In Lukas 13,6-9 gebraucht Jesus ein Gleichnis, bei dem es sich um den Besitzer eines Weinbergs handelt, der dort einen Feigenbaum pflanzte und von diesem Frucht erwartete.
Über einen Zeitraum von drei Jahren stellte er fest, dass dieser keine Frucht brachte und deshalb den Weingärtner bat, den Baum zu fällen. Daraufhin erwiderte der Weingärtner noch ein weiteres Jahr zur Fruchtentwicklung abzuwarten, während er ihn umgraben und düngen würde.
 
Lukas 13,6-9:
6 Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine.
7 Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft?
8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge; 9 vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.
 
Da Jesus die Sprache der Gleichnisse verwendete, um die Weisheit Gottes und die darin enthaltene offenbarende Wahrheit zu verhüllen, wird deutlich, dass es wichtig ist, nahe am Herzen Gottes zu sein, um die Geheimnisse in Form von Weisheit und Erkenntnis in Christus zu erkennen (Matthäus 13,10-13 i.V.m. Kolosser 2,2-3).
 
Matthäus 13,10-13:
10 Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist es nicht gegeben.
12 Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
13 Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht.
 
Kolosser 2,2-3:
… 2 damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, 3 in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
 
Anhand des o.g. Gleichnisses ist zu erkennen, dass es um die Phase von bereits drei abgelaufenen Jahren geht, bei der der Fokus auf dem vierten Jahr liegt. Bei dem vierten Jahr handelt es sich um ein Jahr der Bereitschaft für das Wirken des Heiligen Geistes, um das bereits Gelernte aus den Phasen der Herausforderung bzw. des feindlichen Widerstands anzuwenden.
 
Die Feinde Gottes als Dünger
 
Es heißt unter anderem in Psalm 83,10-11, dass der HERR seine Feinde, in diesem Fall Midian und Sisera zu Dünger auf dem Acker machte, was bedeutet, dass uns als sein Volk alles zum Besten dienen muss (vgl. Römer 8,28).
 
Psalm 83,10-11:
10 Mach es mit ihnen wie mit Midian, wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kischon, 11 die vertilgt wurden bei En-Dor und wurden zu Mist (Anm.: Dünger) auf dem Acker.
 
Römer 8,28:
28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.
 
Daraus wird deutlich, dass das Eingreifen von Jesus Christus in Form des Weingärtners zu einer Intensivierung des Geistes führt, der uns dabei hilft, das Gelernte aus den erlebten Angriffen des Feindes in der Vergangenheit in dieser Zeit anzuwenden. Das hat eine gesunde Fruchtentwicklung zur Folge.
 
Wenn man den Feigenbaum in einem prophetischen Kontext betrachtet, kann dieser mit dem Wandel in einer biblischen (Anm.: hebräischen) Denkweise verknüpft sein, weil der Feigenbaum unter anderem eine Repräsentation für das Volk Israel und einer der wichtigsten Fruchtbäume in Israel ist.
 
Kurz erklärt, ist die hebräische Denkweise eine biblische Denkweise, bei der es nicht buchstäblich erforderlich ist, jüdisch zu sein, um in solch einer Einstellung zu leben.
 
Aus Römer 12,2 können wir entnehmen, „dass wir uns nicht dieser Welt angleichen sollen, sondern uns durch die Erneuerung unseres Sinnes ändern, damit wir prüfen können, was der Wille Gottes ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.”
 
Somit ist eine hebräische/biblische Denkweise der Verstand einer Person, der durch die Wahrheit Gottes umgewandelt wurde.
 
Um zurück auf den Feigenbaum zu kommen, bringt dieser dreimal im Jahr Frucht und zwar zu den Zeiten der von Gott angeordneten biblischen Feste: Pessach, Schawuot, Sukkot (vgl. 2.Mose 23,14-17), wobei die Feigen im Frühjahr ungenießbar und auf den Opfertod Jesu zur Pessachzeit hinweisen.
 
Es ist kein Zufall, dass der Feigenbaum indirekt im Schöpfungsbericht mit Namen erwähnt ist (vgl. 1.Mose 3,7-8).
 
1.Mose 3,7-8:
7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
8 Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten.
 
Man kann davon ausgehen, dass Adam und Eva beim Sündenfall in der Nähe des Feigenbaums bzw. sogar unter dem Feigenbaum standen, um seine Blätter zur Bedeckung ihrer Nacktheit zu benutzen und sich möglicherweise auch hinter ihm vor Gott zu verstecken.
 
Gott sagte, dass Adam und Eva von allen Bäumen des Gartens essen durften, außer vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, der im Zentrum des Gartens stand (vgl. 1.Mose 2,9.16-17).
 
1.Mose 2,9.16-17:
9 Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. …
16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, 17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.
 
Somit wird deutlich, dass Gott den Feigenbaum von den anderen Bäumen im Garten absonderte bzw. hervorhob, so dass dieser die Stellung eines auserwählten Baums erhielt, indem dieser im Zentrum des Gartens stand.
Auf ähnliche Weise hat Gott sein Volk Israel und deren Hauptstadt Jerusalem aus allen Völkern der Erde als sein besonderes Eigentum auserwählt und in das Zentrum inmitten der Völker der Erde gesetzt (vgl. 5.Mose 7,6-7 i.V.m. Hesekiel 5,5).
 
5.Mose 7,6-7:
6 Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind.
7 Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, …
 
Hesekiel 5,5:
5 So spricht Gott der HERR: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden gesetzt habe und unter die Länder ringsumher!
 
Es war der Feigenbaum, der zur Prüfung für Adam und Eva wurde, nämlich sich der Weisung Gottes zu fügen, um in einer reinen Beziehung gemeinsam mit Gott zu leben oder sich seiner Weisung entgegenzustellen und aus der unmittelbaren Nähe von Gott entfernt zu sein.
 
Diese Erklärung macht außerdem deutlich, dass Gott uns als Gläubige herausfordert, uns zu entscheiden, auf erlöste Weise mit einer biblischen-hebräischen Denkweise voranzugehen und darin zu leben.
 
Bäume, die an Wasser gepflanzt sind
 
Da wir als Heilige Bäumen gleichkommen, die am Wasser gepflanzt sind (vgl. Psalm 1,1-3), wird deutlich, dass es von hoher Bedeutung ist im Zentrum der Liebe Gottes, die durch den Weinberg repräsentiert wird, positioniert zu sein und zugleich nahe am Weinstock, der Christus ist, gepflanzt sind. Das hat zur Folge, dass Jesus uns spiralförmig ummanteln kann, was unter anderem seine liebende Gegenwart umfasst (vgl. Johannes 15,1-8).
 
Psalm 1,1-3:
1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2 sondern hat Lust am Gesetz (Anm.: Thora) des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!
3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.
 
Johannes 15,1-8:
1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.
2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe.
3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen.
7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
 
Durch diese „spiralförmige“ Ummantelung Christi sind wir befähigt nicht mehr uns zu leben, sondern Christus, so wie es der Apostel Paulus sagte (vgl. Galater 2,20).
 
Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
 
Wenn wir mit unserer biblischen bzw. hebräischen Denkweise nicht in Korrelation mit dem Weinstock (Anm.: Jesus Christus) sind, hat das zur Folge, dass wir aufgeblasen und ohne Frucht sind (Anm.: religiöse Gesetzlichkeit), denn alles, was ohne die Liebe Gottes (Anm.: griech. agąpē) geschieht, hat vor ihm kein Bestand.
 
1.Korinther 13,1-3:
1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze.
 
Es reicht nicht aus, lediglich im Zentrum der Liebe Gottes positioniert zu sein (Anm.: sich der Wahrheit der Liebe Gottes bewusst zu sein), wenn man nicht bereit ist, sich von der Liebe Gottes kontinuierlich umarmen zu lassen, um auf diese Weise von Zyklus zu Zyklus in seiner umgebenden Liebe von Herrlichkeit zu Herrlichkeit zu wandeln (vgl. 2.Korinther 3,18).
 
2.Korinther 3,18:
18 Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.
 
Ohne seine umgebende liebende Präsenz schauen wir nur auf unsere eigenen Fähigkeiten (Anm.: nur danach aus wie ein Baum nach oben zu wachsen => stolze Herzenshaltung) und sind somit nicht in der Lage zur rechten Zeit, nämlich bei einer Heimsuchung Gottes Frucht aufzuweisen. Doch es gibt Hoffnung für die, die sich in Stolz verfangen haben, nämlich dem Sohn Gottes in Form des Weingärtners zu erlauben, tief zur Wurzel zu gehen, um dort die frische Bewegung des Heiligen Geistes und die Substanz (Anm.: Dünger in Form von gemachten herausfordernden Erfahrungen in Christus) zur gesunden und beschleunigten Fruchtentwicklung freizusetzen.
 
Das vierte Jahr und die spiralförmige Ummantelung
 
Es ist kein Zufall, dass es im Gleichnis mit dem gepflanzten Feigenbaum im Weinberg um das vierte Jahr geht. Gemäß der Thora handelt es sich bei dem vierten Jahr in Bezug auf die gepflanzten Fruchtbäume, um die Zeit der Frucht für den HERRN, also des Lobopfers, wobei das darauffolgende fünfte Jahr, eine Zeit der persönlichen Ernte ist (vgl. 3.Mose 19,23-25).
 
3.Mose 19,23-25:
23 Wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume pflanzt, von denen man isst, so lasst ihre ersten Früchte stehen, als wären sie unrein wie Unbeschnittene. Drei Jahre lang sollt ihr die Früchte als unrein ansehen, dass ihr sie nicht esst; 24 im vierten Jahr sollen alle ihre Früchte unter Jubel dem HERRN geweiht werden; 25 erst im fünften Jahr sollt ihr die Früchte essen, damit ihr künftig umso reicheren Ertrag einsammelt; ich bin der HERR, euer Gott.
 
Bei der spiralförmigen Ummantelung des Feigenbaums im Weinberg handelt es sich, wie bereits erwähnt, um Jesus Christus, der der aktivierte „Strang“ in unserem Leben ist, da wir wiedergeboren wurden und er uns befähigt hat, ständig von der Gegenwart des ewigen Gottes zu trinken, um ewige Frucht hervorzubringen und zu tragen.
 
Die aktivierte DNA des Lebens durch Jesus Christus in unserem Herzen ist die ewige Aufzeichnung Gottes in unserem Leben, die wir manifestieren, während wir in unserer Berufung als seine Söhne wandeln (vgl. Psalm 139,15-16 i.V.m. Jeremia 1,5; Epheser 2,10).
 
Psalm 139,15-16:
15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde.
16 Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.
 
Jeremia 1,4-5:
4 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.
 
Epheser 2,10:
10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Im Wort Gottes wird von den Gerechten in Form von Bäumen gesprochen, die nahe am Fluss gepflanzt sind und deren Wurzeln zum Wasser ausgestreckt sind, um Fruchtbarkeit zu versprechen (vgl. Psalm 1,1-3 i.V.m. Jeremia 17,7-8; Offenbarung 22,1-2).
 
Psalm 1,1-3:
1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2 sondern hat Lust am Gesetz (Anm.: Torah) des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!
3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.
 
Jeremia 17,7-8:
7 Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist.
8 Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.
 
Offenbarung 22,1-2:
1 Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes; 2 mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
 
Daraus erkennen wir den Zusammenhang, dass die Nähe zum Wort Gottes in Form seiner Weisung und die kontinuierliche Freude daran, Fruchtbarkeit zur Folge hat, selbst wenn es herausfordernde Zeiten gibt, die wir als Wüstenzeiten oder schwere Zeiten bezeichnen würden.
 
Die Kraft der Torah und der Regen
 
Anhand des hebräischen Wurzelwortes „jārāh“ von dem das Wort „tôrāh“ abgeleitet ist, wird die Dynamik der Weisung Gottes deutlich, wie diese positiv auf allen Ebenen (Anm.: Geist, Seele und Leib) unseres Lebens einwirkt und ihr Ziel trifft.
 
Das Wurzelwort bedeutet unter anderem „das Schießen von Pfeilen, das Werfen von Losen, benetzen, tränken, regnen, unterweisen, lehren, zeigen, um jüngeren Menschen zu helfen, lebenstüchtig zu werden.“ (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem hebräischen Wort „jārāh“ mit der Wortschlüsselnummer: 3455, 3456*, 3457)
 
Auch Mose verwendete den allegorischen Zusammenhang zwischen seiner „Lehre“ und dem „Regen“ (vgl. 5.Mose 32,2).
 
5.Mose 32,2:
2 Meine Lehre rinne wie der Regen, und meine Rede riesele wie Tau, wie der Regen auf das Gras und wie die Tropfen auf das Kraut.
 
Wenn wir die Substanz des Regens betrachten, stellen wir fest, dass es sich hierbei um Wasser handelt. Wasser ist in der hebräischen Sprache mit dem hebräischen Buchstaben „Mem“ verbunden, der den Zahlenwert „40“ trägt. Das im Wort Gottes verwendete hebräische Wort für „Wasser“ ist „Majim“ und wird ausschließlich in der Pluralform benutzt.
Es beginnt mit dem hebräischen Buchstaben „Mem“ und schließt zugleich damit ab, wobei der Buchstabe am Anfang des Wortes geöffnet (Anm.: מ) und am Ende des Wortes geschlossen (Anm.: ם) geschrieben wird. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „Majim – Wasser“ mit der Wortschlüsselnummer 4542)
 
Dieser Buchstabe in seinen unterschiedlichen Schreibformen offenbart uns das Prinzip der Offenheit und Bereitschaft für das Wort Gottes sowie das Bewahren seiner Weisung in unserem Herzen (vgl. Psalm 40,9).
 
Psalm 40,9:
9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.
 
Während wir die Bereitschaft zeigen, die Weisung Gottes mit einer Herzenshaltung von Verlangen und Freude in unserem Leben aufzunehmen, dürfen wir erwarten, dass die Hand Gottes wie eine Wolke über uns kommt, um uns in eine größere Dynamik seines Wortes und seiner Unterweisung zu führen, so ähnlich wie es Elija mit seinem Diener erlebte als sie sich auf dem Berg Karmel aufhielten (vgl. 1.Könige 18,43-45).
 
1.Könige 18,43-45:
… 43 und sprach zu seinem Diener: Geh hinauf und schaue zum Meer! Er ging hinauf und schaute und sprach: Es ist nichts da. Elia sprach: Geh wieder hin, und der Diener ging wieder hin, siebenmal.
44 Und beim siebenten Mal sprach er: Siehe, es steigt eine kleine Wolke auf aus dem Meer wie eines Mannes Hand. Elia sprach: Geh hin und sage Ahab: Spann an und fahre hinab, damit dich der Regen nicht aufhält!
45 Und ehe man sich es versah, wurde der Himmel schwarz von Wolken und Wind und es kam ein großer Regen.
 
Wir sollten uns fortwährend bewusst machen, dass das Wort Gottes immer das anvisierte Ziel trifft und bewirkt, wozu es ausgesandt ist (vgl. Jesaja 55,10-11).
 
Jesaja 55,10-11:
10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
 
An dieser Stelle ist es wichtig anzumerken, dass der Diener des Propheten Elija siebenmal von ihm angewiesen wurde auf die Spitze des Berges zu gehen, worin sich unter anderem das Prinzip des „Sabbats“ offenbart, der die Regierungsruhe in Christus Jesus beinhaltet (vgl. 1.Mose 2,2-3).
 
1.Mose 2,2-3:
2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
 
Regierende Ruhe bedeutet im Zustand einer höheren Ebene des Glaubens und des Triumphs Christi zu leben.
 
Der kontinuierliche „Aufenthalt“ an diesem Ort der Ruhe setzt voraus, dass man zuvor durch verschiedene Ebenen persönlicher Durchbrüche (Anm.: vom seelischen in den geistigen Bereich) gegangen ist und seine eigenen Vorstellungen dabei losgelassen hat. Das ermöglicht einem Gläubigen in herausfordernden Umständen in Christus zu regieren.
 
Darüber hinaus ist die regierende Ruhe eine Ebene des Ruhens im Vater in der Sohnschaft Christi mit dem Verständnis, dass er der über alles regierende Herrscher ist und einem die Freiheit zuteilt bzw. übertragen hat mit ihm gemeinsam zu regieren. Auf diese Weise erleben wir als Jünger, dass wir in der Dimension des tiefen Vertrauens und Friedens – Shaloms im Heiligen Geist leben, so wie es Jesus Christus vorgelebt hat.
 
Es ist kein Zufall, dass auch Paulus mit seinem frisch in Obhut genommenen geistlichen Sohn Timotheus, der der  Sohn eines griechischen Vaters und einer jüdischen Mutter war, sich in der Stadt Philippi über mehrere Tage aufhielt und an einem Sabbat mit Timotheus durch das Tor der Stadt ging. Es ging hierbei darum, in den Bereich der geistlichen Fürbitte zu treten. Dort trafen sie auf Lydia aus Thyatira und die Frauen, die sich an einem Fließgewässer versammelten (vgl. Apostelgeschichte 16,12-15).
 
Apostelgeschichte 16,12-15:
… 12 und von da nach Philippi, das ist eine Stadt des ersten Bezirks von Mazedonien, eine römische Kolonie. Wir blieben aber einige Tage in dieser Stadt.
13 Am Sabbattag gingen wir hinaus vor die Stadt an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen.
14 Und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf Acht hatte, was von Paulus geredet wurde.
15 Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns.
 
Die Apostel waren auf der Suche nach einer Gebetsstätte (Anm.: Ort einer geistlichen Geburt), gingen durch das Stadttor der Führungsstadt „Philippi – Pferdefreund“, was ein Hinweis auf die Qualität des Dienstes von Engeln bedeutet, und trafen am Fluss auf die Gemeinschaft von Frauen unter der Führung von Lydia. Sie dient hierin für uns auch als Symbol für die Gemeinde Jesu.

Diese Begegnung führte dazu, dass die Apostel den Zeitraum ihres Aufenthalts in der Stadt Philippi, einer Stadt des ersten Bezirks von Mazedonien wählten. Das weist auf die besondere Stellung der Stadt in Form einer Erstlingsfrucht sowie repräsentativ für das Maß der übernatürlichen Unterweisung durch den Dienst der Engel im Auftrag Gottes hin (vgl. Hebräer 1,14).
 
Hebräer 1,14:
14 Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen?
 
Die Apostel konnten die daraus gewonnene Offenbarungserkenntnis in das Leben von Lydia und das ihrer Gemeinschaft implementieren.
 
Lydia, die Pupurhändlerin aus Thyatira
 
Anhand der Herkunft von Lydia, die aus Thyatira kam und mit der Farbe „Violett“ vertraut war, da sie eine Purpurhändlerin war, erkennen wir in einem prophetischen Kontext eine Qualität sowie Weisung Gottes für uns als Ekklēsia in der heutigen Zeit.
 
Violett steht in Verbindung mit dem Angesicht des Löwen und dem Geist der Furcht des HERRN, der der Beginn der Weisheit ist, sowie in der siebenten Position gemäß Jesaja 11,2 steht (vgl. Sprüche 9,10a).
 
Sprüche 9,10a:
10a Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, …
 
Jesaja 11,2:
2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.
 
Darüber hinaus kommt der Weisung Jesu an die Ekklēsia in der Region Thyatira eine besondere Bedeutung zu, bei der es um folgende Punkte der Offenbarung geht:
 
Attribute Jesu:
Jesus Christus, der Sohn Gottes, der Augen wie Feuerflammen und Beine wie Golderz hat => Dimension der Sohnschaft und der Einwirkung des allwissenden Gottes sowie seines ewigen Bestands und heiligen Wandels
 
Lob:
für ihren Wandel in der Liebe, im Glauben, ihrem Dienst und ihrer Geduld
 
Ermahnung:
Gewährung des Geistes der Isebel, also den Einfluss der „Tiefen des Satans“ in Form von Manipulation und Zauberei, geistliche Korruption, Machtmissbrauch und Unzucht
 
Ermutigung:
Festhalten an der Wahrheit Gottes bis zum Eintreffen Jesu
 
Verheißung:
zugeteilte Macht über die Völker sowie die Anwesenheit des Morgensterns, der ebenfalls die neue Zeit bzw. den neuen Tag ankündigt und mit der Kraft des prophetischen Wortes einhergeht (vgl. 2.Petrus 1,19)
 
Bei der Begegnung von Paulus und Timotheus mit Lydia und den Frauen am Fluss kam es somit im Willen des himmlischen Vaters und in Christus Jesus zu einer apostolischen geistlichen Zeugung. Ihr Resultat war, dass Lydia mit ihrer Gemeinschaft sowie ihrem Haus in eine größere Dimension der Gegenwart und Offenbarungserkenntnis Gottes eintrat, um die geistlichen Dinge in der vor ihr liegenden Zeit richtig administrieren zu können.

Es war das Angesicht des HERRN, der sich durch die Apostel in Form des Löwen den Frauen zeigte. Diese Gemeinschaft von Frauen, die sich im Zentrum der festgelegten Zeitspanne Gottes, repräsentiert durch den Fluss, aufhielten, fungierte wie eine Art geistliche Gebärmutter. Es ging um ihr Empfangen des geistlichen Samens, den der HERR durch die Apostel freisetzte. Jenes von Gott freigesetzte Saatgut an Offenbarung konnte somit in ihrer Gemeinschaft eingepflanzt werden, um diesen in der Kraft des „gebärenden Gebets“ zum richtigen Zeitpunkt hervorzubringen.
 
Der Apostel ist als der erstgenannte Amtsträger in der Ekklēsia verbunden mit Königlichkeit, weshalb man dieses Amt mit dem Angesicht des Löwen vergleichen kann (vgl. 1.Korinther 12,28a i.V.m. Epheser 4,11).

1.Korinther 12,28a:
28a Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, …

Epheser 4,11:
11 Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer …
 
Geistliche Vater- und Sohnschaft und die Beschneidung des Herzens
 
Anhand von Paulus wird die Dimension des himmlischen Vaters erkennbar, wobei Timotheus auf die Sohnschaft in Christus Jesus hindeutet.
 
Da Timotheus von Paulus in die apostolische Nachfolge berufen wurde und dieser noch unbeschnitten sowie der Sohn eines griechischen Vaters und einer jüdischen Mutter war, wird für uns deutlich, dass es um unser Denken geht.
 
Es ist nötig, dass wir als Heilige heute an der Stelle mit der griechischen Denkweise (Anm.: Vater von Timotheus), wo sie noch in unserem Leben vorhanden ist, diese ablegen, um in der biblischen/hebräischen Denkweise (Anm.: Mutter von Timotheus) mit erleuchteten Augen unseres Herzens voranzugehen (vgl. Apostelgeschichte 16,1-3).
 
Apostelgeschichte 16,1-3:
1 Er kam auch nach Derbe und Lystra; und siehe, dort war ein Jünger mit Namen Timotheus, der Sohn einer jüdischen Frau, die gläubig war, und eines griechischen Vaters.
2 Der hatte einen guten Ruf bei den Brüdern in Lystra und Ikonion.
3 Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen und er nahm ihn und beschnitt ihn wegen der Juden, die in jener Gegend waren; denn sie wussten alle, dass sein Vater ein Grieche war.
 
Für uns als Heilige aus den Heidenvölkern ist es entscheidend, dass wir am Herzen beschnitten sind, um mit erleuchteten Augen des Herzens durch den Geist der Weisheit und Offenbarung in Christus Jesus voranzugehen (vgl. Epheser 1,17-20).
 
Epheser 1,17-20:
… 17 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen.
18 Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist 19 und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, 20 mit der er in Christus gewirkt hat.
 
Dort, wo wir erkennen, dass die „Vorhaut“ der griechischen Denkweise einen Teil unserer geistlichen Augen verdeckt hat, sollten wir es dem Heiligen Geist erlauben, diese Bedeckung mit der offenbarenden Wahrheit des Wortes Gottes zu entfernen (vgl. 5.Mose 30,6 i.V.m. Römer 2,29; Kolosser 2,11).

5.Mose 30,6:
6 Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst.
 
Römer 2,29:
… 29 sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Das Lob eines solchen ist nicht von Menschen, sondern von Gott.
 
Kolosser 2,11:
11 In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht, als ihr nämlich euer fleischliches Wesen ablegtet in der Beschneidung durch Christus.
 
Es erfordert unsere Bereitschaft, unser Leben im Willen des Vaters im Sohn zu zentrieren, damit wir die von Gott bereits vorherbestimmten Menschen an den von ihm festgelegten Orten antreffen und mit seiner neuen Stärke in Berührung bringen können.
 
Kurz erklärt umfasst die griechische Denkweise eine menschliche Sicherheit, die alles mit dem Verstand sowie menschlichem Denkvermögen entsprechend intellektuell erklärt und nach bestimmten logischen Abläufen vonstattengeht.
Für eine griechische Denkweise sind menschliche Begründungen (Anm.: humanistisch) ausschlaggebend und sie wird demnach das Unbegreifliche nicht akzeptieren.
 
Wer sich mit Gott voran bewegen möchte, muss einige Dinge akzeptieren, die nicht zu verstehen sind, weil Gott den Verstand herausfordert, um das Herz in dessen Intention zu prüfen. Was auch bedeutet, dass Gott Dinge tut oder tun wird, die man nicht versteht, nur um zu sehen, ob man ihn dennoch liebt und ihm trotzdem vertraut – unabhängig von befriedigenden Antworten.
 
Die griechische Denkweise mit ihrer heutigen Beliebtheit im Humanismus und daraus resultierender Humanität als ein Ausdruck humanistischer Vorstellungen hat leider im Leib Jesu bis heute viel Einzug gehalten.
 
Die hebräische Denkweise hingegen ist eine biblische Denkweise, bei der es nicht buchstäblich erforderlich ist, jüdisch zu sein, um in ihrer Einstellung entsprechend zu leben.
 
Aus Römer 12,2 können wir entnehmen, „dass wir uns nicht dieser Welt angleichen sollen, sondern uns durch die Erneuerung unseres Sinnes ändern, damit wir prüfen können, was der Wille Gottes ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.”
 
Somit ist eine hebräische/biblische Denkweise der Verstand einer Person, der durch die Wahrheit Gottes umgewandelt wurde.
 
Wenn wir es dem Heiligen Geist erlauben in den Bereichen unseres Herzens eine Beschneidung durchführen zu lassen, wo er es möchte, kommt es zur Erleuchtung durch die offenbarende Wahrheit in unserem Geistmenschen, so dass sich unser Wille, Gefühl und Verstand nach dem Wort Gottes und seiner Weisung ausrichten.
Das bedeutet, dass die Seele dem Geist unterstellt bzw. vom Geist ausgefüllt ist und wir als Geistmenschen dem HERRN untergeordnet sind. Daraus resultiert Fruchtbarkeit und die Frucht des Geistes in unserem Leben, was andere Menschen in die Gegenwart Gottes führt.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Aus Offenbarung 7,1 können wir entnehmen, dass der Apostel Johannes im Ablauf des geöffneten sechsten Siegels durch das Lamm Gottes vier Engel an den vier Ecken der Erde stehen sah. Diese hielten die vier Winde fest, so dass sich kein Wind über die Erde bewegen konnte.
 
Offenbarung 7,1:
1 Danach sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase noch über das Meer noch über irgendeinen Baum.
 
Gemäß dem Wort Gottes steht der Wind mit Engeln (vgl. Psalm 104,4; Hebräer 1,7) bzw. mit einer Bewegung des Geistes in Verbindung, was anhand des hebräischen Wortes für Atem (Anm.: רוּחַ – rûaḥ) sowie dem griechischen Wort für Wind (πνεῦμα – pnẹụma) deutlich wird.
 
Psalm 104,4:
… 4 der du machst Winde zu deinen Boten (Anm.: Engel) und Feuerflammen zu deinen Dienern; …
 
Hebräer 1,7:
7 Von den Engeln spricht er zwar: „Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen“, …
 
Im Buch des Propheten Sacharja sieht er die vier Winde in Form von verschiedenen kräftigen Pferden mit angespannten Wagen, bei dem der erste Wagen rote Pferde (Osten), der zweite schwarze (Norden), der dritte weiße (Westen) und der vierte gescheckte (Süden) Pferde hatte (vgl. Sacharja 6,2-8).
 
Sacharja 6,2-8:
2 Am ersten Wagen waren rote Rosse, am zweiten Wagen waren schwarze Rosse, 3 am dritten Wagen waren weiße Rosse, am vierten Wagen waren scheckige Rosse, allesamt stark.
4 Und ich hob an und sprach zum Engel, der mit mir redete: Mein Herr, wer sind diese?
5 Der Engel antwortete und sprach zu mir: Es sind die vier Winde unter dem Himmel, die hervorkommen, nachdem sie gestanden haben vor dem Herrscher aller Lande.
6 Die schwarzen Rosse ziehen nach Norden, die weißen ziehen nach Westen und die scheckigen ziehen nach Süden.
7 Und die starken Rosse wollten sich aufmachen, um die Lande zu durchziehen. Und er sprach: Geht hin und durchzieht die Lande! Und sie durchzogen die Lande.
8 Und er rief mich an und redete mit mir und sprach: Sieh, die nach Norden ziehen, lassen meinen Geist ruhen im Lande des Nordens.
 
Wir können als Gläubige in Christus Jesus in Phasen geraten, wo wir empfinden, als würde sich die Bewegung des Heiligen Geistes oder die der Engel vermindert bzw. aufgehört haben. Dem ist gar nicht so, weil solche Phasen von Gott vielmehr dazu bestimmt sind, uns zu offenbaren, wieviel Wahrheit des Wortes Gottes bereits in uns ist oder, wo wir uns noch intensiver mit der Wahrheit des Wortes Gottes beschäftigen dürfen.
 
Ohne die Gegenwart des Wortes Gottes in unserem Inneren kann uns der Heilige Geist nicht tiefer in Wahrheit hineinführen, die der HERR für uns hat (vgl. Johannes 16,13-15).
 
Johannes 16,13-15:
13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
14 Er wird mich (Anm.: Jesus Christus) verherrlichen; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen.
15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.
 
Das Ergebnis von der Abwesenheit der Wahrheit des Wortes Gottes in uns birgt in sich die Gefahr in eine gewisse Art von geistlicher Unabhängigkeit zu geraten, weil der Heilige Geist mit einer großen Freiheit einhergeht (vgl. 2.Korinther 3,17).
 
2.Korinther 3,17:
17 Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
 
Diese Freiheit kann aufgrund der Abwesenheit von Wahrheit somit fälschlicherweise in der Seele eines gläubigen Menschen den Impuls einer ungesunden Unabhängigkeit mit sich bringen (vgl. 1.Korinther 10,23).
 
1.Korinther 10,23:
23 Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf.
 
Gott möchte für uns, dass wir in Situationen der scheinbaren Abwesenheit von geistlicher Bewegung die Wahrheit des Wortes Gottes aussprechen, um einen Raum des Glaubens zu kreieren, in den wir eintreten, um dort die Gegenwart des Geistes zu genießen. Das verhält sich ähnlich wie bei der Errichtung der Stiftshütte in der Wüste zur Zeit von Mose, die der HERR nach Fertigstellung mit seiner Gegenwart erfüllte (vgl. 2.Mose 40,33-35).
 
2.Mose 40,33-35:
33 Und er richtete den Vorhof auf rings um die Wohnung und um den Altar und hängte die Decke in das Tor des Vorhofs. Also vollendete Mose das ganze Werk.
34 Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.
35 Und Mose konnte nicht in die Stiftshütte hineingehen, weil die Wolke darauf ruhte und die Herrlichkeit des HERRN die Wohnung erfüllte.
 
Voraussetzung für die Freisetzung des Geistes aus den vier Winden
 
Wenn der HERR eine Zeit von gefühlter geistlicher Dürre zu einem Ende bringt, ist es erforderlich, dass wir die Propheten Gottes, berufene Männer und Frauen im Königreich, zu Wort kommen lassen und der Gegenwart des Zeugnisses Jesu Raum geben. So offenbart sich der Geist Gottes in seiner von ihm bestimmten Kraft unter seinem Volk (vgl. Hesekiel 37,9-10 i.V.m. Offenbarung 21,10e).
 
Hesekiel 37,9-10:
9 Und er sprach zu mir: Weissage zum Odem; weissage, du Menschenkind, und sprich zum Odem: So spricht Gott der HERR: Odem, komm herzu von den vier Winden und blase diese Getöteten an, dass sie wieder lebendig werden!
10 Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.
 
Offenbarung 19,10e:
… 10e Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.

Erst wenn wir den Geist der Prophetie durch seine Gefäße haben zu Wort kommen lassen, können wir für das Aktivwerden des Geistes über uns als sein Volk folgende Schritte berücksichtigen:
 
  1. Etablierung der Sehnen => göttliche Verbindungen bzw. Beziehungen in Christus Jesus in wahrhaftiger Einheit (vgl. Psalm 133)
  2. Wachsen des Fleisches => Präsenz des lebendigen Wortes Gottes in Form von fester Speise (vgl. Hebräer 5,14 i.V.m. Johannes 6,53)
  3. Überzug von Haut => neuer Weinschlauch mit einer erneuerten biblischen Denkweise gemäß dem Willen Gottes (vgl. Markus 2,22)
Diese drei Punkte gründen sich auf der Bibelstelle aus Hesekiel 37,5-8.
 
Hesekiel 37,5-8:
5 So spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, ich will Odem in euch bringen, dass ihr wieder lebendig werdet.
6 Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem geben, dass ihr wieder lebendig werdet; und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.
7 Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe, es regte sich und die Gebeine rückten zusammen, Gebein zu Gebein.
8 Und ich sah, und siehe, es wuchsen Sehnen und Fleisch darauf und sie wurden mit Haut überzogen; es war aber noch kein Odem in ihnen.
 
Das Verlangen des HERRN ist hierbei für uns, unsere Beziehungen untereinander mit Christus als dem lebendigen Wort Gottes zu umgeben und uns mit einem erneuerten biblischen Denken, das seinem Willen für diese Zeit entspricht zu ummanteln.
 
Das erschafft erst den Raum für den Heiligen Geist, um diesen mit seiner Gegenwart zu füllen und aus einem zerstreuten Zustand eine einheitliche überaus große Armee des Geistes zu etablieren, die mit apostolischer Strategie vorangeht.
 
Die Einheit unter den „Brüdern“ und die Ekklēsia in der Region von Philadelphia
 
Wenn man diesen Zustand von Einheit mit dem Terminus der „Einheit unter den Brüdern“ gemäß Psalm 133 gleichsetzt, da diese die Salbung des HERRN aktiviert, kann man in diesem Zusammenhang einen Bezug zu der Ekklēsia in der Region von Philadelphia erkennen, was „Bruderliebe“ bedeutet.
 
Psalm 133,1-3:
1 Von David, ein Wallfahrtslied. Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!
2 Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, das herabfließt in seinen Bart, das herabfließt zum Saum seines Kleides, 3 wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions!
Denn dort verheißt der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.
 
Die Gemeinschaft von Heiligen in der Region von Philadelphia ist die sechste von Christus adressierte Gemeinschaft, der sich Jesus Christus als der Heilige und Wahrhaftige offenbart, welcher die Macht hat, Türen zu öffnen und zu schließen. Das weist auf die Dimension der Absonderung und der Wahrheit in Christus Jesus hin, um geistliche Räume zu öffnen und zu verschließen (vgl. Matthäus 18,18).
 
Matthäus 18,18:
18 Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.
 
Darüber hinaus können wir gemäß der Adressierung des HERRN an die Ekklēsia in der Region von Philadelphia folgende Aussagen erkennen:
 
Lob:
Bekanntheit der Werke, der geringen Kraft und der Bewahrung des Wortes sowie die Nichtverleugnung Christi
 
Ermahnung:
Es war keine Ermahnung für diese Region erforderlich.
 
Ermutigung:
Leute aus der „tiefen Finsternis“ (Anm.: Synagoge des Satans) werden zu dem Licht von Philadelphia kommen und sich aufgrund der Gegenwart Jesu im Leben der Heiligen vor ihnen niederwerfen und Christus huldigen.
Das Festhalten an den biblischen Werten, um die Königreichspräsenz aufrechtzuerhalten und in seiner Belohnung bzw. Gunst zu wandeln
 
Verheißung:
Die Identifizierung Jesu mit den Heiligen in Form von Bewahrung zum Zeitpunkt der Verführung und die Etablierung der betreffenden Heiligen in Form einer Säule sowie des ewigen Bestehens im Haus Gottes
 
Darüber hinaus kommt es zur Implementierung der Identität des Vaters und des Sohnes in einer neuen Facette als auch der Braut in Form der ewigen Stadt des Friedens. Diese bewirkt ein göttliches Verständnis über diese genannten Identitätsbereiche im Geist.
 
Durch die Aussage Jesu im Zusammenhang mit der gegebenen Verheißung der Gemeinschaft in Philadelphia wird außerdem deutlich, dass Jesus an dieser Stelle in Demut und der Herrschaft des Vaters unterstellt spricht, da er von „seinem Gott“ spricht und folgendes sagt: „Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.“ – Offenbarung 3,12
 
Der geistliche Wandel als Überwinder in Christus Jesus eröffnet einen neuen geistlichen Bereich, in dem wir als treue Heilige in die Struktur einer Säule wechseln, so ähnlich wie es uns von den Aposteln Jakobus, Kephas und Johannes berichtet wird, denen der HERR zu seiner Lebenszeit auf der Erde ein Geheimnis anvertraute, das seine Zukunft in der Auferstehungskraft betraf (vgl. Galater 2,9 i.V.m. Matthäus 17,1-2.9).
 
Galater 2,9:
… 9 und da sie die Gnade erkannten, die mir gegeben war, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen werden, mir und Barnabas die rechte Hand und wurden mit uns eins, dass wir unter den Heiden, sie aber unter den Juden predigen sollten, …
 
Matthäus 17,1-2.9:
1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg.
2 Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. …
9 Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.
 
Die geistliche Struktur der Säule
 
Um das geistliche Leben in der „Struktur der Säule“ besser zu verstehen, soll uns folgende Erklärung zu den wesentlichen Aufgaben einer Säule im geistlichen Kontext behilflich sein:
 
=> A) Eine himmlische Säule geht aus einer geweihten Achse hervor und ist ein Symbol des Stützens.
 
B) Man kann sie auch als Nacken/Hals (Anm.: der Sitz der Salbung, vgl. Jesaja 10,27) beschreiben.
 
C) Im prophetischen Kontext repräsentieren Säulen, die von unten stützende Gegenwart von göttlicher Kraft.
 
D) Säulen stellen ebenfalls die Lebenskraft durch ihre jeweilige Struktur dar, was die Durchsichtigkeit und das Aufsteigen ihrer Eigenschaft beinhaltet, nämlich ihre Stärke und Stabilität.
 
E) Es wurde angenommen, dass Säulen für den eben genannten Zweck auf der irdischen und der himmlischen Ebene dienten und funktionierten.
 
Gottes Säulen sind stützende bzw. unterstützende Balken, die wie Leitern im Auftrag Gottes fungieren und die Erde wie durch Röhren versorgen (vgl. 1.Mose 28,12 i.V.m. Johannes 1,51). Die Mitte dieser Säulen sind niemals hohl, sondern funktionieren wie Kanäle, durch welche die Kraft Gottes auf die Erde übertragen wird.
 
Es verhält sich mit den Säulen auf ähnliche Weise, wie Gott die Feuer- und Wolkensäule in der Wüste dazu gebrauchte, um Israel zu führen und zu schützen oder auch wie die zwei Röhren in der fünften Vision des Propheten Sacharja, durch das das goldene Öl herunterfloss (vgl. 2.Mose 13,21-22; Sacharja 4,11-14).
 
F) Als Säulen wurden ebenfalls die führenden Apostel von der Jerusalemer Urgemeinde betitelt, bei denen es sich um Jakobus, Petrus und Johannes handelte, die die tragenden Glieder der Gemeinschaft waren.
 
Weiterhin sind die Töchter Israels gemäß Psalm 144,12 schlanke Säulen, die inmitten von Herausforderung bzw. Bedrängnis unterstützend tätig werden.
 
Darüber hinaus ist die Struktur der Säule im Geistbereich ein Hinweis auf Heilige, die sich in der brüderlichen Liebe des HERRN aufhalten (vgl. Psalm 133), am Wort Gottes festhalten, den Namen Gottes nicht verleugnen und standhaft bleiben bis der Sieg eintritt. Dadurch ist ihr Geistwesen berechtigt, die Identität Gottes (Anm.: Vaterschaft), die Identität der neuen Stadt Jerusalem (Anm.: Regierungssitz) sowie die Identität des neuen Namens des HERRN eingraviert zu tragen (Anm.: Sohnschaft; vgl. Offenbarung 3,7-13).<= (Der in „=>“ gesetzte Text ist basierend auf einer Erklärung aus dem „Prophet’s Dictionary“ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 382.)
 
Somit erkennen wir daraus, dass Männer und Frauen in Christus Jesus zu Säulen werden können, um die Generationen, im alten und jungen Alter, auf der Erde mit ihrer von Gott gegebenen Qualität zu unterstützen.
 
In diesem Zustand einer Säule, die die treue Nachfolge in Christus und das siegreiche Überwinden voraussetzt, kommt es zur Entwicklung einer dreifaltigen Identität durch Jesus Christus, indem er die Identität seines himmlischen Vaters, sowie die der Braut also die Stadt seines Gottes und seine verborgene Identität auf uns schreibt.
 
Es weist uns auf die ewige Bündnisbeziehung in der Liebe Gottes sowie seiner uns als Braut Jesu zugeteilten Herrschaft (Anm.: vom Himmel herabkommend auf die Erde) als auch seiner verborgenen Identität als Bräutigam hin.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm