opfer am mittleren Kreuz von Golgatha erforderte, um uns darin zu positionieren (vgl. Offenbarung 1,5-6).
 
Offenbarung 1,5-6:
… 5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
 
Daraus wird deutlich, dass auch unsere Nachfolge mit Jesus ein Opfer erfordert, was das Ablegen des alten Lebens umfasst, um in dem neuen Leben in Christus Jesus leben zu können (vgl. Galater 2,20).
 
Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
 
Das Geheimnis des Opfers verbirgt sich unter anderem hinter dem in Offenbarung 19,11b.13 Blut getränkten Gewand des Königs der Könige und HERR der Herren in der Dimension des Treuen und Wahrhaftigen sowie des Wortes Gottes.
 
Offenbarung 19,11b.13:
… 11b Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.
13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.
 
Das Prinzip des „blutgetränkten Gewandes“, welches ein Opfer erfordert, um in der Dimension der Königsherrschaft Christi stehen zu können, kommt dem in Blut getränkten Mantel von Joseph gleich, der von den Brüdern Joseph in Tierblut getaucht wurde, um ihren Vater zu täuschen.
 
Diese Täuschung führte letztendlich dazu, dass dieser in Blut getauchte Mantel verborgen den Werdegang von Joseph in die Regierungsherrschaft trug. Das wiederum bewirkte, dass seine Brüder ihn anfangs nicht in seiner vorherbestimmten Regierungsautorität erkennen konnten (vgl. 1.Mose 37,31-33).
 
1.Mose 37,31-33:
31 Da nahmen sie Josefs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock ins Blut 32 und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob es deines Sohnes Rock sei oder nicht.
33 Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein böses Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Josef zerrissen!
 
Die Königsherrschaft Jesu und Verrat
 
Daraus wird ersichtlich, dass der Königsherrschaft in Christus Verrat und Verleugnung vorausgehen kann, so wie auch Jesus verraten und verleugnet wurde, um letztendlich als König der Könige und HERR der Herren in Ewigkeit zu regieren (vgl. Lukas 22,48, Matthäus 26,34).
 
Lukas 22,48:
48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss?
 
Matthäus 26,34:
34 Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
 
Die Dimension von Jesus Christus als Löwen von Juda, welches den Bereich des Angesichts des Vaters in der Facette des Löwen beinhaltet, geht einher mit einem auf Raubzug gehenden ausgewachsenen Löwen. Das deutet auf eine königliche Ernte hin, die weiterführend dem Bild vom „Menschenfischer“ gleichkommt (vgl. Lukas 5,10b i.V.m. Apostelgeschichte 10,13).
 
Lukas 5,10b:
… 10b Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.
 
Apostelgeschichte 10,13:
13 Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss!
 
Darüber hinaus geht die Dimension des Löwen von Juda mit einer gewissen „Nacktheit“ einher, denn das hebräische Wurzelwort für „Löwe – `āraḥ“ klingt phonetisch genauso wie das hebräische Wort für „Nacktheit – `ārāh“, die mit der Kraft des offenbarenden Wortes Gottes verbunden ist.
 
Durch diese Kraft erhalten wir die Möglichkeit von der vergebenden Gegenwart des Blutes Jesu bedeckt zu werden, und allein aus dieser Abdeckung seines vollkommenen Opfers werden wir befähigt in seinem königlichen Priestertum im Königreich Gottes zu dienen (vgl. Hebräer 4,12-13 i.V.m. Offenbarung 1,5-6).
 
Hebräer 4,12-13:
12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
 
Offenbarung 1,5-6:
… 5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Es ist segensreich die Präsenz der kerubischen Herrlichkeit Gottes und ihre Bewegung zu verstehen, die einhergeht mit dem nach vorne scheinenden Licht in Form der Hörner eines „angreifenden Stiers“. Diese dient uns als Volk Gottes dazu, die Finsternis zu durchstechen und widerstehende Mächte der Bosheit in der Atmosphäre schachmatt zu setzen (vgl. Johannes 1,5; Johannes 3,19).
 
Johannes 1,5:
5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen.
 
Johannes 3,19:
19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

Diese nach vorne scheinende Herrlichkeit kommt dem leuchtenden Angesicht von Mose gleich, der nachdem er die Gegenwart Gottes verließ mit einem strahlenden Gesicht vom Berg Sinai herabkam.
 
Die Ausstrahlung von Mose wird in der Thora bzw. im Wort Gottes als ein Leuchten seines Angesichts in Form von Lichtstrahlen beschrieben, die wie Hörner von seinem Gesicht ausgingen (vgl. 2.Mose 34,29-30).

2.Mose 34,29-30:
29 Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte.
30 Als aber Aaron und ganz Israel sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen.

Das hebräische Wort, das in der o.g. Bibelstelle für „strahlte, glänzte“ verwendet wird ist „qāran“ und kommt von dem Wurzelwort „qärän“, was „Horn, Hörner“ bedeutet. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „strahlen/glänzen – qāran“ mit der Wortschlüsselnummer 7328*, 7329)
 
Das bedeutet, dass Mose das Angesicht Gottes in Form des Stiers widerspiegelte, während er von der Vaterschaft Gottes in Form seiner ewigen Priesterschaft umgeben sowie von dem Geist der Stärke begleitet wurde. Die Gegenwart Gottes mit der Mose hierbei umgeben war, führte zu der Manifestation der Furcht des HERRN inmitten des Volkes Israel (vgl. 2.Mose 34,30).
 
2.Mose 34,30:
30 Als aber Aaron und ganz Israel sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen.
 
Der Norden und das Angesicht des „Stiers“
 
Diese herrliche kerubische Gegenwart Gottes, die mit dem Angesicht des Stiers und dem Norden verknüpft ist, wird deutlich in Hesekiel 1 beschrieben. Dort werden zwei Elemente bzw. Körperregionen, die zur Natur des Stiers gehören genannt, weshalb an dieser Stelle eine Hervorhebung der kerubischen Präsenz deutlich wird (vgl. Hesekiel 1,7.10).
 
Hesekiel 1,7.10:
7 Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße waren wie Stierfüße und glänzten wie blinkendes, glattes Kupfer. …
10 Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren.
 
Bei den zwei genannten Körperregionen handelt es sich um die Füße und das Gesicht. Darin erkennen wir die Bedeutung der Bewegung in Form von geistlichem Voranschreiten und der Beziehung in Form von geistlicher Intimität mit Gott, dem himmlischen Vater.
 
Das in Hesekiel 1,7 verwendete Wort für den „Stier“, der mit den Füßen verbunden ist, ist „‘ēḡäl“ und meint „ein männliches Kalb, das im Kreis herum hüpft“. Das hebräische Wurzelwort ist „‘āḡōl“ und bedeutet „rund“. (Anm.: Worterklärung aus der Strong’s Konkordanz und der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort Füße eines „Stier – `ēḡäl“ und „‘āḡōl – rund“ mit der Wortschlüsselnummer H5695; 5807 und 5806*)
 
Das in Hesekiel 1,10 verwendete hebräische Wort für „Stier“, das in Verbindung mit der Kopfregion genannt wird, ist „šôr“ und meint unter anderem „Rind“ sowie einen „männlichen Stier“.
 
Hiermit wird deutlich, dass die kerubische Gegenwart Gottes mit Freude in Form von Triumph sowie dem Verständnis seiner Herrlichkeit und Autorität einhergeht, die anhand der aufrichtigen geistlichen Beziehung zu ihm und zueinander offenbar wird (vgl. Maleachi 3,20-21 i.V.m. Johannes 13,34-35).
 
Maleachi 3,20-21:
20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.
21 Ihr werdet die Gottlosen zertreten; denn sie sollen Staub unter euren Füßen werden an dem Tage, den ich machen will, spricht der HERR Zebaoth.
 
Johannes 13,34-35:
34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
 
Das hebräische Wort für „Kerub“ bedeutet „Glanzerscheinung, Blitzesleuchten“.
„Kerubim“ bedeutet übersetzt „Großer, Gewaltiger“.
Anhand dieser Worterklärung wird erkennbar, dass die kerubische Präsenz Gottes mit seiner gewaltigen Kraft, Herrlichkeit und Offenbarung einhergeht.
 
Im Zusammenhang mit dieser Gegenwart Gottes ist es kein Zufall, dass auch König David vor der Bundeslade, die auf ihrer Deckplatte die goldenen Kerubim trug, herumtanzte und wie ein „junger Stier“ hüpfte (vgl. 2.Samuel 6,13-16).
 
2.Samuel 6,13-16:
13 Und als die Träger mit der Lade des HERRN sechs Schritte gegangen waren, opferte man einen Stier und ein fettes Kalb.
14 Und David tanzte mit aller Macht vor dem HERRN her und war umgürtet mit einem leinenen Priesterschurz.
15 Und David mit dem ganzen Hause Israel führte die Lade des HERRN herauf mit Jauchzen und Posaunenschall.
16 Und als die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, guckte Michal, die Tochter Sauls, durchs Fenster und sah den König David springen und tanzen vor dem HERRN und verachtete ihn in ihrem Herzen.
 
Es wird entsprechend Hesekiel 1 auffällig, dass die herrliche Präsenz Gottes mit der Kraft des Nordens einherging. Diese trägt die geistliche Dimension des „Stiers“ (Anm.: des Vaters) bzw. die Kraft der kerubischen Natur Gottes, die unter anderem mit seinem „fürchterlichen“ und geheimen Wesen verbunden ist (vgl. Hesekiel 1,4 i.V.m. 2.Mose 19,16; 2.Mose 34,30).
 
Hesekiel 1,4:
4 Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer.
 
2.Mose 19,16:
16 Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak.
 
2.Mose 34,30:
30 Als aber Aaron und ganz Israel sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte (Anm.: Hörner in Form von seinem Gesicht ausgehende Lichtstrahlen hatte), fürchteten sie sich, ihm zu nahen.
 
Darüber hinaus geht die kerubische Natur Gottes einher mit Qualität von Führung und Stärke, da der „Stier“ mit dem hebräischen Buchstaben „Aleph“ in Verbindung steht und den Zahlenwert „1“ trägt. Des Weiteren bedeutet das „Aleph“ unter anderem „Rind, Führer, Stärke, Meister/HERR“.
 
Bei der piktografischen Darstellung des hebräischen Buchstabens „Aleph“ handelt es sich um einen „Stierkopf“.
 
Das „Aleph“ ist der sogenannte „Vaterbuchstabe“, weil alles mit dem Vater beginnt und das hebräische Wort für „Vater – āb“ mit einem „Aleph“ anfängt (vgl. Offenbarung 1,8).
 
Die Richtung und Rangordnung der vier lebendigen Wesen

Wenn wir über die vier lebendigen Wesen vor dem Thron Gottes im Buch Hesekiel und im Buch der Offenbarung studieren, finden wir heraus, dass diese im Buch Hesekiel in Richtungen sowie in Positionen eingeteilt und auch im Buch der Offenbarung in Positionen angeordnet sind (vgl. Hesekiel 1,10; Hesekiel 10,14; Offenbarung 4,7).

Hesekiel 1,10:
10 Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren.

Hesekiel 10,14:
14 Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war das eines Cherubs, das zweite das eines Menschen, das dritte das eines Löwen, das vierte das eines Adlers.
 
Offenbarung 4,7:
7 Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler.

Die Richtungen und die Positionen der vier lebendigen Wesen sollen uns verdeutlichen, wie wichtig es ist, geistlich zu wissen, wo man hingeht (Anm.: Richtung) und zu welcher Zeit (Anm.: Position, Reihenfolge) man sich weiter mit Gott in Bewegung setzt.
 
Weiterhin offenbaren die verschiedenen Anordnungen folgende Charakteristiken der Herrlichkeit Gottes:
 
• Hesekiel 1,10 => Anordnung in Richtungen zum Zwecke der Heimsuchung Gottes
• Hesekiel 10,14 => Anordnung in Positionen zum Zwecke des Gerichts Gottes
• Offenbarung 4,7 => Anordnung in Positionen zum Zwecke der Regierung Gottes
 
Die zwei kerubischen „Arten“ der Gegenwart Gottes
 
Es ist kein Zufall, dass es im Willen Gottes war, zwei „kerubische Arten“ innerhalb seines Volkes herstellen zu lassen. Die eine kerubische Gegenwart mit Mose dient uns als Symbol für die Kraft der Errettung, und die andere mit König Salomo hingegen als Symbol für die ewige Königsherrschaft des Friedefürsten Jesus Christus.
 
Bei der kerubischen Gegenwart, die mit Mose in Verbindung stand, handelte es sich um die zwei Kerubim aus reinem Gold, die sich auf der Deckplatte der Bundeslade befanden. Die zwei Kerubim im „dĕbîr – dem Allerheiligsten“ des Tempels Gottes, den König Salomo baute, bestanden aus Ölbaumholz, das mit reinem Gold überzogen war.
 
=> Das hebräische Wort für „Hinterraum“ ist „dĕbîr“, was „das Hintere, der Hinterraum im Tempel, Allerheiligstes, Rücken oder auch Sprecher“ bedeutet. Es bezieht sich auf die Führung, die jemand von Gott empfängt als Antwort auf eine gestellte Frage (z.B.: Die Auslegung des Fließ/Orakels durch Gideon; vgl. Richter 6,36-40). <= (Der in „=>“ gesetzte Text beruht auf einer Erklärung aus dem „Prophet’s Dictionary“ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 367 und 368).
 
Beide Dimensionen der herrlichen kerubischen Natur Gottes ergeben die Abdeckung des einen neuen Menschen in Christus, da Paulus diesen mit einem edlen Ölbaum vergleicht, dessen Wurzel die Salbung trägt (vgl. Römer 11,17-18 i.V.m. Epheser 2,14-18).
 
Römer 11,17-18:
17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, 18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
 
Epheser 2,14-18:
14 Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft. Durch das Opfer seines Leibes 15 hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache 16 und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst.
17 Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
18 Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.
 
Die aus purem Gold bestehenden Kerubim auf der Bundeslade können für die ewige Herrlichkeit stehen, wobei die aus Ölbaumholz bestehenden Kerubim, die mit reinem Gold überzogen waren die Herrlichkeit des Vaters in der temporären Zeit repräsentieren, die er durch Jesus Christus offenbar macht.
 
Die zwei Kerubim aus vergoldetem Ölbaumholz waren von ihrer Größe wesentlich höher als die der Kerubim auf der Bundeslade, die zur Zeit Salomos im „Hinterraum – dĕbîr“, was das Allerheiligste umfasst, gemeinsam mit den Kerubim aus Ölbaumholz platziert waren (vgl. 2.Mose 25,18-20 i.V.m. 1.Könige 6,23-28).
 
2.Mose 25,18-20:
18 Und du sollst zwei Cherubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des Gnadenthrones, 19 sodass ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an jenem, dass also zwei Cherubim seien an den Enden des Gnadenthrones.
20 Und die Cherubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenthron bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenthron gerichtet sein.
 
1.Könige 6,23-28:
23 Er machte im Chorraum zwei Cherubim, zehn Ellen hoch, von Ölbaumholz.
24 Fünf Ellen hatte ein Flügel eines jeden Cherubs, sodass zehn Ellen waren von dem Ende seines einen Flügels bis zum Ende seines andern Flügels.
25 So hatte auch der andere Cherub zehn Ellen und beide Cherubim hatten das gleiche Maß und die gleiche Gestalt.
26 Auch war jeder Cherub zehn Ellen hoch.
27 Und er stellte die Cherubim mitten ins Allerheiligste. Und die Cherubim breiteten ihre Flügel aus, sodass der Flügel des einen Cherubs die eine Wand berührte und der Flügel des andern Cherubs die andere Wand berührte. Aber in der Mitte berührte ein Flügel den andern.
28 Und er überzog die Cherubim mit Gold.
 
Die Berührung der Flügel der Kerubim und der verborgene Bereich Gottes
 
Das Berühren der Flügel der Kerubim kommt der Freisetzung der Gegenwart der „ẓābā’ – Engelsheerscharen“ Gottes in Form einer Kriegseinheit gleich, die als feurige Gazellen im Geistbereich erscheinen können.
 
Weiterführend ist es die Präsenz der Bundeslade mit ihren Kerubim, die mit dem Charakter von „JAHWE ZEBAOTH“ verbunden sind, der über den Kerubim thront (vgl. 1.Samuel 4,4a).
 
1.Samuel 4,4a:
4a Da sandte das Volk nach Silo und ließ von dort holen die Lade des Bundes des HERRN Zebaoth (Anm.: HERR der Heerscharen), der über den Cherubim thront. …
 
Anhand des hebräischen Wortes für „Flügel – kānāṗ“ wird ebenfalls ein kämpfender Charakter gemäß Epheser 6,12 deutlich, weil das Wort unter anderem den „Flügel einer Armee“ beschreibt aber auch die „Spitze eines Gebäudes, Schwinge, ein Zipfel, der mit dem In-sich-bergen in Gott in Form von Schutz verbunden ist sowie das Ausbreiten des Zipfels vom Gewand eines Mannes, der in einer rechtsverbindlichen Weise, diesen über seine auserwählte Frau ausbreitet (vgl. Ruth 3,9).“
 
Darüber hinaus waren es die Quasten, die dazu von Gott bestimmt waren, sich an seine Befehle zu erinnern. Die Quasten waren an den vier Zipfeln des Obergewandes befestigt (vgl. 4.Mose 15,38-39 i.V.m. 5.Mose 22,12).“ (Anm.: Worterklärung entnommen aus der Elberfelder Studienbibel, Seite 1630, Sprachschlüsselnummer: 3742 und der Strong’s Konkordanz, Sprachschlüsselnummer: H3671)
 
Das hebräische Wort für „Kerub“ wie bereits erwähnt, bedeutet „Glanzerscheinung, Blitzesleuchten“. Die Bedeutung des Wortes „Kerubim“ lautet „Großer, Gewaltiger“, woraus deutlich wird, dass durch die Berührung der Flügel der Kerubim eine herrliche mit Kraft erfüllte göttliche Präsenz etabliert wurde, die den Bereich „der Heerscharen Gottes“ eröffnete.
 
