Mit dem richtigen biblischen Zeitverständnis ist es möglich, dazu beizutragen, dass die betreffenden Heiligen im Volk Gottes, die danach verlangen im Zentrum des Willens Gottes zu wandeln, in den richtigen Augenblick Gottes hineingeführt werden.
 
Anhand von 1.Chronik 12,33 wird deutlich, dass das richtige biblische Zeitverständnis dazu dient, dass die jeweiligen Heiligen in die richtige Umsetzung von Dingen innerhalb der temporären Zeit geführt werden.
 
1.Chronik 12,33:
… 33 der Männer von Issaschar, die erkannten und rieten, was Israel zu jeder Zeit tun sollte, 200 Hauptleute, und alle ihre Brüder folgten ihrem Befehl; …
 
Daraus resultiert, dass es zu den richtigen Ergebnissen in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes kommt.
 
Das biblische Verständnis des Zeitpunktes Gottes
 
Der geistliche Raum des biblischen Verständnisses über den richtigen Augenblick Gottes kann mit dem Zelt der Begegnung gleichgesetzt werden, dass Mose aufrichtete, während sich das Volk Israel im Lager in seinen Zelten befand (vgl. 2.Mose 33,7a).
 
2.Mose 33,7a:
7 Mose nun nahm ⟨jeweils⟩ das Zelt und schlug es sich außerhalb des Lagers auf, fern vom Lager für sich, und nannte es: Zelt der Begegnung. …
 
Diese Art von Zelt trug den geistlichen Charakter der Begegnung mit Gott. Das an dieser Stelle für „Zelt“ verwendete hebräische Wort ist „‘ōhäl“, was ein „Zelt“ meint, „das deutlich als solches aus der Ferne erkennbar ist“. Das hebräische Wurzelwort von „‘ōhäl – Zelt“ ist „‘āhal“ und bedeutet „ein Zelt aufschlagen, zelten“ oder „hell scheinen“. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu den hebräischen Worten „‘ōhäl“ und „‘āhal“ mit der Wortschlüsselnummer: 171, 170, 169*)
 
Darüber hinaus umfasst die Namensgebung des „‘ōhäl – Zeltes“ durch Mose den Zeitpunkt der Begegnung mit Gott. Das wird anhand des hebräischen Wortes „mô’ēd” für „Begegnung“ deutlich, was auch „Zusammenkunft, Festzeit, Verabredung, bestimmte Zeit“ bedeutet.
 
Außerdem umfasst es „die Zusammenkunft mit den richtigen Personen zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu den hebräischen Worten „mô’ēd“ mit der Wortschlüsselnummer: 4227)
 
Der Empfang von strategischer Offenbarung wird ermöglicht, die in das jeweilige Leben eines Heiligen implementiert wird, um die richtige Sache, also den Plan Gottes im sichtbaren Bereich umzusetzen.
 
Da Mose das Zelt außerhalb des Lagers Israel aufrichtete, wird deutlich, dass er die Zeitpunkte Gottes, die jedes Jahr in der Zukunft lagen verstand. Es war ihm ein Anliegen, diese in der Zukunft des Volkes Israel zu positionieren, um ihnen die Möglichkeit zu geben in den für sie von Gott vorherbestimmten Zeitpunkt einzutreten und dadurch offenbarende Strategie für ihr Leben in Empfang zu nehmen. Dadurch waren die Israeliten auf dem Weg den Plan Gottes, der sich in ihrer Zukunft befand in die Gegenwart ihres Lebens zu implementieren (vgl. 2.Mose 33,7b).
 
2.Mose 33,7b:
… 7b Und es geschah, jeder, der den HERRN suchte, ging zum Zelt der Begegnung (Anm.: Bereich der Zukunft) außerhalb des Lagers (Anm.: Bereich der Vergangenheit und Gegenwart) hinaus.
 
Der Plan Gottes wird dadurch umgesetzt, wenn sich das Volk Gottes darüber im Klaren ist, welche Festzeit Gottes innerhalb eines biblischen Jahres bevorsteht und dementsprechend darauf vorbereitet ist. Wir bereiten uns auf diese Zeitfenster vor, um zu der jeweiligen Festzeit die Gegenwart Gottes in ihrer jeweiligen Charakteristik zu ehren und zu feiern.
 
Das beinhaltet die Verheißung Gottes, die sich noch in der Zukunft befindet, in die Gegenwart der temporären Zeit zu bringen, so dass es zur Begegnung mit der Verheißung kommt, um diese zu genießen und sich darin weiter auszubreiten.
 
Durch das Aufsuchen des Zeltes der Begegnung trat jeder einzelne des Volkes Israel, der sich dort aufhielt in den von Gott festgelegten Zeitpunkt ein, der mit ihrer Verheißung in Verbindung stand.
 
Zudem kann man sagen, dass sobald sich eine Person in das Zelt begab, diese sich plötzlich unter der Abdeckung des dunklen Firmaments mit den leuchtenden Sternen aufhielt. Daraus folgte, dass „die Stimme“ aus dem Areal der Söhne Gottes, der den Bereich der Engel umfasst in ihrem Herzen Resonanz fand. Es gab dem einzelnen die feste Zuversicht, von der Verheißung Gottes ummantelt zu sein (vgl. Hiob 38,7; Psalm 19,2 i.V.m. 1.Mose 15,5; Psalm 18,12a).
 
Hiob 38,7:
… 7 als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne?
 
Psalm 19,2:
2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.
 
1.Mose 15,5:
5 Und er hieß ihn (Anm.: Abram/Abraham) hinausgehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!
 
Psalm 18,12a:
12a Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt; …
 
Das wird anhand des hebräischen Wortes für „mô’ēd – Begegnung“ deutlich, was erstmalig in 1.Mose 1,14 im Zusammenhang mit den Sternen am Firmament in Form von „Zeichen“ erwähnt wird.
 
1.Mose 1,14:
14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen (hebr. „mô’ēd“), Zeiten, Tage und Jahre …
 
Jeder biblische Monat trägt eine Frucht also eine Kapazität von Gottes Verheißung, die er in die jeweiligen Monate hineingelegt hat und die es für uns gilt, gemäß seinem Maßstab zu entwickeln.
 
Wenn wir als Gerechte im Bereich seines Geistes der Weisheit und Offenbarung verwurzelt sind, der einem Flussbett mit seinen zwei Uferseiten gleicht, sind wir in der Lage durch die Führung Gottes aus jedem Monat die Verheißung für den jeweiligen Zeitraum herauszukristallisieren (vgl. Jeremia 17,7-8 i.V.m. Offenbarung 22,2).
 
Jeremia 17,7-8:
7 Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist.
8 Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.
 
Offenbarung 22,2:
… 2 mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
 
Um den Moment Gottes in seiner Fülle zu verstehen und den Segen daraus zu genießen, sollten wir uns als sein Volk mit den biblischen Monaten vertraut machen sowie die drei von Gott angeordneten biblischen Feste anerkennen und diese in der Freiheit des Glaubens feiern.
 
Die drei von Gott angeordneten biblischen Feste
 
Bei diesen drei Festen handelt es sich um:
 
  1. Pessach (Anm.: Feiert das Blut des Lammes; vgl. 3.Mose 23,4-8)
  2. Schawuot/Pfingsten (Anm.: Feiert Gottes physische Versorgung => Weizengabe; vgl. 3.Mose 23,15-17; Gottes offenbarende Versorgung => Übergabe der Thora - Lehre Gottes auf dem Berg Sinai; vgl. 2.Mose 19,1ff.) und die Versorgung des Heiligen Geistes => Pfingsten/Kraft aus der Höhe; vgl. Apostelgeschichte 2,1ff.)
  3. Sukkot/Laubhüttenfest (Anm.: Feiert die Herrlichkeit Gottes; vgl. 3.Mose 23,33-36.39-43).
 
Zu diesen drei Festzeiten sollten gemäß der Anordnung Gottes die Männer des Volkes Israel (Anm.: Symbol für Autorität und Verantwortlichkeit) nie mit leeren Händen vor ihm erscheinen (vgl. 2.Mose 23,14-17; 2.Mose 34,23-24; 5.Mose 16,16-17).
 
2.Mose 23,14-17:
14 Dreimal im Jahr sollt ihr mir ein Fest feiern: 15 Das Fest der Ungesäuerten Brote sollst du so halten, dass du sieben Tage ungesäuertes Brot isst, wie ich dir geboten habe, im Monat Abib, denn zu dieser Zeit bist du aus Ägypten gezogen – erscheint aber nicht mit leeren Händen vor mir! –, 16 und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Früchte, die du auf dem Felde gesät hast, und das Fest der Lese am Ausgang des Jahres, wenn du den Ertrag deiner Arbeit eingesammelt hast vom Felde.
17 Dreimal im Jahre soll erscheinen vor dem HERRN, dem Herrscher, alles, was männlich ist unter dir.

2.Mose 34,23-24:
23 Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, erscheinen vor dem Herrscher, dem HERRN, dem Gott Israels.
24 Denn ich werde die Heiden vor dir ausstoßen und dein Gebiet weit machen und niemand soll dein Land begehren, während du dreimal im Jahr hinaufgehst, um vor dem HERRN, deinem Gott, zu erscheinen.

5.Mose 16,16-17:
16 Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist in deiner Mitte, vor dem HERRN, deinem Gott, erscheinen an der Stätte, die der HERR erwählen wird: zum Fest der Ungesäuerten Brote, zum Wochenfest und zum Laubhüttenfest. Sie sollen aber nicht mit leeren Händen vor dem HERRN erscheinen, 17 sondern ein jeder mit dem, was er zu geben vermag, nach dem Segen, den dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.
 
Als Volk Gottes dürfen wir verstehen, dass Gott im geistlichen sowie im natürlichen Bereich Zeitfenster zur Verfügung gestellt hat, die das Potential tragen, neues Leben zu spenden, um somit neues Leben in Jesus Christus im Verborgenen in Empfang zu nehmen, damit es zum richtigen Zeitpunkt durch die „Geburt“ hervorgebracht wird.

Um in den Segnungen Gottes und der Gebietserweiterung für diese Zeit leben zu können (vgl. 2.Mose 34,23-24), ist es ratsam, die festgelegten biblischen Zeitfenster der Feste Gottes und die biblischen Monate richtig zu verstehen.
 
Durch das richtige Verständnis der biblischen Feste sowie die Anerkennung dieser Zeitfenster und der jeweiligen biblischen Monate innerhalb eines jeden Jahres kreieren wir auf der Grundlage des Glaubens einen Bereich der Verheißung und Treue.

Diese Feiern der biblischen Feste sollten nicht aus religiöser Gesetzlichkeit geschehen, sondern aus aufrichtigem Herzen im Glauben (Anm.: wahrhaftige Beziehung mit Gott durch Jesus Christus unter der Führung des Heiligen Geistes). Es wird dabei möglich, sich von der griechischen Kultur, gesellschaftlicher Prägung in der Welt und dem Humanismus loszusagen, um das Wort Gottes in seiner Fülle zu erfahren.

Doch bevor wir als Volk Gottes geisterfüllt bzw. im Glauben die biblischen Feste feiern, ist es unabdingbar, dass wir durch das gesamte Jahr hindurch persönlich Zeit mit dem himmlischen Vater verbringen, um potentiellen geistlichen Samen in das Zeitfenster des gemeinsamen Feierns mit Gott zu bringen, so dass uns der Vater geistliches bzw. wahres Leben zuteilen kann.
 
Das ist der Grund, warum die Männer zu den drei biblischen Festen (Anm.: Pessach, Schawuot, Sukkot) nicht mit leeren Händen vor Gott erscheinen sollten, weil diese Zeit einen „weiblichen Charakter“ von Fruchtbarkeit trägt.
 
Darüber hinaus kommt der Bereich der Verheißung Gottes einem Baldachin gleich, der sich über unserem Leben erstreckt und in dem sich das dunkle Firmament mit seinen leuchtenden Sternen befindet. Dieser Bereich ist die Sphäre, in die auch unser Vorvater des Glaubens Abraham schaute und die Verheißung Gottes hörte (vgl. 1.Mose 15,15).
 
1.Mose 15,5:
5 Und er hieß ihn (Anm.: Abram/Abraham) hinausgehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!
 
Deshalb lasst uns mit Zuversicht in das Zelt der Verheißung Gottes eintreten und seine Zeiten und Feste verstehen, um mit einer größeren Kapazität seiner Verheißung in der Gnade voranzugehen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Der HERR möchte für uns als sein Volk, dass wir den jeweiligen geistlichen Raum verstehen lernen, um zu erkennen, auf welche Weise sich der HERR uns gegenüber offenbaren möchte (vgl. Epheser 2,4-6).
 
Epheser 2,4-6:
4 Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden –; 6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel (Anm.: an himmlische Orte) in Christus Jesus, …
 
Das Ablegen des „Goldes“
 
Aus 2.Mose 33 können wir entnehmen, dass das Volk Israel, nachdem sie das goldene Kalb durch Aaron aufrichten ließen, gemeinsam anbeteten, obwohl Gott seinem Volk etwas anderes anordnete. Sie sollten ihn nach drei Tagen in der Wüste anbeten, jedoch entschieden sie sich dazu ihr Gold abzulegen, bevor Gott sie anwies das zu tun (vgl. 2.Mose 3,18 i.V.m. 2.Mose 33,1-5).
 
2.Mose 3,18b:
… 18b Danach sollst du mit den Ältesten Israels hineingehen zum König von Ägypten und zu ihm sagen: Der HERR, der Gott der Hebräer, ist uns erschienen. So lass uns nun gehen drei Tagereisen weit in die Wüste, dass wir opfern dem HERRN, unserm Gott.
 
2.Mose 33,1-5:
1 Der HERR sprach zu Mose: Geh, zieh von dannen, du und das Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, in das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Deinen Nachkommen will ich es geben.
2 Und ich will vor dir her senden einen Engel und ausstoßen die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter 3 und will dich bringen in das Land, darin Milch und Honig fließt. Ich selbst will nicht mit dir hinaufziehen, denn du bist ein halsstarriges Volk; ich würde dich unterwegs vertilgen.
4 Als das Volk diese harte Rede hörte, trugen sie Leid und niemand tat seinen Schmuck an.
5 Und der HERR sprach zu Mose: Sage zu den Israeliten: Ihr seid ein halsstarriges Volk. Wenn ich nur einen Augenblick mit dir hinaufzöge, würde ich dich vertilgen. Und nun lege deinen Schmuck ab, dann will ich sehen, was ich dir tue.
 
Durch das Verhalten des Volkes Israel wird deutlich, dass sie prophetisch sensibel genug waren für die Präsenz Gottes und seinen Willen, obwohl sie zuvor das goldene Kalb anbeteten. Anhand dessen wird ihr bewusster Ungehorsam bzw. Rebellionsakt gegen Gott und seinen Wertemaßstab deutlich.
 
Wichtig in allen Umständen bleibt für uns, dass wir als Volk Gottes darauf fokussiert bleiben, den himmlischen Vater im Geist und in der Wahrheit anzubeten und dem Widersacher nicht erlauben, die uns von Gott gegebene Gnade in Form der uns zugeteilten Herrlichkeit für unsere eigenen Zwecke bzw. Ehre zu gebrauchen. Diese Zuteilung von Gottes Herrlichkeit beinhaltet unter anderem unseren von Gott zugeteilten Wohlstand (vgl. Johannes 4,23-24 i.V.m. 2.Mose 3,21-22).
 
Johannes 4,23-24:
23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
 
2.Mose 3,21-22:
21 Auch will ich diesem Volk Gunst verschaffen bei den Ägyptern, dass, wenn ihr auszieht, ihr nicht leer auszieht, 22 sondern jede Frau soll sich von ihrer Nachbarin und Hausgenossin silbernes und goldenes Geschmeide und Kleider geben lassen. Die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern anlegen und von den Ägyptern als Beute nehmen.
 
Das bedeutet, dass wir als sein erlöstes Volk, die uns anvertraute Herrlichkeit allein zu seiner Ehre gebrauchen und nicht uns selbst damit schmücken oder andere Strukturen schaffen, die unser fleischliches Verlangen befriedigen bzw. unsere Seele betören (Anm.: auch wenn wir es als „geistlich“ deklarieren).
 
Das Ablegen des „Goldes“ entspricht dem Prozess der sogenannten Heiligung, indem es von uns durch das Ablegen in der Gegenwart Gottes separiert und somit geheiligt wird.
 
Während Mose sich vor der Anbetung des goldenen Kalbes durch das Volk Israel auf dem Berg in der unterweisenden Gegenwart Gottes befand, erhielt er unter anderem Offenbarung über die Stiftshütte und deren Geräte.
 
Das hebräische verwendete Wort für „Stiftshütte“ ist „miškān“, was „Wohnstätte, Wohnung“ bedeutet. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem hebräischen Wort „miškān“ mit der Wortschlüsselnummer: 4997)
 
Der geistliche Bereich des „‘ōhäl - Zeltes“ und des „miškān - Zeltes“
 
Es ist sehr relevant hierbei anzuerkennen, dass uns von der vollständigen Errichtung der Stiftshütte in Form des „miškān“ erst in 2.Mose 40 berichtet wird, wo die Wolkensäule sich direkt über der Stiftshütte niederließ.
 
2.Mose 40,1-2.33-35:
1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Du sollst die Wohnung der Stiftshütte aufrichten am ersten Tage des ersten Monats. …
33 Und er richtete den Vorhof auf rings um die Wohnung und um den Altar und hängte die Decke in das Tor des Vorhofs. Also vollendete Mose das ganze Werk.
34 Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.
35 Und Mose konnte nicht in die Stiftshütte hineingehen, weil die Wolke darauf ruhte und die Herrlichkeit des HERRN die Wohnung erfüllte.
 
Es heißt jedoch zuvor, dass Mose bereits nach dem Abfall des Volkes Israel durch die Anbetung des goldenen Kalbs ein Zelt draußen außerhalb des Lagers Israels aufschlug (vgl. 2.Mose 33,7).
 
2.Mose 33,7:
7 Mose aber nahm das Zelt und schlug es draußen auf, fern von dem Lager, und nannte es Offenbarungszelt. Und wer den HERRN befragen wollte, musste herausgehen zum Offenbarungszelt vor das Lager.
 
An dieser Stelle ließ sich die Gegenwart Gottes in Form der Wolkensäule vor dem Eingang des Zeltes nieder und nicht über dem Zelt oder in dem Zelt (vgl. 2.Mose 33,9).
 
2.Mose 33,9:
9 Und wenn Mose zum Offenbarungszelt kam, so kam die Wolkensäule hernieder und stand in der Tür der Stiftshütte, und der HERR redete mit Mose.
 
Diese Art von Zelt trug eine andere geistliche Form der Begegnung mit Gott, da an dieser Stelle für das Wort „Zelt“ das hebräische Wort „‘ōhäl“ verwendet wird, was ein „Zelt“ bedeutet, „das deutlich als solches aus der Ferne erkannt wird“.
 
Das hebräische Wurzelwort von „‘ōhäl – Zelt“ ist „‘āhal“ und bedeutet „ein Zelt aufschlagen, zelten“ und „hell scheinen“. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu den hebräischen Worten „‘ōhäl“ und „‘āhal“ mit der Wortschlüsselnummer: 171, 170, 169*)
 
Die Geräte waren noch nicht für dieses Zelt hergestellt worden, weil Bezaleel und Oholiab erst später von Mose persönlich angewiesen wurden, die Geräte für die Stiftshütte herzustellen (vgl. 2.Mose 35,30-35 i.V.m. 2.Mose 36,1-7). Das verdeutlicht uns, dass das Zelt zu diesem Zeitpunkt einen anderen geistlichen Charakter innerhalb der Begegnung mit Gott trug.
 
Das wird ebenfalls dadurch deutlich, dass Mose in diesem Zelt den HERRN von Angesicht zu Angesicht sah, jedoch auf dem Berg Gott, den HERRN, nicht von Angesicht zu Angesicht sehen durfte (vgl. 2.Mose 33,11a i.V.m. 2.Mose 33,22-23).
 
2.Mose 33,11a:
11a Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. …
 
2.Mose 33,22-23:
22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin.
23 Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.
 
Das Zelt ist ein Ort der familiären bzw. intimen vertrauten Beziehung mit Gott, wobei der Berg ein Bereich der Regierungsgegenwart Gottes repräsentiert, wo der HERR in einer größeren Kraft von Autorität erscheint, der es gilt in Demut und Ehrfrucht zu begegnen, um in seiner Gegenwart bestehen zu können. Das kommt der Zeit gleich, wenn der König auf den Thron sitzt, anstelle im Feld unter den Menschen zu sein, um ihnen persönlich zu begegnen oder mit ihnen Seite an Seite zu kämpfen.
 
Das „ōhäl – Zelt“, das Mose außerhalb des Lagers Israel aufschlug, kann mit der prophetischen Gegenwart Gottes gleichgesetzt werden, die wie ein Licht ist, das an einem dunklen Ort erstrahlt (vgl. 2.Petrus 1,19).
 
2.Petrus 1,19:
19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.
 
Es war die Präsenz des prophetischen Wortes Gottes, das wie eine leuchtende Lampe mit ihrem Licht dem Volk Israel den Weg in die Zukunft (Anm.: außerhalb des Lagers) leuchtete (vgl. Psalm 119,105).
 
Psalm 119,105:
105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
 
Mose, Josua und die Dimension des Königreich Gottes
 
Das Volk Israel begann aufgrund dessen auf diese prophetische Gegenwart zu reagieren, bei der Mose und Josua als zwei gegenüberliegende Fixpunkte für den HERRN zur Verfügung standen, um die leuchtende abdeckende prophetische Präsenz Gottes zu offenbaren.
 
Mose als auch Josua waren mit der Dimension des Königreiches vertraut, da sie beide mit dem Element „Wasser“ bestens vertraut waren. Der eine, Mose, verstand es aus dem Wasser gezogen zu werden, was seinem Namen entspricht, und der andere verstand es, sich im Wasser aufzuhalten, weil Josua der Bedeutung nach ein Sohn „Nuns“ (Anm.: bedeutet „Fisch“) war.
 
Das verwendete hebräische Wort für „Königreich“ ist „mamlākāh“. Dieses hebräische Wort beginnt zweifach mit dem hebräischen Buchstaben „Mem“, der unter anderem mit „Wasser“ verbunden ist sowie den Zahlenwert „40“ trägt. Das im Wort Gottes verwendete hebräische Wort für „Wasser“ ist „Majim“ und wird ausschließlich in der Pluralform benutzt. Es beginnt mit dem hebräischen Buchstaben „Mem“ und schließt zugleich damit ab. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „mamlākāh – Königreich“ mit der Wortschlüsselnummer 4542)
 
Wir wissen aus dem Wort Gottes, dass die Stimme Gottes, des Allmächtigen und die Stimme seines Sohnes Christus Jesus wie das Rauschen vieler Wasser ist, was uns offenbart, dass der Bereich des Wassers mit der Kraft seines Wortes verbunden ist.
 
Mose und Josua verstanden die Kraft des Wortes Gottes und kooperierten mit dieser gemeinsam, um eine leuchtende abdeckende Gegenwart der Richtungsweisung Gottes zu geben (vgl. Hesekiel 1,24b; Offenbarung 1,15b i.V.m. Epheser 5,26b).
 
Hesekiel 1,24b:
… 24b hörte ich ihre Flügel rauschen wie große Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen, …
 
Offenbarung 1,15b:
… 15b und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; …
 
Epheser 5,26b:
… 26b Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, …
 
Deshalb ist es auch kein Zufall, weshalb die Bundeslade also der Gnadenthron einen Kerub auf jeder Seite hatte sowie Jesus seine Jünger zu zweit aussandte (vgl. 2.Mose 25,18-20; Markus 6,7a; Lukas 10,1).
 
2.Mose 25,18-20:
18 Und du sollst zwei Cherubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des Gnadenthrones, 19 sodass ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an jenem, dass also zwei Cherubim seien an den Enden des Gnadenthrones.
20 Und die Cherubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenthron bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenthron gerichtet sein.
 
Markus 6,7a:
7a Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie auszusenden je zwei und zwei, …
 
Lukas 10,1:
1 Danach setzte der Herr weitere zweiundsiebzig Jünger ein und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er gehen wollte, …
 
Gottes Absicht besteht darin, mit seiner Präsenz in den Bereich von „Zwei“ (Anm.: Gemeinschaft, Beziehung) zu kommen, um diese mit der Gegenwart seines Wortes zu füllen, so dass es zur Orientierung im Haus Gottes kommt (vgl. Matthäus 18,20).
 
Matthäus 18,20:
20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
 
Prophetie und die veränderte Herzenshaltung des Volkes Israel
 
Durch das Aufrichten des „ōhäl – Zeltes“ von Mose und Josua wurde das Volk Israel in die wahre Anbetung gegenüber Gott geführt, da es heißt, dass sie den HERRN vor dem Eingang ihres jeweiligen Zeltes anbeteten, indem sie sich verneigten (vgl. 2.Mose 33,10).
 
2.Mose 33,10:
10 Und alles Volk sah die Wolkensäule in der Tür des Offenbarungszeltes stehen, und sie standen auf und neigten sich, ein jeder in seines Zeltes Tür.
 
Dieser Vorgang der Aufrichtung „der prophetischen Gegenwart Gottes“ in Form des „ōhäl – Zeltes“ bewirkte die Veränderung der Herzenshaltung des Volkes Israel, indem sich einige aus ihrem Zelt begaben und Mose sowie Josua folgten.
 
Und andere hingegen blieben vor dem Eingang ihrer Zelte stehen und beteten Gott an. Sie schauten von sich selbst weg und blickten auf diese Weise in die Zukunft der prophetischen Gegenwart Gottes (vgl. 2.Mose 33,7-10).
 
2.Mose 33,7-10:
7 Mose aber nahm das Zelt und schlug es draußen auf, fern von dem Lager, und nannte es Offenbarungszelt. Und wer den HERRN befragen wollte, musste herausgehen zum Offenbarungszelt vor das Lager.
8 Und wenn Mose hinausging zum Offenbarungszelt, so stand alles Volk auf, und jeder trat in seines Zeltes Tür und sah ihm nach, bis er zum Offenbarungszelt kam.
9 Und wenn Mose zum Offenbarungszelt kam, so kam die Wolkensäule hernieder und stand in der Tür der Stiftshütte, und der HERR redete mit Mose.
10 Und alles Volk sah die Wolkensäule in der Tür des Offenbarungszeltes stehen, und sie standen auf und neigten sich, ein jeder in seines Zeltes Tür.
 
Das „ōhäl – Zelt“ befand sich außerhalb des Lagers des Volkes Israel vor ihren Augen, wobei das „miškān – Zelt“ also die Stiftshütte inmitten des Lagers des Volkes Israel errichtet war (vgl. 4.Mose 2,2).
 
4.Mose 2,2:
2 Die Israeliten sollen um die Stiftshütte her sich lagern, ein jeder bei seinem Banner und Zeichen, nach ihren Sippen.
 
Es ist Prophetie, die bereits das Zukünftige sieht und sich „in der Ferne“ vor dem Volk befindet.
 
=> Prophetie ist eine inspirierte Kommunikation, die von Gott kommt. Darüber hinaus ist Prophetie Gottes übernatürliches Kommunikationsmittel. Was diese Kommunikationsart zur Prophetie macht, ist, dass Gott durch seine Propheten spricht, bevor die entsprechenden irdischen Ereignisse eintreten. Weiterhin ist Prophetie vorausschauende Offenbarung, die der ewige Gott von außen zu seiner Schöpfung und seinem Volk in deren Zeit hinein spricht.
Wenn ein Wort des HERRN die Ewigkeit verlässt und sich auf der Erde manifestiert, geschieht dies meist durch einen Menschen. Prophetie geht dem Ereignis voraus, das es ausgelöst hat. Das macht die Prophetie zu dem, was sie ist. <= (Anm.: Der in „=>“ gesetzte Text beruht auf einer Erklärung aus dem „Prophet’s Dictionary“ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 396 und 397)
 
Die intime Gegenwart bzw. Liebe Gottes hingegen hält sich in der Nähe inmitten seines Volkes auf (vgl. 4.Mose 2,2 i.V.m. Johannes 1,14; Offenbarung 21,22).
 
4.Mose 2,2:
2 Die Israeliten sollen um die Stiftshütte her sich lagern, ein jeder bei seinem Banner und Zeichen, nach ihren Sippen.
 
Johannes 1,14:
14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
 
Offenbarung 21,22:
22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.
 
Aus dem geistlichen Bereich des „ōhäl – Zelt“ ergibt sich demnach das Prinzip, dass ein Prophet eine Linie der heiligen „Distanz“ in Form von Ehrerbietung und Respekt haben sollte, was nicht bedeutet, dass er nicht direkt angesprochen werden kann. Die gewisse Distanz göttlicher Achtung sollte in aller Sphäre gewahrt werden, um die Empfängerseite nicht in Gefahr zu bringen, die Position des Propheten (Anm.: unabhängig, ob Mann oder Frau) zu vergessen, die gegenüber dem Empfänger besteht.
 
Liegt eine zu starke Vertrautheit vor, werden die vom Propheten gegebenen prophetischen Offenbarungen vom Empfänger nicht genügend ernst genommen. Deshalb sollte immer eine heilige Zone des Respekts vorhanden sein, um die Botschaft als vom HERRN geoffenbart ehrbar zu behandeln.
 
Gott verlangte danach sein Volk mit seiner prophetischen Gegenwart in Form eines Bogen bzw. dem Flügel eines Adlers abzudecken. Das tat er, indem der HERR den Glanz seines Angesichts auf Moses Angesicht legte, so dass dieser in der jeweiligen Gegenwart des Angesichtes Gottes zu dem Volk Israel im Lager kommunizierte, während Josua in der prophetischen Präsenz Gottes verweilte (vgl. 2.Mose 33,11).
 
2.Mose 33,11:
11 Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Dann kehrte er zum Lager zurück; aber sein Diener und Jünger Josua, der Sohn Nuns, wich nicht aus dem Offenbarungszelt.
 
Daraus ergab sich ein Lichtbogen der prophetischen Präsenz Gottes, der von dem „ōhäl – Bereich“ in das Lager Israels gespannt wurde, was als Form ein Kreuz in der Atmosphäre etablierte.
Das Königreich des Himmels erstreckte sich somit in das Lager des Volkes Israel, um in ihnen das Königreich Gottes zu implementieren (vgl. Lukas 17,21 i.V.m. 2.Mose 33,7-11).
 
Lukas 17,21:
… 21 man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
 
2.Mose 33,7-11:
7 Mose aber nahm das Zelt und schlug es draußen auf, fern von dem Lager, und nannte es Offenbarungszelt. Und wer den HERRN befragen wollte, musste herausgehen zum Offenbarungszelt vor das Lager.
8 Und wenn Mose hinausging zum Offenbarungszelt, so stand alles Volk auf, und jeder trat in seines Zeltes Tür und sah ihm nach, bis er zum Offenbarungszelt kam.
9 Und wenn Mose zum Offenbarungszelt kam, so kam die Wolkensäule hernieder und stand in der Tür der Stiftshütte, und der HERR redete mit Mose.
10 Und alles Volk sah die Wolkensäule in der Tür des Offenbarungszeltes stehen, und sie standen auf und neigten sich, ein jeder in seines Zeltes Tür.
11 Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Dann kehrte er zum Lager zurück; aber sein Diener und Jünger Josua, der Sohn Nuns, wich nicht aus dem Offenbarungszelt.
 
Auf dieser Grundlage des höchsten Gebots, was die Liebe zu Gott und dann zu unserem Nächsten umfasst, wird die Präsenz der Liebe Gottes in Form des Kreuzes Jesu offenbar (vgl. Johannes 3,16 i.V.m. Matthäus 22,36-40).
 
Johannes 3,16:
16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
 
Matthäus 22,36-40:
36 Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz?
37 Jesus aber antwortete ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt (vgl. 5.Mose 6,5).“
38 Dies ist das höchste und größte Gebot.
39 Das andere aber ist dem gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (vgl. 3.Mose 19,18).“
40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Manche Heilige sind sich nicht immer bewusst, dass Gottes Interesse darin besteht, uns auf unterschiedliche Weise zu begegnen. Aus diesem Grund möchten wir darauf eingehen, wie wichtig es ist, dass wir in unseren fünf geistlichen Sinnen (Anm.: schmecken, sehen, riechen, hören, fühlen) durch die Unterweisung des Heiligen Geistes fein abgestimmt sind (vgl. Hebräer 5,14).
 
Hebräer 5,14:
14 Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können.
 
Dieser Prozess von Entwicklung leitet zu einer geistlichen Sensibilität in unserer Beziehung zum Heiligen Geist über, so dass wir in der Lage sind, die Präsenz Gottes wahrzunehmen.
 
Da Gott Geist ist, liegt es an uns, sich für diesen Bereich klar zu entscheiden, um in dem von Gott gepflanzten Garten für uns, also unseren persönlichen Beziehungsbereich zu ihm, zu wandeln (vgl. Johannes 4,24a i.V.m. 1.Mose 2,8).
 
Johannes 4,24a:
24a Gott ist Geist, …
 
1.Mose 2,8:
8 Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.
 
Der von Gott gepflanzte Garten und die erste Liebe
 
Das Pflanzen des Gartens durch den HERRN macht uns deutlich, dass er die wahrhaftige Beziehung zu ihm liebt, die eine tiefe Verwurzelung in seiner Liebe bedeutet. Daraus wächst und erfolgt der wahre geistliche Überblick, so dass unser Aktivsein in den uns zugeteilten Gaben in seiner Gegenwart Bestand hat (vgl. 1.Korinther 13,1-3).
 
1.Korinther 13,1-3:
1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe (Anm.: griech. agąpē) nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze.
 
Diese Verwurzelung in der ersten Liebe geht tief und erwächst aus der Heiligung. Es ist die erste Liebe, die eine dreidimensionale geometrische Größe trägt, in der es gilt zu leben, so dass es zu einer größeren Erkenntnis in Christus Jesus kommt, die in ihm verborgen liegt (vgl. Epheser 3,17-19 i.V.m. Kolosser 2,2-3).
 
Epheser 3,17-19:
… 17 dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid.
18 So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, 19 auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.
 
Kolosser 2,2-3:
… 2 damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, 3 in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
 
Anhand der Adressierung der Gemeinde Jesu – der Ekklēsia in der Region von Ephesus (vgl. Offenbarung 2,1-7) ist offenbar, dass die erste Liebe mit einer erhöhten Position verbunden ist.
Das wird durch die Ermahnung Jesu an die Gemeinde von Ephesus deutlich, nämlich die erste Liebe verlassen zu haben und somit aus einer erhöhten Position gefallen zu sein.
 
Offenbarung 2,1a.4-5:
1a Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: …
4 Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlässt.
5 So denke nun daran, wovon du abgefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte – wenn du nicht Buße tust.
 
Dieses Prinzip der erhöhten Position in der ersten Liebe wird ebenfalls anhand von Matthäus 5,14-15 deutlich, wo Jesus davon spricht, das eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen sein kann und entfachtes Licht nicht unter einen Scheffel gesetzt wird, sondern auf einen Leuchter, um zur Erhellung des jeweiligen Raums beizutragen.
 
Matthäus 5,14-15:
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
 
Dort, wo die Präsenz der ersten Liebe Gottes vorhanden ist, lässt der HERR seine apostolische Instruktion für die jeweilige Gemeinschaft innerhalb der Ekklēsia hervorkommen, auf ähnliche Weise wie es zur Zeit von Paulus geschah als er in Troas in das Obergemach mit den vielen entzündeten Lampen eintrat und seine Offenbarung mitteilte (vgl. Apostelgeschichte 20,7-8).
 
Apostelgeschichte 20,7-12:
7 Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und da er am nächsten Tag weiterreisen wollte, zog er die Rede hin bis Mitternacht.
8 Und es waren viele Lampen in dem Obergemach, wo wir versammelt waren.
 
Der Weinberg und die Höhle
 
Der Bereich des Berges bzw. Obergemachs kommt einem Weinberg gleich, wo Gott, der HERR, danach verlangt, dass wir den Raum also die Höhle im Berg finden, so wie es auch Mose und Elija erlebten (vgl. 2.Mose 33,21; 1.Könige 19,8-9a)
 
2.Mose 33,21:
21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen.
 
1.Könige 19,8-9a:
8 Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.
9a Und er kam dort in eine Höhle und blieb dort über Nacht. …
 
Indem wir den Weinberg hinaufgehen, was in einem geistlichen Kontext spiralförmig verläuft, beginnen wir intensiver unser von Gott gegebenes geistliches Mandat zu verstehen. Wir reifen in der Erkenntnis und dem Verständnis unseres Auftrags, um darin souverän zu dienen und in gesunden zwischenmenschlichen Beziehungen zu leben.

Die Erklärung des spiralförmigen Hinaufgehens ist für uns darin zu finden, weil Jesus Christus von sich selbst sagt, dass er der Weinstock ist, und wir die Reben sind (vgl. Johannes 15,5).

Johannes 15,5:
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Der Weinberg ist in diesem Kontext ein Hinweis auf die erste Liebe, seine Fruchtbarkeit und Freude. Hierbei sollte unser Verlangen sein, dass wir danach suchen, von Gottes Liebe, Fruchtbarkeit und Freude ummantelt zu werden, ohne diese zu kontrollieren, was einem Aufenthalt in der Höhle des Weinbergs entspricht.
 
Dieser Bereich der Höhle ist der Bereich, wo wir vollkommen „nackt“ und „verwundbar“ in der Gegenwart Gottes sind, während er uns mit der Präsenz seiner Stimme also seinem Wort schützend ummantelt.
 
Das wird deutlich anhand des hebräischen Wurzelwortes „‘ûr“ für „Höhle“, was unter anderem einen „nackten“ bzw. „entblößten Zustand“ meint. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem hebräischen Wort „‘ûr“ mit der Wortschlüsselnummer: 5899*)
 
Diese Art von „Nacktheit“ in der Präsenz Gottes beinhaltet eine reine Transparenz aufgrund der Gegenwart des Wortes Gottes (vgl. Hebräer 4,12-13).
 
Hebräer 4,12-13:
12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.
13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
 
Es ist die Braut bzw. die Frau des Lammes, die sich in der Dimension des Wortes Gottes aufhält, da diese eine goldene klar wie Kristall glänzende Stadt ist, deren Fundament der wahre „Shalom – Frieden“ ist (vgl. Offenbarung 21,9-11).
 
Offenbarung 21,9-11:
9 Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes.
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, 11 die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall; …
 
In Form der „kleinen Füchse“ (Anm.: Lüge, die aus einer teuflischen Intelligenz hervorgerufen ist) beabsichtigt der Widersacher, diese erste Liebe (griech. agąpē) zu stören bzw. ein falsches Verständnis über die „Liebe Gottes“ hervorzurufen, um diese zu pervertieren.
Das wird anhand der Intention der zwei Töchter Lots deutlich, die ihren Vater in einer Höhle mit Wein betörten, um ihn für ihre Zwecke benommen und somit gefügig zu machen (vgl. Hohelied 2,15 i.V.m. 1.Mose 19,30.32).
 
Hohelied 2,15:
15 Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge haben Blüten bekommen.
 
1.Mose 19,30.32:
30 Und Lot zog weg von Zoar und blieb auf dem Gebirge mit seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben; und so blieb er in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern. …
32 So komm, lass uns unserm Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, dass wir uns Nachkommen schaffen von unserm Vater.
 
Der erste Weinbergbesitzer war Noach, der neben seiner Wirtschaft als Landwirt in die Position eines Winzers trat und zuerst in den Genuss sowie die Auswirkung von Wein kam (vgl. 1.Mose 9,20-21).
 
1.Mose 9,20-21:
20 Noah aber, der Ackermann, pflanzte als Erster einen Weinberg.
21 Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im Zelt aufgedeckt.
 
In einem prophetischen Kontext wird daraus ersichtlich, dass das Leben in der Liebe Gottes, seiner Fruchtbarkeit und Freude die Willigkeit hervorbringt in die offenbarende Dimension der Gegenwart des Wortes Gottes zu treten, ohne sich dabei zu fürchten (vgl. Johannes 3,21 i.V.m. 1.Johannes 1,5.7).
 
Johannes 3,21:
21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.
 
1.Johannes 1,5.7:
5 Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis….
7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.
 
Es ist diese offenbarende Gegenwart des Wortes Gottes in Form von Wahrheit, ohne irgendeine Scham oder Unsicherheit zu verursachen, die ebenfalls in Sacharja 3 beschrieben wird. Dort wird vom Hohepriester Jeschua berichtet, der mit seinen verunreinigten Kleidern vor dem Engel des HERRN stand und der Satan ihn deshalb verklagte. Doch der HERR interveniert aufgrund der Entscheidung Jeschuas in Zuversicht vor ihm zu erscheinen (vgl. Sacharja 3,1-7 i.V.m. Hebräer 4,16).
 
Sacharja 3,1-7:
1 Und er ließ mich sehen den Hohenpriester Jeschua, wie er vor dem Engel des HERRN stand, und der Satan stand zu seiner Rechten, um ihn zu verklagen.
2 Und der Engel des HERRN sprach zu dem Satan: Der HERR schelte dich, du Satan! Ja, der HERR, der Jerusalem erwählt hat, schelte dich! Ist dieser nicht ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerettet ist?
3 Jeschua aber hatte unreine Kleider an und stand vor dem Engel, 4 der anhob und sprach zu denen, die vor ihm standen: Tut die unreinen Kleider von ihm! Und er sprach zu ihm: Sieh her, ich nehme deine Sünde von dir und lasse dir Feierkleider anziehen.
5 Und er sprach: Setzt ihm einen reinen Kopfbund auf das Haupt! Und sie setzten ihm einen reinen Kopfbund auf das Haupt und zogen ihm reine Kleider an, und der Engel des HERRN stand dabei.
6 Und der Engel des HERRN bezeugte es Jeschua und sprach: 7 So spricht der HERR Zebaoth: Wirst du in meinen Wegen wandeln und meinen Dienst recht versehen, so sollst du mein Haus regieren und meine Vorhöfe bewahren. Und ich will dir Zugang zu mir geben mit diesen, die hier stehen.
 
Hebräer 4,16:
16 Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
 
Das Hinaufgehen auf den Weinberg
 
Somit entspricht das Hinaufgehen auf bzw. in den Weinberg die Phase, in der Gott uns als seine Jünger lehrt, wie wir verstärkter gedeihen und fruchtbar werden können. Mit dem Ziel für sein Volk, dass wir befähigt sind die Schätze des Königreiches zu tragen als auch bewahren zu können, die er uns für das Königreich anvertraut.

Da der Weinstock eine sich nach oben windende Pflanze ist, ruft sie uns in Christus Jesus dazu auf in der königlichen Autorität in den „Geistbereich“ hinaufzusteigen (Anm.: an Reife zunehmen), um die Schätze des Königreiches Gottes auf die Erde zu bringen (vgl. Matthäus 6,10).

Matthäus 6,10:
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
 
Diese geistliche Ebene des Berges ist der Ort, wo wir auf die Bewegung des Geistes Gottes in Form seines Atems treffen, der uns noch mehr Leben in ihm zuteil werden lässt. Das verhält sich ähnlich wie der Atem Jesu als er seine Jünger ins Gesicht blies und sie anwies, den Heiligen Geist zu empfangen (vgl. Johannes 20,22).
 
Johannes 20,22:
22 Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist!
 
Darüber hinaus ähnelt die geistliche Ebene auf dem Berg dem Ort, wo wir wie Elija mit der uns von Gott zugeteilten Salbung und der geographischen Lage „der Höhle“ zusammenarbeiten, um das sanfte, leise Säuseln Gottes zu hören und uns dementsprechend im Geist zu justieren (vgl. 1.Könige 19,12b-13a).
 
1.Könige 19,12b-13a:
… 12b Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.
13 Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle. …
 
Bei den zuvor erfolgten kraftvollen göttlichen Manifestationen in Form des Sturms, Erdbebens und Feuers befand sich Elija auf der Spitze des Berges, wobei er danach in die Höhle ging. Als er jedoch das stille, sanfte Säuseln hörte, begab er sich mit der Umhüllung der heiligen Transparenz Gottes an den Eingang der Höhle und wendete seine Salbung (Anm.: Mantel des Propheten) auf neue Weise an (vgl. 1.Könige 19,11-13a).
 
1.Könige 19,11-13a:
11 Der Herr sprach: Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR wird vorübergehen. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben.
12 Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.
13a Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle. …
 
Das wird uns darin geoffenbart, dass Elija mit seinem Mantel sein Gesicht umhüllte und nicht seinen Körper. Man kann davon ausgehen, dass Elija den Geruch des Ziegenfells seines Mantels roch, während seine „fünf geistlichen Sinne“ dadurch abgedeckt waren (vgl. 2.Könige 1,8).
 
2.Könige 1,8 (Rev. Elberfelder):
8 Sie sagten zu ihm: Es war ein Mann, mit einem haarigen Mantel (Anm.: Mantel aus Ziegenhaaren) bekleidet und an seinen Hüften gegürtet mit einem ledernen Schurz. Da sagte er: Das ist Elia, der Tischbiter!
 
Diese Abdeckung kann auf eine neue Zeit der Qualität der „fünf geistlichen Sinne“ hinweisen, da diese dazu überleitete, dass Elija die Stimme Gottes hörte, die zu ihm kam (vgl. 1.Könige 19,13b).
 
1.Könige 19,13b:
… 13b Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm und sprach: …
 
Das in 1.Könige 19,13b verwendete hebräische Wort für „Stimme“ ist „qôl“ und meint „eine Stimme, einen Klang (von einem Instrument), ein Lärm, der durch jegliche Manifestation wie niederprasselnder Regen, Donner, Wellen, Schritte, … hervorgerufen wird,“ und es kommt von einem hebräischen Wurzelwort, das „laut rufen“ meint. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem hebräischen Wort „qôl“ mit der Wortschlüsselnummer: 7117)
 
Das Einhergehen Gottes im Wind
 
Wenn Gott mit Wind einhergeht, um uns zu begegnen, können sich darin seine Schritte befinden, die seiner Bewegung zur Heimsuchung entsprechen, so ähnlich wie es Adam im Garten in der Region von Eden erlebte (vgl. 1.Mose 3,8a).
 
1.Mose 3,8a:
8a Und sie hörten die Stimme (Anm.: Geräusch; hebr. „qôl“) des HERRN, Gottes, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages (Anm.: Wind des Tages). …
 
Es gibt Zeiten, wo der HERR uns nicht mit seinem Angesicht begegnet (vgl. 2.Mose 33,20-23), sondern mit dem Geräusch seines Voranschreitens, bei dem es um den Klang seiner Schritte geht, den es gilt, geistlich richtig zu beurteilen.
 
2.Mose 33,20-23:
20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.
21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen.
22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin.
23 Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.
 
Der Klang der Schritte Gottes kann dem Klang der Stierhufen (Anm.: Struktur eines Kerubs), den Füßen eines Menschen, den Pfoten eines Löwen oder der Flügelbewegung des Adlers gleichkommen (vgl. Hesekiel 1,7.10; Hesekiel 10,14 i.V.m. Offenbarung 4,7).
 
Hesekiel 1,7.10:
7 Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße waren wie Stierfüße und glänzten wie blinkendes, glattes Kupfer. …
10 Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren.
 
Hesekiel 10,14:
14 Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war das eines Cherubs (Anm.: Stiers), das zweite das eines Menschen, das dritte das eines Löwen, das vierte das eines Adlers.
 
Offenbarung 4,7:
7 Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler.
 
Dieser Klang kann die Dimension seiner Priesterschaft, seiner Gesetzgebung, seines Königtums und seiner prophetischen Wegweisung beinhalten. Auch während des Krieges zur Zeit Davids als er mit Israel gegen die Philister kämpfte, erschien der HERR mit seinen Schritten in den Wipfeln der Bakabäume (vgl. 2.Samuel 5,24).
 
2.Samuel 5,24:
24 Und wenn du hörst, wie das Rauschen (Anm.: hebr. „qôl“) in den Wipfeln der Bakabäume einhergeht, so eile; denn dann ist der HERR ausgezogen vor dir her, zu schlagen das Heer der Philister.
 
Die Feinabstimmung der geistlichen Sinne
 
Wie bereits erwähnt, ist es für uns als Volk Gottes unabdingbar, dass wir es dem Heiligen Geist erlauben eine Feinabstimmung unserer fünf geistlichen Sinne vorzunehmen, so dass wir befähigt sind, die Gegenwart Gottes richtig zu unterscheiden (vgl. Hebräer 5,14).
 
Hebräer 5,14:
14 Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können.
 
Deshalb ist eine geistliche Reife erforderlich, um in der Gerechtigkeit Gottes zu stehen, was uns berechtigt, solidere geistliche Nahrung zu erhalten, d.h. mit geisterfüllten Botschaften für diese Zeit ausgestattet zu sein, die wir ergreifen können. Nur so ist es uns möglich sie anzuwenden und mit den Heiligen zu teilen, um ihnen dabei zu helfen, in ihrem jeweiligen Autoritätsbereich zu herrschen.
 
Der Vater möchte für uns, dass er uns in unseren Aufgaben bzw. Wirtschaftsentwicklungen so begegnen kann, wie er es will, was anhand der Heimsuchung gegenüber Adam im Garten deutlich wird (vgl. 1.Mose 3,9).
 
1.Mose 3,9:
9 Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?

Gott kam mit seinen Schritten im Wind des Tages, was unter anderem die Zeitspanne der Sonne am Tag beschreibt. Es ist die Phase des Tages, an der wir gewöhnlich unseren Aufgaben bzw. Geschäften nachgehen.
 
Glauben wir beständig daran, dass es Gottes Interesse ist, uns zu begegnen, weil er Anteil an dem Ort haben möchte, wo wir uns befinden? Er möchte uns mit dem ausstatten, was wir für die Zukunft benötigen und sehnt sich danach, uns zu bedecken und schützend in die Zukunft zu führen (vgl. 1.Mose 3,21).
 
1.Mose 3,21:
21 Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an.
 
Hierfür ist es entscheidend, dass wir eine persönliche Bestandsaufnahme durchführen und uns darüber im Klaren sind oder werden, wo und mit wem wir uns derzeit im geistlichen sowie natürlichen Bereich aufhalten.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm