Als das Volk Israel Ägypten verließ, waren sie zuvor über einen langen Zeitraum und viele Generationen Sklaven der Ägypter (vgl. 2.Mose 12,40-41).
 
2.Mose 12,40-41:
40 Die Zeit aber, die die Israeliten in Ägypten gewohnt haben, ist vierhundertunddreißig Jahre.
41 Als diese um waren, an eben diesem Tage zog das ganze Heer des HERRN aus Ägyptenland.
 
Durch die Generationen hindurch wurden die Israeliten in Ägypten bedrückt und es wurde ihnen vom Pharao und dessen Gefolgschaft befohlen, was sie zu tun hatten.
 
Die Zeit der Herausforderung und Erfordernis der Gedankenerneuerung
 
Als Nachfolger Jesu ist es wichtig zu verstehen, dass Phasen der Herausforderung von Gott nicht dazu bestimmt sind, uns zu bedrücken, sondern uns in unserem Ewigkeitswesen zu formen, um zu der Person zu werden, die Gott bereits in seiner Allwissenheit sieht (vgl. Psalm 139,16 i.V.m. Jeremia 1,5).
 
Psalm 139,16:
16 Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.
 
Jeremia 1,5:
5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.
 
Die Zeitphase der Bedrückung des Volkes Israel war Teil des Verheißungsplanes Gottes, der mit der Phase der Befreiung endete, die wiederum mit großem Wohlstand für das Volk Israel verbunden war (vgl. 1.Mose 15,13-14 i.V.m. 2.Mose 3,21-22).
 
1.Mose 15,13-14:
13 Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, dass deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre.
14 Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen müssen. Danach sollen sie ausziehen mit großem Gut.
 
2.Mose 3,21-22:
21 Auch will ich diesem Volk Gunst verschaffen bei den Ägyptern, dass, wenn ihr auszieht, ihr nicht leer auszieht, 22 sondern jede Frau soll sich von ihrer Nachbarin und Hausgenossin silbernes und goldenes Geschmeide und Kleider geben lassen. Die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern anlegen und von den Ägyptern als Beute nehmen.
 
Das Bewusstsein der Israeliten war vom Sklaventum Ägyptens geprägt, und deshalb war es für sie erforderlich, ihre Gedanken gemäß der Verheißungen Gottes zu erneuern. Gott navigierte sie durch die Führung von Mose und Aaron schließlich aus der Sklaverei Ägyptens.
 
Eine Folge davon war, dass jeder einzelner Israelit lernen musste in seiner neuen Identität als freier Mensch zu leben. Darüber hinaus wurde das Volk Israel Gottes besonderes Eigentum und ein königliches Priestertum, das sich in einer Armeestruktur voranbewegte, die sich aus den zwölf Stämmen Israels zusammensetzte (vgl. 2.Mose 19,5-6a).
 
2.Mose 19,5-6a:
5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein.
6a Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. …
 
Jeder einzelne Israelit war deshalb gefordert, seine Gedanken bzw. sein Gewissen zu erneuern, um sich als freie Person unter der Führung von Mose in der Ordnung Gottes zu positionieren (vgl. Römer 12,2; Epheser 4,23 i.V.m. 2.Mose 13,18b).
 
Römer 12,2:
2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
 
Epheser 4,23:
23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn …
 
2.Mose 13,18b:
… 18b Und Israel zog wohlgeordnet aus Ägyptenland.
 
Die Ordnung Gottes und Beschneidung der Vorhaut des Herzens
 
Diese göttliche Ordnung erforderte die Erkenntnis eines jeden Israeliten, sich der Zugehörigkeit des jeweiligen Stammes Israels bewusst zu sein, um sich dementsprechend zu positionieren (vgl. 4.Mose 10,12a.13).
 
4.Mose 10,12a.13 (Neue Jerusalemer):
12a Da brachen die Israeliten von der Wüste Sinai auf, wie es die Ordnung für den Aufbruch vorsah, …
13 So brachen sie zum ersten mal auf, wie ihnen der HERR durch Mose befohlen hatte.
 
Die Anordnung der zwölf Stämme Israels umfasst diese Reihenfolge:
 
1. Juda
2. Issaschar
3. Sebulon
 
4.Ruben
5. Simeon
6. Gad
 
7. Ephraim
8. Manasse
9. Benjamin
 
10. Dan
11. Ascher
12. Naphtali.
 
Da diese Reihenfolge der Stämme Israels dreimal im Wort Gottes gleich angeführt ist und Prediger 4,12 sowie Matthäus 18,16.20 von der Wichtigkeit des Dreifaltigen spricht, können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei dieser Anordnung der Stämme Israels von Gottes offenbarender Wegweisung und Ordnung ausgehen (vgl. 4.Mose 2; 4.Mose 7,10-83; 4.Mose 10,11-28).
 
Um als Nachfolger Jesu in einem neuen Bewusstsein zu wandeln, ist es notwendig, dass man dem Heiligen Geist es erlaubt, die Vorhaut des Herzens beschneiden zu lassen (vgl. 5.Mose 30,6 i.V.m. Römer 2,29).
 
5.Mose 30,6:
6 Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst.
 
Römer 2,29:
… 29 sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Das Lob eines solchen ist nicht von Menschen, sondern von Gott.
 
In diesem Kontext betrachte ich die Vorhaut des Herzens als gemachte Erfahrungen, aus denen man Dinge konkludiert und dadurch ein falsches Gedankengerüst (Anm.: Schlussfolgerungen aufgrund negativer Erfahrungen) etabliert hat. Dieses Gedankengebilde und die damit verbundenen Vorannahmen halten einen davon ab, tiefer in die von Gott bestimmte Verheißung einzutreten.
 
Als das Volk Israel nach dem Tod von Mose als neue Führung Josua zugeteilt bekam und sich bereits im Land der Verheißung aufhielt, fand im Auftrag Gottes in Gilgal eine Beschneidung statt.
Diese Beschneidung war ein Zeichen der Abtrennung der Schande Ägyptens von den Israeliten, was mit der Abwendung von einem falschen Gedankengut (Anm.: z.B. des Sklaventums und des Versagens) gleichgesetzt werden kann (vgl. Josua 5,7-9).
 
Josua 5,7-9:
7 Ihre Söhne, die er an ihrer statt hatte aufwachsen lassen, beschnitt Josua; denn sie waren noch unbeschnitten und unterwegs nicht beschnitten worden.
8 Und als das ganze Volk beschnitten war, blieben sie an ihrem Ort im Lager, bis sie genesen waren.
9 Und der HERR sprach zu Josua: Heute habe ich die Schande Ägyptens von euch abgewälzt. Und diese Stätte wurde Gilgal genannt bis auf diesen Tag.
 
Die Beschneidung des Herzens hat zur Folge, dass die Augen des Herzens zum Vorschein kommen und erleuchtet werden. Dadurch ist man imstande, den jeweiligen Umstand, Personen und Umfeld, in dem man sich befindet, geistlich zu beurteilen und nicht nach der eigenen Erfahrung, Verletzung bzw. persönlicher Assoziation und Vorstellung zu bewerten (vgl. Epheser 1,18).
 
Epheser 1,18:
18 Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist …
 
Wenn wir jedoch nicht bereit sind, unser Gewissen erneuern zu lassen, hat das zur Folge, dass unsere Werke nicht die Frucht hervorbringen, die Gott in dieser Zeit durch uns hervorbringen möchte (vgl. Hebräer 9,14).
 
Hebräer 9,14:
… 14 um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!
 
Wenn man lediglich nach seinem eigenen Herzen geht und sich nicht dem göttlichen Beschneidungsprozess des Herzens hingibt, wird das Ergebnis nicht dem Willen Gottes entsprechen, weil das menschliche Herz eigensinnig ist (vgl. Jeremia 17,9).
 
Jeremia 17,9:
9 Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?
 
Die Ameise und der Neubeginn
 
In diesem Zusammenhang ließ mich der HERR eine Ameise sehen, deren Körper sich plötzlich in die Zahl „8“ verwandelte, welche ein deutlicher Hinweis auf eine „neue Zeit“ bzw. „einen Neubeginn“ ist.
 
Deshalb sehe ich es als keinen Zufall an, dass die Ameise eng mit dem Vorgang der Beschneidung verbunden ist, die wie bereits zuvor erwähnt zu einer neuen bzw. erweiterten Sicht im Herzen beiträgt. Die Ameise ist kein Alleingänger, sondern lebt in sogenannten Staaten (Anm.: Völkern).
 
Das hebräische Wort für „Ameise“ ist „nĕmālāh“ und trägt in seinem Wortstamm den Bezug zur Beschneidung. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „Ameise – nĕmālāh“ mit der Wortschlüsselnummer: 5331* und dessen weibliches Wurzelwort „nâmal – Beschneidung“ mit der Wortschlüsselnummer 5243 aus der Strong‘s Konkordanz).
 
Die Ameise ist in diesem Kontext ein Hinweis auf das selbstverantwortliche Wandeln in der Ordnung Gottes in Fleiß und Gemeinsamkeit, um mit einem richtigen Ernteverständnis Reichtum zur richtigen Zeit zu entwickeln sowie in der Verheißung Gottes zu wandeln (vgl. Sprüche 6,6.8 i.V.m. Sprüche 30,25).
 
Sprüche 6,6.8:
6 Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! …
… 8 so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.
 
Sprüche 30,25:
… 25 die Ameisen – ein schwaches Volk, dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise; …
 
Auch wenn wir als Gläubige in Christus in Situationen gelangen, die für uns herausfordernd erscheinen, ist es weise, sich der Hand Gottes zu unterstellen und ihm in allen Dingen zu vertrauen. Denn es ist Gott, der zur richtigen Zeit den Überblick gibt und zu Ehren bringt (vgl. 1.Petrus 5,6).
 
1.Petrus 5,6:
6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm
 

 

Ausgehend von den unterschiedlichen Bestimmungen von Heiligen unter dem Volk Gottes möchten wir auf die Bedeutung des Miteinanders in Bezug auf Beauftragung eingehen.

Beauftragung, Zusammengehörigkeit und die Aufgabe des Feuers Gottes

Anhand des Wortes Gottes wird die Beauftragung von zwei Personen für eine bestimmte Aufgabe deutlich und mehrfach erwähnt.
 
Zum Beispiel wird das Prinzip anhand der Aussendung der Jünger durch Jesus, die er jeweils zu zweit aussandte erkennbar. Dieses Prinzip der Beauftragung wird auch durch die Entsendung der 300 Füchse durch Simson deutlich (siehe Markus 6,7 i.c.w. Richter 15,4-5).
 
Markus 6,7:
7 Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie auszusenden je zwei und zwei, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister …
 
Richter 15,4-5:
4 Und Simson ging hin und fing dreihundert Füchse, nahm Fackeln und kehrte je einen Schwanz zum andern und tat eine Fackel je zwischen zwei Schwänze 5 und zündete die Fackeln an und ließ die Füchse in das Korn der Philister laufen und zündete so die Garben samt dem stehenden Korn an und Weinberge und Ölbäume.
 
Die Beauftragung der 300 Füchse durch Simson macht deutlich, dass es wichtig ist, im Bund Gottes und im Feuer des Heiligen Geistes voranzugehen (vgl. Offenbarung 4,5).
 
Offenbarung 4,5:
5 Und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, das sind die sieben Geister Gottes.
 
Es ist die Aufgabe des Feuers Gottes, sich unter anderem aufzuteilen, um durch die Weisheit Gottes mit größerer Offenbarung Zerstörung in das Feld des Feindes zu bringen (vgl. Apostelgeschichte 2,1-4).
 
Apostelgeschichte 2,1-4:
1 Und als der Pfingsttag (Anm.: Schawuot) gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.
2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
 
Die Aufteilung der Jünger durch Jesus führte dazu, dass aus den zwölf Aposteln sechs apostolische Teams wurden, die die Menschen aus der Dunkelheit (Anm.: bedrängende Umstände) befreiten.
 
Die Zuordnung der 300 Füchse durch Simson beinhaltete die Aufteilung der 300 Füchse in 150 feurige Teams.
 
Die Zahl „2“ und das Alleinsein
 
Die Zahl „2“ hat in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung, da sie aus dem „Alleinsein“ das „Zusammensein“ hervorruft. Darüber hinaus steht die Zahl „2“ mit dem Firmament in Verbindung, das von Gott am zweiten Tag erschaffen wurde, um den Bereich des Himmels zu offenbaren (vgl. 1.Mose 1,6-8).
 
1.Mose 1,6-8:
6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern.
7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.
8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.
 
Das göttliche „Alleinsein“ in Form von Vielfalt (Anm.: jeder Mensch ist einzigartig) wird durch die Kraft der Beauftragung Gottes in das Maß des himmlischen „Miteinanders“ umgewandelt, was durch die Zahlen „6“ (Anm.: sechs apostolische Teams) und „150“ (Anm.: 150 Paare von feurigen Füchsen) veranschaulicht wird.
 
Die Zahl 6 ist mit der Schöpfung der Menschheit verbunden und die Zahl 150 mit der Zunahme von der Gerechtigkeit Gottes (vgl. 1.Mose 1,27.31; 1.Mose 7,24).
 
1.Mose 1,27.31:
27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. …
31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
 
1.Mose 7,24:
24 Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage.
 
Kurz gesagt, diese Anordnung der „Einzigartigkeit“ in Zweisamkeit bedeutet die Bewegung des einen neuen Menschen in der Gerechtigkeit Gottes (vgl. Epheser 2,15).
 
Epheser 2,15 (Das Jüdische Neues Testament):
… 15 indem er in seinem eigenen Leib die Feindschaft zerstörte, die durch die Torah mit ihren Geboten in der Form von Ritualen hervorgerufen wurde. Er tat das, um in der Vereinigung mit sich selbst aus den zwei Gruppen (Anm.: messianische Juden und Christen aus den Heidenvölkern) eine einzige neue Menschheit zu schaffen und auf diese Weise Schalom zu schaffen, …
 
Das ist ein Paradoxon, denn jetzt sind zwei in einem vereint, so wie die Frau im Wesen des ersten Menschen verborgen war. Nur durch Christus Jesus kann das Miteinander zu einer Einheit werden (vgl. Epheser 5,31-32).
 
Epheser 5,31-32:
31 „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.“ (vgl. 1.Mose 2,24)
32 Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.
 
Die Bedeutung der Zuweisung in Form einer Beauftragung
 
Somit wird deutlich, dass gemäß dem Wort Gottes Zuweisungen in Form von Beauftragung bedeutend sind.

=> Eine Beauftragung ist ein Arbeitsprojekt, eine Aufgabe oder eine Verpflichtung, die zunächst einer Person übertragen wurde. Die Beauftragung kann aber auch aus Gründen der Zweckmäßigkeit und/oder der Qualitätsentwicklung an eine andere Person übertragen oder delegiert werden. (vgl. 1.Chronik 9,23; 1.Chronik 16,4; 1.Chronik 23,11).
Eine Beauftragung dient als Grenze, um die zugewiesene Person in ihrer Berufung und ihrem Aufgabenbereich zu schützen.
Auf die Weise wie der Dienst von Engeln nur einer nach dem anderen kommt sowie eine Aufgabe nach der anderen hat, so verhält es sich auch bei der Beauftragung von Heiligen.
Wenn jemand die vorgegebene Beauftragung Gottes ignoriert, gerät die betreffende Person in Schwierigkeiten, die hätten vermieden werden können. <= (Teilauszug aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 68)
 
Die apostolisch–prophetische Vereinigung
 
Im Zusammenhang mit der Entsendung der Jünger und der Füchse als Teams durch Jesus Christus und Simson kann man auch einen Hinweis auf die apostolisch–prophetische Koalition erkennen, so wie sie in Apostelgeschichte 8,9-11.14-24 erwähnt wird.
 
Ihr Zweck ist es, falsche Einflüsse in den Regionen zu bekämpfen und durch die Autorität der Salbung, die eng mit dem Amt des Apostels und Propheten verwoben ist, zu beseitigen.
 
Apostelgeschichte 8,9-11.14-24:
9 Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samaria in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes.
10 Und alle hingen ihm an, Klein und Groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird.
11 Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte. …
14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes.
15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen.
16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist.
18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an 19 und sprach: Gebt auch mir die Macht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange.
20 Petrus aber sprach zu ihm: Dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt.
21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott.
22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und flehe zum Herrn, ob dir das Trachten deines Herzens vergeben werden könne.
23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit.
24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt.
 
=> Der Begriff der apostolisch–prophetischen Vereinigung beinhaltet eine Vereinbarung, die auf der Übereinstimmung basiert, dass Apostel und Propheten sich vereinigen und kollaborieren, um die Fülle im Sinne von Qualität von Gottes Stärke, Charakter und Weisheit den Heiligen zu bringen. Solch eine Kooperation entwickelt sich normalerweise aus der Anerkennung und Verbindung der vorlaufenden Propheten mit den Aposteln, von denen sie zeugen.
 
Als Selbstverständlichkeit stellen vorlaufende Propheten die Apostel vor, für die ihre Mäntel von Gott gesandt wurden, um den Weg für sie zu ebnen. Von Abraham, dem Propheten, der den Weg für Mose den Shaliach (Anm.: Typ des Apostels im Tenach – hebräische Bibel) ebnete zu Johannes dem Täufer, der gesandt wurde, um die Spur für Jesus vorzubereiten (vgl. Markus 1,3). Nach diesem Muster des Neuen Testaments, nachdem Philippus der Evangelist ein Gebiet evangelisierte, gingen die Apostel und Propheten hinein, um zu lehren und Neubekehrte in Gottes Wahrheit zu festigen (vgl. Apostelgeschichte 8,4-24). Die Anfangsanordnung, der „zwei Apostel“ (vgl. Markus 6,7), wurde geändert, um wirksamere Teams (Anm.: Apostel und Prophet) zu bilden und zu senden.
 
Es sind die Botschaften der Apostel und Propheten, deren Offenbarungen von den drei weiteren Amtsträgern des fünffältigen Dienstes (Anm.: Evangelist, Hirte, Lehrer) in der Gemeinde Jesu verbreitet bzw. weitergeführt werden sollten.
 
Das Amt des Apostels und des Propheten sind dazu bestimmt, aktive Offenbarung, die von Gott empfangen wurde, auf die weiteren drei Amtsträger der Gemeinde Jesu zu verteilen, um es dem gesamten Leib Jesu zugänglich zu machen.
 
Jeder der drei genannten Amtsträger (Anm.: Evangelist, Hirte, Lehrer) verbreitet seinen Teil der apostolischen und prophetischen Offenbarungen innerhalb des Dienstes, den ihr Salbungsmantel betont bzw. umfasst.
 
Der Evangelist nutzt die Offenbarung, um eine Seele zu überzeugen, Jesus Christus als HERRN und Erlöser anzuerkennen.
 
Der Hirte nutzt die Offenbarung um zur Gemeindezugehörigkeit und Anwesenheit zu ermutigen.
 
Der Lehrer nutzt die Offenbarung, um Heilige zu schulen sowie in der Königreichskultur des HERRN zu festigen.
 
Was jedoch allen drei letztgenannten Amtsträgern im fünffältigen Dienst fehlt, ist die Berechtigung des unmittelbaren Aufsuchens des HERRN im Autoritätsbereich, der Aposteln und Propheten zusteht, die als erstgenannte Amtsträger dazu von Gott berechtigt sind, seine frischen Offenbarungen freizusetzen.<= (Teilauszug aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 61 und dem Buch „Divine Order For Spiritual Dominance“, Seite 10-11)
 
Die Charaktertypen des Apostels Petrus und Johannes
 
An dieser Stelle ist es hilfreich, die Charaktere des Apostels Petrus und Johannes zu verstehen.
 
Petrus wurde berufen, den Juden zu dienen – denen, die in der institutionellen Religion aufgewachsen sind. Der petrusähnliche Apostel scheint ein moderner Apostel zu sein, der unter anderem dazu berufen ist, der Gemeinde Jesu auf der Grundlage des Erlösungswerkes Jesu die biblische Denkweise zu lehren, die eine jüdische Denkweise beinhaltet (vgl. Matthäus 5,17).
 
Matthäus 5,17:
17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
 
Johannes war anders berufen. Der johannesähnliche Apostel ist ein moderner Apostel, der als „Diener der Liebe“ bezeichnet werden kann. Die größte Betonung im Leben des Apostels Johannes war die Liebe. Diese Eigenschaft eines apostolischen Vaters hat großen Einfluss auf den Leib Christi. Weiterhin war Johannes der Apostel, der große Offenbarung und tiefen Einblick in Gottes Herrschaftsbereich und geistlichen Abläufe erhielt (Anm.: Das Buch der Offenbarung).
 
Das bedeutet, dass Jesus als Haupt seines Leibes Heilige unter dieses zweifache apostolische Feuer stellt, um sie mit seinem Geist der Weisheit auszusenden. Dies befähigt sie, einen dynamischen Dienst im Leib Christi zu erfüllen, der zur Einheit durch das Feuer der Weisheit und Liebe führt, so dass die Welt erkennt, dass wir seine Jünger sind (vgl. Johannes 13,34-35).
 
Johannes 13,34-35:
34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
 
Um in der Zweisamkeit in Form eines Teams von Christus Jesus beauftragt zu sein, ist zuerst die Beziehung zum himmlischen Vater in seiner Sohnschaft ausschlaggebend, damit das persönlich Erlernte aus der Beziehung mit in das von Jesus festgelegte Team gebracht wird.
 
Die Zuweisung findet nicht nach persönlicher Präferenz bzw. Ermessen statt, sondern durch die Zuteilung des Heiligen Geistes.
 
Dieses Prinzip finden wir bei der Erwählung des Apostels Matthias, der anstelle von Judas durch das Los erwählt wurde und von dem es gefordert war, zuvor ein Begleiter Jesu und Zeuge seiner Auferstehung gewesen zu sein (vgl. Apostelgeschichte 1,20-22.24-26).
 
Apostelgeschichte 1,20-22.24-26:
20 Denn es steht geschrieben im Psalmbuch (vgl. Psalm 69,26; Psalm 109,8): „Seine (Anm.: Judas) Behausung soll verwüstet werden, und niemand wohne darin“, und: „Sein Amt empfange ein andrer.“
21 So muss nun einer von diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter uns ein- und ausgegangen ist 22 – von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, an dem er von uns genommen wurde –, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden.
… 24 und beteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst, zeige an, welchen du erwählt hast von diesen beiden, 25 damit er diesen Dienst und das Apostelamt empfange, das Judas verlassen hat, um an den Ort zu gehen, wohin er gehört.
26 Und sie warfen das Los über sie und das Los fiel auf Matthias; und er wurde zugeordnet zu den elf Aposteln.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Wenn Gott seinen Maßstab verstärkter offenbar macht, ruft er sein Volk auf eine höhere geistliche Ebene, wo er sich derzeit im Geist aufhält.
 
Die höhere Ebene und der Maßstab Gottes
 
Diese geistliche Ebene ist verbunden mit dem Sichtbarwerden seiner göttlichen Maßstäbe, die mehr von den Gläubigen in seiner Gemeinde und besonders von den Führungskräften (Anm.: Leitungen) inmitten seines Volkes fordert (vgl. Lukas 12,48b).
 
Lukas 12,48b:
… 48b Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.
 
Gottes Maßstab ist eng verbunden mit seiner herrlichen Gegenwart.
Diesbezüglich ließ mich der HERR wissen, dass seine Gegenwart sowie sein Standard sich niemals verändern und nicht davon abhängig ist, ob die Menschen auf Erden danach leben oder nicht (vgl. Jesaja 41,4; Hebräer 13,8).
 
Jesaja 41,4:
4 Wer tut und macht das? Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin es, der HERR, der Erste, und bei den Letzten noch derselbe.
 
Hebräer 13,8:
8 Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
 
Der Eintritt von Gottes Gegenwart und seines Standards in der temporären Zeit
 
Wenn sich Gott entschieden hat mit seiner Gegenwart und seinem damit verbunden göttlichen Standard als der Ewige in der temporären Zeit auf der Erde zu erscheinen, jedoch in seinem Volk bzw. unter den Menschen die Bereitschaft darin für diese Zeit zu leben nicht vorfindet, kann das schmerzhafte Konsequenzen mit sich bringen.
 
Der Prophet und Richter Samuel
 
Diesbezüglich wurde ich an die Zeit des Propheten Samuels erinnert, der von Gott als Prophet und Richter unter dem Volk Israel amtierte und die Standards des HERRN DER HEERSCHAREN (Anm.: JAHWE-ZEBAOTH), der über den Kerubim thront, mitteilte (vgl. 1.Samuel 4,4).
 
1.Samuel 4,4:
4 Da sandte das Volk nach Silo und ließ von dort holen die Lade des Bundes des HERRN Zebaoth, der über den Kerubim thront. Es waren aber die beiden Söhne Elis bei der Lade des Bundes Gottes, Hofni und Pinhas.
 
Die Teilung zwischen dem Propheten und Priester
 
Zur Zeit des Propheten Samuels existierten Missstände im Tempeldienst bzw. im Haus Gottes in Silo (Anm.: bedeutet „ruhen, Ort der Ruhe“). Diese Zustände wurden durch Hofni und Pinhas, die Söhne Elis, welcher der amtierende Hohepriester zu dieser Zeit war, hervorgerufen. Gegen diese Missstände unternahm der Hohepriester Eli keine wirksame Maßnahme (vgl. 1.Samuel 2,12-26; 1.Samuel 3,13), so dass sich Gott Samuel erwählte, um eine Teilung zwischen dem Priesterdienst und dem prophetischen Dienst durchzuführen (vgl. 1.Samuel 3,1-21).
 
Bis zur Zeit Samuels trugen die Priester den prophetischen Teil in sich und aktivierten ihn immer, wenn der Geist Gottes zu ihnen sprach. Da jedoch immer mehr Unheiligkeit im Priesterdienst zur Zeit Elis zunahm, musste Gott das Prophetische vom Priesterdienst trennen, um den Maßstab der Heiligkeit durch seine Propheten zu verdeutlichen.
 
Durch diese göttliche Separierung stellte der HERR die prophetische Institution durch den Propheten Samuel auf. Seine Aufgabe war es, Israels reine Anbetung wieder herzustellen und den beständigen Schutz gegen die zukünftigen, potentiellen Maßlosigkeiten der Priester zu geben.
Darin liegt die Begründung, warum der Dienst des Propheten in einem gewissen Maße (Anm.: in gesunder Art und Weise) „unabhängig“ ist, damit er als Gottes „Mundstück“ gesehen werden kann.
 
Diese Teilung zwischen den priesterlichen und prophetischen Funktionen diente vor allem der Aufrechterhaltung und Wirksamkeit der Heiligkeit im Volk Gottes.
 
Das Leben von Samuel ist ein gutes Beispiel für den heutigen prophetischen Dienst und die berufenen Propheten, die zu den verschiedenen Gemeinden gerufen sind. Samuel war ein geweihter Mann Gottes, der von Eli im Priesterdienst des Hauses Gottes gelehrt und geschult wurde. Er hielt sich im Zentrum der Offenbarung Gottes auf (vgl. 1.Samuel 3,3).
 
1.Samuel 3,3:
3 Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich gelegt im Heiligtum des HERRN, wo die Lade Gottes war.
 
DER HERR DER HEERSCHAREN und die Kerubim
 
Die Anmerkung im Buch Samuel auf den HERRN DER HEERSCHAREN, der über den Kerubim thront, ist ein Hinweis auf das kämpferische Wesen Gottes und den Standard seiner herrlichen Gegenwart. Die Begründung liegt darin, weil die Kerubim vollkommen aus Gold hergestellt und mit der Bundeslade Gottes verbunden sind (vgl. 2.Mose 25,18; 1.Könige 8,6), die die Gegenwart Gottes unter den Menschen repräsentiert.
 
2.Mose 25,18:
18 Und du sollst zwei Kerubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des Gnadenthrones, …
 
1.Könige 8,6:
6 So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz in den Chorraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Kerubim.
 
Die Kerubim
 
=> Der hebräische Name „Kerub“ bedeutet „Glanzerscheinung, Blitzesleuchten“. Der Plural des hebräischen Wortes ist „Kerubim“, was “Großer, Gewaltiger“ bedeutet.
Nach 1.Chronik 28,18 ist der Kerub das Bild des göttlichen Wagens, was an Hesekiel 1 und 10 erinnert, wo die Kerubim den lebendigen Wagen bilden, auf welchem der Gott Israels einher fährt (vgl. Psalm 18,11; 2.Samuel 22,11), auf denen er schwebt, um Gericht zu halten (vgl. Psalm 80,2; 1.Samuel 4,4; 2.Samuel 6,2). <= (Anm.: Teilauszug aus dem „Biblischen Namens-Lexikon“ von Abraham Meister, Seite 208)
 
Weiterhin sind die Kerubim die Wächter des Paradieses (vgl. 1.Mose 3,24) und die Träger des Thrones Gottes (vgl. Psalm 18,11; Hesekiel 10,1; Hesekiel 11,22).
 
1.Mose 3,24:
24 Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Kerubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
 
Psalm 18,11:
11 Und er fuhr auf dem Kerub und flog daher, er schwebte auf den Fittichen des Windes.
 
Hesekiel 10,1:
1 Und ich sah, und siehe, an der Himmelsfeste über dem Haupt der Kerubim glänzte es wie ein Saphir, und über ihnen war etwas zu sehen wie ein Thron.
 
Hesekiel 11,22:
22 Da schwangen die Kerubim ihre Flügel und die Räder gingen mit, und die Herrlichkeit des Gottes Israels war oben über ihnen.
 
Als Paradies wird der Ort im übernatürlichen Bereich angesehen, der die innige Gemeinschaft mit Gott dem Vater beinhaltet.
 
Das Hinweggehen der Gegenwart Gottes
 
Da es wie bereits erwähnt in Silo aufgrund der Söhne von Eli zu Missständen im Haus Gottes kam und dagegen nichts unternommen wurde, entschied sich Gott für eine gewisse Zeit mit seiner Gegenwart sich aus Israel zu entfernen, indem er einen Krieg der Philister gegen sein Volk zuließ, was zur Folge hatte, dass die Söhne Elis starben und die Bundeslade (Anm.: Symbol für die Gegenwart und den Maßstab/Standard Gottes) von den Philistern geraubt wurde. Aufgrund dessen starb auch Eli als er hörte, dass man die Bundeslade geraubt hatte (vgl. 1.Samuel 4,17-18).
 
1.Samuel 4,17-18:
17 Da antwortete der Bote: Israel ist geflohen vor den Philistern und das Volk ist hart geschlagen und deine beiden Söhne, Hofni und Pinhas, sind tot; und die Lade Gottes ist weggenommen.
18 Als er aber von der Lade Gottes sprach, fiel Eli rücklings vom Stuhl an der Tür und brach seinen Hals und starb, denn er war alt und ein schwerer Mann. Er richtete aber Israel vierzig Jahre.
 
Da das Volk Gottes in Silo nicht nach dem Standard Gottes lebte, obwohl der HERR sich mit seiner Gegenwart und seinem Maßstab unter ihnen befand, brachte er inmitten des Ortes der Ruhe (Anm.: Silo) eine große Unruhe. Sein Ziel bestand hierbei darin das Volk aufzuwecken, damit es wieder entsprechend seines göttlichen Standards leben würde.
 
Der Raub der Bundeslade
 
Gott hatte mit dem Umstand des Raubes der Bundeslade durch die Philister kein Problem, da seine Gegenwart und seine Maßstäbe sich niemals ändern. Das bedeutete für die Philister, die die Bundeslade raubten, dass Gott auch ihnen die Möglichkeit gab, ihn als den Gott Israels zu erkennen.
Doch die Philister entschieden sich die Gegenwart Gottes (Anm.: Bundeslade) in ihren Tempel nach Aschdod zu bringen, wo sie ihren Gott Dagon verehrten (vgl. 1.Samuel 5,2).
 
1.Samuel 5,2:
2 Dann nahmen sie die Lade Gottes und brachten sie in das Haus Dagons und stellten sie neben Dagon.
 
Die Konfrontation durch die Gegenwart Gottes
 
Da der Gott Israels Geist ist (vgl. Johannes 4,24a) und Dagon die Gottheit der Philister war, die sie anbeteten, fand eine Konfrontation im übernatürlichen Bereich mit dem dunklen Fürstentum „Dagon“ statt, so dass dieser vom Gott Israels, dem HERRN DER HEERSCHAREN über Nacht gerichtet wurde.
 
Johannes 4,24a:
24 Gott ist Geist, …
 
Diese übernatürliche Konfrontation hatte im irdischen Bereich zu Folge, dass die Götzenskulptur des Dagon am nächsten Morgen im Tempel vornüber gefallen war und auf seinem Gesicht vor der Lade Gottes lag (vgl. 1.Samuel 5,3).
 
1.Samuel 5,3:
3 Und als die Leute von Aschdod am andern Morgen sich früh aufmachten und in das Haus Dagons kamen, sahen sie Dagon auf seinem Antlitz liegen auf der Erde vor der Lade des HERRN. Und sie nahmen Dagon und stellten ihn wieder an seinen Ort.
 
Trotz dieses Ereignis stellten die Philister ihren Götzen wieder aufrecht hin, so dass der Gott Israels wieder über Nacht das dunkle Fürstentum, dem sie dienten, richtete. Am nächsten Morgen fanden die Philister die Statur ihrer Gottheit zerbrochen am Boden liegen, wobei der Kopf (Anm.: Planungszentrale des Bösen) und die Hände (Anm.: Handlungsfähigkeit des Bösen) vom Körper abgeschlagen waren (vgl. 1.Samuel 5,4).
 
1.Samuel 5,4:
4 Aber als sie am andern Morgen sich wieder früh aufmachten, fanden sie Dagon abermals auf seinem Antlitz auf der Erde vor der Lade des HERRN liegen, aber sein Haupt und seine beiden Hände abgeschlagen auf der Schwelle, sodass der Rumpf allein dalag.
 
Durch diese Konfrontation machte der Gott Israels deutlich, wer der wahre Gott ist und gab somit selbst den Philistern die Möglichkeit sich unter seine Herrschaft zu stellen, was sie jedoch in ihren eigenen Vorstellungen lebend ablehnten.
 
Die Beulen und der Fresser
 
Da die Philister die Bundeslade/Gegenwart Gottes nicht zurück nach Israel brachten, sondern diese anstelle dessen in fünf verschiedene Städte (Anm.: Aschdod, Gaza, Aschkelon, Gat, Ekron) schickten, wurden alle Einwohner der jeweiligen Regionen mit Beulen geschlagen und ihre Ernte durch Mäuse vernichtet (vgl. 1.Samuel 5,6).
 
1.Samuel 5,6:
6 Aber die Hand des HERRN lag schwer auf den Leuten von Aschdod, und er brachte Verderben über sie und schlug sie mit bösen Beulen, Aschdod und sein Gebiet.
 
Die Rücksendung der Bundeslade
 
Das hatte zur Folge, dass die Fürsten der Philister vorhatten die Bundeslade zum Volk Israel zurückzuschicken. Diesbezüglich gingen sie zu ihren Priestern und Wahrsagern, um sie zu befragen, wie sie weiter verfahren sollten (vgl. 1.Samuel 5,11; 1.Samuel 6,2).
 
1.Samuel 5,11:
11 Da sandten sie hin und versammelten alle Fürsten der Philister und sprachen: Sendet die Lade des Gottes Israels zurück an ihren Ort, damit sie mich und mein Volk nicht töte. Denn es kam ein tödlicher Schrecken über die ganze Stadt; die Hand Gottes lag schwer auf ihr.
 
1.Samuel 6,2:
2 Und die Philister beriefen ihre Priester und Wahrsager und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des HERRN machen? Lasst uns wissen, wie wir sie an ihren Ort senden sollen!
 
Daraufhin antworteten die Priester und Wahrsager der Philister, dass sie die Bundeslade Gottes nicht ohne eine Gabe in Form eines Sühnegeschenks zurücksenden sollten.
 
Das Sühnegeschenk beinhaltete fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse, entsprechend der Anzahl der Philisterfürsten. Diese Abbilder der Beulen und der Mäuse sollten dazu dienen, dem Gott Israels ihren Irrtum zu bekennen und dadurch die Ehre zu erweisen (vgl. 1.Samuel 6,4-5)!
 
1.Samuel 6,4-5:
4 Sie aber sprachen: Was ist die Sühnegabe, die wir ihm geben sollen? Sie antworteten: Fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse nach der Zahl der fünf Fürsten der Philister, denn es ist ein und dieselbe Plage gewesen über euch alle und über eure Fürsten.
5 So macht nun Abbilder eurer Beulen und eurer Mäuse, die euer Land zugrunde gerichtet haben, dass ihr dem Gott Israels die Ehre gebt. Vielleicht wird seine Hand leichter werden über euch und über euren Gott und über euer Land.
 
Es ist kein Zufall, dass die Philister auf den Rat ihrer Priester und Wahrsager zweimal die Zahl „5“ in ihr Sühnegeschenk eingearbeitet haben, da diese ein Hinweis auf die Gnade Gottes im Himmel und auf Erden ist.
 
=> Die Zahl „5“ ist eine wirksame Zahl. Sie zählt zu der Wirkung von Gnade, die sich manifestiert und durch die Hand Gottes in einem Leben oder Dienst umgesetzt wird. Das ist so, weil alles, was der HERR tut, frei bereitgestellt ist und nicht durch irdische Währung gekauft werden kann. Es ist eine Gabe von Gnade. <= (Anm.: Teilauszug aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 221; 222)
 
Folglich ist die Gnade Gottes nicht billig, sondern vielmehr kraftvoll, die dazu anleitet, ein reines und heiliges Leben zu führen sowie Gottes Eigentum zu sein, das gute Werke hervorbringt (vgl. Titus 2,11-14).
 
Titus 2,11-14:
11 Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen 12 und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben 13 und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, 14 der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
 
=> Die Zahl „5“ gleicht hauptsächlich der Handsymbolik und repräsentiert die Ausführung eines Gelöbnisses für den HERRN. Weiterhin gilt sie teilweise für einen opfernden Dienst.
Die Zahl „5“ weist auf ein Versprechen von Hingabe hin, das durch die Kraft in den Händen von jemand anderem ausgedrückt wird (Anm.: Handdrücken), um etwas zu vollziehen. Handsymbolik kennzeichnet hauptsächlich den Tenach und ist in das Neue Testament durch den Apostel Paulus in seiner Präsentation der Ämter des fünffältigen Dienstes in die neutestamentliche Gemeinde gebracht worden.
 
Im Tenach weisen bereits die Stiftshütte und der Tempel auf die Handerfüllung der neutestamentlichen Gemeinde hin. Die Stiftshütte hatte fünf Säulen, um die Struktur zu stützen und der Tempel verfügte über ein Fünfeck im Eingangsbereich (vgl. 2.Mose 26,37; 1.Könige 6,31). Somit sind Dienste der Amtsträger, Ältesten und Leiter dort angedeutet (vgl. Epheser 4,11 i.V.m. Galater 2,9; Offenbarung 3,12). <= (Anm.: Teilauszug aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 221; 222)
 
Der neue Wagen und die Bundeslade
 
Im Zusammenhang mit der Rückführung der Bundeslade stellten die Philister auf den Rat ihrer Priester und Wahrsager einen neuen Wagen her. Vor diesen wurden zwei säugende Kühe gespannt, auf die noch nie ein Joch gelegt worden war. Auf den neuen Wagen stellten sie die Bundeslade des Gottes Israels und sandten sie so zurück zum Volk Israel.
 
Da es sich um säugende Kühe handelte, die den Wagen zogen, blökten diese vor Schmerzen, weil ihre Euter voller Milch waren. Ihr Blöken wurde der Klang der Ankündigung von der Rückkehr der Gegenwart Gottes unter dem Volk Israel, das von allen Menschen in ihrer Umgebung gehört wurde.
 
Letztendlich war es die Bestimmung dieser zwei Kühe zum Brandopfer in der Region von Bet-Schemesch (Anm.: Haus der Sonne => Haus der Herrlichkeit Gottes) für den Gott Israels zu werden.
 
In Bet-Schemesch kamen zwei Arten von Ehrerbietung gegenüber dem Gott Israels zur Geltung, nämlich das Sühneopfer der Philister und das Lobopfer der Leute von Bet-Schemesch (vgl. 1.Samuel 6,12-18).
 
1.Samuel 6,12-18:
12 Und die Kühe gingen geradeswegs auf Bet-Schemesch zu, immer auf derselben Straße, und brüllten immerfort und wichen weder zur Rechten noch zur Linken; und die Fürsten der Philister gingen ihnen nach bis zum Gebiet von Bet-Schemesch.
13 Die Leute von Bet-Schemesch aber schnitten eben den Weizen im Grund, und als sie ihre Augen aufhoben, sahen sie die Lade und freuten sich, sie zu sehen.
14 Der Wagen aber kam auf den Acker Joschuas von Bet-Schemesch und stand dort still. Und dort lag ein großer Stein. Da spalteten sie das Holz des Wagens und opferten die Kühe dem HERRN zum Brandopfer.
15 Die Leviten aber hoben die Lade des HERRN herab samt dem Kästlein, das daneben stand und worin die Dinge aus Gold waren, und stellten sie auf den großen Stein. Und die Leute von Bet-Schemesch opferten dem HERRN am selben Tage Brandopfer und Schlachtopfer.
16 Als aber die fünf Fürsten der Philister das gesehen hatten, zogen sie am selben Tage wieder nach Ekron.
17 Dies sind die goldenen Beulen, die die Philister dem HERRN als Sühnegabe erstatteten: für Aschdod eine, für Gaza eine, für Aschkelon eine, für Gat eine und für Ekron eine; 18 und goldene Mäuse nach der Zahl aller Städte der Philister unter den fünf Fürsten, der festen Städte und der Dörfer. Und Zeuge ist der große Stein, auf den sie die Lade des HERRN gestellt hatten. Er liegt bis auf diesen Tag auf dem Acker Joschuas von Bet-Schemesch.
 
Fazit
 
Anhand dieser Botschaft wird deutlich, dass Gott uns als sein Volk auffordert entsprechend seines geforderten Standards in dieser Zeit zu leben, was die Beachtung (Anm.: Nachfolge in Taten) seiner Weisung, seiner Ordnung und seines Wortes beinhaltet.
 
Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass es bei Gott kein Ansehen der Person gibt, sondern er gemäß dessen handelt, was seinen Prinzipien und Maßstäben entspricht (vgl. Römer 2,11).
 
Römer 2,11:
11 Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.
 
Gott hat keine Freude am Tod des Gottlosen, was der Grund ist, warum er möchte, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (vgl. Hesekiel 33,11a-b i.V.m. 1.Timotheus 2,4).
 
Hesekiel 33,11a-b:
11a-b So sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. …
 
1.Timotheus 2,4:
… 4 welcher (Anm: Gott) will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
 
Diese Vorgehensweise Gottes, wie er bei den Philistern handelte, soll ein Hinweis darauf sein, wie gütig er ist. Gott hat nicht zuerst die Philister gerichtet, sondern er erschütterte die böse Macht, unter der sie lebten.
 
Als sie dem Aufruf seiner Güte in ihrem Eigenwillen nicht folgen wollten, erschütterte Gott nochmals ihre vermeintliche Gottheit, welche mit dem Geistbereich vor Ort verbunden war (vgl. Epheser 2,2).
 
Epheser 2,2:
… 2 in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams.
 
Erst als die Philister diesem Eingriff des Gottes Israels keine Beachtung schenkten, fing er an ihre Körper (Anm.: persönliche Existenz) und ihre Wirtschaftsfelder (Anm.: Existenzgrundlage) zu erschüttern.
 
Dadurch verdeutlichte Gott den Philistern, dass er der einzige wahre Gott ist, von dem alles kommt, was durch die Weisung der Priester und Wahrsager der Philister bestätigt wurde (vgl. Lukas 19,40).
 
Lukas 19,40:
40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.
 
Demzufolge wird deutlich, dass an dem Ort, wo sich der Gott Israels mit seiner Gegenwart befindet, sein Standard sichtbar wird. Das kann mit Erschütterung verbunden sein, wenn sich Menschen bewusst entscheiden, nicht gemäß seinem Standard zu leben. Dort, wo Menschen entsprechend seinem Standard leben, verdichtet sich seine Gegenwart als auch sein Segen (Anm.: gemäß der zugeteilten Bestimmung durch Gott).
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm