“Und der König hielt einen Rat und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: Es ist zu viel für euch, dass ihr hinauf nach Jerusalem geht; siehe, da ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.” (1.Könige 12,28)
 
So beginnt das traurige Zeugnis vom Fall Israels als heiliges Volk zu einer zurückgefallenen Nation von Götzenanbetern.
Wie kommt es, dass Israel in so kurzer Zeit nach der Fertigstellung des Tempels in Jerusalem in die Irre geführt werden konnte?
 
Es gibt eine prophetische Anwendung auf unsere gegenwärtige Situation im Leib Jesu.
Diese Dinge sind als Beispiel für uns aufgeschrieben worden und deshalb ist es weise, auf diesen entscheidenden Moment in der Geschichte Israels zu schauen und zu erkennen, welche Lehren daraus gezogen werden können.
 
Es ist nicht weise, eine Interpretation über einige Hauptpunkte bzgl. der Bibelstelle aus 1.Könige 12 hinaus zu erzwingen, denn das Königreich Juda war nicht viel besser als das Königreich Israel.
 
Aber als allgemeine Anwendung kann festgehalten werden, dass Juda Jerusalem enthielt; auch wenn Juda nicht dem vollen Gedanken Gottes folgte. Jerusalem war als das Zentrum der Anbetung und der Ort gedacht, von dem der HERR sprach, dass er dort seine Gegenwart wohnen lassen würde.
 
Jerusalem beinhaltete den Tempel und das levitische Priestertum. Nach dem Tod Salomos wurde das Königreich unter zwei Männern aufgeteilt, bei denen es sich um Rehabeam, den Sohn Salomos, und Jerobeam, dem Diener Salomos handelte. Rehabeam wurde zum König von Juda und hatte Jerusalem als seine Hauptstadt. Jerobeam wurde zum König von Israel, und sein Gebiet war das ganze Land im Norden (vgl. 1.Könige 11,43; 1.Könige 12,17; 1.Könige 12,20a).
 
Daraus wird deutlich, dass es sich hierbei um ein Königreich handelte, das gegen sich selbst geteilt war. Dies kann mit zwei Nationen gleichgesetzt werden, die Seite an Seite leben.
Solch ein Zustand bringt die Gefahr von Streit und Wettbewerb mit sich.
Es ist das Reich von Juda, das seinen Sitz in Jerusalem hat und Gott im Tempel verehrt. Diese Ehrerbietung wurde vom levitischen Priestertum geleitet. Es handelte sich bei Juda, um einen heiligen Überrest in Israel.
 
Das Reich Juda beinhaltet ein Stamm, während Israel im Besitz von zehn Stämmen war.
Jesus Christus ist der Löwe des Stammes Juda (vgl. Offenbarung 5,5).
Alle, die zu Christus gehören, werden geistlich zu diesem Stamm gezählt. Sein Jerusalem ist von oben und alle seine Nachfolger ein Tempel des Heiligen Geistes mit der Stellung von Königen und Priestern. Sein Königreich ist eine heilige Nation von besonderen (Anm.: abgesonderten, speziellen) Menschen (vgl. 2.Mose 19,5-6 i.V.m. 1.Petrus 2,9; Offenbarung 1,6; Offenbarung 21,2.10).
 
2.Mose 19,5-6:
5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein.
6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.
 
1.Petrus 2,9:
9 Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; …
 
Offenbarung 1,6:
… 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
 
Offenbarung 21,2.10:
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. …
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, …
 
Zur Zeit von König Jerobeam kam Israel, um etwas ganz anderes als Juda zu repräsentieren. Obwohl Juda aus Israel entstand, hat es sich von Israel abgesetzt.
Diese Teilung in zwei Königreiche enthält eine Offenbarung für diese Zeit.
Es geht um eine Gemeinde, die Jesus Christus baut und über das rationale Verständnis von „Gemeinde“ (Anm.: in einem Kontext von Kirche/organisierte Religion) hinausgeht, die der Mensch gebaut hat.
Die vom Menschen erschaffene „Kirche“ ist ein alternatives religiöses System, das direkt neben dem neuen Jerusalem existiert. Das neue Jerusalem beinhaltet die wahrhaftige Beziehung im Geist und in der Wahrheit zum Vater (vgl. Johannes 4,24).
 
Johannes 4,24:
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
 
Daraus wird ersichtlich, dass die vom Menschen erschaffene „Kirche“ eine organisierte Religion und somit einen bequemlichen Kult bzw. Ausdruck von Anbetung (Anm.: ein von Menschen etablierter Standard) für den Menschen darstellt.
 
Ein Kult der Selbsterhaltung
 
„Und Jerobeam dachte in seinem Herzen: Das Königtum wird nun wieder an das Haus David fallen.
Wenn dies Volk hinaufgeht, um Opfer darzubringen im Hause des HERRN zu Jerusalem, so wird sich das Herz dieses Volks wenden zu ihrem Herrn Rehabeam, dem König von Juda, und sie werden mich umbringen und wieder Rehabeam, dem König von Juda, zufallen.“ (1.Könige 12,26-27).
 
Aus der o.g. Bibelstelle wird deutlich, dass Jerobeam, ein rebellischer König war, der Israel regierte. Er hatte die Kontrolle über zehn Stämme des Volkes Israel, was bedeutet, dass er über mehr Land und Menschen verfügte als das Reich von Juda.
Trotz der Größe des Landes und der Einwohner war Jerobeam beunruhigt.
Seine Beunruhigung wurzelte in der Angst, weil das Volk Israel von Gott beauftragt war in Jerusalem anzubeten, was zu Juda gehörte (vgl. 5.Mose 12,5 i.V.m. Micha 4,2).
 
5.Mose 12,5:
… 5 sondern die Stätte, die der HERR, euer Gott, erwählen wird aus allen euren Stämmen, dass er seinen Namen daselbst wohnen lässt, sollt ihr aufsuchen und dahin kommen.
 
Micha 4,2:
… 2 und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.
 
Jerobeam vermutete zu Recht, dass, sobald das Volk nach Jerusalem zur Anbetung hinaufgehen würde, es eher geneigt sein würde, dort zu leben, was zur Schwächung seines Königreichs geführt hätte.
 
Es ist der Aufruf Gottes an uns als sein Volk, dass wir in Christus Jesus nach „Jerusalem“ hinauf kommen, um ihn als Vater im Geist und in der Wahrheit anzubeten (vgl. Johannes 4,24 i.V.m. Johannes 14,6).
 
Johannes 4,24:
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
 
Johannes 14,6:
6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
 
Dieses Hinaufkommen bedeutet im Heiligen Geist an den himmlischen Orten zu wandeln (vgl. Kolosser 3,1-3).
 
Kolosser 3,1-3:
1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.
2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.
3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.
 
Wahre Anbeter in Christus, sind nicht an geografische Orte der Anbetung gebunden, sondern an den Ort der Anbetung, der mit Geist und Wahrheit getränkt ist.
Das bedeutet, dass es ein geistlicher Ort ist, der das Herz meint.
 
„Nach Jerusalem zu gehen“ beinhaltet in erster Linie die Anbetung im Geist und in der Wahrheit, weil es das Jerusalem ist, das von oben kommt (Anm.: aus dem Himmel). Deshalb ist es erforderlich, dass wir in Christus Jesus zum Vater „hinaufgehen“, weil sie zusammen der Tempel in dieser Stadt sind und das Lamm Gottes die Leuchte ist (vgl. Offenbarung 21,22-23).
 
Offenbarung 21,22-23:
22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.
23 Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.
 
Dieser Bereich befindet sich „geografisch“ in einer höheren und größeren geistlichen Dimension.
 
Viele Gläubige in Christus haben bereits auf den Aufruf, „nach Jerusalem“ hinaufzugehen reagiert und haben Babylon (Anm.: die Welt => Lust des Fleisches), die „Kirche“ als Institution mit ihrer organisierten Religion verlassen. Infolgedessen sind alle Personen, die das Herz eines Jerobeams in dieser Welt besitzen in einem bestürzten Zustand.
 
Es ist das Anliegen des „Geistes Jerobeams“ dieses Verlassen des „Systems“ aufzuhalten, indem er sich Mittel der „Anbetung“ zu eigen macht, die betreffenden Menschen zurückzugewinnen bzw. sie daran zu hindern.
Die Sorge des „Geistes Jerobeams“ ist nicht auf die Menschen oder auf Gott fokussiert, sondern lediglich auf seine eigene Selbsterhaltung, was die Sicherung seiner Führung, den Fortbestand seines Königreichs sowie die Verlängerung seines eigenen Lebens beinhaltet.
 
Um die Verwirklichung seiner eigenen Selbsterhaltung nachzugehen, hat Jerobeam einen Kult erschaffen, der den Menschen vertraut war und diesen an drei Eigenschaften koppelte:
 
1) einen geeigneten Ort;
2) ein geeignetes Priestertum; und
3) ein geeignetes Fest (Anm.: um die Anbeter miteinander zu verbinden).
 
Ein bequemlicher Ort
 
„Und der König hielt einen Rat und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: Es ist zu viel für euch, dass ihr hinauf nach Jerusalem geht; siehe, da ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.
Und er stellte eins in Bethel auf und das andere tat er nach Dan.
Und das geriet zur Sünde, denn das Volk ging hin vor das eine in Bethel und vor das andre in Dan.“ (1.Könige 12,28-30).
 
Als erstes bestand die Strategie Jerobeams darin, einen bösen abdeckenden Schatten über der Region zwischen Bethel und Dan (Anm.: Süd- Nordachse) zu errichten, indem er die Ebene des gefallenen Kerubs (Anm.: Satan) durch die Aufrichtung der zwei goldenen Kälber etablierte (vgl. Hesekiel 28,14.16 i.V.m. 4.Mose 14,9c).
 
Hesekiel 28,14.16:
14 Du warst ein glänzender, schirmender Kerub und auf den heiligen Berg hatte ich dich gesetzt; ein Gott warst du und wandeltest inmitten der feurigen Steine. …
16 Durch deinen großen Handel wurdest du voll Frevels und hast dich versündigt. Da verstieß ich dich vom Berge Gottes und tilgte dich, du schirmender Cherub, hinweg aus der Mitte der feurigen Steine.
 
4.Mose 14,9c:
… 9c Es ist ihr Schutz (Anm.: Schatten) von ihnen gewichen, der HERR aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!
 
Es ist kein Zufall, dass die Nord- Südachse eine besondere Bedeutung in Bezug der intimen Anbetung gegenüber dem Geliebten (Anm.: Bräutigam => Jesus Christus) trägt, was mit dem Erwachen und der Beschleunigung in Verbindung steht (vgl. Hohelied 4,16).
 
Hohelied 4,16:
16 Steh auf, Nordwind, und komm (Anm.: eile herbei), Südwind, und wehe durch meinen Garten, dass der Duft seiner Gewürze ströme!
Mein Freund komme in seinen Garten und esse von seinen edlen Früchten.
 
Es ist die Form des Rindes bzw. Stiers, das Gold und der abdeckende Auftrag, die mit den Kerubim Gottes verbunden sind (vgl. Hesekiel 1,7.10d; Hesekiel 10,14a-b; 2.Mose 25,17-20).
 
Hesekiel 1,7.10d:
7 Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße waren wie Stierfüße und glänzten wie blinkendes, glattes Kupfer. …
… 10d und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren …
 
Hesekiel 10,14a-b:
14a-b Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war das eines Kerubs (Anm.: Stiergesicht), …
 
2.Mose 25,17-20:
17 Du sollst auch einen Gnadenthron machen aus feinem Golde; zwei und eine halbe Elle soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite.
18 Und du sollst zwei Kerubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des Gnadenthrones, 19 sodass ein Kerub sei an diesem Ende, der andere an jenem, dass also zwei Kerubim seien an den Enden des Gnadenthrones.
20 Und die Kerubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenthron bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenthron gerichtet sein.
 
Deshalb war es kein Zufall, dass Jerobeam zwei goldene Kälber aufstellte, die eine gefallene Kerubimnatur repräsentierten und mit einer falschen Anbetung in Verbindung standen.
 
Der von Jerobeam erschaffene „Schatten“ durch die auf den zwei Seiten etablierten goldenen Kälbern, beinhaltete die Kraft der Finsternis, um das Volk Gottes auf seinem Weg der Gerechtigkeit aufzuhalten.
 
Als zweites bestand die List Jerobeams darin, den Teil der menschlichen Natur zu betören, der nach Bequemlichkeit suchte. Um dieser Bequemlichkeit zu begegnen, sprach er sinngemäß zu seinen Adressaten: „Es ist zu viel für euch, um nach Jerusalem zu gehen.“ Mit anderen Worten, es ist zu aufwendig, Gott so anzubeten, wie es Gott verlangt. Die Anforderungen sind zu hoch.
 
Jerobeam stellte die zwei goldenen Kälber an zwei strategischen bzw. günstigen Orten auf.
Er positionierte ein goldenes Kalb im äußersten Norden und das andere goldene Kalb im Süden seines Königreichs.
Das bedeutet, dass es dem jeweiligen Israelit offenstand den Ort zur Anbetung aufzusuchen, der näher an seinem Wohnort war.
Heutzutage könnte die Entscheidung Jerobeams mit einem klugen Marketingschritt verglichen werden, der den Willen in der Seele des Menschen betört, so dass er sich für den einfachen Weg entscheidet.
 
In unserer heutigen Zeit existiert eine Vielzahl von Gottesdienstmöglichkeiten.
Hierbei ist es jedoch wichtig, dass jeder einzelne Gläubige sich dessen bewusst ist, wo Gott, der himmlische Vater ihn/sie bestimmt hat, um mit den richtigen Heiligen zur richtigen Zeit für die richtige Sache territorial verbunden zu sein und den Vater im Geist und in der Wahrheit anzubeten.
 
Bei den Diensten im Königreich bzw. Gemeinschaften von Heiligen darf die Konkurrenz um Menschen nicht existent sein und auch nicht die Form einer „Marketingbotschaft“ gewählt werden, die die Menschen in ihrer Seele betört zu bleiben (Anm.: Anbetungs- und Predigtstil, …).
 
Es geht letztendlich um die kompromisslose Nachfolge Jesu gemäß dem biblischen Standrad des Wortes Gottes. Diese Nachfolge beinhaltet den vollständigen Preis zu bezahlen, was die Selbstverleugnung beinhaltet (vgl. Markus 10,21 i.V.m. Galater 2,20).
 
Markus 10,21:
21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!
 
Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
 
Es ist Gott, der Vater, welcher Geist ist, der uns zu der Gemeinschaft von Heiligen führt, die er für uns bestimmt hat. Hierbei geht es nicht in erster Linie um die Deckung der irdischen Bedürfnisse, sondern um die vollständige Hingabe zu ihm (vgl. Matthäus 22,37-39).
 
Matthäus 22,37-39:
37 Jesus aber antwortete ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ (vgl. 5.Mose 6,5)
38 Dies ist das höchste und größte Gebot.
39 Das andere aber ist dem gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (vgl. 3.Mose 19,18)
 
Somit wird deutlich, dass Gott, der himmlische Vater darum bittet, zwischen dem „goldenen Kälbersystem“ und einem Leben im Geist und in der Wahrheit des neuen Jerusalems zu wählen.
 
Gott ruft dazu auf, das falsche System hinter sich zu lassen und „nach Jerusalem hinaufzugehen“, selbst wenn es mit Herausforderungen verbunden ist.
Es geht um das Hinzutreten zu einer Gemeinschaft von Heiligen, die ein Teil der Gemeinde Jesu bzw. des Königreichs ist, die/das er etabliert hat und in der/in dem man unter anderem geschult wird, was es bedeutet in der königlichen Priesterschaft Jesu voranzugehen.
 
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass, als Israel das Bequeme, Sinnvollste und Praktischste tat, es für sie zur Sünde wurde und sie dadurch weit weg von Gott kamen, was das Gericht zur Folge hatte.
Der bequeme Weg ist ein breiter Weg, der zur Zerstörung führt (vgl. Matthäus 7,13b).
 
Matthäus 7,13b:
… 13b Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen.
 
Die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit sowie das Hinterlassen der vertrauten Wege und der populären Pfade erfordert einen hohen Preis, den es gilt zu bezahlen, worauf Jesus in Verbindung mit der Nachfolge hinwies.
 
Ein günstiges Priestertum
 
„Er (Anm.: Jerobeam) baute auch ein Höhenheiligtum und machte Priester aus allerlei Leuten, die nicht von den Söhnen Levi waren.“ (1.Könige 12,31).
 
Der „Geist Jerobeams“ benötigt um seine Art von falscher Anbetung aufrechtzuerhalten, ein geeignetes Priestertum, um sein religiöses System zu verwalten, zu pflegen, zu beaufsichtigen und zu leiten. Nach Gottes Anweisung waren nur die Leviten dazu berufen, ihm als Priester zu dienen. Da alle Leviten in Jerusalem im Tempel dienten, musste Jerobeam ein anderes Priestertum finden, um sein falsches System zu unterstützen.
 
Seine Lösung bestand darin, den Weg zum Priestertum zu vereinfachen, indem er nicht die Notwendigkeit in der Berufung Gottes der betreffenden Personen sah.
Jerobeam ernannte jeden zum Priester, der es wollte, so dass sie sofort in einen geistlichen Führungsstatus gelangten.
Der Apostel Paulus macht deutlich, dass solch ein Vorgehen mit verheerenden Folgen verbunden ist (vgl. 1.Timotheus 5,22).
 
1.Timotheus 5,22:
22 Die Hände lege niemandem zu bald auf (Anm.: geistliche Amtseinsetzung); habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber rein!
 
Die falsche Amtseinsetzung Jerobeams hatte zur Folge, dass der „unterste Teil des Volkes“ nun die Gelegenheit nutzte, sich über das Volk zu erheben.
 
An dieser Stelle sollte man sich die Frage stellen, was es braucht, um ein Apostel, Prophet, … zu sein?
Es entspricht nicht dem biblischen Prinzip bzw. der Ordnung Gottes, dass man sich einfach in ein Amt hinein spricht oder es sogar Menschen erlaubt von ihnen mit einem geistlichen Amtstitel genannt zu werden. Es ist schlichtweg ungenügend solch ein Vorgehen anzuwenden, um in einem Amt zu fungieren.
Leider existiert in dieser Zeit im Leib Jesu ein hohes Maß des Gebrauchs von geistlichen Titeln von Personen, die jedoch nicht die geforderte geistliche Reife für den betreffenden Autoritätsbereich tragen.
 
Das Problem, dass mit solch einer Vorgehensweise auftritt ist, dass es sehr schwierig ist, den Unterschied zwischen den Priestern des HERRN und den Priestern des goldenen Kalbes zu erkennen. Wenn z.B. „jeder“ ein Prophet ist, wie unterscheidet man dann zwischen einem wahren Wort und einem falschen Wort?
Dort, wo Menschen diese Unterscheidung nicht besitzen, wird die Täuschung aus Bequemlichkeit fortgesetzt.
 
Die Realität ist, dass es einen hohen Preises bedarf, wenn man auf den Ruf Gottes in seinem Leben antwortet. Wenn man das christliche Leben wahrhaftig auf die Weise lebt, wie es von Gott gefordert wird – „nicht ich, sondern Christus“ –, hat das zur Folge, dass es zu bestimmten Zeitpunkten herausfordernd wird.
Verantwortung zu tragen und in der daraus resultierenden Autorität über Menschen zu dienen, ist mit Schwierigkeiten verbunden.
Wenn man als Gläubiger in Christus die Wahrheit Gottes über die Bequemlichkeit stellt, beinhaltet diese Lebensweise den Lohn in Christus Jesus (vgl. 1.Korinther 3,8)
 
1.Korinther 3,8:
8 Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.
 
Ein bequemes Fest
 
„Und er machte ein Fest am fünfzehnten Tag des achten Monats wie das Fest in Juda und opferte auf dem Altar. So tat er in Bethel, dass er den Kälbern opferte, die er gemacht hatte, und bestellte in Bethel Priester für die Höhen, die er gemacht hatte.
Einst opferte Jerobeam auf dem Altar, den er gemacht hatte in Bethel, am fünfzehnten Tage im achten Monat, den er sich in seinem Herzen ausgedacht hatte, und machte den Israeliten ein Fest und stieg auf den Altar, um zu opfern.“ (1.Könige 12,32-33)
 
Eine fleischliche (Anm.: eine vom eigenen Denken, Wollen und Handeln bestimmte) Art von Anbetung braucht eine bequeme Vorgehensweise des Feierns, die es beinhaltet die betreffenden Gläubigen regelmäßig zusammenzubringen.
Der „Geist Jerobeams“ setzt hierfür ein Fest ein, das abgehalten wird, „wie das Fest in Juda“. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um dasselbe Fest, denn es beinhaltet eine Täuschung bzw. Fälschung. Das eigentliche Fest (Anm.: Sukkot – Laubhüttenfest) fand in Jerusalem statt. Das Fest von Jerobeam war etwas, das von Jerobeam entworfen, erfunden und konzipiert wurde.
 
Das Fest von Jerobeam war eine Ablenkung von der geistlichen Anbetung. Es war eine bequeme Alternative zu einer Reise nach Jerusalem, um im Tempel anzubeten.
 
Man kann davon ausgehen, dass das Fest von Jerobeam von religiöser Natur war und keine wilde Party, um den Schein zu wahren als würde es sich um das gleiche Fest handeln, wie im Königreich von Juda.
 
Es ist ein falsches (Anm.: in Form von bequem) Verständnis von Zeit (Anm.: Jerobeam ordnete das Laubhüttenfest für den 15. Tag des achten biblischen Monats an, was ursprünglich vom 15.-21. Tag im siebenten biblischen Monat stattfindet.), des falschen Ortes, des falschen Priestertums und des falschen Festes, um die falsche Anbetung zu komplettieren.
 
Das Endergebnis ist ein alternatives System religiöser Aktivität, das in einem Anschein von Frömmigkeit behauptet, Gott anzubeten, jedoch viel bequemer und ansprechender für die Seele des Menschen ist.
 
Urteil über den Kult der Bequemlichkeit
 
„Und siehe, ein Mann Gottes kam von Juda auf das Wort des HERRN hin nach Bethel, während Jerobeam noch auf dem Altar stand und opferte.
Und er rief gegen den Altar auf das Wort des HERRN hin und sprach: Altar, Altar! …“ (1.Könige 13,1-2a)
 
Gott benutzte einen Mann Gottes aus Juda, um das falsche System der religiösen Anbetung zu verurteilen, das Jerobeam etabliert hatte, und prophezeite seine Zerstörung.
Das überlieferte Wort war kein „schönes“ Wort für die dort anwesenden Menschen. Nachdem der Mann Gottes selbst die Zerstörung über Jerobeam verkündet hatte, war er ungehorsam und wurde von einem Löwen getötet, ohne gefressen zu werden (vgl. 1.Könige 13,24).
 
Auch wenn Jerobeam durch das Wort des Mannes Gottes vorübergehend erschüttert war, setzte er seinen Ungehorsam fort und wurde entsprechend gerichtet. Leider war bereits der Schaden angerichtet, so dass Israel dem Untergang geweiht war.
 
Es ist nicht schwer zu erkennen, wie sich die Geschichte in den letzten zweitausend Jahren wiederholt hat.
Auf die Weise wie Israel früher lebte, existiert im Gemeindekontext des Leibes Jesu ein „geteiltes Königreich“, in dem die religiöse Mehrheit eine Anbetung der Bequemlichkeit aufrechterhält, und die verbleibende Minderheit darauf aus ist, nach dem vollen Gedanken, Verstand, Herzen und Willen des HERRN für die Brautgemeinde (Anm.: die Jesu etabliert) zu leben. Hierbei handelt es sich um ein geistliches Haus bzw. eine königliche Stadt aus lebendigen Steinen, das „neue Jerusalem“, das aus Königen und Priestern besteht. Beide gelten als „Israel“, aber nur das eine ist die wahre Gemeinde, während das andere eine bequeme Ablenkung ist.
 
Letztendlich fiel sogar Juda dem Götzendienst zum Opfer und kam unter das Gericht. Der Tempel wurde zerstört und Jerusalem verbrannt. Gott musste mit einem Überrest innerhalb des Überrestes arbeiten, so dass er sein Reich nach geistlichen Gesichtspunkten auf der Grundlage Israels fortführt.
Deshalb ist es erforderlich, dass wir für Israel beten, es achten und ehren, ohne eine Ersatztheologie zu erschaffen bzw. darin zu leben!
 
Der HERR arbeitet auch heute noch mit einem Überrest und ruft ihn auf, „nach Jerusalem zu gehen“ und den Fokus auf die Dinge zu richten, die von oben sind. Weil Gott nach geistlichen Prinzipien arbeitet, um einen geistlichen Zweck zu erreichen, ist die Grenze zwischen dem rückfälligen Israel und dem geistlichen Juda, zwischen dem goldenen Kalb und dem Geist sowie der Wahrheit, viel subtiler. Aber sobald man die Gemeinde gesehen hat, die Jesus baut, ist es viel einfacher, die goldenen Kälber abzulehnen.
Der „Geist Jerobeams“ weiß das und wird es deshalb versuchen, seine Alternative sehr attraktiv – und sehr bequem vor den Menschen zu entfalten, um sie zu täuschen und vor der wahren Anbetung im Geist und in der Wahrheit abzuhalten.
(Anm.: sinngemäß wiedergegeben basierend auf der Botschaft „A Convenient Cult“ von Chip Brogden - The School of Christ)
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Das Anliegen des himmlischen Vaters ist für sein Volk, in der von Christus bereiteten Sohnschaft vorangehen und aus ihr agieren.

Selbst wenn wir in herausfordernde Situationen gelangen, ist es zuerst wichtig den Fokus auf den Bereich der himmlischen Dinge gerichtet zu haben. Dieser Bereich ist verbunden mit der ewigen Regierungsherrschaft Jesu (vgl. Kolosser 3,1-3).

Kolosser 3,1-3:
1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.
2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.
3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.

Das hat zur Folge, dass wenn der HERR es uns erlaubt, wir damit beginnen, das Gesehene in den Himmeln zu prophezeien bzw. zu erlassen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Apostel Johannes eingehen, der aufgrund des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses Jesu (Anm.: Geist der Prophetie; vgl. Offenbarung 19,10e) in Gefangenschaft auf der Insel Patmos war (vgl. Offenbarung 1,9).

Offenbarung 1,9:
9 Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus.

Offenbarung 19,10e:
… 10e Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.

Die Insel und Gottes Offenbarung

Die geographische Lage einer Insel beinhaltet, dass diese vollständig von Wasser umgeben ist, was in einem prophetischen Kontext auf die Präsenz von Offenbarung hinweist. Denn ist der Regierungsbereich Gottes, der mit dem kristallenen Meer in Verbindung steht und von wo aus Gott seine Offenbarung freisetzt (vgl. Offenbarung 4,6a).

Offenbarung 4,6a:
6a Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, …

Der griechische Name der Insel „Patmos“ kann auch als „Mein Töten“ übersetzt werden, was aus der Sicht des himmlischen Vaters den Tod Jesu am Kreuz bedeutet (vgl. Johannes 3,16 i.V.m. Römer 8,32).

Johannes 3,16:
16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Römer 8,32:
32 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

Dieser Opfertod erfordert, dass jeder Nachfolger Jesu nicht mehr nach seinen eigenen Vorstellungen lebt, sondern dem ewigen Plan Gottes folgt (vgl. Matthäus 16,24-25 i.V.m. Römer 6,2-8; Galater 2,20; 1.Petrus 2,21-24).

Matthäus 16,24-25:
24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
25 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.

Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

Römer 6,3-8:
3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?
4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.
5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.
6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen.
7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, …

1.Petrus 2,21-24:
21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

Das Leben in der Wahrheit, sich selbst gestorben zu sein und die daraus resultierende Nachfolge birgt in sich die Möglichkeit tiefer in die Offenbarungsbereiche des HERRN Einblick zu erhalten.

Offenbarung und biblische Zeiten

Der Apostel Johannes wurde im Bereich der Prophetie auf übernatürlichem Wege geschult, so dass auch wir heutzutage aus der Heimsuchung Gottes im Buch der Offenbarung lernen können.

Johannes verstand es mit den Zeiten Gottes zusammenzuarbeiten, was durch die Erwähnung vom Tag des HERRN verdeutlicht wird, der mit dem Klang der Posaune einhergeht (vgl. Offenbarung 1,10.12a-b).

Offenbarung 1,10.12a-b:
10 Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, …
12a-b Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich …

Es ist kein Zufall, dass jedes neue biblische (Anm.: jüdische) Jahr des Segenszyklusses Gottes mit dem Klang der Posaune (Anm.: Shofar) verbunden ist (vgl. 4.Mose 29,1).

4.Mose 29,1:
1 Und am ersten Tag des siebenten Monats soll heilige Versammlung sein; keine Arbeit sollt ihr an diesem Tage tun; ein Tag des Posaunenblasens soll er für euch sein.

Das bedeutet, dass Gott freigesetzte Offenbarung an seine von ihm erschaffenen Zeitzyklen knüpft, die die biblischen Feste enthalten.

Die Stimme, die für Johannes wie eine Posaune klang, sprach später nochmals zu Johannes, so dass dieser vom Bereich eines Botschafters an die sieben Gemeinden in einen höheren Offenbarungsbereich gerufen wurde. Dadurch wechselte Johannes von dem Offenbarungsbereich des Botschafters in den Offenbarungsbereich eines Zeugen der Regierungsherrschaft Gottes und der damit verbundenen geistlichen Bewegungen.

Damit Johannes in den Bereich des Botschafters der sieben Gemeinden eintreten konnte, war das von Gott bestimmte Zeitfenster erforderlich, was mit dem Klang der Posaune sowie der Bewegung der Umwendung von Johannes gepaart ist.

Dieses Umwenden ist unter anderem ein Hinweis auf ein bußfertiges und demütiges Herz, um Gottes Offenbarung ergreifen zu können (vgl. 1.Petrus 5,5b-6 i.V.m. Hebräer 12,14).

1.Petrus 5,5b-6:
… 5b Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

Hebräer 12,14:
14 Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, …

Darüber hinaus dient Johannes mit seiner Entscheidung sich umzuwenden als ein Aufruf, die Zeiten Gottes anzuerkennen, sich bei Gott in Erinnerung zu bringen und auf die prophetischen Worte, die in der Vergangenheit über einen ergangen sind, zu achten. Das hat die Manifestation der Verheißung und die Güte Gottes in Form von mehr Zeit zur Folge (vgl. Jesaja 38,2-5 i.V.m. 1.Timotheus 1,18-19a; 1.Timotheus 4,14).

Jesaja 38,2-5:
2 Da wandte Hiskia sein Angesicht zur Wand und betete zum HERRN 3 und sprach: Gedenke doch, HERR, wie ich vor dir in Treue und ungeteilten Herzens gewandelt bin und habe getan, was dir gefallen hat. Und Hiskia weinte sehr. 4 Da geschah das Wort des HERRN zu Jesaja: 5 Geh hin und sage Hiskia: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will deinen Tagen noch fünfzehn Jahre zulegen …

1.Timotheus 1,18-19a:
18 Diese Botschaft vertraue ich dir an, mein Sohn Timotheus, nach den Weissagungen, die früher über dich ergangen sind, damit du in ihrer Kraft einen guten Kampf kämpfst 19a und den Glauben und ein gutes Gewissen hast.

1.Timotheus 4,14:
14 Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist durch Weissagung mit Handauflegung der Ältesten.

Das Umdrehen von Johannes im Geistbereich umfasst eine horizontale Sichtweise, die auf die Bedeutung der Worte Gottes (Anm.: Prophetie – Verheißung) in der temporären Zeit sowie das sich in Erinnerung bringen vor Gott hinweist, da sich auch die Charakteristiken der sieben Gemeinden auf den irdischen Bereich beziehen und somit die temporäre Zeit berühren.

Der Grenzbereich von Offenbarungsebenen und Gottes Zeiten

Als Johannes an den geistlichen Grenzbereich der Offenbarungsebene eines übernatürlichen Botschafters gelangte, eröffnete ihm der HERR durch die gleiche Stimme, die zuvor zu ihm wie eine Posaune sprach, einen neuen Geistbereich, der mit der vertikalen Sicht des Apostels verbunden war.

Nun sah Johannes eine Tür im Himmel geöffnet und die Stimme, die er zuvor wie eine Posaune hörte (Anm.: der Klang der Ankündigung von Gottes Zeiten), forderte sein Geistwesen auf in einen höheren Geistbereich zu kommen (vgl. Offenbarung 4,1-2).

Offenbarung 4,1-2:
1 Danach sah ich, und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel, und die erste Stimme, die ich mit mir hatte reden hören wie eine Posaune, die sprach: Steig herauf, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll.
2 Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.

Dieser Geistbereich umfasst den Regierungssitz Gottes und die damit verbundenen geistlichen Bewegungen und Pläne. In einem prophetischen Kontext gesprochen, handelt es sich bei der Stimme, die wie eine Posaune sprach, um „den Botschafter der Zeiten Gottes“ (Anm.: Jesus Christus als das Alpha und Omega; vgl. Offenbarung 22,13). Die Zeiten Gottes sind aus der Ewigkeit an die temporäre Zeit gekoppelt.

Als Johannes nach oben blickte, sah er nicht nur in einen Offenbarungsbereich, der mit der temporären Zeit verbunden war, sondern in den Bereich des Zeitkörpers der Ewigkeit Gottes. Dieser steht mit der ewigen Regierung des HERRN im Zusammenhang.

Die zwei Blickrichtungen und der Fluss des Geistes

Beide Blickrichtungen (Anm.: nach hinten und nach oben) von Johannes kreieren die Sicht der Propheten Gottes, die immer aus der Sicht des Opfertodes Jesu agieren und prophezeien.

Hierbei ist es kein Zufall, dass das hebräische Wort „jôbēl“ für „Trompete/Posaune“ mit dem „Widder und dem dauerhaften Ertönen eines Horns (Anm.: Shofar)“ verbunden ist, „welches die Feste Gottes ankündigt“.

Weiterhin trägt dessen Wurzelwort „jābal“ die Bedeutung „richtig zu fließen; sinnvoll Dinge besonders mit Pracht zu übermitteln (Anm.: in Form von beeindruckend)“. (Anm.: Teilauszug aus der Strong‘s Konkordanz mit der Wortschlüsselnummer: H3104, H2986)

Anhand dieser Worterklärung wird deutlich, dass es im Interesse Gottes ist, prophetische Äußerungen in der Ordnung des Heiligen Geistes und aufs Sorgfältigste vonstatten gehen zu lassen (vgl. 1.Korinther 14,32-33a).

1.Korinther 14,32-33a:
32 Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan.
33a Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. …

Das Prinzip der sorgfältigen prophetischen Äußerung wird anhand der ersten Flusseinteilung deutlich.
Es war im Plan Gottes, dass der erste Fluss in Eden entsprang und dieser sich dann in dem von Gott vorherbestimmten Garten für Adam in vier Flüsse teilte, damit Adam durch seine Beziehung (Anm.: Garten) mit Gott, die Identität des ICH BIN – JAHWE (Anm.: Der Name „JAHWE“ setzt sich aus vier hebräischen Buchstaben zusammen. => „Jod, He, Waw, He“) reflektieren konnte.

1.Mose 2,10:
10 Und es ging aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilte sich von da in vier Hauptarme.

Diese vier Hauptarme sind eine Reflektion der Identität Gottes (Anm.: JAHWE) durch die Beziehung mit Jesus Christus in der Sohnschaft (Anm.: Garten).

Weiterhin ist es die Kraft des Heiligen Geistes, die aktiv wird und in einer vierfachen Weise (Anm.: repräsentiert durch die vier Hauptarme des Flusses) aus denen entspringt, die an Jesus Christus und sein Wort glauben (vgl. Johannes 7,38-39a).

Johannes 7,38-39a:
38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
39a Das sagte er aber von dem Geist, …

Persönlich bin ich davon überzeugt, dass es sich bei den Strömen des lebendigen Wassers von denen Jesus Christus sprach, um Flüsse aus einem Fluss handelt, weil es um die Offenbarung der Identität und der Präsenz des Gottes Israels geht, der zugleich unser himmlischer Vater ist (vgl. Römer 8,15).

Römer 8,15:
15 Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!

Es ist der Fluss der Sohnschaft in Christus, der die Identität des himmlischen Vaters trägt, so dass der Vater vor den Menschen in der Facette erscheint, in der er sich ihnen als Vater offenbaren möchte (vgl. Johannes 14,9b).

Johannes 14,9b:
… 9b Wer mich (Anm.: Jesus Christus) sieht, der sieht den Vater! …

Amen und Amen.

In Seiner Weisheit,

Daniel Glimm

In Psalm 119,163-165 ist folgendes zu lesen: “Lügen bin ich Feind, und sie sind mir ein Gräuel; aber dein Gesetz habe ich lieb. Ich lobe dich des Tages siebenmal um deiner gerechten Ordnungen willen. Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.“ (Anm.: im Englischen: Nichts ärgert sie oder bringt sie zum Straucheln.)

Beleidigung (Anm.: in Form von Verärgerung) ist normalerweise die emotionale Herausforderung unseres Lebens, die uns daran hindert, voranzukommen. So viele Menschen leben mit Verärgerung.

Im Leben von König David war er dem Tod nicht nur einen Schritt voraus, sondern fand auch den Schlüssel, um in seinem Leben voranzukommen, indem er jenseits der Verärgerung blieb.

Als Jesus Christus anfing, das Königreich durch seinen Dienst auf Erden voranzubringen, finden wir die gleiche Herausforderung in seinem Leben.
Johannes der Täufer schickte immer wieder seine Jünger, die von verschiedenen Pharisäern begleitet wurden, um seinen Dienst in Frage zu stellen. Sie wollten eine Erklärung seiner Werke und Handlungen. In Matthäus 11,1-6 ist zu lesen, „Und es begab sich, als Jesus diese Gebote an seine zwölf Jünger beendet hatte, dass er von dort weiterging, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.
Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“

Das Wort, das im Griechischen für „beleidigt“ (Anm.: in Form von Verärgerung) gebraucht wird, ist „skandalịzō”, was eine Falle oder ein Stolperstein bedeutet, der in den Weg gelegt wird. Das Substantiv, zu dem es gehört, bezieht sich auf den Köderstab einer Falle. Im Neuen Testament wird „skandalịzō” immer metaphorisch als das verwendet, was das rechte Verhalten oder Denken behindert, also das, was „zum Stolpern bringt“. Im Merriam-Webster Wörterbuch finden wir zu dem Wort „Verärgerung“ folgende Definition: „Das moralische oder göttliche Gesetz übertreten; sündigen, ein Gesetz oder eine Regel verletzen oder verfälschen; Schwierigkeiten, Unannehmlichkeiten oder Verletzungen verursachen; Abneigung, Wut oder Ärger verursachen; einen Vertrag verletzen, übertreten; Schmerzen oder Verletzungen hervorrufen; oder (eine Person oder Gruppe) dazu bringen, sich verletzt, wütend oder verärgert zu fühlen durch etwas, was gesagt oder getan wurde.“

Der Herr wusste, dass Stolpersteine in jedes unserer Leben kommen würden. Er ermutigte uns jedoch, den Weg mit ihm weiterzugehen.

Der Schlüssel zum Fortschritt liegt im Lobpreis! Lobpreis und Anbetung bringen Herrlichkeit!

Im ganzen Wort Gottes sehen wir, dass Gott im Lobpreis thront. Wir verherrlichen ihn durch unsere Anbetung. Deshalb sind Lobpreis und Anbetung unerlässlich, um die Herrlichkeit Gottes zu erfahren. Das Lob ist das Element der Verherrlichung, das uns in den Thronsaal Gottes bringen kann. Sobald wir im Thronsaal zu seinen Füßen sind, sollten wir ihn anbeten und verehren. Während wir ihn an diesem intimen Ort anbeten, beginnt er, uns seine Herrlichkeit zu offenbaren. Gott sucht nach wahren Anbetern, die „im Geist und in der Wahrheit“ anbeten (vgl. Johannes 4,24). Und wenn der HERR diese Anbeter findet, sind sie in der Lage, die Realität des Himmels zu erfahren, die die Herrlichkeit Gottes ist.

Es ist Zeit, lobend weiterzumachen!

Die Anbetung veranlasst uns, dass wir uns mit unserem Körper dankbar auf unseren Schöpfer zubewegen. „Lobpreis“ (hebr. „jādāh“) bedeutet, „Gott mit ausgestreckten Händen anzubeten. Mit erhobenen Händen verkünden wir den Wert Gottes, und wir danken ihm für alles, was er in unsere Hände gelegt hat.“ Wir finden dieses Konzept erstmals in der Bibel erwähnt, als Lea ihren vierten Sohn empfing und ihn Juda nannte, was Lob bedeutet. Als Jakob Juda anerkannte, sprach er seinen höchsten Segen über ihn und erklärte, dass sogar seine Brüder ihn loben würden. Er erklärte auch, dass Juda (Anm.: Lob) über alle seine Feinde mit königlicher Autorität (Anm.: das Zepter) und juristischer Autorität (Anm.: der Gesetzgeber) siegen würde. Das Wort „Juda“ bedeutet auch, „die Hand auszustrecken und einen Stein oder einen Pfeil auf den Feind zu werfen oder zu schießen.“ Somit ist das Lob eine Schlüsselwaffe des Geistes Gottes in unserem Leben.

Lob ist eine Antwort auf die Offenbarung Gottes von sich selbst!

Jedes Kind Gottes sollte sich im Lobpreis ausdrücken. Das menschliche Lob gegenüber dem heiligen Gott (Anm.: JAHWE) ist ein bedeutendes Thema im ganzen Wort Gottes. Das Lob drückt Gott gegenüber unsere Wertschätzung und unser Verständnis seines Wertes aus. Lobpreis sagt „Danke“ für jeden Aspekt der Natur Gottes. Das Lob erweitert unser Bewusstsein für den Charakter Gottes. „Lobpreis“ kommt von einem lateinischen Wort, das „Wert“ oder „Preis“ bedeutet. Wenn wir Gott loben, verkünden wir seinen Verdienst oder Wert für uns hier auf Erden.
Es existieren darüber hinaus weitere Worte, die mit dem Lobpreis in der Bibel zusammenhängen, darunter „Herrlichkeit“, „Segen“, „Danksagung“ und „Halleluja“. Das alles sollten Wege sein, auf denen wir unsere Liebe zu Gott zum Ausdruck bringen. Die Ordnung des Vaterunser in Lukas 11,2 ist wichtig: „Vater … geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.“ Zuerst lobte Jesus seinen himmlischen Vater, und dann stellte er seine Bitte.

Der Lobpreis Gottes versetzt uns in die richtige Stimmung, um zu beginnen, unsere Bedürfnisse an einen heiligen Vater zu verkünden. Mit ausgestreckten Händen können wir Gott so anbeten, dass unsere tägliche Versorgung freigegeben werden kann. Durch die Anbetung können wir sicher sein, dass unsere Versorgung immer rechtzeitig zu uns kommt. Lobpreis und Danksagung sind das Gegenteil von Sorge. Eine unserer größten Sorgen ist, dass unseren Bedürfnissen begegnet wird. Dies ist eine Zeit, um dankbar zu sein für alles, was Gott in unserem Leben tut. Wir sollten uns auf die Weise verhalten wie der eine Aussätzige, der zu Jesus zurückging und ihm für seine Heilung dankte. Diese Dankbarkeit brachte nicht nur Heilung, sondern Ganzheit hervor. Deshalb, lasst uns in der Vollkommenheit wandeln!

Um in den Lobpreis und die Anbetung einzutreten, bedarf es einen „Preis“ zu bezahlen. Dieser Eintritt ist mit Kosten verbunden, so dass wir vor einem grundlegenden Thema stehen, das mit verschiedenen Fragen im Zusammenhang steht:

• Werden wir uns dafür entscheiden, nur die Bemühungen anderer zu genießen, oder werden wir auf persönliche Weise in das Opfer des Lobpreises eintreten?
• Werden wir uns außerdem dafür entscheiden, dieses Opfer in guten Zeiten und in Zeiten der Prüfung anzubieten?

Wir müssen bereit sein, diese Kosten zu übernehmen, um die wahre Frucht unseres Lobpreises zu erfahren.

Es gibt vielleicht keine stärkere Waffe der Kriegsführung als Lobpreis und die Anbetung des HERRN.
Satan hasst unsere Anbetung, die wir Gott gegenüber geben aus vielen Gründen. Zum einen ist er neidisch auf unsere Anbetung. Er sehnt sich danach, es für sich selbst zu erlangen, mit allen Mitteln, die er kann. Zum anderen weiß er, dass die Waffe der Anbetung stark und effektiv ist. Hierbei kommt den Worten aus Psalm 149,5-9 eine besondere Bedeutung zu: „Die Heiligen sollen fröhlich sein und preisen und rühmen auf ihren Lagern. Ihr Mund soll Gott erheben; sie sollen scharfe Schwerter (Anm.: das Wort Gottes, vgl. Hebräer 4,12) in ihren Händen halten, dass sie Vergeltung üben unter den Heiden, Strafe unter den Völkern, ihre Könige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, dass sie an ihnen vollziehen das Gericht, wie geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja!“

Ein weiterer wichtiger Grund wird von Cindy Jacobs erklärt: „Wenn wir Gott loben, lebt oder tritt er in unsere Lobpreisungen ein, und seine Macht überwältigt die Macht des Feindes. Er ist ein mächtiger Gott, und Satan kann seine Stärke nicht erreichen. Das Licht wird die Dunkelheit zerstreuen, indem Gott in unser Lob eintritt.“ (Anm.: Teilauszug aus dem Buch „Die Tore des Feindes besetzen“)
Durch das Lob beginnt der HERR selbst, in unserem Namen zu kämpfen, um unseren Feind zum Schweigen zu bringen.

Möge der Gott des ganzen Friedens dich erobern und dich gesund machen. Mögen alle Beleidigungen/Verärgerungen, die du im Laufe der Jahre angesammelt hast, entfernt werden, und mögest du dich vor allen zukünftigen Verärgerungen schützen.

Gottes Segen,

Chuck D. Pierce
GZI Ministries