Unsere Bestimmung als Leib Christi und Volk Gottes ist die, Jesus Christus als Sohn Gottes in der Facette zu erkennen, wie er sich uns zu erkennen gibt. Es kommt vor, dass wir aufgrund von herausfordernden Lebensumständen oder schwierigen Situationen nicht in der Lage sind Jesus Christus, den Sohn Gottes so zu erkennen, indem wie er gegenwärtig ist, um inneren Frieden zu geben (vgl. Lukas 19,41-42a).
Lukas 19,41-42a:
41 Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt und weinte über sie 42a und sprach: Wenn doch auch du erkenntest zu dieser Zeit, was zum Frieden dient! …
Anhand der Aussage von Lea in Bezug auf ihren erstgeborenen Sohn Ruben – „Sehet ein Sohn!“ wird für uns deutlich, dass sie das „Sehen“ mit der Sicht Gottes verbunden hat, der ihre Bedrängnis in ihrem Umstand sah (vgl. 1.Mose 29,32).
1.Mose 29,32:
32 Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den nannte sie Ruben und sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein Mann lieb haben.
Das an dieser Stelle verwendet hebräische Wort für „Elend – עֳנִי – ‚ŏnî“ kann auch als „Depression, Bedrängnis, Bedrückung“ übersetzt werden. (Anm.: Worterklärung entnommen aus der Strong’s Konkordanz mit der Wortschlüsselnummer: H6040)
Darüber hinaus ist es für uns als Jünger eine Verheißung Gottes in die göttliche Ruhe einzutreten, die unter anderem mit der Manifestation von Segen einhergeht (vgl. Hebräer 4,1.9).
Hebräer 4,1.9:
1 So lasst uns nun mit Furcht darauf achten, dass keiner von euch etwa zurückbleibe, solange die Verheißung noch besteht, dass wir zu seiner Ruhe kommen. …
9 Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.
Das Reagieren auf den Geist der Prophetie und das Wasser
Da das geistliche „Sehen“ mit dem Prophetischen verbunden ist, wird für uns darin erforderlich, dass wir als Volk Gottes sensibel auf den Geist der Prophetie reagieren, der das Zeugnis Jesu ist (vgl. Offenbarung 19,10e).
Offenbarung 19,10e:
… 10e Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.
Hierbei kommt der prophetischen Dynamik, die mit dem Amt des Propheten verknüpft ist, eine besondere Bedeutung zu. Es heißt in Johannes 1,29 ff., dass Johannes, der Täufer Jesus auf sich zukommen sah und daraufhin eine prophetische Proklamation aus Offenbarungserkenntnis zu den Menschen sprach, die sich bei ihm in der Wüste aufhielten.
Hierbei machte er deutlich, dass Jesus Christus für ihn auf diese Weise noch nicht bekannt war, jedoch Gott zuvor zu ihm über seinen Sohn Jesus sprach und ihn das übernatürliche Zeichen der Bestätigung wissen ließ. Es handelte sich um den auf Jesus herabkommenden Heiligen Geist in Form einer Taube und sein Verbleiben auf ihm als ein Zeichen, das er mit einer größeren geistlichen Kraft ausrüsten würde, bei der es sich um die Taufe mit dem Heiligen Geist und dem Feuer handelte.
Johannes 1,29-34:
29 Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!
30 Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich.
31 Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbart werde, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser.
32 Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm.
33 Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
34 Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.
In diesem Zusammenhang spielten die geographische Lage und der Wasserkörper des Jordans eine wichtige Rolle. Der Fluss Jordan steht in Beziehung zu dem Eintritt des Volkes Israel in seine Verheißung unter der Führung Josuas. Auch Jesus stieg in das Wasser des Jordans, um als Verheißung des Vaters gegenüber Johannes dem Täufer als Prophet und dem anwesenden Volk offenbar gemacht zu werden (vgl. Josua 3,17 i.V.m. Matthäus 3,16-17).
Josua 3,17:
17 Und die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war.
Matthäus 3,16-17:
16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.
17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
Zunehmende Offenbarungserkenntnis und der Sohn Gottes
Die zunehmende Offenbarungserkenntnis über Jesus Christus als Sohn Gottes zeigt sich gemäß dem Wort Gottes unter anderem in folgender Abfolge:
- die Vorbereitung durch die offenbarende Ankündigung des Propheten gegenüber dem Volk (vgl. Johannes 1,30),
- die Annäherung Jesu gegenüber dem Propheten (vgl. Johannes 1,29a),
- das Erkennen des Propheten von Jesus Christus als dem ewigen Lamm Gottes (vgl. Johannes 1,29b-30),
- das Bekenntnis des Propheten über das übernatürliche Unbekannte der Präsenz Jesu (vgl. Johannes 1,31),
- die offenbarende Anweisung Gottes in Form des angekündigten Zeichens der Bestätigung und Beauftragung seines Sohnes Jesus Christus an den Propheten (vgl. Johannes 1,32-34).
Wie wir daraus entnehmen können, kommt wie bereits erwähnt der Gegenwart des fließenden Wassers in Form des Jordanflusses eine besondere Bedeutung zu. Nachdem Jesus in die Präsenz des Propheten Johannes, des Täufers mit dem Wasser des Jordans in Berührung kam, zerriss der Himmel, so dass sich die übernatürliche Gegenwart und Bewegung des Heiligen Geistes in Form einer Taube manifestierte und daraufhin die Stimme des himmlischen Vaters ertönte.
Es wird somit für uns deutlich, dass die Ankündigung von Johannes dem Täufer als Propheten in Symbiose mit der Gegenwart des reißenden Wassers des Jordans einherging. Das führte auf diese Weise dazu, dass die Menschen auf Jesus aufmerksam wurden und ihm folgten (vgl. Johannes 1,35-37).
Johannes 1,35-37:
35 Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger; 36 und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm!
37 Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.
Es ist deutlich, dass hier weitere Prophetenjünger zu den Jüngern von Johannes zählten, die sich zum späteren Zeitpunkt Jesus als Jünger angeschlossen haben.
Das Rauschen vieler Wasser und die Stimme des HERRN
Wir wissen, dass es im Wort Gottes klar heißt, dass die Stimme des Allmächtigen und des Sohnes Gottes, wie das Rauschen vieler Wasser ist (vgl. Hesekiel 1,24a i.V.m. Offenbarung 1,15b).
Hesekiel 1,24a:
24a Und wenn sie gingen, hörte ich ihre Flügel rauschen wie große Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen, …
Offenbarung 1,15b:
…, 15b und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; …
Das bedeutet für uns, dass prophetische Kommunikation in Form des Zeugnisses Jesu einen Offenbarungsraum erschafft, in dem wir Jesus Christus als den erkennen, wie er sich im jeweiligen Moment offenbart.
Wir dürfen es dem Heiligen Geist erlauben, unsere Sicht mit dem Licht der Offenbarung Gottes durchfluten zu lassen in Form seiner Augen, die voller Licht sind (vgl. Lukas 11,34a i.V.m. 1.Johannes 1,5).
Lukas 11,34a:
34a Dein Auge ist das Licht des Leibes. …
1.Johannes 1,5:
5 Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.
Diese Sicht, die wir von seinem Licht der Offenbarung durchströmen lassen, führt uns tiefer in der Beziehung zu Christus.
Die Augen des Herzens und die jeweilige Augenhöhle
Aus welcher Augenhöhle schauen wir mit unseren Augen des Herzens in Form von Weisheit und Offenbarung (vgl. Epheser 1,17-18)?
Epheser 1,17-18:
… 17 dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen.
18 Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist …
Wir können demnach aus dem Bereich der sieben Augen des kostbaren Ecksteins bzw. Schlusssteins, des Lammes Gottes, der Augen der Räder oder auch aus dem Bereich der Augen der vier Wesen schauen (vgl. Sacharja 3,9; Sacharja 4,10; Offenbarung 5,6; Hesekiel 1,18; Hesekiel 10,12; Offenbarung 4,8).
Sacharja 3,9:
9 Siehe, auf dem einen Stein, den ich vor Jeschua hingelegt habe, sind sieben Augen. Siehe, ich will auf ihm eine Inschrift eingraben, spricht der HERR Zebaoth, und will die Sünde des Landes wegnehmen an einem einzigen Tag.
Sacharja 4,10:
10 Denn wer immer den Tag des geringsten Anfangs verachtet hat, wird doch mit Freuden sehen den Schlussstein in Serubbabels Hand. Jene sieben sind des HERRN Augen, die alle Lande durchziehen.
Offenbarung 5,6:
6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.
Hesekiel 1,18:
18 Und sie hatten Felgen, und ich sah, ihre Felgen waren voller Augen ringsum bei allen vier Rädern.
Hesekiel 10,12:
12 Und ihr ganzer Leib, Rücken, Hände und Flügel und die Räder waren voller Augen um und um bei allen vieren.
Offenbarung 4,8:
8 Und eine jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel, und sie waren außen und innen voller Augen, und sie hatten keine Ruhe Tag und Nacht und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
Durch den jeweiligen Sitz der Augen wird das Licht der Offenbarungserkenntis definiert, die uns die noch unbekannte Wahrheit sehen lässt, in der uns der Heilige Geist als Geist der Wahrheit unterweisen möchte, so dass die bisher unbekannte Wahrheit für uns zu offenbarender Wahrheit wird.
Ergänzend kann es sich unter anderem um das Erkennen der Wahrheit über die Bewegung Gottes wie bspw. Werke repräsentiert durch Hände, Wandel repräsentiert durch Füße, Glaube repräsentiert durch Flügel und seiner jeweiligen Charaktere (Anm.: Löwe, Stier, Mensch, fliegender Adler) handeln.
In dieser tieferen Ebene im Geist ist jedoch erforderlich, dass wir den Namen Gottes kennen, was eine mit ihm ehrbare vertraute Beziehung bedeutet und übernatürlichen Schutz impliziert, um in der temporären Zeit das Leben mit ihm zu genießen sowie Jesus immer mehr zu erkennen (vgl. Psalm 91,14.16 i.V.m. Epheser 3,19; Kolosser 2,2).
Psalm 91,14.16:
14 „Er liebt mich, darum will ich ihn erretten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. …
16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil [Anm.: hebr. ישועה – jĕšǔ’āh].“
Epheser 3,19:
… 19 auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.
Kolosser 2,2:
… 2 damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, …
Mögen wir als Volk Gottes in dieser Zeit Jesus Christus, den Sohn des himmlischen Vaters auf die Weise tiefer erkennen, wie ihn der Vater uns durch seinen Geist in dieser Zeit offenbaren möchte und umgekehrt, um gesicherten Schrittes den Weg der offenbarenden Wahrheit in Christus zu gehen (vgl. Matthäus 11,27).
Matthäus 11,27:
27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
Unser Gebet ist, dass wir als Jünger Jesu eine innige Sehnsucht nach Christus haben und daraus zunehmen in der Liebe, die uns geschenkt ist, indem wie wir von Gott gesehen sind.
Amen und Amen.
In Seiner Weisheit,
Daniel Glimm
