Die größere Herrlichkeit und der zweifache Frieden

Der HERR spricht in Haggai 2,8, dass sein das Silber und sein das Gold ist.
 
Haggai 2,8:
8 Denn mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der HERR Zebaoth.
 
In Form eines prophetischen Wortes folgt daraufhin die Verheißung, die davon spricht, dass die Herrlichkeit des zukünftigen Hauses größer sein wird als die des ersten gewesen ist.
Diese Herrlichkeit geht einher mit dem „Shalom – Frieden“ Gottes (vgl. Haggai 2,9).
 
Haggai 2,9:
9 Es soll die Herrlichkeit dieses neuen Hauses größer werden, als die des ersten gewesen ist, spricht der HERR Zebaoth; und ich will Frieden geben an dieser Stätte, spricht der HERR Zebaoth.
 
Da Gott Geist ist, ist hierin zuallererst ein geistliches Prinzip zu erkennen, dass die Wichtigkeit der Gegenwart des Wortes Gottes als dem Silber und dem daraus resultierenden Gold als Reichtum des Glaubens beinhaltet.
 
Das Silber und Gold Gottes
 
Wie wir wissen, es ist der Glaube, der aus dem Hören des Wortes Gottes entspringt, das dem geläuterten Silber gleicht (vgl. Psalm 12,7 i.V.m. Römer 10,17).
 
Psalm 12,7:
7 Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
 
Römer 10,17:
17 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.
 
Somit wird für uns als Jünger deutlich, dass der Wandel im Besitztum Gottes als Silber als dem Wort Gottes Wort sowie Gold als Glaube die Voraussetzung bildet, damit die Dichte der zukünftigen Herrlichkeit bzw. Gegenwart Gottes zunimmt. Nur auf diese Weise lässt sie sich im Raum der Beziehung mit Gott - als dem Haus - nieder. Die beiden kostbaren Elemente von Silber und Gold im Zusammenhang mit der größeren Herrlichkeit als Gegenwart Gottes gehen einher mit zwei biblischen Festzeitfenstern, bei denen es sich um:
 
  1. Pessach und
  2. Sukkot
handelt.
 
Hierbei feiert Pessach, die Erlösung und Sukkot die Herrlichkeit Gottes. Es ist demnach kein Zufall, dass Gott die Zeitfenster dieser beiden Feste dazu erwählt hat, nachdem die Stiftshütte und der Tempel errichtet waren, diese mit seiner Herrlichkeit heimzusuchen (vgl. 2.Mose 40,17.34-35; 1.Könige 8,2.10-13).
 
2.Mose 40,17.34-35:
17 Also wurde die Wohnung aufgerichtet im zweiten Jahr am ersten Tage des ersten Monats [Anm.: Nissan/Abib]. …
33 Und er richtete den Vorhof auf rings um die Wohnung und um den Altar und hängte die Decke in das Tor des Vorhofs. Also vollendete Mose das ganze Werk.
34 Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung.
 
1.Könige 8,2.10-13:
2 Und es versammelten sich beim König Salomo alle Männer in Israel am Fest im Monat Etanim [Anm.: Tischri], das ist der siebente Monat. …
10 Als aber die Priester aus dem Heiligen gingen, erfüllte die Wolke das Haus des HERRN, 11 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.
12 Da sprach Salomo: Die Sonne hat der HERR an den Himmel gestellt; er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.
13 So habe ich nun ein Haus gebaut dir zur Wohnung, eine Stätte, dass du ewiglich da wohnest.
 
Die zwei biblischen Feste und der zweifache Frieden Gottes
 
Beide Feste tragen in sich einen besonderen Charakter des „Friedens – Shalom“ Gottes, der mit der Aussage Jesu in Johannes 14,27 gleichgesetzt werden kann.
 
Johannes 14,27:
27 Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
 
Das hebräische Wort „šālôm“ steht im engen Zusammenhang mit JAHWE als „SHALOM“ zur Zeit von Gideon, aber auch mit unserem Herrn Jesus Christus, dem Fürst des Friedens (vgl. Richter 6,24; Jesaja 9,5).
 
Shalom bedeutet weiterhin Vollständigkeit, einwandfreier Zustand, Wohlergehen, Frieden sowie Frieden in der Beziehung zu Gott und zu den Menschen, Sicherheit, Gesundheit, Erfolg, Ruhe, Zufriedenheit und Übereinstimmung (Teilauszug aus der Strong’s Konkordanz Nr. H7965).
 
Es ist ebenfalls kein Zufall, dass Gott gegenüber dem Propheten Haggai in der Facette als „JAHWE – ZEBAOTH“ zu ihm sprach, der der „HERR der Heerscharen“ bzw. Armeen ist, was einen geistlichen Kampfcharakter beschreibt. Dem Richter Gideon, der sich in einer Kampfphase befand, offenbarte sich Gott als der „HERR des Friedens“ (vgl. Richter 6,24a).
 
Richter 6,24a:
24a Da baute Gideon dem HERRN dort einen Altar und nannte ihn „Der HERR ist Friede“. …
 
Darin ist für uns eine geistliche Symbiose zwischen Kampf und Frieden zu erkennen, wobei die Etablierung des göttlichen Friedens nur durch das Intervenieren von „JAHWE –  ZEBAOTH“ und die Etablierung des irdischen Friedens durch „JAHWE – SHALOM“ kommt.
 
Der erste Frieden, den Jesus hinterließ, kommt dem Silber gleich. Es ist der Frieden, den Jesus durch seinen etablierten Triumph am Kreuz erbracht hat, was im Zeitfenster von Pessach geschah (vgl. Römer 5,1).
 
Römer 5,1:
1 Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; …
 
Dieser Frieden bringt die Qualität des einen neuen Menschen hervor, der die Christusgläubigen aus den Juden mit den Christusgläubigen aus den Heidenvölkern meint (vgl. Epheser 2,14-18).
 
Epheser 2,14-18:
14 Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft. Durch das Opfer seines Leibes 15 hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache 16 und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst.
17 Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
18 Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.
 
Es ist der eine neue Mensch in Christus Jesus, der die hebräisch-biblische Denkweise besitzt, was das Verständnis der biblischen Zeiten miteinschließt. Die hebräische Denkweise umfasst den Verstand von jemanden, der durch die Wahrheit Gottes umgewandelt wurde, indem das griechische Denken abgelegt ist (vgl. Römer 12,2).
 
Römer 12,2:
2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
 
Das Leben in der Struktur des einen neuen Menschen beinhaltet den Wandel in einem gesalbten biblischen Verständnis, in denen unsere Worte geisterfüllt und aussagekräftig sind, indem sie das Wort Gottes in dessen Gesamtheit ehren (vgl. Matthäus 7,28-29).
 
Matthäus 7,28-29:
28 Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, dass sich das Volk entsetzte über seine Lehre; 29 denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
 
Der zweite Frieden ist eine Gabe, die Jesus seinen Nachfolgern gibt und mit einem höheren Ort verknüpft ist, bei dem es sich um das Zeitfenster von Sukkot aus der Ewigkeit im neuen Jerusalem, seiner Braut handelt (vgl. Offenbarung 21,2-3).
 
Offenbarung 21,2-3:
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte [Anm.: hebr. Sukka] Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
 
Dieser zweite Frieden entspricht dem von Gott erwähnten Gold aus Haggai 2,8. Es erwächst für Heilige in Christus aus der Offenbarungserkenntis zur Braut bzw. Frau des Lammes zu gehören sowie aus dieser Beziehung heraus zu leben, in der der Vater als der allmächtige Gott und das Lamm der Tempel sind (vgl. Offenbarung 21,18.22-23).
 
Offenbarung 21,18.22-23:
18 Und ihr Mauerwerk war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Gold, gleich reinem Glas. …
22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.
23 Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.
 
Die Einheit in der Sohn- und Vaterschaft Gottes
 
Es war ein wichtiges Anliegen Jesu, während er auf der Erde lebte für genau diese Offenbarungserkenntnis der Einheit in ihm und dem Vater zu beten, weil diese Einheit mit einer größeren Herrlichkeit zusammenhängt (vgl. Johannes 17,20-24).
 
Johannes 17,20-24:
20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.
 
Mögen wir das „Gold“ auf ähnliche Weise wie der Jünger Petrus auf die Anweisung Jesu hin das Geldstück aus dem Mund des ersten mit der Angel gefangenen Fisches ergreifen und für die Sache des Königreichs anwenden. Das beinhaltet die Entlastung durch die Freisetzung des höheren Friedens, der ummantelt ist von Weisheit und Erkenntnis (vgl. Matthäus 17,27 i.V.m. Kolosser 2,2-3; Kolosser 3,3-4).
 
Matthäus 17,24:
27 Damit wir [Anm.: Jesus und Petrus] ihnen aber keinen Anstoß geben, geh hin an den See und wirf die Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm; und wenn du sein Maul aufmachst, wirst du ein Zweigroschenstück finden; das nimm und gib es ihnen für mich und dich.
 
Kolosser 2,2-3:
… 2 damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, 3 in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
 
Kolosser 3,3-4:
3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.
4 Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.
 
Wenn wir unseren Fokus weg von Ablenkungen und Profanem hinwenden zum Wort Gottes, das uns in ein Maß größeren Glauben führt, werden wir diese größere Herrlichkeit der Einheit im Geist mit dem Vater erleben können. Es mag eine Herrlichkeit geben, die wir erst noch erwarten dürfen, aber es gibt auch diese Herrlichkeit für uns als Volk Gottes in der innigen Gemeinschaft mit dem Wort Gottes, das in unsere Herzen Glauben und Frieden spricht.
 
Wer kann sagen, dass Glaube und Frieden in dieser Zeit nicht nötig seien?
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm