Anhand der Segnung durch seinen Vater Jakob wurde Benjamin mit der Eigenschaft eines Wolfes gesegnet, der fähig sei, um Beute zu machen und diese Beute zu verteilen. Sein vom Vater gegebener Name in Verbindung mit dessen Eigenschaft als Wolf offenbaren uns das geistliche Prinzip: „Wie im Himmel, so auf Erden“ (vgl. 1.Mose 49,27 i.V.m. Matthäus 6,10).
 
1.Mose 49,27:
27 Benjamin ist ein reißender Wolf; des Morgens wird er Raub fressen und des Abends wird er Beute austeilen.
 
Matthäus 6,10:
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
 
Übertragen auf uns handelt es sich um den Aufruf, für uns als Ekklēsịa auf Erden in der Regierungsherrschaft Gottes, die wir in Christus Jesus besitzen, zu wandeln sowie zu handeln.
Das wird durch den Namen „Benjamin – Sohn der rechten Hand Gottes“ sowie seiner zwölften Position als Sohn Jakobs deutlich.
 
Die Bedeutung der Zahl 12 und der reißende Wolf
 
Die Zahl 12 weist zugleich auf das apostolische Maß Gottes sowie seine apostolische Ordnung hin, die mit dem Ausgesandtsein und dem Vorwärtsgehen im Glauben verbunden ist, so wie sich auch die Wesen des Thronwagens Gottes vorwärts bewegen, ohne sich umzudrehen (vgl. Matthäus 10,1-2a i.V.m. Hesekiel 10,11).
 
Matthäus 10,1-2a:
1 Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen.
2a Die Namen aber der zwölf Apostel sind diese: …
 
Hesekiel 10,11:
11 Wenn sie gehen sollten, so konnten sie nach allen ihren vier Seiten gehen; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden; sondern wohin das erste ging, da gingen die andern nach, ohne sich im Gehen umzuwenden.
 
Die geistliche Qualität Benjamins, dem jüngsten Sohn Jakobs als ein reißender Wolf, ist ein Aufruf an uns als Ekklēsịa in den kleinen Dingen treu zu sein, um über vieles gesetzt zu werden. Dies wird uns in der näheren Betrachtung des hebräischen Wortes für „Wolf – sĕ’ēb“ geoffenbart (vgl. Matthäus 25,21 i.V.m. Lukas 16,10a).
 
Matthäus 25,21:
21 Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
 
Lukas 16,10a:
10a Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; …
 
Das hebräische Wort für „Wolf – sĕ’ēb“ setzt sich aus den hebräischen Buchstaben „Sajin“, „Aleph“ und „Beth“ zusammen, bei denen es sich um jeweils „Einerzahlen“ handelt, die addiert den Zahlenwert „10“ ergeben und in die Dimension des „Zehnerbereichs“ überleiten. Der Zahlenwert „10“ ist im hebräischen mit der „Hand – jād“ verbunden, die in sich das Potential „des Kleinen“ trägt, welches alles im Wort Gottes zusammenhält, um zur Erfüllung beizutragen (vgl. Matthäus 5,17-19).
 
Matthäus 5,17-19 (Rev. Elberfelder):
17 Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht
gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota (Anm.: griech. „iōta“ weist auf den zehnten hebräischen Buchstaben „jod“ mit dem Zahlenwert „10“ hin) oder ein Strichlein (Anm.: griech. „kerạịa – Haken, Horn“ und weist auf den hebräischen Buchstaben „jod“ mit dem Zahlenwert „10“ hin) von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
19 Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel.
 
Benjamin und der hebräische Buchstabe „Jod“
 
Hierbei ist es kein Zufall, dass Benjamin der „kleinste“ bzw. der jüngste Sohn Jakobs war.
Die Altersposition Benjamins innerhalb der Söhne Israels deutet auf das Potential des „Jod“ (Anm.: der kleinste Buchstabe im hebräischen Alphabet) hin.
 
Darüber hinaus wurde er fünfmal von seinem Bruder Joseph am Tisch in Ägypten vor den Augen seiner Brüder gesegnet.
 
1.Mose 43,34:
34 Und man trug ihnen Essen auf von seinem Tisch, aber Benjamin bekam fünfmal mehr als die andern. Und sie tranken und wurden fröhlich mit ihm.
 
In diesem Zusammenhang kann man die fünf Finger der ausgestreckten gnädigen Hand Gottes, der Geist ist, über denen erkennen, die all ihr Vertrauen auf den HERRN setzen (vgl. Johannes 4,24a i.V.m. Jesaja 40,31; Psalm 37,5).
 
Johannes 4,24a:
24a Gott ist Geist, …
 
Jesaja 40,31:
… 31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.
 
Psalm 37,5:
5 Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohlmachen …
 
Das hebräische Wort für „Wolf – sĕ’ēb“, das sich wie bereits erwähnt aus den drei hebräischen Buchstaben „Sajin“, „Aleph“ und „Beth“ zusammensetzt, ruft uns dazu auf, in der Kraft des herrlichen Wortes Gottes zentriert in seiner Vaterschaft voranzugehen und sich in der Gemeinschaft von Heiligen aufzuhalten, die seine Wertemaßstäbe achten und ehren.
 
Dadurch werden wir durch die Hand Gottes in eine höhere Ebene des Geistes gezogen, so ähnlich wie Hesekiel dies erlebte oder auch Petrus, der auf die Anordnung Jesu hin im Glauben auf dem Wasser ging und von Jesus aus dem Wasser, nämlich der Dimension seines (Anm.: Petrus) Unglaubens in die Dimension des lebendigen Glaubens Jesu gezogen wurde (vgl. Hesekiel 8,3a i.V.m. Matthäus 14,29-31).
 
Hesekiel 8,3a:
3a Und er streckte etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei dem Haar meines Hauptes. …
 
Matthäus 14,29-31:
29 Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.
30 Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir!
31 Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
 
Der Wandel in der Dimension des lebendigen Glaubens in Christus führt dazu, dass wir in der neuen Facette des Geistes, die er für diese Zeit bestimmt hat, vorangehen.
 
Das setzt ein Heraustreten aus dem vertrauten Bereich, unserer „Bequemlichkeitszone“ voraus, um sich auf der Grundlage der Wahrheit des geschriebenen Wortes Gottes (Anm.: griech. „lọgos“) im Glauben seiner Stimme zu nähern, die den Bereich des im Moment gesprochenen Wortes Gottes (Anm.: griech. „rhēma“ => gesprochenes Wort Gottes) bedeutet.
 
Es ist diese Dynamik der Stimme von Jesus Christus, nämlich dem Wort Gottes, das seinen Sitz im Bereich des Geistes hat und uns in unsere von ihm vorherbestimmte Zukunft ruft, wo er sich bereits befindet.
 
Daraus erst folgt der Prozess des Näherkommens in unserem Inneren (Anm.: der Anerkennung seines ewigen Wortes in unserem Herzen) und die Umsetzung der guten Werke in Christus Jesus (vgl. Jakobus 4,8a i.V.m. Epheser 2,10).
 
Jakobus 4,8a:
8a Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. …
 
Epheser 2,10:
10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Aus Lukas 8,40 ist zu entnehmen, dass Jesus zurückkam, nämlich von der einen Uferseite des Sees Genezareth an die andere Seite, wo er zuvor den Menschen gedient hatte.

Lukas 8,40:
40 Als Jesus zurückkam, nahm ihn das Volk auf; denn sie warteten alle auf ihn.
 
Das Zurückkehren der Präsenz Jesu und die unterschiedlichen Erwartungshaltungen
 
Wenn wir im Wort über das Zurückkehren Jesu lesen, dürfen wir erwarten, dass das mit einer größeren Offenbarung und geistlichen Kraft einhergeht, die mit einer beschleunigten Phase verbunden ist, so wie es die Aussage aus Matthäus 24,27 beschreibt.
 
Matthäus 24,27:
27 Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein.
 
Die Erwartungshaltung der Menschen zur Zeit Jesu auf ihn persönlich zu treffen, kommt unserer Erwartungshaltung in dieser Zeit gleich, die wir auf die gerechte Intervention Gottes harren.
 
Dieses Warten der Menschen auf Jesus an der anderen Uferseite des Sees, macht deutlich, dass sie eine Erwartungshaltung auf etwas Größeres hatten, das sie noch nicht kannten. Somit wird deutlich, dass die Uferseite mit den wartenden Menschen die Vergangenheit repräsentiert und Jesus, der mit seinen Jüngern zur anderen Uferseite (Anm.: von Gerasa; vgl. Lukas 8,26) wechselte für die Gegenwart steht, um in die Zukunftspläne des himmlischen Vaters einzutreten.

Dem himmlischen Vater ist es wichtig, dass sein Volk in die „Zukunftsgegenwart“ als die Gegenwart mit völliger Ausrichtung auf das Zukünftige seiner Pläne eintritt. Er hat Erbarmen und bringt seine Präsenz mit einem höheren Potential (Anm.: beschleunigt wie ein Blitz, der sich entlädt) zu den Menschen und so kommt es zur Veränderung sowie zu Bewegungen innerhalb der Gesellschaft seines Volkes, der Gemeinde Jesu, der Ekklēsia, die seine Größe offenbaren.
 
Hierbei existieren zwei Arten von Erwartungshaltungen, die dadurch beschrieben werden, dass zum einen Menschen Jesus bedrängten, wobei zum anderen eine an Blutfluss erkrankte Frau, sich Jesus von hinten näherte.
 
Während sie sich ihm näherte, presste sie durch die Menschenmenge hindurch und berührte im Glauben auf Heilung den Saum seines Gewandes, indem sie es festhielt. Somit ging Kraft von Jesus aus und übertrug sich auf die blutflüssige Frau, so dass sie von ihrer Krankheit geheilt wurde (vgl. Lukas 8,42b-48).
 
Lukas 8,42b-48:
… 42b Und als er (Anm.: Jesus) hinging, umdrängte ihn das Volk 43 Und eine Frau hatte den Blutfluss seit zwölf Jahren; die hatte alles, was sie zum Leben hatte, für die Ärzte aufgewandt und konnte von keinem geheilt werden.
44 Die trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; und sogleich hörte ihr Blutfluss auf.
45 Und Jesus fragte: Wer hat mich berührt? Als es aber alle abstritten, sprach Petrus: Meister, das Volk drängt und drückt dich.
46 Jesus aber sprach: Es hat mich jemand berührt; denn ich habe gespürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist.
47 Als aber die Frau sah, dass es nicht verborgen blieb, kam sie mit Zittern und fiel vor ihm nieder und verkündete vor allem Volk, warum sie ihn angerührt hatte und wie sie sogleich gesund geworden war.
48 Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!
 
Anhand der o.g. Bibelstelle wird uns verdeutlicht, dass es zwei Arten von „Drang“ gibt, wobei die Menschenmenge Jesus mehr bedrängte, um seine Gegenwart und Ereignisse zu sehen, während die kranke Frau im Glauben durch die drängende Volksmenge hindurchdrang, um mit der Kraft Gottes selbst in Berührung zu kommen.
 
Das wird deutlich durch zwei in Lukas 8,44-45 verwendete griechischen Worte, nämlich das Wort für „berühren – hạptomai“ in Verbindung mit der erkrankten Frau und das Wort für „drücken – apothlịbō“ im Zusammenhang mit der bedrängenden Volksmenge.

Das griechische Wort „hạptomai“ meint unter anderem auch „etwas in die Hand zu nehmen, an etwas befestigt zu sein, zu berühren, um etwas zu erreichen.“
(Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu den griechischen Worten „berühren – hạptō“ und „drücken – apothlịbō“ mit der Wortschlüsselnummer: 672, 593*)
 
Im Gegensatz zur Volksmenge, die danach aus war, Jesus zu sehen und sich passiv in seiner Präsenz wohlzufühlen bzw. seine Herrlichkeit zu genießen, entschied sich die verzweifelte an Blutfluss erkrankte Frau aktiv Jesus zu überraschen, indem sie im Glauben von hinten an ihn herantrat und den Saum seines Gewandes festhielt. Sie hatte die Gewissheit, dass sie geheilt werden würde, noch bevor sich dies erfüllt hatte. Dadurch wurde sie eins mit Christus und hing sich ihm im Glauben an.
 
Die Kraft des Glaubens und das Einswerden mit dem Wort Gottes
 
Dementsprechend wird für uns deutlich, dass es unser Glaube ist, der selbst bittere bzw. herausfordernde Umstände in Süße verwandelt, wenn wir uns mit der Wahrheit und Gegenwart des Wortes Gottes eins machen, das Jesus Christus ist (vgl. Johannes 1,14 i.V.m. Offenbarung 19,13).
 
Johannes 1,14:
14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
 
Offenbarung 19,13:
13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.

Die große Volksmenge aus Lukas Kapitel 8,40 ff. ist ein Hinweis auf Menschen, die sich in der Zeit der Vergangenheit aufhalten und die Notwendigkeit erkennen, die Zukunft der Gegenwart Gottes in Empfang zu nehmen, mit dem Ziel umgewandelt bzw. verändert zu werden.

Das wird vor allem wie bereits erwähnt bedeutend deutlicher durch die Frau, die seit zwölf Jahren an Blutfluss litt und von hinten, demnach aus der Vergangenheit kommend, an Jesus Christus (Anm.: Symbolik für die gegenwärtigen Zukunftspläne Gottes) herantrat.

Es war ihr Glaube, der sie dazu veranlasste in fester Zuversicht, was die Bereitschaft in wahrhaftiger geistlicher Beziehung mit dem himmlischen Vater zu leben symbolisiert, sich auszustrecken, indem sie den Saum bzw. die Quasten des Gewandes Jesu berührte und diese somit festhielt (Anm.: Übereinkunft mit der Ordnung/Weisung Gottes; vgl. Lukas 8,43-44 i.V.m. 4.Mose 15,37-41).

Lukas 8,43-44:
43 Und eine Frau hatte den Blutfluss seit zwölf Jahren; die hatte alles, was sie zum Leben hatte, für die Ärzte aufgewandt und konnte von keinem geheilt werden.
44 Die trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; und sogleich hörte ihr Blutfluss auf.
 
4.Mose 15,37-41:
37 Und der HERR sprach zu Mose: 38 Rede mit den Israeliten und sprich zu ihnen, dass sie und ihre Nachkommen sich Quasten machen an den Zipfeln ihrer Kleider und blaue Schnüre an die Quasten der Zipfel tun.
39 Und dazu sollen die Quasten euch dienen: sooft ihr sie anseht, sollt ihr an alle Gebote des HERRN denken und sie tun, damit ihr euch nicht von eurem Herzen noch von euren Augen verführen lasst und abgöttisch werdet, 40 sondern ihr sollt an alle meine Gebote denken und sie tun, dass ihr heilig seid eurem Gott.
41 Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott sei, ich, der HERR, euer Gott.

Diese blutflüssige Frau drängte sich durch die verschiedenen „Ebenen“ von Zeit, um auf den göttlichen Zeitpunkt für ihr Leben (Anm.: Jesus Christus) zu treffen, der sie in die Zukunftspläne, entsprechend in ihre Verheißung, des himmlischen Vaters führte. Durch ihr Festhalten an den Quasten Jesu erhielt die an Blutfluss erkrankte Frau das wahre Leben in ihrem Blut zurück (vgl. 1.Mose 9,4; i.V.m. Apostelgeschichte 15,20; Johannes 6,53-54).

1.Mose 9,4:
4 Allein esst das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben ist!

Apostelgeschichte 15,20:
… 20 sondern ihnen vorschreibe, dass sie sich enthalten sollen von Befleckung durch Götzen und von Unzucht und vom Erstickten und vom Blut.

Johannes 6,53-54:
53 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch.
54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.
 
Da der Blutfluss durch die Heilungskraft von Jesus stoppte, erhielt sie somit die Zunahme von Leben, weil sich dadurch das Blut in ihr wieder vermehrte.

Im prophetischen Kontext gesprochen, hatte die blutflüssige Frau durch ihre in der Vergangenheit etablierte geistliche Reife (Anm.: durch Unterweisung in der Thora/dem Tenach) und die Berührung vom Saum des Gewandes von Jesus Christus nun ein Verständnis von der Sohnschaft in Christus, weil Jesus sie als Tochter des Glaubens bezeichnete (vgl. Lukas 8,48 i.V.m. Galater 4,4-7).

Lukas 8,48:
48 Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!

Galater 4,4-7 (Anm.: Das Jüdische Neue Testament, David H. Stern):
…, 4 als aber die festgesetzte Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn. Er wurde aus einer Frau geboren,
hineingeboren in eine Kultur, in der die Entstellung der Thora zur Gesetzlichkeit die Norm war, 5 damit er die, die dieser Gesetzlichkeit unterworfen waren, erlöse und uns auf diese Weise in die Lage versetze, zu Söhnen Gottes gemacht zu werden.
6 Weil ihr nun aber Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, den Geist, der ruft: „Abba!“ (Anm.: das heißt Vater).
7 So bist du durch Gott nicht länger ein Sklave, sondern ein Sohn, und wenn du ein Sohn bist, bist du auch ein Erbe.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Der Apostel Paulus spricht zu der Gemeinschaft der Heiligen in Korinth über die Wichtigkeit der Präsenz des Geistes in Verbindung mit dem Wort Gottes, die mit Leben einhergeht und somit die Wahrheit des Wortes Gottes in Leben verwandelt, ohne lediglich nur ein Wissen bzw. Erkenntnis darüber zu haben (vgl. 2.Korinther 3,6).
 
2.Korinther 3,6:
… 6 der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
 
Allein die Erkenntnis über das Wort zu haben, bläht auf, was eine stolze Herzenshaltung umfasst. Diese hochmütige Haltung führt meist dazu, dass man sich von denen separiert, die sich vom Heiligen Geist im Wort Gottes unterweisen lassen bzw. von solchen unterwiesen werden, die sich im Geist und in der Wahrheit vor Gott bewegen (vgl. 1.Korinther 8,1).
 
1.Korinther 8,1:
1 Was aber das Götzenopfer angeht, so wissen wir, dass wir alle die Erkenntnis haben. Die Erkenntnis bläht auf; aber die Liebe baut auf.
 
Das geisterfüllte Wort Gottes kommt einer fliegenden Schriftrolle gleich, die in sich die offenbarende Wahrheit trägt, um einen geweihten geistlichen Raum zu etablieren. Dieser Raum gibt die Möglichkeit für die Niederlassung der Gegenwart Gottes.
 
Darüber hinaus offenbart die Struktur der Schriftrolle die Dimension des Himmels und der Erde, weil alles durch das Wort Gottes geschaffen wurde (vgl. Hebräer 11,3 i.V.m. Johannes 1,1-3; Jesaja 34,4a; Offenbarung 6,14a).
 
Hebräer 11,3:
3 Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.
 
Johannes 1,1-3:
1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.
3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
 
Jesaja 34,4a:
4a Und alles Heer des Himmels wird dahinschwinden, und der Himmel wird zusammengerollt werden wie eine Buchrolle, …
 
Offenbarung 6,14a:
14a Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, …
 
Die fliegende Schriftrolle und ihre Größe
 
Es heißt im Buch des Propheten Sacharja, dass dieser eine fliegende Schriftrolle im Geist sah, während er sich entschied in den übernatürlichen Bereich zu blicken, indem er seine Augen erhob und erneut gesehen hat (vgl. Sacharja 5,1-2).
 
Sacharja 5,1-2:
1 Und ich hob meine Augen abermals auf und sah, und siehe, da war eine fliegende Schriftrolle.
2 Und er sprach zu mir: Was siehst du? Ich aber sprach: Ich sehe eine fliegende Schriftrolle, die ist zwanzig Ellen lang und zehn Ellen breit.
 
Anhand der Maße der fliegenden Schriftrolle wird das Prinzip der Erschaffung eines geweihten Raumes für die Präsenz Gottes deutlich, weil ihre Größe die Maße der Vorhalle des Tempels Salomo umfasst (vgl. 1.Könige 6,3).
 
1.Könige 6,3:
3 Und er baute eine Vorhalle vor der Tempelhalle des Hauses, zwanzig Ellen lang nach der Breite des Hauses und zehn Ellen breit vor dem Hause her.
 
Deshalb ist es wichtig, dass wir das Wort Gottes in unseren Geistmenschen aufnehmen, damit die Wahrheit des Wortes Gottes in unserem Geist Widerhall findet und wir gemäß dem Willen Gottes seine Worte aussprechen. Das wird beispielsweise im Buch des Propheten Hesekiel sowie im Buch der Offenbarung deutlich, wo Hesekiel sowie auch Johannes eine geöffnete Schriftrolle, die auf beiden Seiten beschrieben war, in ihren Geistmenschen aufnahmen (vgl. Hesekiel 2,9-10a; Hesekiel 3,1-4; Offenbarung 10,8-11).
 
Hesekiel 2,9-10a:
9 Und ich sah, und siehe, da war eine Hand gegen mich ausgestreckt, die hielt eine Schriftrolle.
10a Die breitete sie aus vor mir, und sie war außen und innen beschrieben …
 
Hesekiel 3,1-4:
1 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, iss, was du vor dir hast! Iss diese Schriftrolle und geh hin und rede zum Hause Israel!
2 Da tat ich meinen Mund auf und er gab mir die Rolle zu essen 3 und sprach zu mir: Du Menschenkind, du musst diese Schriftrolle, die ich dir gebe, in dich hineinessen und deinen Leib damit füllen. Da aß ich sie und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.
4 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, geh hin zum Hause Israel und verkündige ihnen meine Worte.
 
Offenbarung 10,8-11:
8 Und die Stimme, die ich vom Himmel gehört hatte, redete abermals mit mir und sprach: Geh hin, nimm das offene Büchlein aus der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht!
9 Und ich ging hin zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein! Und er sprach zu mir: Nimm und verschling es! Und es wird dir bitter im Magen sein, aber in deinem Mund wird es süß sein wie Honig.
10 Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und verschlang es. Und es war süß in meinem Mund wie Honig, und als ich es gegessen hatte, war es mir bitter im Magen.
11 Und mir wurde gesagt: Du musst abermals weissagen von Völkern und Nationen und Sprachen und vielen Königen.
 
Die beidseitig beschriebene Schriftrolle und die Etablierung des Raumes Gottes
 
Der Grund, warum die Schriftrollen auf beiden Seiten beschrieben waren, kann in einem prophetischen Kontext bedeuten, dass Gott sein offenbarendes Wort in unseren inneren Menschen, nämlich unseren Geist bzw. Herz und Sinn schreibt (vgl. Hebräer 8,10).
 
Hebräer 8,10:
10 Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
 
Wenn das geschieht, hat das zur Folge, dass wir zum „Wort Gottes“ werden und es dementsprechend zur richtigen Zeit aussprechen. Das Aussprechen des von Gott gegebenen Wortes bewirkt, dass wir unter anderem einen Raum etablieren, den Gott dazu gebrauchen kann, um sich in seiner Kraft oder auch Herrlichkeit zu offenbaren.
 
Dieser von uns im Auftrag Gottes errichtete Raum kann dazu beitragen, dass sich die Präsenz Jesu etabliert, die auf die Bedeutung seines Besitztums in Form von Schafen hinweist, die seine Stimme hören und ihm folgen. Währenddessen der religiöse Geist in Menschen mit der Wahrheit des Wortes Gottes konfrontiert wird (vgl. Johannes 10,22-31).
 
Johannes 10,22-31:
22 Es war damals das Fest der Tempelweihe (Anm.: Chanukka) in Jerusalem und es war Winter.
23 Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos.
24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus.
25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir.
26 Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen.
27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; 28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
29 Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen.
30 Ich und der Vater sind eins.
31 Da hoben die Juden abermals Steine auf, um ihn zu steinigen. …
 
Darüber hinaus kann der durch das gesprochene Wort Gottes etablierte Raum zu einem Ort der Verherrlichung und Furcht des HERRN dienen, aber auch zu einem Ort der wahrhaftigen Gemeinschaft von Heiligen beitragen, die sich einmütig und in Demut in der offenbarenden Wahrheit des Wortes Gottes aufhalten (vgl. Apostelgeschichte 3,11; Apostelgeschichte 5,12).
 
Apostelgeschichte 3,11:
11 Als er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißt Salomos, und sie wunderten sich sehr.
 
Apostelgeschichte 5,12:
12 Es geschahen aber viele Zeichen und Wunder im Volk durch die Hände der Apostel; und sie waren alle in der Halle Salomos einmütig beieinander.
 
Hierbei kommt dem „Kleinen“ sowie dem „Großen“ eine wichtige Bedeutung zu, so wie es die Maße der Vorhalle des Tempels verdeutlichen, die ein kleineres Maß von Breite und ein größeres Maß von Länge aufweist. Darin wird das Prinzip aus Philipper 2,3-4 deutlich.
 
Philipper 2,3-4:
3 Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, 4 und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.
 
In Hinblick auf die bevorstehende Zeit von „Chanukka“ dürfen wir die wundersame Kraft Gottes erleben, die uns den Raum, den wir im Wort Gottes betreten, mit einer Zunahme von seinem Licht der Offenbarung erhellt. Es ist seine Herrlichkeit, die wir im kleinen wie auch im großen Maß erfahren und mit anderen Menschen in schwierigen Umständen teilen sollen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm