Nach einer Katastrophe wenden sich die Menschen oft an die Gemeinde und insbesondere an das prophetische Volk, um aus dem Ereignis eine Art Kontext und Perspektive zu erhalten. Bedauerlicherweise wird es neben dem echten Ausdruck des Herzens Gottes in Zeiten der Katastrophe immer eine relative Anzahl von „prophetischen Opportunisten“ geben, die die Gelegenheit nutzen werden, sich als Sprecher Gottes zu profilieren.
 
In diesem Zusammenhang entstehen bedeutende Fragen, die im Gebet geprüft werden sollten. Hierbei handelt es sich unter anderem um das Thema der Souveränität Gottes, sein Weltgericht, sein Umgang mit der Gemeinde, die Lehre von der doppelten Staatsbürgerschaft, die Christen mit dem Königreich des Himmels und den Nationen in dieser Welt haben, die eschatologischen Überlegungen, die zu treffen sind (wenn überhaupt) etc.
 
Die Angelegenheit, dass Gott Urteile über diese Welt oder über eine bestimmte Nation sendet, um uns zu bestrafen, ist etwas, das zugegebenermaßen eine persönliche Antwort erfordert.
Gerade in Situationen von Katastrophen oder auch terroristischen Anschlägen fragen die Menschen nach dem Grund bzw. der Ursache.
Und natürlich die unvermeidlichen Fragen, die sich stellen sind z.B.: Hat Gott das verursacht? Warum hat er es zugelassen? Hat Gott die Kontrolle? Werden wir bestraft? Warum überhaupt beten?
 
Der folgende Beitrag versucht nicht, alle diese Fragen zu beantworten. Er war und ist auf diejenigen gerichtet, die daherkommen und sich versuchen auf Kosten des menschlichen Leidens als „prophetische Stimme“ zu profilieren. Der Artikel richtet sich auch an diejenigen, die ohne nachzudenken diese „Prophezeiungen“ weitergeben und so ihren Irrtum verewigen und zur Verwirrung beitragen. Die meisten dieser „Stimmen“ und diejenigen, die ihnen beipflichten, glauben, dass der Tag der Gnade für diese Welt, und insbesondere für die Vereinigten Staaten (Anm.: und anderen Nationen), vorbei ist. Doch Gott ist anderer Meinung! Die Tatsache, dass die Gemeinde als „Salz“ und „Licht“ auf der Erde existent ist, bedeutet, dass der Tag der Gnade noch immer gegenwärtig ist, auch wenn es zu Katastrophen kommt.
Wie Jesus Christus sind wir, solange wir in der Welt sind, das Licht der Welt, und wir sollten dienen, solange es Tag ist, denn die Nacht kommt, wenn es unmöglich sein wird zu dienen (vgl. Johannes 9,4-5 i.V.m. Matthäus 5,13a.14).
 
Johannes 9,4-5:
4 Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
 
Matthäus 5,13a.14:
13a Ihr seid das Salz der Erde. …
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
 
Die folgenden Ansätze sollen einige allgemeine Prinzipien vermitteln, warum jemand mit einer „Ich habe es dir ja gesagt“ – Haltung ein Beweis dafür ist, dass Gott nicht durch sie gesprochen hat. Schließlich wird darauf hingewiesen, dass ein wahrer Prophet es verstehen wird, das Gericht zu verkünden und gleichzeitig dagegen zu intervenieren. Dieser scheinbare Widerspruch unterstreicht nur die Notwendigkeit von Weisheit, Reife und prophetischer Verantwortung, denn es ist sicher, dass wir nicht die letzte Not auf der Erde gesehen haben.
 
In der Verteidigung Gottes
 
„Als aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre.
Jesus aber wandte sich um und wies sie zurecht und sprach: Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Leben der Menschen zu vernichten, sondern zu erhalten.
Und sie gingen in ein andres Dorf.“ (vgl. Lukas 9,54-56)
 
Es ist entmutigend zu beobachten, wie einige innerhalb des so genannten „prophetischen Volkes“ in einer Zeit der Naturkatastrophe oder menschlichen Katastrophe hervorgehen und versuchen, ihre Glaubwürdigkeit auf der Grundlage eines „Wortes“ des Gerichts zu begründen, das sie angeblich vom HERRN im Zusammenhang mit dem Ereignis erhalten haben. Im besten Fall ist es unangebracht und rücksichtslos für diejenigen, die große Verluste erlitten haben, und im schlimmsten Fall ist es moralisch, ethisch und prophetisch unverantwortlich.
In der o.g. Schriftstelle gibt es drei wichtige Punkte, die einen Maßstab liefern, an dem wir einen Mann oder eine Frau messen können, die behauptet, im Namen des HERRN zu sprechen. Es ist zu hoffen, dass dies denjenigen von uns, die mit „Worten“ und Behauptungen von angeblicher prophetischer Bedeutung überflutet werden, eine gewisse Orientierung geben wird.
 
Dürfen wir sie so verzehren, wie es Elija getan hat?
 
Die Jünger Jakobus und Johannes versuchten, etwas vom Geist und der Kraft Elijas auf ihre eigene Situation anzuwenden, aber sie waren nicht im Einklang mit dem HERRN und seinem Plan. Jesus konnte und wollte ihnen nicht die Erlaubnis geben, das zu tun, was sie wollten. Sie haben ihre neue Rolle in einem neuen Königreich missverstanden. Was sie nicht verstanden, war, dass Gottes Umgang mit dem Menschen in eine neue Zeit eingetreten war. Diese neue Zeit war von Gnade und nicht von Gericht geprägt. Die Menschwerdung Christi war der Beginn einer neuen Segnung der Gnade. In dieser Zeit durften sie nicht das Feuer vom Himmel herabrufen, um etwas zu zerstören. Der Bitte, dies zu dürfen, wurde mit einer scharfen Rüge seitens des HERRN Jesus entsprochen.
 
Es ist nicht so, dass Elija falsch lag. Zu seiner Zeit, in die Gott den Propheten Elija eingesetzt hatte, handelte er genau richtig. Aber die Jünger des HERRN Jesus konnten nicht so handeln wie Elija.

Man sucht nicht nach Schnee im Sommer und grünen Blättern im Winter. „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: …“ (vgl. Prediger 3,1)
Wir wissen, dass es ein zukünftiges Gericht gibt, das Gott über die ganze Welt bringen wird, aber diese Zeit ist für das Ende reserviert und erst, nachdem alle Mittel der Gnade erschöpft sind.
Es ist ein Fehler, jeder Katastrophe, die sich ereignet, eine prophetische Bedeutung beizumessen und sie als Gericht Gottes zu bezeichnen, besonders dann, wenn wir es so handhaben, dass wir unserem eigenen Selbst als „Orakel“ oder „Propheten“ Glauben schenken. Diejenigen, die das tun, dienen eindeutig ihren eigenen Interessen und nicht den Interessen Gottes. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Gemeinde zu retten und die Welt zu richten; sondern es ist unsere Aufgabe, die Welt zu retten und die Gemeinde zu richten, und die Gemeinde ist der Ort, an dem das Gericht Gottes beginnt, nicht die Welt (vgl. 1.Korinther 5,12-13; 1.Petrus 4,17).
 
1.Korinther 5,12-13:
12 Denn was gehen mich die draußen an, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind?
13 Gott aber wird die draußen sind richten. Verstoßt ihr den Bösen aus eurer Mitte!
 
1.Petrus 4,17:
17 Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes. Wenn aber zuerst an uns, was wird es für ein Ende nehmen mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben?
 
Es gibt einen schmalen Grat, den wir nicht überschreiten sollten, zwischen der Aussage, dass Gott etwas zulässt und dass Gott etwas bewirkt. In Zeiten der Naturkatastrophe oder in Fällen der Unmenschlichkeit des Menschen für den Menschen kann und wird Gott diese Ereignisse nutzen, um die Menschen zu sich selbst zu ziehen, und er wird oft direkt in diese Ereignisse eingreifen, um die negativen Auswirkungen solcher Ereignisse zu minimieren oder anderweitig zu reduzieren. Es ist anmaßend zu denken, dass Gott solche Ereignisse auf die heutige Welt sendet, um seinen Zorn „auszugießen“. Zu behaupten, dass etwas anderes behauptet wird, steht im Widerspruch zu dieser Zeit des Handelns Gottes. Die bösen Taten böser Menschen auf etwas zurückzuführen, was Gott tut, um uns eine Lektion zu erteilen, bedeutet, Gottes Charakter grob zu verfälschen und falsch darzustellen. Und solch ein Verhalten sollte aufhören.
 
Dies schließt eine sachliche Darstellung zukünftiger Schwierigkeiten nicht aus, aber sie sollte mit Gottes Wunsch nach Reue und Wiederherstellung gemildert werden. Zum Beispiel wissen wir, dass gefährliche Zeiten kommen werden, und wir wissen, dass die Herzen der Menschen aus Angst vergehen werden, und wir wissen, dass wir in dieser Welt unter Verfolgung leiden werden. Das sind biblische Fakten; reichen sie nicht ganz allein aus? Warum muss jede einzelne Katastrophe individuell hervorgerufen und vorhergesagt werden? Oder warum muss jemand seine „Vorhersage“ vorbringen, nachdem sie bereits stattgefunden hat? Es dient keinem nützlichen Zweck und steht nicht im Einklang mit unserer Rolle als Botschafter Christi, als Friedensstifter zwischen Gott und dem Menschen.
 
„Ihr wisst nicht, wessen Geist ihr seid.“
 
Nun ist das Zweite, was wir untersuchen wollen, der Geist und der Zeitpunkt, in dem diese „prophetischen“ Worte, Visionen und Träume entstehen. Man bekommt ein spürbares Gefühl von „Ich habe es dir ja gesagt“, wenn man diese Berichte liest, die immer erst dann an die Oberfläche kommen und bekannt werden, wenn die Katastrophe bereits eingetreten ist. Es scheint, als ob die, die diese Schriften weiterleiten, fast verärgert darüber sind, dass etwas passiert, was (in einer allgemeinen Art und Weise) darauf hinzudeuten scheint, dass ein „wahres Wort“ gesprochen wurde. Welchem Zweck dient es, nachdem das „Urteil“ bereits stattgefunden hat? Sollen wir diesen Propheten der Zerstörung jetzt eine Art Ehre oder Dienst erweisen, um sie irgendwie zu bestätigen?
 
Wir sollten die Gültigkeit und Echtheit eines jeden prophetischen Opportunisten in Frage stellen, der „sein“ Wort mit solcher Anmaßung und Stolz erhöht. Es zeigt unter anderem an, dass sie NICHTS getan haben, um gegen genau das, was sie verkündet haben, einzutreten. Wenn Gott es ihnen tatsächlich offenbart hat, haben sie nicht begriffen, dass die richtige Antwort auf die Offenbarung nicht nur eine Verkündigung, sondern eine Fürbitte war – und das ist es, was einen echten Propheten wirklich von einem Prognostiker und Wahrsager unterscheidet.
Wenn es falsch war, dass Jona wütend wurde, wenn sein Urteil nicht zustande kam, wie kann es dann richtig sein, dass jemand glücklich ist, wenn sein Urteilsvermögen zustande kommt? Dies setzt natürlich voraus, dass der HERR von vornherein zu ihnen gesprochen hat, und das ist an sich schon sehr suspekt. So oder so, ob das Wort richtig ist oder nicht, der Geist ist falsch.
Zumindest weinte Jeremia, als er das kommende Gericht über Jerusalem ankündigte. Er beklagte das Zustandekommen seines Wortes und hielt seine Trauer in dem Buch fest, das so treffend Klagelieder genannt wird. Welch ein Gegensatz zwischen Jeremia und den heutigen „Propheten“.
 
Die „Söhne des Donners“, Jakobus und Johannes, wurden getadelt, weil sie den falschen Geist, die falsche Motivation und die falsche Wahrnehmung ihrer Rolle im Königreich Gottes hatten. Sie waren eifrig nach dem HERRN Jesus und nach den Dingen Gottes, aber sie wurden von einem falschen Geist getäuscht, und sie waren nicht einmal in der Lage zu wissen, inwieweit dieser falsche Geist ihr Herz, ihr Denken und ihre Rede gegenüber anderen beeinflusst hatte. Wenn dies unser Zustand ist, dann sollten wir bereuen und Gott bitten, in uns ein reines Herz zu schaffen und einen beständigen Geist in uns zu erneuern (vgl. Psalm 51,12).
 
Psalm 51,12:
12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
 
„Der Menschensohn ist nicht zur Zerstörung gekommen, sondern zur Rettung.“
 
Es ist wichtig beständig dafür zu beten, dass Gottes Königreich und Gottes Wille auf der Erde erfüllt werden.
Die Aspekte des strategischen und taktischen Willens Gottes sind so umfangreich wie das Universum und so eng wie das persönliche Interesse am Leben jeder auf der Erde lebenden Seele, soweit die Haare auf ihrem Kopf alle gezählt sind.
 
Es ist klar, dass ein großer Teil des strategischen, allgemeinen, universellen Willens Gottes in der heutigen Zeit damit zu tun hat, Leben zu retten, nicht Leben zu nehmen. So schreibt es der Apostel Paulus:
„So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.
Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (vgl. 1.Timotheus 2,1-4)
 
Die Offenbarung Christi, d.h. die volle, vollständige, erfahrungsmäßige Offenbarung Jesu, wie er tatsächlich ist, die Realität von ihm als Ganzes, ist das göttliche Ziel Gottes für alle Menschen. Wir, die wir die Wahrheit kennen sollen, sind aufgerufen, Bitten, Gebete, Fürbitten und Dankbarkeit für diesen Zweck darzubringen, damit der Wille Gottes auf der Erde geschieht. Die Verkündigung ohne die begleitende Fürbitte bewirkt wenig für das Reich Gottes.
 
Offensichtlich ist es NICHT Gottes Wille, dass jemand stirbt, sondern dass alle zur Umkehr kommen (vgl. 2.Petrus 3,9 i.V.m. Hesekiel 33,11a-b).
 
2.Petrus 3,9:
9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.
 
Hesekiel 33,11a-b:
11a-b So sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen. …
 
Es ist der Teufel, der von Anfang an ein Mörder ist, der kommt, um zu töten, zu stehlen und zu zerstören. Andererseits ist der HERR Jesus Christus gekommen, damit wir ein reichhaltiges Leben haben (vgl. Johannes 8,44; Johannes 10,10).
 
Johannes 8,44:
44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.
 
Johannes 10,10:
10 Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.
Der HERR ist reich an Güte, als einige seiner „prophetischen Sprecher“ uns glauben machen wollen.
 
Die Antwort
 
Die Frage, wer prophetisch begabt ist oder nicht, sollte für uns in diesen wichtigen Tagen die allerletzte Überlegung sein. Stattdessen sollten wir uns mit Gebet und Fasten demütigen und den HERRN bitten, uns seinen Sohn auf immer größere Weise zu offenbaren. Wenn wir Gott für uns selbst suchen würden, bräuchten wir keinen Propheten, der uns alles bestätigt. Es geht um das Zeugnis Jesu, und gerade jetzt, da das Zeugnis zerfällt, zum Teil aufgrund der Verwirrung und Unreife der Gemeinde, und noch komplizierter durch eine Vielzahl von Stimmen, die im Namen Gottes sprechen, obwohl Gott sie nicht gesandt hat. Wir müssen Gott für uns selbst erkennen, bevor wir ihn richtig vertreten oder in seinem Namen gegenüber dem Rest der Welt sprechen können.
 
Chip Brogden
 
–September 12, 2001
 
Übersetzung:
Daniel Glimm

Angesichts der lebenswichtigen Beziehung, die zwischen dem Heiligen Geist und dem prophetischen Dienst besteht, reicht es nicht aus, dass der Prophet vom Geist „erfüllt“ oder gar „geführt“ wird; der Prophet muss vollständig vom Heiligen Geist regiert werden.
 
Es gibt eine Menge, das in dem Wort „regiert“ enthalten ist, was in seiner Essenz herausgefiltert und untersucht werden sollte.
Was bedeutet es, vom Heiligen Geist regiert zu werden?
Es umfasst die folgenden sieben Schritte in der jeweils richtigen Reihenfolge:
 
1. Aus dem Geist geboren sein
 
Hier beginnt alles, denn „wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eintreten.“ (vgl. Johannes 3,5).
Der Heilige Geist überführt uns von Sünde, offenbart unser Bedürfnis nach einem Erlöser, zieht uns zu Christus, befähigt uns, den HERRN anzurufen, und versiegelt uns mit Erlösung.
Ohne den Heiligen Geist sind wir blind, taub und stumm gegenüber den Dingen Gottes, denn „der natürliche Mensch vernimmt nichts von den Dingen des Geist Gottes; denn es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; weil es geistlich beurteilt werden muss.“ (vgl. 1.Korinther 2,14).
 
2. Erfüllt mit dem Heiligen Geist
 
Der bemerkenswerte Unterschied zwischen den Jüngern vor und nach der Apostelgeschichte (Anm.: Apostelgeschichte 2) ist in der Schrift genau dokumentiert.
Daraus wird ersichtlich, dass man Jesus Christus jahrelang nachfolgen kann, ohne mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein, genau wie seine ersten Jünger.
Man kann sagen, dass die Jünger ohne den Heiligen Geist einen erschwerten Weg hatten, weil sie nicht ganz verstehen, sehen und nicht wirklich hören konnten, was Jesus ihnen offenbaren wollte.

Es brauchte den Heiligen Geist, um sie zu erfüllen, bevor sie wirklich anfangen konnten, es zu „verstehen“. Dies erklärt die geistliche Trübseligkeit der meisten Menschen, die noch immer im System der Kirche (Anm.: religiöses Babylon) gefangen sind. Sie versuchen, Jesus zu folgen, ohne die erfüllende Kraft des Heiligen Geistes. Das Wort Gottes hat uns bereits gezeigt, dass es nicht funktioniert. Die Nachfolge Jesu ohne den Heiligen Geist ist wie der Versuch, einen Marathon mit Asthma zu laufen. Somit ist es unabdingbar, dass wir mit dem „Heiligen Geist erfüllt sein“ müssen (vgl. Epheser 5,18).
 
3. Unterwiesen vom Heiligen Geist
 
Der Mensch kann viel lehren; doch es ist lediglich der Geist der Wahrheit, der ein Lehrer über die Dinge ist, die den geistlichen Bereich betreffen. Er ist gesandt, um uns Dinge zu zeigen, zu offenbaren und zu lehren, die über das Verständnis der sterblichen Menschen hinausgehen. Vieles, was Jesus seinen Jüngern beibringen wollte, musste warten, weil sie es nicht ohne die Unterstützung des Heiligen Geistes empfangen konnten. „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (vgl. Johannes 14,26)

Die bevorzugte Lehrmethode des Heiligen Geistes ist es, uns in schwierige Situationen zu bringen. Unter anderem wird das anhand des Buches der Apostelgeschichte deutlich. Weiterhin kann man ein schnelles Wachstum und eine schnelle Entwicklung der Gemeinschaft von Heiligen (Anm.: griech. „ekklēsịa“) im Buch der Apostelgeschichte erkennen. Auch die Apostel lernten und wuchsen, so wie es auch heutzutage noch der Fall ist. Wie erklären wir das? Ihr Lernen fand nicht in einem privaten Bergrückzug oder Kloster statt, sondern in den Prüfungen und Trübsalen sowie durch ihre Feinde und Umstände. Der Heilige Geist benutzt wütende Mobs, einsame Gefängnisse und verzweifelte Situationen, um uns Dinge beizubringen, die wir in einem Klassenzimmer nicht erlernen würden.
 
4. Im Heiligen Geist entsprechend justiert
 
Der Heilige Geist ist nicht daran interessiert, unseren Geist mit interessanten biblischen Fakten und lehrmäßigen Kleinigkeiten zu füllen. Der Zweck der Lehre durch den Geist ist es, sich im Geist zu justieren – das heißt, den eigenen hartnäckigen Weg aufzugeben und die Dinge auf göttliche Weise zu tun. Diese Anpassung ist in der Regel unangenehm und oft schmerzhaft. Aber nur auf diese Weise geschieht geistliches Wachstum und Reife. Wenn man als Christ nicht bereit ist, das, was der Geist gelehrt hat, zu nehmen und sich dann ihm hinzugeben sowie daran zu orientieren, wird das Ergebnis dessen sein, dass man den Weg derer geht, „die immer auf neue Lehren aus sind und nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (vgl. 2.Timotheus 3,7)
Ohne die Bereitschaft das Gelehrte des Heiligen Geistes anzuwenden, wird er sich zurückziehen und nichts weiteres offenbaren, was über den letzten Punkt des Ungehorsams hinausgeht.
Wir leben als Christen in der Generation der Weltgeschichte, die am meisten gelehrt und von Predigt geprägt ist.

Aber sind wir bereit, uns von der gepredigten geistlichen Wahrheit justieren zu lassen?
Das Gelernte anzuwenden und sich im Gehorsam zu üben, hat einen beschleunigten geistlichen Fortschritt zur Folge.
 
5. Geleitet vom Heiligen Geist
 
Wenn eine Person bereit ist, sich durch den Geist justieren zu lassen, dann ist sie befähigt vom Geist geführt zu werden.
Eine Person, die sich der Führung des Heiligen Geistes widersetzt und sich dessen weigert, kann nicht vom Geist geleitet werden.
Doch wie unbedacht und leichtfertig kommt es von Christen zu Äußerung, dass sie „auf diese oder jene Weise geführt werden“, um der Diskussion über die Wahrheit aus dem Weg zu gehen.
Worte mögen täuschen aber die Frucht wird es letztendlich offenbaren (vgl. Matthäus 7,16-20).
 
Matthäus 7,16-20:
16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?
17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.
18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.
19 Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
20 Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
 
Wenn jeder, der vorgibt, vom Geist geführt zu werden, tatsächlich vom Geist geleitet wäre, dann wäre die Welt ein schöner, wunderbarer Ort. Die Wahrheit jedoch ist, dass fleischlich, irdisch gesinnte Christen nicht vom Geist geführt werden können, weil sie nicht vom Geist gelehrt oder sich an den Geist halten.
Die irdisch gesinnten Menschen werden von ihrem Fleisch, ihren Emotionen und Gefühlen geleitet. Es ist möglich andere Menschen zu täuschen oder sogar sich selbst zu täuschen, aber Gott lässt sich nicht spotten (vgl. Galater 6,7).
 
Galater 6,7:
7 Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.
 
Es ist nicht möglich die Lehre des Geistes zu ignorieren, die Justierung, die die Lehre in dem Leben eines Gläubigen vornehmen soll, abzulehnen und dann zu behaupten, dass man von demselben Geist „geleitet“ wird, den man gerade nicht respektiert hat.
Nur diejenigen, die sich im Geist justiert haben, können seine Stimme wirklich erkennen und sich von ihm führen lassen.
 
6. Inspiriert vom Heiligen Geist
 
Wenn ein Mensch an diesen Punkt angelangt ist, hat er gelernt, nichts zu produzieren, sondern auf die Inspiration durch den Heiligen Geist zu warten. Solche Menschen stehen von diesem Zeitpunkt an unter der Leitung des Heiligen Geistes. Der Geist bestimmt ihre Sprache und ihr Handeln. Sie verlassen sich nicht mehr auf das Fleisch. Sie genießen nicht mehr das Lob von Menschen, noch fürchten sie die Kritik der Menschen. Sie werden durch den Geist Gottes bewegt, und sie bieten keinen Widerstand gegen seinen Geist. Ihnen wird größere Offenbarung und die entsprechende Verantwortung für einen vernünftigen Umgang mit der Offenbarung als Verwalter für die Gemeinschaft der Heiligen (Anm.: griech. „ekklēsịa“) anvertraut.
 
7. Vom Heiligen Geist bewahrt
 
Der Heilige Geist wirkt ständig Leben, Licht, Liebe, Gnade, Barmherzigkeit und Frieden für diejenigen, die sich vollständig seiner Regierung in Demut unterordnen. Der innere Mensch wird von Tag zu Tag gestärkt und erneuert (vgl. 2.Korinther 4,16).
Die Flüsse des lebendigen Wassers fließen von innen heraus (vgl. Johannes 7,38).
Die geistliche Frucht zeugt von einem Leben, das Christus unterworfen ist in: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Und diese werden in immer größerer Zahl durch deren Leben bezeugt, die sich dem Heiligen Geist vollkommen hingegeben haben.
Die Kämpfe sind groß, aber Gottes Gnade ist größer, und seine Kraft ist in der Schwäche gegenwärtig (vgl. 2.Korinther 12,9a).
Christen, die sich dem Heiligen Geist unterordnen, werden durch den Geist bewahrt bzw. stehen sie für seinen Dienst zur Verfügung. Sie sind abgesondert für heilige Aufgaben, versiegelt, gesalbt und befähigt.
 
Wenn es jetzt in der Gemeinschaft von Heiligen (Anm.: griech. „ekklēsịa“) einen Mangel an echten Propheten gibt, dann vor allem, weil die meisten Menschen irgendwo zwischen Punkt drei und Punkt vier stolpern und fallen und nicht weitermachen.

Wenn sie weiterhin im Fleisch vorwärts drängen (oder in die religiöse Führung gedrückt werden), dann werden sie irgendwo zwischen Punkt fünf und sechs zu falschen Propheten. Das bedeutet, sie folgen allen möglichen falschen Führungen und werden entweder von ihrer eigenen Phantasie oder von einem dämonischen Geist inspiriert. Der siebte Punkt ist ihnen völlig unbekannt.
 
Die kritische Schnittstelle befindet sich in der Bereitschaft, das, was der Heilige Geist lehrt, anzuwenden, und die Bereitwilligkeit zu zeigen, sich an sein Wort und seinem Weg zu orientieren.
Wenn der Geist Gottes flüstert, ist es wichtig zügig zu reagieren und darauf zu antworten, so wie es der Prophet Samuel tat als der HERR zu ihm sprach (vgl. 1.Samuel 3,10).
 
1.Samuel 3,10:
10 Da kam der HERR und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.
 
Es ist wichtig dem HERRN gegenüber schnell zu antworten und zu gehorchen.
Es gibt keine Beschränkung für das, was Gott in einer und durch eine Person tun kann, die sich vorbehaltlos seiner Regierung hingibt.
 
Chip Brogden
 
Übersetzung:
Daniel Glimm

Jesus offenbart ein wichtiges Prinzip von wahrer Suche, die zum Erfolg führt (vgl. Matthäus 7,7).

Matthäus 7,7:
7 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Das Wort Gottes betont deutlich, zuerst Gott (Anm.: JAHWE) zu lieben und sein Königreich im persönlichen Leben an die erste Stelle zu setzen. Diese Herzenshaltung hat Versorgung zur Folge (vgl. Matthäus 6,33 i.V.m. Matthäus 22,37-38).

Matthäus 6,33:
33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Matthäus 22,37-38:
37 Jesus aber antwortete ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt (vgl. 5.Mose 6,5).“
38 Dies ist das höchste und größte Gebot.

Da Gott Geist ist, sind die Dinge die ewigen Bestand haben, die Dinge die den Geistbereich betreffen (vgl. Johannes 4,24a).

Johannes 4,24a:
24 Gott ist Geist, …

Hierbei kann es sich um natürliche Taten (Anm.: Werke der Gerechtigkeit) handeln, die jedoch in den Augen Gottes einen Ewigkeitswert haben. Um jedoch Werke der Gerechtigkeit hervorzubringen, ist zuerst die Liebe zum HERRN erforderlich.

Wenn wir die Liebe Gottes haben, die wir in Jesus Christus in unserem Leben empfangen, liegt es an jedem einzelnen Gläubigen auf welche Weise er oder sie Jesus Christus erkannt hat.

Man kann Jesus Christus als Erlöser, Retter, Heiler, … lieben, wobei der höchste Bereich der Liebe die Beziehung zu Jesus Christus als Bräutigam beinhaltet. Dies setzt voraus, dass man Jesus Christus als Bräutigam persönlich erkannt hat und sich als ein Teil der Brautstruktur ansieht.

Die Brautstruktur

Die Struktur der Braut des Lammes ist ein regierender Stadtkomplex (Anm.: Hauptstadt), der in dem herrlichen Licht Gottes im Himmel über der Erde erstrahlt und das Gewicht des Himmels auf die Erde bringt. Dieses Gewicht beinhaltet unter anderem die Worte und Pläne Gottes für diese Zeit (vgl. Offenbarung 21,2).

Offenbarung 21,2:
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Die Braut Jesu ist somit ein geistliches und von Gott gegebenes Fürstentum, das sich „Jerusalem” nennt, was soviel wie „Gründung des Friedens” bedeutet.
Damit wir als Volk Gottes noch deutlicher verstehen, was sich für eine Salbung in der Braut Jesu befindet, hilft uns die Erklärung zu dem hebräischen Wort „Schalom”, was „Vollständigkeit, Ganzheit, Gesundheit, Friede, Wohlergehen, Schutz, Zuverlässigkeit, Stille, Erfolg, Perfektion, Fülle, Ruhe, Harmonie und die Abwesenheit von Hetze und Uneinigkeit“ bedeutet.

Die Suche der Geliebten nach ihrem Bräutigam

In Hohelied 3,1-4 ist von der Geliebten zu lesen, die sich nach ihrem Bräutigam sehnt. Sie ist sich der Liebe ihres Bräutigams bewusst, was sie dazu veranlasst auf die Suche zu gehen, um in seiner Nähe und unmittelbaren Gegenwart zu sein.

Hohelied 3,1-4:
1 Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.
2 Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.
3 Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen: „Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?“
4 Als ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt.
Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los, bis ich ihn brachte in meiner Mutter Haus, in die Kammer derer, die mich geboren hat. –

Anhand der genannten Bibelstelle ist ein geistliches Prinzip in Bezug auf erfolgreiche Suche erkennbar.

Zuerst ist der Wandel in der ersten Liebe notwendig, weil diese der Antrieb ist, den Bräutigam, der Jesus Christus ist, dort zu suchen, wo er sich derzeit in der Zukunft der Geliebten aufhält.

Auch wenn es manchmal so scheint als würde die Liebe Gottes nicht präsent sein, ist sie lediglich an dem von ihm vorherbestimmten Ort in unserer Zukunft.

Es ist das Feuer der ersten Liebe zu Jesus Christus, die uns antreibt aufzustehen und nach ihm zu suchen, den unsere Seele liebt.

Wenn wir uns trotz aller Herausforderung im Geist entscheiden voranzugehen, gelangen wir in den regierenden Stadtkomplex (Anm.: Jerusalem), wo wir auf die prophetische Präsenz Gottes (Anm.: die Wächter => Propheten) treffen, die das schützende Licht (Anm.: Gegenwart der Wächterengel; aram. „‘îr“; für das hebräische Wort „Stadt“ wird ebenfalls das Wort „‘îr“ verwendet.) und das richtungsweisende Licht (Anm.: Geist der Prophetie) beinhaltet.
Es ist die Salbung der Propheten, die nahe am Herzen Gottes sind und deren Auftrag es ist, das Volk des HERRN näher in die Gegenwart Gottes zu ziehen.

Die prophetische Gegenwart in der Stadt hat zur Folge, dass Jesus Christus, der Geliebte gefunden wird, und es zur Intensivierung der ersten Liebe kommt. Damit im Zusammenhang steht die Erinnerung an die Anfänge mit Jesus, die dazu beitragen, dass man einen neuen Tag der Beziehung mit Christus als Bräutigam erlebt, der einem zuvor in der Facette des Geliebten erschien.

Der Aufenthalt im „Brautkomplex“

Der Aufenthalt im Brautkomplex (Anm.: Hauptstadt => Jerusalem) führt zu mehr Erkenntnis darüber, wer wir als Braut Jesu sind.

Es ist das Verlangen des himmlischen Vaters für seinen Sohn Jesus Christus, dass jede(r) Gläubige sich aus dem Status der Geliebten in den Status der Braut begibt.

Wenn wir uns als Gläubige „außerhalb der Stadt“ befinden, sind wir lediglich „Geliebte“, jedoch sehnt sich der HERR, uns in den Bereich der Brautstruktur zu führen, die über ein messianisches Verständnis über die Stämme Israels und die Apostel des Lammes verfügt.

Es ist die einheitliche Struktur der Braut des Lammes, die die Botschaft des Tenach (Anm.: Altes Testament) und Neuen Testamentes trägt, in denen sich Jesus Christus auf der einen Seite verborgen und auf der anderen Seite deutlich sichtbar befindet.

Die Brautstruktur (Anm.: messianisches Jerusalem) setzt sich aus messianischen Juden und Christen aus den Heidenvölkern zusammen, wobei der Fokus auf ihren Perlentoren und den edlen Mauergrundsteinen liegt.

Die Stämme Israels waren im Tenach in Form von Edelsteinen auf dem Brustpanzer des Hohenpriesters (vgl. 2.Mose 28,15-21) angebracht und werden im Neuen Testament zu Perlentoren, die jeweils eine hohe geistliche Engelsbewegung mit sich bringen.

Diese Engelsbewegung erhält ihre Manifestation, wenn Menschen im Glauben aufgrund der Botschaft durch die Braut des Lammes durch diese Perlentore gehen, die sich untereinander von ihrer Substanz nicht unterscheiden, da sie Perlen sind und somit auf Jesus hinweisen. Er allein ist die einzige wahre Tür, der den hinzukommenden Menschen, die an ihn glauben eine großartige Versorgung nach Geist, Seele und Leib zuteil werden lässt (vgl. Offenbarung 21,12-14.19a.21a i.V.m. Johannes 10,9).

Offenbarung 21,12-14.19a.21a:
… 12 sie (Anm.: die Stadt, die Braut des Lammes) hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich die Namen der zwölf Stämme der Israeliten: 13 von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore. 14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. …
19a Und die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelsteinen. ...
21a Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, ein jedes Tor war aus einer einzigen Perle, ...

Johannes 10,9:
9 Ich (Anm.: Jesus Christus) bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Die Edelsteine in der Grundmauer von der Braut des Lammes tragen den Herzschlag des einzigen wahren Hohenpriesters Jesus, der von seinem Vater Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks genannt wird (vgl. Offenbarung 21,14.19a i.V.m. Hebräer 5,5-6.9-10).

Offenbarung 21,14.19a:
14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. …
19a Und die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelsteinen. ...

Hebräer 5,5-6.9-10:
5 So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (vgl. Psalm 2,7): “Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.”
6 Wie er auch an anderer Stelle spricht (vgl. Psalm 110,4): “Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.” …
9 Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden, 10 genannt von Gott ein Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Diese Erklärungen offenbaren uns, dass jede(r) Gläubige, der in die Brautstruktur des Lammes eintritt von ihrem gesalbten apostolischen-prophetischen Atem, der den Herzschlag des Bräutigams trägt, berührt und erfasst wird (vgl. Epheser 2,19-22 i.V.m. Jesaja 62,6-7).

Epheser 2,19-22:
19 So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20 erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, 21 auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.
22 Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Jesaja 62,6-7:
6 O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, 7 lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden!

Das ist die Struktur, die der Grundstruktur des ersten Adams gleichkommt, weil sich in der Braut der letzte Adam befindet und auf diese Weise das Abbild/Angesicht des Vaters offenbart wird (vgl. 1.Mose 1,27).

1.Mose 1,27:
27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

Darauf achten, die erste Liebe zu Jesus Christus nicht zu verlassen

Es ist unabdingbar, dass wenn wir uns als Gläubige bereits in der Brautstruktur befinden, wir darauf achten, dass wir nicht die erste Liebe zu Christus Jesus verlassen, sondern diese aufrechterhalten, indem wir die Gemeinschaft mit ihm (Anm.: studieren im Wort Gottes) kultivieren und auf seine Nähe eingehen, wenn er danach verlangt.

Das wird anhand der Bibelstelle aus Hohelied 5,1-7 deutlich, weil sich dort bereits die Geliebte in der Brautstruktur befindet und der Geliebte als Bräutigam zu ihr kommt, um sich ihr in seiner ganzen Offenbarungskraft und Transparenz zu offenbaren.

Hohelied 5,1-7:
1 Ich bin gekommen, meine Schwester, liebe Braut, in meinen Garten. Ich habe meine Myrrhe samt meinen Gewürzen gepflückt; ich habe meine Wabe samt meinem Honig gegessen; ich habe meinen Wein samt meiner Milch getrunken.
Esst, meine Freunde, und trinkt und werdet trunken von Liebe!
2 Ich schlief, aber mein Herz war wach. Da ist die Stimme meines Freundes, der anklopft: „Tu mir auf, liebe Freundin, meine Schwester, meine Taube, meine Reine! Denn mein Haupt ist voll Tau und meine Locken voll Nachttropfen.“
3 „Ich habe mein Kleid ausgezogen – wie soll ich es wieder anziehen?
Ich habe meine Füße gewaschen – wie soll ich sie wieder schmutzig machen?“
4 Mein Freund steckte seine Hand durchs Riegelloch, und mein Innerstes wallte ihm entgegen.
5 Da stand ich auf, dass ich meinem Freunde auftäte; meine Hände troffen von Myrrhe und meine Finger von fließender Myrrhe am Griff des Riegels.
6 Aber als ich meinem Freund aufgetan hatte, war er weg und fortgegangen.
Meine Seele war außer sich, dass er sich abgewandt hatte.
Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht; ich rief, aber er antwortete mir nicht.
7 Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen; die schlugen mich wund. Die Wächter auf der Mauer nahmen mir meinen Überwurf.

Im Gegensatz zu Hohelied 3,1-4 macht sich der Geliebte als Bräutigam in Hohelied 5 auf zu seiner Geliebten als Braut.

Hierbei tritt er in den Bereich der Beziehung seiner Braut (Anm.: Garten) und ist tief berührt von:

1. ihrem reinen geisterfüllten Wandel (Anm.: Taube),
2. der Frucht ihres uneingeschränkten Gehorsams (Anm.: Myrrhe),
3. ihrer Anbetung (Anm.: Gewürze/Balsam),
4. ihres Wandels in der Offenbarung des Wortes (Anm.: Honigwabe) und
5. im Geist der Prophetie (Anm.: Honig) sowie
6. ihres Wandels in Freude (Anm.: Wein) und
7. in der Reinheit des Wortes Gottes (Anm.: Milch).

Während der Bräutigam von der Hingabe seiner Braut berührt ist und sich aufgrund dessen zu ihr auf den Weg macht, wird er begleitet von der Gegenwart der Zunahme der eben genannten Attribute sowie von Stärke (Anm.: essen), die mit Ermutigung (Anm.: trinken) einhergeht.

Darüber hinaus erfolgt eine Zunahme der Gegenwart von Jesus Christus als das Wort Gottes in der Struktur des Bräutigams (Anm.: Liebesbeziehung der Ewigkeit). Diese Gegenwart geht mit großer Offenbarungskraft und Transparenz einher, was nichts anderes beinhaltet als die offenbarende Wahrheit.

Die Gegenwart Jesu erfordert verantwortliches Vorgehen

Die Gegenwart Jesu und seine kraftvolle Berührung in Verbindung mit dem geistlichen Reifegrad der Geliebten als seine Braut erfordert von ihr die richtige Entscheidung im Moment des HERRN, weil Reife grundsätzlich mit Verantwortung einhergeht (vgl. Lukas 12,48b).

Lukas 12,48b:
… 48b Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.

Hierbei ist es erforderlich, rechtzeitig auf die Gegenwart Jesu und seine Berührung zu reagieren, um nicht Gefahr zu laufen unter die Auswirkung von Lässigkeit zu fallen, die mit der Abwendung von seiner Gegenwart einhergeht, was wiederum „Züchtigung“ zur Folge hat (vgl. Hohelied 5,6-7 i.V.m. 1.Petrus 4,17a; 1.Korinther 5,12).

Hohelied 5,6-7:
6 Aber als ich meinem Freund aufgetan hatte, war er weg und fortgegangen.
Meine Seele war außer sich, dass er sich abgewandt hatte.
Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht; ich rief, aber er antwortete mir nicht.
7 Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen; die schlugen mich wund. Die Wächter auf der Mauer nahmen mir meinen Überwurf.

1.Petrus 4,17a:
17a Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes. …

1.Korinther 5,12:
12 Denn was gehen mich die draußen an, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind?

Aus Hohelied 5 wird deutlich, dass die Braut in ihrem Geistwesen von ihrem Bräutigam berührt wurde, ihm jedoch nicht rechtzeitig Zugang gewährte.

=> Demnach ist es von Bedeutung, dass wir mehr als nach einer Berührung von Jesus Christus trachten sollten. Es sollte unser Verlangen sein, Jesus Christus kontinuierlich ganz nah zu sein.

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen dem Empfangen von Segen und dem Empfang des Einen, der segnet.

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen dem Erhalten einer Berührung und dem Empfangen des Einen, der berührt.

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen einer Heilung und dem der heilt.

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Erlösung und dem Erlöser.

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Errettung und dem Erretter selbst. <= (Anm.: Der in „=>“ gesetzte Text basiert auf einem geistlichen Impuls mit dem Titel „Receiving Him“ von Chip Brogden - The School of Christ.)

Um in eine tiefere Beziehung mit Christus Jesus zu treten, bleibt es nicht aus, dass wir wie bereits erwähnt, Zeiten von Herausforderung durchlaufen. Während dieser Zeiten der Herausforderung versucht der Widersacher diese gegen uns zu verwenden, indem er den Druck der Herausforderung auf die Seele ansetzt, um unseren Geist mit dem Gefühl von Ausweglosigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, … zu ummanteln.

Hierbei ist es sein Ziel uns im Status Quo emotional gefangenzunehmen, so dass wir nicht bereit sind die Gegenwart, die bereits zur Vergangenheit geworden ist zu verlassen, um in eine tiefere Gemeinschaft mit Jesus Christus zu treten und ihm als unseren Bräutigam in die Zukunft zu folgen (vgl. Offenbarung 3,20).

Offenbarung 3,20:
20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.

Ein Ausweg führt zum Erfolg

Es ist der Wandel in der ersten Liebe, der mit der festen erhöhten Positionierung der Menora (Anm.: siebenarmiger Leuchter) im persönlichen geistlichen Leben verbunden ist, die den Wandel im siebenfältigen Geist Gottes bedeutet, der Offenbarung, Erkenntnis, Rat, Einsicht, … gibt. Das wird anhand der Ermahnung Jesu aus Offenbarung 2,5b deutlich.

Offenbarung 2,5b:
… 5b Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust.

Um sich in der Höhe Gottes aufhalten zu können, ist der Wandel in der Liebe Christi Voraussetzung, die das Leben gemäß seiner Anweisung beinhaltet (vgl. 2.Johannes 1,6).
 
2.Johannes 1,6:
6 Und das ist die Liebe, dass wir leben nach seinen Geboten; das ist das Gebot, wie ihr es gehört habt von Anfang an, dass ihr darin lebt.
 
Es ist die Liebe von Christus Jesus, die alle Erkenntnis übertrifft (vgl. Epheser 3,19).
 
Epheser 3,19:

… 19 auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.

Somit befähigt uns allein der Wandel in der ersten Liebe zu Jesus Christus, dass wir mit geistlichem Überblick vorangehen und die Heimsuchung des HERRN richtig beurteilen, weil wir aufrichtig nach ihm allein und allem, was er vorgibt, suchen. Dadurch gehen wir gemeinsam in Verantwortlichkeit und geistlicher Reife mit ihm in die Zukunft, die er bereits zuvor bereitet hat (vgl. Epheser 2,10 i.V.m. Matthäus 11,29-30; 1.Korinther 6,17).

Epheser 2,10:
10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Matthäus 11,29-30:
29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Es ist ein beständiges Lernen und Unterordnen im persönlichen Leben, zu dem man bereit sein muss, um diese Intimität der Brautstruktur zu erfahren. Hierin haben die Nachfolge gegenüber anderen Impulsen aus den Bereichen der Welt, der Seele, den Versuchungen Satans und des Dämonischen keinen Raum. Man hängt nur einem Einzigen (Anm.: Jesus Christus) an, dem man sein Leben als Braut anvertraut, um ihm alle Tage anzuhängen.

1.Korinther 6,17:
17 Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm.

Amen und Amen.

In Seiner Weisheit,

Daniel Glimm