Das Berühren der Flügel der großen Kerubim im „Allerheiligsten – dĕbîr“ mit den Wänden des Tempels weist auf einen Bereich des Verständnisses der Ordnung im Haus Gottes gemäß seinen festgelegten Prinzipien hin, in denen es für uns gilt zu wandeln.
 
Die zweifache kerubische Natur Gottes im Tempel Salomos kreierte eine sogenannte „Abdeckung – ḥuppāh“, des ewigen Friedefürsten (Anm.: „Salomo“ bedeutet „der Friedreiche“), die in sich bereits die geistliche Dimension des Kreuzes Jesu trägt und ein Hinweis auf die Beziehung zwischen Braut und Bräutigam ist.
 
Es ist die Braut, die die Schätze der Weisheit und Erkenntnis aus ihrem Bräutigam Jesus Christus hervorholt (vgl. 1.Könige 8,6-8 i.V.m. Kolosser 2,2-3).
 
1.Könige 8,6-8:
6 So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz in den Chorraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim.
7 Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus an dem Ort, wo die Lade stand, und bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.
8 Und die Stangen waren so lang, dass ihre Enden gesehen wurden in dem Heiligen, das ist die Tempelhalle, vor dem Chorraum; aber von außen sah man sie nicht. Und dort sind sie bis auf diesen Tag.
 
Kolosser 2,2-3:
… 2 damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, 3 in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
 
Man kann auch sagen, dass sich im „dĕbîr – dem Allerheiligsten“ im Tempel Salomos ein kleineres „Rechteck“ in einem größeren „Rechteck“ befand, das durch die Flügel der jeweiligen Kerubim aufgerichtet wurde und somit eine Herrlichkeit hervorbrachte, die ihren Sitz im „Dunkeln“ hat.
 
Das macht für uns deutlich, dass es dem HERRN gefällt, sich zu verbergen und aus einem verborgenen Bereich zu kommunizieren, um uns Wegweisung zu geben (vgl. Psalm 18,12.32-33 i.V.m. 1.Könige 8,12).
 
Psalm 18,12.32-33:
12 Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt; in schwarzen, dicken Wolken war er verborgen. …
32 Denn wer ist Gott als allein der HERR, wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?
33 Gott hat mich mit Kraft umgürtet, er führte mich auf einen Weg ohne Hindernis.
 
1.Könige 8,12:
12 Da sprach Salomo: Die Sonne hat der HERR an den Himmel gestellt; er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.
 
Die verborgene Gegenwart Gottes im „dĕbîr – dem Allerheiligsten“ ist nichts anderes als eine Aufforderung des HERRN, dass wir uns im Glauben auf die Suche nach ihm und der Bedeutung seines Redens machen.
 
Dieser Vorgang gleicht der Heimsuchung von Mose, der durch die dunkle Wolke gehen musste, um Gottes Gegenwart und die Berührung der Hand des HERRN auf seinem Angesicht zu erleben. Währenddessen befand er sich in einer Felsspalte, die bereits ein Hinweis auf Jesus Christus war (vgl. 2.Mose 24,18a i.V.m. 2.Mose 33,18-23).
 
2.Mose 24,18a:
18a Und Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg und blieb auf dem Berge ...
 
2.Mose 33,18-23:
18 Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen!
19 Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des HERRN: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.
20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.
21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen.
22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin.
23 Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.
 
In dem „Dunkel Gottes“ verborgen befinden sich seine Geheimnisse, die nur für die entschlüsselt werden können, die bereit sind, den „Preis“ zu bezahlen, indem sie sich nicht selbst leben und sich als Könige und Liebhaber Gottes darin verlieren, dem HERRN gegenüber durch eine höhere Qualität von Beziehung näher zu kommen (vgl. Galater 2,20 i.V.m. Jakobus 4,8).
 
Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
 
Jakobus 4,8:
8 Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.
 
Daraus resultiert die Ehre Gottes, seine Geheimnisse, die im Schatten seiner Flügel verborgen sind zu erforschen, um seine Herrlichkeit zur richtigen Zeit zu offenbaren (vgl. Sprüche 25,2).
 
Sprüche 25,2:
2 Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen; aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm