Wenn wir als Gläubige in Christus Jesus vom Heiligen Geist in eine größere geistliche Reife geführt werden, die mit Verantwortung und geistlicher Autorität einhergeht, sollten wir uns zuerst der Position als Söhne Gottes in Christus bewusst sein.
Dabei geht es um unsere enge Beziehung mit dem himmlischen Vater. Anhand der Taufe Jesu, wie in Markus 1,10-11 und Lukas 3,21-22 beschrieben, indem sich der Heilige Geist in Form einer Taube auf Jesus niederließ und die Stimme des Vaters, ihn in persönlicher Rede als Sohn ansprach, können wir diese tiefer verstehen lernen.
Markus 1,10-11:
10 Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn.
11 Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.
Lukas 3,21-22:
21 Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf, 22 und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.
Bedeutend ist für uns als Jünger, dass wir der Gegenwart des Heiligen Geistes erlauben, sich in unserer Atmosphäre des Glaubens und Gehorsams so zu etablieren, dass wir aus der Fülle der Wahrheit Gottes (Anm.: „alle Wahrheit“) in die für uns zugeteilte Wahrheit der jeweiligen Zeit bzw. Situation geführt werden (vgl. Johannes 16,13).
Johannes 16,13:
13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
Der Heilige Geist in uns führt uns durch die Sohnschaft Christi in tiefere Erkenntnis der Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater. Der Heilige Geist auf uns autorisiert uns, das zu tun, was dem Willen des Vaters und des Sohnes Gottes entspricht (vgl. Johannes 14,6 i.V.m. Johannes 16,14-15).
Johannes 14,6:
6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
Johannes 16,14-15:
14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen.
15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.
In Matthäus 3,16-17 heißt es, dass die Stimme des himmlischen Vaters in Form eines Statements Jesus als Sohn Gottes gegenüber der Öffentlichkeit bekannt machte. Was macht den Unterschied?
Der Vater spricht hierin nicht in direkter Rede zu Jesus Christus, sondern zu den anderen über ihn bzw. von ihm als seinem Sohn sprechend.
Matthäus 3,16-17:
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
Wir sind weiterhin als Volk Gottes ermutigt in dieser Zeit geistlich höher zu gehen, ähnlich, wie Jesus nach der Taufe aus dem Wasser des Jordan – „der Herabfließende“ stieg. Das heißt, dass wir die Vergangenheit, also unser altes Leben hinter uns lassen, um mit dem offenen Himmel und dem Heiligen Geist uneingeschränkt in dieser und der kommenden Zeitphase zusammenzuwirken. Das hilft uns in geistlichen Prüfungsphasen dem Widersacher effektiv zu widerstehen (vgl. Lukas 4,1-2a.13).
Lukas 4,1-2a.13:
1 Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan und wurde vom Geist in die Wüste geführt 2a und vierzig Tage lang von dem Teufel versucht. …
13 Und als der Teufel alle Versuchungen vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeit lang.
Die persönliche Beziehung als Sohn in Christus mit dem himmlischen Vater
In den Aussagen des himmlischen Vaters in Verbindung mit der Taufe Jesu liegt demnach kein Zufall oder Fehler, sondern ein wichtiges Prinzip für uns.
Dieses beinhaltet für uns zu verstehen, dass wir zuerst in einer engen persönlichen Beziehung als Sohn in Christus Jesus mit dem himmlischen Vater leben dürfen, woraus die Verantwortung entsteht, vor der Öffentlichkeit zu wandeln (vgl. Römer 8,19.21.29).
Römer 8,19.21.29:
19 Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder [Anm.: Söhne] Gottes offenbar werden. …
…; 21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder [Anm.: Söhne] Gottes. …
29 Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
Deshalb ist es ebenso kein Zufall, dass der himmlische Vater zu seinem Sohn Jesus in zwei Evangelien persönlich spricht, während er ihn in Matthäus 3,17 gegenüber der Öffentlichkeit als Sohn bezeichnet.
Je tiefer wir in den Bereich der Sohnschaft Christi eintreten, um die Schätze der Weisheit und Erkenntnis zu erhalten, wird es für uns erforderlich, dass wir uns klar werden und bewusst sind, dass wir nicht uns selbst leben, sondern Christus (vgl. Kolosser 2,3 i.V.m. Galater 2,20; Lukas 9,23).
Kolosser 2,3:
… 3 in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
Lukas 9,23:
23 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.
Der Kampf um die Zeit in der Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater
Die wahre Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater ist für uns als Jünger Jesu umkämpft, weshalb es weise ist, den Rat Jesu, unserem Vorbild, diesbezüglich anzunehmen, der sagte:
„Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir es vergelten.“ Matthäus 6,6
Diese kostbare Zeit, von der Jesus sprach, ist eine Zeit, die sehr stark umkämpft ist, weil der Feind uns daran hindern möchte in eine tiefere Beziehung mit Gott, dem himmlischen Vater einzutreten, die aus unserer investierten Zeit des Wortes und Gebetes kommt.
Hierbei versucht der Feind unsere Perspektive bezüglich des Wortes und Gebetes stets zu verdrehen, indem er uns durch das Gefühl, dass Gott nicht fühlbar oder anwesend wäre, weismachen will, dass wir keine wahrhaftige Beziehung zum himmlischen Vater haben.
Es ist der Plan des Widersachers, uns durch das Gefühl der Abwesenheit des HERRN in eine Täuschung hineinzubringen, die uns überzeugen soll, dass wir Gott lediglich aufgrund einer religiösen Verpflichtung aufsuchen. Solche Empfindungen können dazu führen, dass wir beginnen uns allein über das Lesen des Wortes Gottes zu definieren, ohne wirklich das Gefühl zu haben, eine lebendige Beziehung mit Gott zu besitzen.
Dieses falsche Vorgehen kann sich auf unser Gebetsleben auswirken, indem wir mehr aus unserem eigenen Willen beten, anstatt aus dem Willen Gottes oder auch, dass wir selbstgerechte Gebete sprechen.
Das Ergebnis aus solchen Zeiten im Wort und Gebet ist wie bereits zuvor erwähnt, ein Gefühl der Pflichterfüllung und führt zu Selbstgerechtigkeit sowie fehlender Freude am Vater.
Gott hat uns nicht dazu erschaffen eine Pflicht zu erfüllen, sondern er hat uns einen freien Willen gegeben, den wir zu seiner Ehre nutzen dürfen, was bedeutet, dass man zuerst Gott sucht, um ihm für die Gabe seines Wortes und der Kraft des Gebetes zu danken.
Wenn wir dankbar sind für die Möglichkeit Gottes Wort zu haben und beten zu können, gelangen wir mit einem ganz anderen Fokus in die Gegenwart seines Wortes und der Kraft des Gebetes. Dankbarkeit ist ein wichtiger Schlüssel, um in die tiefen „Regierungskammern Gottes“ einzutreten (vgl. Psalm 100,4-5).
Psalm 100,4-5:
4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!
5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.
Noach und das Hineingehen in die Arche
An dieser Stelle können wir eine Verbindung zu dem Hineingehen von Noach in die Arche erkennen, die einen ähnlichen Bezug zu dem Kämmerlein hat, von dem Jesus in Matthäus 6,6 spricht.
Noach reagierte freimütig auf die Weisung Gottes und baute eine Arche, die unter anderem nach der Fertigstellung ein ganz besonderer Raum für ihn, seine Familie und die verschiedenen Tierpaare werden sollte (vgl. 1.Mose 6,17-19).
1.Mose 6,17-19:
17 Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.
18 Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne.
19 Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir.
Noach ging zum von Gott festgesetzten Zeitpunkt freiwillig in die Arche, so dass Gott persönlich tätig wurde, indem er die Tür schloss, um mit Noach inmitten des stattfindenden Gerichtes auf der Erde enge Gemeinschaft durch das „Wasserbad seines Wortes“ zu pflegen und ihn höher zu bringen (vgl. 1.Mose 7,1.5.7.16 i.V.m. Epheser 5,26).
1.Mose 7,1.5.7.16-17:
1 Und der HERR sprach zu Noach: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht erfunden vor mir zu dieser Zeit. ...
5 Und Noach tat alles, was ihm der HERR gebot. ...
7 Und er ging in die Arche mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne vor den Wassern der Sintflut. ...
16 Und das waren Männchen und Weibchen von allem Fleisch, und sie gingen hinein, wie denn Gott ihm (Anm.: Noach) geboten hatte. Und der HERR schloss hinter ihm zu.
17 Und die Sintflut war vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde.
Epheser 5,26:
… 26 um sie zu heiligen. Er (Anm.: Jesus Christus) hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er 27 sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.
Lasst uns ermutigt sein, den Vater zu uns und der Öffentlichkeit sprechen zu hören, um uns dementsprechend im Zentrum seines Willen in der Gemeinschaft mit ihm auszurichten. Die befreiende, wahre und treue Liebe des Vaters ist alles, was wir dazu brauchen.
Amen und Amen.
In Seiner Weisheit,
Daniel Glimm
