Die Vision von der Herrlichkeit Gottes
 
Während einer Anbetungszeit in unserem apostolischen Zentrum „Holy Place“ ließ mich der HERR in einer Vision die Facette seiner Herrlichkeit sehen.
 
Die Herrlichkeit erschien inmitten des Versammlungsraums in Form eines mit einem Gewand bekleideten menschlichen Körpers und glich einer elegant tanzenden Frau, die vollkommene Reinheit, Zartheit und Schönheit ausstrahlte in ihrem Wesenszug der Herrlichkeit.
 
Der Körper ihres geistlichen Wesens bestand aus einem transparenten Nebel, der mit beige-goldenen Partikeln gefüllt war. Das Gesicht des Wesens war transparent und hell leuchtend, so dass ich es nicht vollkommen erkennen konnte.
 
Während ich diese Erscheinung sah, ließ mich der HERR wissen, dass es sich um den Ausdruck seiner Herrlichkeit handelte.
 
Dann hörte ich den Heiligen Geist zu meinem Geist sprechen, dass diese Art von Herrlichkeit einen weiblichen Charakterzug besitzt, was nicht bedeutet, dass die Herrlichkeit Gottes eine Frau nach irdischem Verständnis ist.
 
Der weibliche Charakterzug und die Herrlichkeit Gottes
 
Der weibliche Charakterzug der Herrlichkeit Gottes ist ein Hinweis auf die Aufgabe, dabei behilflich zu sein, den HERRN in seiner Autorität als König zu repräsentieren. Sie ist nicht direkt mit der Gegenwart der Engel verknüpft, sondern mit dem unmittelbaren Wesen Gottes. Es verhält sich auf ähnliche Weise, wie der Duft eines Parfums auf einem menschlichen Körper.
 
Die Verbindung zwischen Gott und seiner Herrlichkeit kommt der Stellung der ersten von Gott erschaffen Frau (Anm.: Eva) gleich, die er aus der Seite Adams bildete und ihm als Gehilfin zur Seite stellte, um Adam zu umgeben (vgl. 1.Mose 2,18).
 
1.Mose 2,18:
18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.
 
Eva war eine unterstützende Kraft für ihren Mann mit dem Ziel, ihn in einer größeren Autorität zu repräsentieren. Die Frau ist dementsprechend eine Ergänzung zur Stärke und Fähigkeit des Mannes, die zu einer größeren und einheitlichen Schönheit als auch Repräsentation beiträgt.
 
Die Krone und die Ehefrau
 
In diesem Zusammenhang erhielt ich die Bibelstellen aus Sprüche 12,4a und Sprüche 31,10, wo es um die tüchtige Ehefrau geht, die die Krone ihres Mannes ist und noch edler als Perlen.
 
Sprüche 12,4a:
4a Eine tüchtige Frau ist ihres Mannes Krone; …
 
Sprüche 31,10:
10 Wem eine tüchtige Frau beschert ist, die ist viel edler als die köstlichsten Perlen.
 
Folglich wird durch die genannten Bibelstellen deutlich, dass die Herrlichkeit Gottes einen unterstützenden Charakter besitzt, die den HERRN in seiner Größe und Autorität repräsentiert sowie auf eine höhere Ebene seiner Gegenwart hinweist.
 
Um die Herrlichkeit Gottes in Verbindung mit dem weiblichen Charakterzug besser zu verstehen, ist es erforderlich zu wissen, was das Wort „tüchtig“ und das Wort „Krone“ im hebräischen Kontext bedeutet.
 
Das bei den eben genannten Bibelstellen verwendete hebräische Wort für „tüchtig“ ist das Wort „ḥajil“ und bedeutet „Kraft, Stärke, Gewalt, Vermögen, Heer; es bezeichnet die Kraft und die Fähigkeit etwas zu leisten oder hervorzubringen sowie das Vermögen, die Habe und den Reichtum“. (Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „tüchtig-ḥajil“ mit der Wortschlüsselnummer: 2485, 2486)
 
Das hebräische verwendete Wort für „Krone“ ist „'ăṭārāh“ und dessen Wurzelwort ist „'ātar“, was „umzingeln, umringen, krönen“ bedeutet. (Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu den Worten „'ăṭārāh-Krone“ und „umzingeln, krönen-'ātar“ mit der Wortschlüsselnummer: *5964, 5965)
 
Die Frauen im Königreich Gottes
 
Diese Worterklärungen machen deutlich, dass die Frau eine wichtige Position im Königreich Gottes und im geistlichen Kampf einnimmt, weil sie von Gott dazu bestimmt ist, unter anderem Strategien zu erhalten, die dem Mann dabei behilflich sind, kraftvoll im geistlichen Kampf als auch siegreich in Jesus Christus voranzugehen.
 
Deshalb sollte es nicht als Zufall angesehen werden, dass es Frauen waren, die Jesus Christus und seine Jünger auf dem Weg begleiteten, sowie in seinen Dienst mit ihrem Vermögen investierten.
 
Die Frauen investierten nicht nur von ihrem Vermögen in den Dienst des Königs der Könige, sondern sie trugen zugleich auch eine weitere Charakteristik seiner Herrlichkeit, nämlich die der Befreiung und der Heilung (vgl. Lukas 8,1-3).
 
Lukas 8,1-3:
1 Und es begab sich danach, dass er durch Städte und Dörfer zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm, 2 dazu einige Frauen, die er gesund gemacht hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben böse Geister ausgefahren waren, 3 und Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe.
 
Diese Gemeinschaft der Frauen war die „lebendige Krone“ des Königs der Könige, während er auf der Erde lebte, so dass das Evangelium sich weiter kraftvoll ausbreiten und seine Herrlichkeit gesehen werden konnte.
 
Auch nach der Ausgießung des Heiligen Geistes änderte sich dieses Prinzip nicht, weil sich unter den Aposteln weiterhin vornehme Frauen befanden, die ihren Dienst begleiteten (vgl. Apostelgeschichte 17,4).
 
Apostelgeschichte 17,4:
4 Einige von ihnen ließen sich überzeugen und schlossen sich Paulus und Silas an, auch eine große Menge von gottesfürchtigen Griechen, dazu nicht wenige von den angesehensten Frauen. …
 
Es waren die Frauen und ein wahrer Liebhaber Gottes, die selbst in der dunkelsten Stunde von Jesus Christus am Kreuz als seine „lebendige Krone“ verharrten, um seine Königsautorität in der Zeit seiner Schwäche vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt zu repräsentieren.
 
Die „lebendige Krone“ und die Gegenwart von Mutter-/ und Sohnschaft
 
Diese Gemeinschaft der „lebendigen Krone“ nahm ebenfalls durch die Anweisung des Königs der Könige die Charaktere der Mutter-/ und Sohnschaft in sich auf (vgl. Johannes 19,25-27), um ihr darin Folge zu leisten.
 
Johannes 19,25-27:
25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
26 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!
27 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
 
Es war die Gemeinschaft der „lebendigen Krone“, die bis zum vollständigen Sieg Jesu über Satan am Kreuz verharrte, um danach in seinem Triumph voranzugehen (vgl. Kolosser 2,14-15).
 
Kolosser 2,14-15:
14 Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet.
15 Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.
 
Der Lagertanz der Braut
 
Ebenfalls berichtet uns das Hohelied von der Frau Sulamith bzw. der Braut, die durch einen besonderen Tanz auf die Bedeutung der göttlichen Tüchtigkeit und ewigen Königsherrschaft hinweist (vgl. Hohelied 7,1).
 
Hohelied 7,1:
1 Dreh dich um, dreh dich um, Sulamith! Dreh dich um, dreh dich um, dass wir dich anschauen! Was wollt ihr an Sulamith schauen beim Reigen von Mahanajim (Anm.: Doppelreihentanz/ Lagertanz)?
 
Dieser Tanz ist ein eleganter Lager-/ bzw. Doppelreihentanz (Anm.: Mahanajim), der von der Gegenwart der Engelsheerscharen von JAHWE-ZEBAOTH (Anm.: DER HERR, DER HEERSCHAREN) umgeben ist.
 
Mahanajim – das Doppellager Gottes
 
Mahanajim ist ein geistlicher strategischer Ort. Der Ort ist mit einer Zeit verbunden, in der man sich als Gläubiger in einem Territorium befindet, wo man selbst sowie die Generationen in eine Herausforderung eingetreten sind, so dass das Doppellager Gottes (Anm.: Mahanajim) aktiviert wird.
 
Die göttliche Aktivierung hat zum Ziel, dass die Engelsheerscharen des HERRN mit uns gemeinsam zusammen arbeiten, um die bevorstehende Herausforderung zu meistern. Mahanajim steht in Verbindung mit der Zusammenführung von zwei beauftragten Engelseinheiten Gottes. Hierbei handelt es sich um Engel, die für den übernatürlichen Bereich (Anm.: der uns umgibt) bestimmt sind sowie um die Engel, die für unseren natürlichen Bereich eingeteilt sind.
 
Die Aufgabe der eingeteilten Engel für den übernatürlichen Bereich ist es, dass sie die Gunst Gottes in unserem Leben etablieren, was sich auf vielfältige Weise im sichtbaren Bereich manifestieren kann, so dass wir strategisch vorgehen, um zu segnen. Engel, die im natürlichen Bereich von Gott eingeteilt sind, stehen im engen Zusammenhang mit Gastfreundschaft (vgl. Hebräer 13,2).
 
Hebräer 13,2:
2 Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.
 
Der Ort Mahanajim und Jakobs Begegnung mit Esau
 
Die Bedeutung des Ortes von Mahanajim wird anhand der Begegnung von Jakob mit seinem älteren Bruder Esau (Anm.: bedeutet „Der Behaarte“ => ein wilder Geist) deutlich, der vorhatte, Jakob zu töten.
 
In Mahanajim begegneten Jakob die Engel Gottes, so dass er sich aufgrund der übernatürlichen Begegnung für eine Strategie des Gebens entschied und genügend Mut in seinem Herzen trug, seinem älteren Bruder zu begegnen. Das Ergebnis war, dass Esau seinen Bruder Jakob nicht mehr töten wollte, sondern ihn stattdessen küsste (vgl. 1.Mose 32,2-5.14-21 i.V.m. 1.Mose 33,4).
 
1.Mose 32,2-5.14-21:
2 Jakob aber zog seinen Weg. Und es begegneten ihm die Engel Gottes.
3 Und als er sie sah, sprach er: Hier ist Gottes Heerlager, und nannte diese Stätte Mahanajim.
4 Jakob aber schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins Land Seïr, in das Gebiet von Edom, 5 und befahl ihnen und sprach: So sprecht zu Esau, meinem Herrn: Dein Knecht Jakob lässt dir sagen: Ich bin bisher bei Laban lange in der Fremde gewesen …
14 Und er blieb die Nacht da und nahm von dem, was er erworben hatte, ein Geschenk für seinen Bruder Esau: 15 zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig Widder 16 und dreißig säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Esel, 17 und tat sie unter die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders, und sprach zu ihnen: Geht vor mir her und lasst Raum zwischen einer Herde und der andern.
18 Und er gebot dem ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder Esau begegnet und dich fragt: Wem gehörst du an und wo willst du hin und wessen Eigentum ist das, was du vor dir hertreibst?, 19 sollst du sagen: Es gehört deinem Knechte Jakob, der sendet es als Geschenk seinem Herrn Esau und zieht hinter uns her.
20 Ebenso gebot er auch dem zweiten und dem dritten und allen, die den Herden nachgingen, und sprach: Wie ich euch gesagt habe, so sagt zu Esau, wenn ihr ihm begegnet, 21 und sagt ja auch: Siehe, dein Knecht Jakob kommt hinter uns. Denn er dachte: Ich will ihn versöhnen mit dem Geschenk, das vor mir hergeht. Danach will ich ihn sehen; vielleicht wird er mich annehmen. 22 So ging das Geschenk vor ihm her; er aber blieb diese Nacht im Lager.
 
1.Mose 33,4:
4 Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küsste ihn und sie weinten.
 
Die Braut – Frau des Lammes
 
Um nochmals auf die Krone und die Herrlichkeit Gottes in ihrem weiblichen Charakterzug einzugehen, ist es bemerkenswert, dass sich ebenfalls die Braut bzw. Frau des Lammes in der Struktur der gesalbten Stadt Jerusalem von oben nach unten in Herrlichkeit bewegt, was der Krönung eines Königs ähnelt, der von einer höheren Autorität, die Krone auf den Kopf gesetzt bekommt (vgl. Offenbarung 21,2.9-11).
 
Offenbarung 21,2.9-11:
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. …
9 Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes.
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, 11 die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall; …
 
Die Voraussetzung, um in der Königsherrschaft Gottes agieren zu können
 
Um in der Königsherrschaft Gottes agieren zu können, ist es wichtig, dass man sich mit Jesus Christus und einer demütigen Herzenshaltung gegenüber der Autorität Gottes in Treue voranbewegt. Das hat zur Folge, dass man sich unter der starken Hand Gottes aufhält, die zur richtigen Zeit zu Ehren bringt, was der Krönung eines Königs gleichkommt (vgl. 1.Petrus 5,6).
 
1.Petrus 5,6:
6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.
 
Deshalb ist es Gott wichtig, dass Gläubige nicht zu voreilig von geistlichen Autoritätspersonen durch Handauflegung bzw. Salbung in ein geistliches Amt im Leib Jesu eingesetzt werden (vgl. 1.Timotheus 5,22).
 
1.Timotheus 5,22:
22 Die Hände lege niemandem zu bald auf; habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber rein!
 
Autorität und der reife geistliche Charakter
 
Der Aufnahme eines geistlichen Amtes (Anm.: auch von Leiterschaft) sollte immer ein reifer geistlicher Charakter vorausgehen. Solange das nicht der Fall ist, sollte es zu keiner Einsetzung in eine geistliche Verantwortungsposition kommen.
 
Es ist in erster Linie nicht das Wissen, das im Königreich Gottes einen gläubigen Menschen befugt in einer Autoritätsposition zu stehen, sondern ein reifer und geschulter Charakter, der sich der Führung Gottes vollkommen unterstellt, diese Haltung bewiesen hat und in dieser Haltung immer bereit ist, Neues dazuzulernen.
 
In dieser Erkenntnis der Vision sei jeder Heilige ermutigt, sich selbst in einer Sehnsucht nach mehr von Gottes Herrlichkeit vollkommen hinzugeben, entsprechend einer Braut (Anm.: Gemeinde Jesu) ihrem Bräutigam (Anm.: Jesus Christus) (vgl. Epheser 5,32-33).
 
Epheser 5,32-33:
32 Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.
33 Darum auch ihr: ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst; die Frau aber ehre den Mann.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm
 
Hinweis:
Für ein tieferes Verständnis über die Thematik der Symbiose zwischen Männern und Frauen im Leib Jesu empfehlen wir das Buch „Die apostolische Frau“ von Linda Heidler mit Chuck D. Pierce, das beim Glory Star Verlag erhältlich ist.

Einleitung
 
Um die Einheit im Volk Gottes vor der Welt zu reflektieren, ist es unabdingbar, dass sich jeder Heilige seiner Stellung in Jesus Christus sowie seiner persönlichen Zugehörigkeit in der jeweiligen Gemeinschaft von Heiligen (Anm.: vor Ort bzw. in der eigenen Region) bewusst ist.
 
Das Volk Israel und der Leib Jesu
 
Als Beispiel soll uns die Zusammensetzung des Volkes Israel zur Zeit von Mose dienen, das aus zwölf einzelnen Stämmen bestehend in jeweils 4 Einheiten zu drei Stämmen in eine bestimmte Richtung im Auftrag Gottes von Mose eingeteilt war (vgl. 4.Mose 2).
 
Im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Aufgabenfeldern und der Wichtigkeit von Einheit innerhalb des Leibes Jesu verwendete der Apostel Paulus das Bild des menschlichen Körpers (vgl. 1.Korinther 12,12-27).
 
1.Korinther 12,12-27:
12 Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.
13 Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.
14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.
15 Wenn aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte er deshalb nicht Glied des Leibes sein?
16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte es deshalb nicht Glied des Leibes sein?
17 Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch?
18 Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat.
19 Wenn aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib?
20 Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer.
21 Das Auge kann nicht sagen zu der Hand: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht.
22 Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten zu sein scheinen, die nötigsten; 23 und die uns am wenigsten ehrbar zu sein scheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und bei den unanständigen achten wir besonders auf Anstand; 24 denn die anständigen brauchen es nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, 25 damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen.
26 Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.
27 Ihr aber seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied.
 
Treue gegenüber der von Gott zugeteilten Gemeinschaft von Heiligen
 
Damit die Einheit im Volk Gottes richtig erkannt werden kann, bleibt es demnach entscheidend, dass man Treue gegenüber der Gemeinschaft von Heiligen zeigt, mit der man territorial verbunden ist.
 
Diese Treue wird unter anderem dadurch erkennbar, dass man als Gläubiger kontinuierlich an den Versammlungen innerhalb der von Gott zugeteilten Gemeinschaft teilnimmt, worin Schutz für jeden Einzelnen besteht (vgl. Hebräer 10,24-25).
 
Hebräer 10,24-25:
… 24 und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken 25 und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.
 
Gott hat uns ungeachtet von unseren Werken durch Gnade erwählt, die nur durch Glauben aktiv ist (vgl. Epheser 2,8-10).
 
Epheser 2,8-10:
8 Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
 
Gottes Gnade sollte unser Antrieb sein, dass wir uns im Licht (Anm.: Wahrheit, Wahrhaftigkeit) und in der uns von ihm zugeteilten Einheit bewegen, damit seine Liebe für die Menschen in unserer Umgebung oder der Gesellschaft erkennbar ist (vgl. Johannes 13,34-35).
 
Johannes 13,34-35:
34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
 
Die Voraussetzung von wahrer Einheit
 
Die Einheit innerhalb des Volkes Gottes ist die Voraussetzung, damit Gott tätig werden kann, um uns als einheitliche Formation mehr anzuvertrauen. Gott kann uns als Gläubige in Jesus Christus nur dann als eine Formation berufen, wenn wir die Grundlage für „ein Volk“ erfüllen, was Einheit und Zusammenhalt voraussetzt.
 
Wenn wir uns jedoch nicht in die jeweilige Formation innerhalb des Leibes Jesu vollkommen einordnen, wird daraus deutlich, dass man eigenen Anschauungen folgt. Das hat zum Ergebnis, dass man nicht wahrhaftig geführt werden möchte.
 
Sollte man sich nicht innerhalb der von Gott in seinem Volk zugeteilten Versammlung aufrichtig verbunden fühlen, macht sich das im Verhalten durch Abwesenheit bei Veranstaltungen bemerkbar.
 
Dort, wo die (Anm.: häufige, wiederholte) Abwesenheit eines Gläubigen auffällig wird, ist das Pflichtbewusstsein gegenüber der Gemeinschaft vernachlässigt, so dass man demnach nicht ein Träger von der Stimme der Gemeinschaft ist.
 
Das Zeichen von Abwesenheit
 
Wenn diese bewusst gelebte Abwesenheit kultiviert wird, wird dadurch das „Wir-Gefühl“ bzw. das „Volk sein“ der jeweiligen Gemeinschaft in Frage gestellt, so dass der HERR die genannten Personen nicht in die Verheißung der Gemeinschaft bzw. des Dienstes mit hineinführen kann.
 
Die Treue und der Gehorsam der Rechabiter
 
Im Zusammenhang mit der Wichtigkeit von Treue möchte ich auf den Lebensstil der Reachabiter zur Zeit des Propheten Jeremias eingehen.
 
Der HERR beauftragte Jeremia den Rechabitern Wein im Haus Gottes zum Trinken vorzusetzen, was sie jedoch ablehnten. Der Grund für sie war der, dass ihr verstorbener Anführer Jonadab, der Sohn des Rechabs sie unter anderem anwies, keinen Wein zu trinken (vgl. Jeremia 35,1-8).
 
Jeremia 35,1-8:
1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia zur Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda: 2 Geh hin zu den Rechabitern, rede mit ihnen und führe sie in des HERRN Haus, in eine der Hallen, und schenke ihnen Wein ein.
3 Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jirmejas, des Sohnes Habazzinjas, samt seinen Brüdern und allen seinen Söhnen, und das ganze Geschlecht der Rechabiter 4 und führte sie in des HERRN Haus, in die Halle der Söhne Hanans, des Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die neben der Halle der Oberen ist, über der Halle Maasejas, des Sohnes Schallums, des Torhüters.
5 Und ich setzte den Männern vom Hause Rechab Krüge voll Wein und Schalen vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!
6 Sie aber antworteten: Wir trinken keinen Wein; denn unser Vater Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten: Ihr und eure Nachkommen sollt niemals Wein trinken 7 und kein Haus bauen, keinen Samen säen, keinen Weinberg pflanzen noch besitzen, sondern ihr sollt in Zelten wohnen euer Leben lang, auf dass ihr lange lebet in dem Lande, in dem ihr umherzieht.
8 Also gehorchen wir der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, dass wir keinen Wein trinken unser Leben lang, weder wir noch unsere Frauen noch unsere Söhne und Töchter; …
 
Die vorbildliche Treue der Rechabiter zur ihrem verstorbenen Anführer, den sie als ihren Vater anerkannten, nahm Gott zum Anlass, um den Propheten Jeremia zum Volk Israel zu senden und ihnen von der Treue und dem Gehorsam zu berichten sowie ihnen das Ergebnis von Treue und Untreue zu verdeutlichen (vgl. Jeremia 35,12-14.17-19).
 
Jeremia 35,12-14.17-19:
12 Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia: 13 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Geh hin und sprich zu den Männern von Juda und zu den Bürgern von Jerusalem: Wollt ihr euch denn nicht bessern und meinen Worten gehorchen?, spricht der HERR.
14 Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, der seinen Nachkommen geboten hat, dass sie keinen Wein trinken sollen, werden gehalten und sie trinken keinen Wein bis auf diesen Tag; denn sie gehorchen ihres Vaters Gebot. Ich aber habe euch immer wieder predigen lassen, doch gehorchtet ihr mir nicht. …
17 Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will über Juda und über alle Bürger Jerusalems kommen lassen all das Unheil, das ich gegen sie geredet habe, weil ich zu ihnen redete und sie nicht hören wollten, weil ich rief und sie mir nicht antworten wollten.
18 Aber zu den Rechabitern sprach Jeremia: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht habt und alle seine Gebote gehalten und alles getan, was er euch geboten hat, 19 darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Es soll dem Jonadab, dem Sohn Rechabs, niemals an einem Manne fehlen, der vor mir steht.
 
Folglich liegt Gott, der gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist (vgl. Jesaja 41,4 i.V.m. Hebräer 13,8), unsere Treue und Gehorsam (Anm.: aus Liebe) so sehr am Herzen, dass er sich wünscht, als der HERR DER HEERSCHAREN seinen Auserwählten, die beständig folgen, voranzugehen (vgl. Sprüche 3,3a i.V.m. Micha 2,13).
 
Sprüche 3,3a:
3a Gnade und Treue sollen dich nicht verlassen. …
 
Micha 2,13:
13 Er wird als ein Durchbrecher vor ihnen heraufziehen; sie werden durchbrechen und durchs Tor hinausziehen, und ihr König wird vor ihnen hergehen und der HERR an ihrer Spitze.
 
Seine Anführung wird nur dort möglich, wo die Bereitschaft sich von ihm führen (Anm.: anleiten) zu lassen, in beständiger und verbindlicher Weise gelebt wird. Wenn man sich als Heiliger einer Gemeinschaft anschließt, sollte dies aus aufrichtiger Entscheidung die eigene Verbindlichkeit mit sich bringen.
 
Andernfalls ist zu überprüfen, ob man aus irgendwelchen Gründen eine verkehrte/verdrehte Haltung hat und diese korrigiert werden sollte, da Gott Freude (Anm.: Wohlgefallen) an unserem aufrichtigen und vertrauenswürdigen Vorangehen im Gehorsam hat (vgl. Sprüche 11,20).
 
Sprüche 11,20:
20 Falsche Herzen sind dem HERRN ein Gräuel; aber Wohlgefallen hat er an den Frommen.
 
Da es im Königreich keine „Einzelkämpfer“, sondern nur Einheiten (Anm.: aus Einheit und Folgsamkeit resultierend) entsprechend der Funktionen im Körper gibt, wird die Majestät, Stärke und Schönheit seines Wesens auch nur dort sichtbar werden, worin sich Heilige ihm, seinen gesetzten Zeiten, Verordnungen und gegenseitig aufrichtig unterordnen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm

Die lebendige Beziehung mit Gott
 
Mit dem himmlischen Vater zu leben, ist eine lebendige Beziehung, die wahre geistliche Liebe (Anm.: „agąpē“) bedeutet. Diese göttliche Liebe drückt sich in der Anbetung zu ihm im Geist und in der Wahrheit aus (vgl. Johannes 4,23-24 i.V.m. Matthäus 22,37-38).
 
Johannes 4,23-24:
23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
 
Matthäus 22,37-38:
37 Jesus aber antwortete ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ (vgl. 5.Mose 6,5)
38 Dies ist das höchste und größte Gebot.
 
Die Berührung durch die himmlische Vaterschaft
 
Wenn wir uns dem Vater in Jesus Christus im Geist und in der Wahrheit nähern (vgl. Johannes 14,6), hat das zur Folge, dass Gott unser inneres Wesen (Anm.: Geist und Seele) mit seiner himmlischen Vaterschaft berührt, um unseren Geist sowie unsere Seele mit seiner göttlichen Liebe (Anm.: „agąpē“) auszufüllen.
 
Johannes 14,6:
6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
 
Diese Ausfüllung beinhaltet, dass Gott, der himmlische Vater die Atmosphäre unseres Geistes sowie die unserer Seele betritt, weil er Geist ist.
 
Das Betreten Gottes der zwei unsichtbaren Ebenen unseres inneren Wesens kommt seiner heimsuchenden Gegenwart zur Zeit der Vollendung der Stiftshütte sowie der des Tempels gleich. Mose konnte zuvor nicht in die Stiftshütte eintreten und die Priester zur Zeit Salomos, nachdem sie aus dem Heiligen des Tempels gingen (Anm.: Gott in unserer Seele – (Wille, Gefühl und Verstand) Raum schaffen, damit er uns heimsucht und neu ausrichtet), konnten diesen nicht betreten (vgl. 2.Mose 40,33-35; 1.Könige 8,10-11).
 
2.Mose 40,33-35:
33 Und er richtete den Vorhof auf rings um die Wohnung und um den Altar und hängte die Decke in das Tor des Vorhofs. Also vollendete Mose das ganze Werk.
34 Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.
35 Und Mose konnte nicht in die Stiftshütte hineingehen, weil die Wolke darauf ruhte und die Herrlichkeit des HERRN die Wohnung erfüllte.
 
1.Könige 8,10-11:
10 Als aber die Priester aus dem Heiligen gingen, erfüllte die Wolke das Haus des HERRN, 11 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.
Die Ausfüllung Gottes beinhaltet den Zustand der göttlichen Einheit im Geist, von der Jesus Christus sprach als er dafür betete (vgl. Johannes 17,21-23).
 
Johannes 17,21-23:
… 21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
 
Die Sünderin und Jesus Christus
 
Im Zusammenhang mit dem Ausdruck der wahren Liebe dem HERRN gegenüber, soll uns die Begegnung der Sünderin mit Jesus Christus dienen, die Jesus mit ihrem Salböl salbte, so wie es die Bibelstelle aus Lukas 7,36-38 offenbart.
 
Lukas 7,36-38:
36 Es bat ihn aber einer der Pharisäer, bei ihm zu essen. Und er ging hinein in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch.
37 Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als die vernahm, dass er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Glas mit Salböl 38 und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit Salböl.
 
Diese Sünderin hörte, dass sich Jesus in ihrer Stadt als Gast in einem religiösen Umfeld aufhielt, um auch dort Menschen mit der Liebe seines Vaters zu erreichen.
 
Aufgrund dieser Nachricht, machte sie sich auf den Weg, um näher in die Gegenwart des Sohnes Gottes zu gelangen, den sie aufrichtig und in Reinheit liebte. Sie glaubte, dass Jesus der Sohn Gottes war, was darin deutlich wird, dass sie sich ihm trotz des religiösen Einflussbereiches näherte (vgl. Lukas 7,37).
 
Da die Sünderin befähigt war zu hören, wo sich Jesus aufhielt und sich daraufhin in seine Gegenwart begab, deutet das auf eine himmlische Zugehörigkeit hin, der sie sich im Glauben bewusst war (vgl. Johannes 10,27).
 
Johannes 10,27:
27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; …
 
Sie hatte einen Plan, mit dem sie Jesus überraschen wollte. Es war ein Plan, der aus Liebe (Anm.: agąpē“ => die göttliche Liebe) in ihrem Herzen zu Jesus entstand. Das geplante Vorgehen der Sünderin enthält eine Strategie, die dazu aufruft, tiefer in die Liebe des himmlischen Vaters und seine Gegenwart einzutreten (vgl. Johannes 3,16).
 
Johannes 3,16:
16 Denn also hat Gott (Anm.: der Vater) die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
 
Die Phasen der Annäherung und die aufrichtige Herzenshaltung
 
Die Sünderin ging in folgenden Schritten vor:
 
  1. Sie hörte von Jesus. => Die Wahrnehmung seiner Gegenwart
  2. Sie näherte sich der Gegenwart von Jesus. => Das Hinzutreten in seine Gegenwart.
  3. Sie trat von hinten an Jesus heran. => Die Bereitschaft Jesus durch Hingabe zu „überraschen“
  4. Sie benetzte mit ihren Tränen die Füße Jesu. => Ablegung der eigenen Vision für seine Wege
  5. Sie trocknete die Füße Jesu mit ihrem Haar. => Aufnahme der hohen Wege/Pläne Gottes im Verstand
  6. Sie küsste die Füße Jesu mit ihrem Mund. => Bereitschaft von den hohen Wegen Gottes zu sprechen (vgl. Jesaja 55,8-9)
  7. Sie salbte die Füße Jesu (vgl. Lukas 7,37-38) => Übereinstimmung mit den hohen Wegen Gottes, um darin in der von Gott zugeteilten Salbung zu wandeln
Anhand dieser Annäherungsphasen wird deutlich, dass die Sünderin Jesus mit einer aufrichtigen Herzenshaltung liebte.
 
Jesus sagte, dass der Ausdruck von Gehorsam die Liebe zu ihm gegenüber offenbart (vgl. Johannes 14,23).
 
Johannes 14,23:
23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.
 
Demnach drückte die Sünderin ihre Liebe zu Jesus Christus durch ihre Annäherung aus.
 
Zur Zeit ihrer Annäherung hatte die Sünderin Jesus Christus noch nicht in ihrem Herzen, jedoch wurde sie von der Kraft des Vaters zu Jesus Christus gezogen (vgl. Johannes 6,44 i.V.m. Römer 5,8).
 
Johannes 6,44:
44 Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.
 
Römer 5,8:
8 Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
 
Das Ziehen des Vaters zu Jesus Christus
 
Da der Heilige Geist zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf der Erde ausgegossen war und die Sünderin furchtlos in das religiöse Umfeld des Pharisäers eintrat, wird deutlich, dass es sich bei der Kraft des Vaters um den Heiligen Geist handelte, der die Sünderin zu Jesus Christus zog. Er half ihr dabei, ihren Plan des Ausdrucks ihrer Liebe Jesus gegenüber zu offenbaren. Die Begründung liegt darin, weil es der Heilige Geist ist, in dem man ausruft: “Abba, lieber Vater!“ (vgl. Römer 8,15)
 
Römer 8,15:
15 Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!
 
Die Sünderin überraschte Jesus
 
Die Sünderin ließ sich von keiner religiösen Macht bzw. einem Geist von Gesetzlichkeit (Anm.: allein aus Taten gerecht zu werden) aufhalten, die Gegenwart des lebendigen Wortes Gottes zu erleben!
 
Sie durchstach mit der wahren Hingabe in ihrem Herzen die religiöse Atmosphäre und überraschte Jesus, indem sie von hinten an ihn herantrat und ihm mit ihrer Hingabe diente.
Ihre Hingabe führte dazu, dass Jesus begann zu seinem Gastgeber, dem Pharisäer Simon über die Bedeutung von wahrer Hingabe und Gastfreundschaft (Anm.: Beziehung) zu predigen (vgl. Lukas 7,39-47).
 
Lukas 7,39-47:
39 Als aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin.
40 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sag es!
41 Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert Silbergroschen schuldig, der andere fünfzig.
42 Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er es beiden. Wer von ihnen wird ihn am meisten lieben?
43 Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er am meisten geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt.
44 Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet.
45 Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen.
46 Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt.
 
Wahre Anbetung
 
In Johannes 4,23 sprach Jesus zur Samariterin, dass die Zeit gegenwärtig ist, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden.
 
Johannes 4,23:
23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
 
Diese Anbetung, von der Jesus hierin sprach, beinhaltet die Hingabe zu Gott, dem Vater im Geist sowie den Wandel in seinem Wort, was allein Wahrheit ist.
 
Das Lobsingen zu Gott alleine, ohne im Wort Gottes zu wandeln, führt dazu, dass der Lobpreis einen Klang trägt, den Gott nicht annehmen kann (vgl. Amos 5,22-24).
 
Amos 5,22-24:
22 Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen.
23 Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören!
24 Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
 
Jesus Christus sprach in Johannes 4,23 nicht von Anbetern, sondern von wahren Anbetern, die den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten.
 
Im Geist und in der Wahrheit
 
Diese zwei wichtigen Eigenschaften betrachte ich als zwei Beine, mit denen sich ein Mensch im Leben beständig von einem Ort zu einem anderen Ort vorwärtsbewegt.
Weiterhin ist es kein Zufall, dass Gott dem menschlichen Körper viele Dinge doppelt zugeteilt hat (wie z.B. zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, zwei Arme, zwei Hände, zwei Beine, zwei Füße, …).
 
Anhand dieser Zuteilung sehe ich einen Bezug zur wahren Anbetung im Geist und der Bedeutung gemäß dem Wort Gottes (Anm.: Wahrheit) zu leben.
 
Nur auf diese Weise wird unser beständiger Wandel im Glauben mit dem himmlischen Vater für die Menschen in der Welt erkennbar. Der beständige Wandel in der wahren Anbetung zum Vater im Geist und in der Wahrheit schließt einen unbeständigen bzw. unabhängigen geistlichen Lebensstil gegenüber dem Wort Gottes aus.
 
Wahre Anbetung beinhaltet sich in Jesus Christus dem himmlischen Vater zu nähern, um ihn mit dem Ausdruck von Lobpreis im Geist zu küssen. Das beinhaltet zugleich auch vollkommene Hingabe und Verehrung dem HERRN gegenüber.
 
Wahre Hingabe in Jesus Christus dem himmlischen Vater gegenüber trägt ein weitreichendes Zeugnis, das von der Gegenwart bis hinein in die Zukunft reicht, um Menschen auf die wahrhaftige Liebeshaltung dem HERRN gegenüber hinzuweisen (vgl. Matthäus 26,13).
 
Matthäus 26,13:
13 Wahrlich, ich sage euch: Wo dies Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.
 
Bei wahrhaftiger Anbetung geht es nicht darum, ob Gott etwas für jemanden tut oder nicht, sondern es handelt sich hierbei um wahre Hingabe, die ein Ausdruck des Vertrauens und Verehrung Gott gegenüber ist.
 
Diese Hingabe umfasst demnach ein inneres Ausgießen vor dem HERRN, was jede unaufrichtige oder kompromittierte Haltung entsprechend auflöst und ein geheiligtes Leben, das unabhängig von der Anerkennung von Menschen geführt wird, zur Folge hat.
 
Nur diese tiefgreifende Erfahrung der Liebe des himmlischen Vaters stellt Geist und Seele so wieder her, dass der Mensch als Kind bzw. Sohn Gottes sich selbst hingebend reinigt, um wahrhaftig anzubeten, was die Beziehung zu Gott als dem ewigen Vater vertieft.
 
1.Johannes 3,2-6:
2 Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
3 Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist.
4 Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht.
5 Und ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde.
6 Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm