Mit der diesjährigen Jahreslosung aus Offenbarung 21,5a für 2026, worin es heißt: „Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“ sind wir als Ekklesia aufgerufen, das von Gott freigesetzte „Neue“, das er für diese und die kommende Zeit hervorbringt, zu erkennen.
Dem geht eine neue geistliche Ebene voraus, die Gott durch sein Wort in Form von offenbarender Wahrheit, als ein Licht in Existenz gebracht hat (vgl. 21,1).
Offenbarung 21,1:
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
Die neue geistliche Ebene und die neu geöffnete Schriftrolle
Wir dürfen verstehen, dass dieser Vorgang sich deshalb ähnlich einer Schriftrolle verhält, die von Gott in der Atmosphäre ausgerollt wird, weil alles durch das Wort Gottes geschaffen ist und ohne das Wort Gottes gar nichts gemacht ist (vgl. Sacharja 5,1-2 i.V.m. Johannes 1,3).
Sacharja 5,1-2:
1 Und ich hob meine Augen abermals auf und sah, und siehe, da war eine fliegende Schriftrolle.
2 Und er sprach zu mir: Was siehst du? Ich aber sprach: Ich sehe eine fliegende Schriftrolle, die ist zwanzig Ellen lang und zehn Ellen breit.
Johannes 1,3:
3 Alle Dinge sind durch dasselbe [Anm.: Wort Gottes] gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.
Anhand der folgenden zwei Bibelstellen wird dieses Prinzip der Erschaffung Gottes durch sein Wort deutlich, auch wenn diese mit einer ausgedienten Zeit des Himmels verbunden sind (vgl. Jesaja 34,4b; Offenbarung 21,1).
Jesaja 34,4b:
… 34b und der Himmel wird zusammengerollt werden wie eine Buchrolle, …
Offenbarung 6,14a:
14a Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, …
Anhand der Maße der fliegenden Schriftrolle aus Sacharja 5,1-2 und der Aussage Gottes aus Offenbarung 21,1 wird auch das Prinzip der Erschaffung eines „geweihten Raumes“ für die Gegenwart Gottes deutlich, weil ihre Größe die Maße der Vorhalle des Tempels Salomo umfasst (vgl. 1.Könige 6,3).
1.Könige 6,3:
3 Und er baute eine Vorhalle vor der Tempelhalle des Hauses, zwanzig Ellen lang nach der Breite des Hauses und zehn Ellen breit vor dem Hause her.
3 Und er baute eine Vorhalle vor der Tempelhalle des Hauses, zwanzig Ellen lang nach der Breite des Hauses und zehn Ellen breit vor dem Hause her.
Als Heilige der Ekklesia sind wir wiederholt dazu aufgerufen das, was Gott als ausgedient betrachtet zu verlassen, um im irdischen Bereich unter den von ihm neuen Bereich der Verheißung und dem dazugehörigen abdeckenden Himmel zu treten. Es geht geistlich darum, dass „Himmel und Erde“ in Symbiose zu dem von Gott hervorgebrachten Bereich stehen und seine Regierungsherrschaft auf der Erde resonieren lassen.
Der neue Himmel und das von Gott erschaffene Neue
Dieser „neue Himmel“ bedeutet für uns einen neuen Geistbereich, den nicht wir, sondern Gott als der ewige König hervorbringt, in dem wir als sein Volk neue Dinge sehen und hören, die wir in dem Bereich des „ausgedienten Himmels“ auf der Erde nicht fähig sind zu erkennen. Das ähnelt der Aussage des Propheten Jesaja, der die Worte Gottes über das Neue, was Gott tat, prophezeite, indem er sagte (vgl. Jesaja 43,19): „Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr es denn nicht?“
Diese Frage Gottes durch den Propheten macht für uns deutlich, dass sich das Volk Gottes des Neuen nicht bewusst war und es nicht wahrnehmen konnte. Die Nichtwahrnehmung des Neuen ist ein Hinweis dafür, dass man sich in einem ausgedienten Glaubensmuster bzw. sich wie unter einem „alten Himmel“ befindet und dadurch nicht in der Lage ist, das Neue, was Gott auf der Erde unter dem „neuen Himmel“ tut zu erkennen.
Es bedarf hierfür den Wechsel von einem geistlichen Bereich in einen neuen von Gott durch die Kraft seines Wortes hervorgebrachten geistlichen Bereich, so dass die Erde auf den neuen Wandel der Söhne Gottes reagiert. Das geschieht im geistlichen Vorangehen der Heiligen in Christus, die ihr Leben im Heiligen Geist ausrichten, was ihren Wandel offenbart und auch dadurch, als „neue Erde“ die Resonanz des Planes Gottes für diese und die kommende Zeit trägt (vgl. Römer 8,19.21 i.V.m. 1.Korinther 2,9).
Römer 8,19.21:
19 Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder [Anm.: Söhne Gottes] offenbar werden. …
… 21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder [Anm.: Söhne] Gottes.
1.Korinther 2,9:
9 Sondern es ist gekommen, wie geschrieben steht (vgl. Jesaja 64,3): „Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.“
Wenn wir zunehmend als Volk Gottes in der Liebe zu JAHWE als himmlischen Vater unter den „neuen Himmel“ treten, begegnen wir der Einwirkung des Heiligen Geistes in Form eines fliegenden Adlers als eines Muttertiers. Dieser Adler erzeugt lieblich vibrierend durch seine sanft bewegenden Flügel die erforderliche Wärme, so dass wir kühn in der von Gott freigesetzten offenbarenden Wahrheit wandeln, die zu einer gesunden Trennung von Licht und die uns umgebende Finsternis führt.
Es ist ein übernatürliches prophetisches Brüten Gottes über der in uns befindlichen Wahrheit des Wortes Gottes, aus der der Geist der Prophetie entspringt (vgl. 1.Mose 1,1-2 i.V.m. Epheser 5,26b; 2.Petrus 1,19-21).
Epheser 5,26b:
… 26b Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, …
1.Mose 1,1-2:
1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
2.Petrus 1,19-21:
19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.
20 Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.
21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.
Das hebräische verwendete Wort für „schweben“ in 1.Mose 1,2 ist „räḥap̅“ und meint ein „sanftes Vibrieren“.
Das Flattern der Adlerflügel und das prophetische Wesen Gottes
Nach der Passion-Bibelübersetzung umfasst es die größte Fürsorge und Zuneigung der Adlermutter, die mit ihren Flügeln sanft über ihren Jungen flattert, was eine sanfte Wärme erzeugt (vgl. 5.Mose 32,11).
5.Mose 32,11:
11 Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt [Anm.: hebr.: räḥap̅], so breitete er seine Fittiche aus und nahm ihn und trug ihn auf seinen Flügeln.
Diese Fürsorge des prophetischen Wesens Gottes umfasst ein Hinaufbringen aus einem ausgedienten (Anm.: nicht erneuerten) geistlichen Bereich in einen höheren übernatürlichen Bereich, ähnlich wie das Volk Israel nach Ablauf der Zeit von Gott auf seinen Adlerflügeln aus Ägypten herauf in seine Gegenwart getragen wurde (vgl. 2.Mose 19,4).
2.Mose 19,4:
4 Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.
Wir sollten anerkennen, dass es kein Zufall ist, dass der Seher-Apostel Johannes das Wesen des Adlers vor dem Thron Gottes als Bewegung und nicht als ein Angesicht sah wie die anderen. Gottes Verlangen ist es, prophetisch seinen Ewigkeitsplan in der jeweiligen temporären Zeit in seinem Volk durch die Einwirkung seiner Liebe aus dem Prophetischen auf der Erde hervorzubringen.
Offenbarung 4,7:
7 Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler.
Darin wird die Begründung der Aussage von Paulus erkennbar, der zu den Heiligen in Korinth sprach am meisten nach der Gabe der prophetischen Rede zu streben, dem die Liebe Gottes (Anm.: griech. „agạpē“) vorausgeht.
1.Korinther 14,1:
1 Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede!
Die Liebe unseres HERRN ist wie das Wärmen eines Adlertieres als Mutter für ihre Küken, die das Nest weiter im Bau ausrichtet, nachdem sie bereits geschlüpft sind, um sie darin für die Zukunft abzusichern. Das prophetische Wesen Gottes ist voll von Gottes Treue, Fürsorge und mütterlichen Tröstungen, um durchzuhalten bis sich alles erfüllt.
Hierzu bedarf es einem Verständnis über die Kraft des lebendigen Wortes Gottes, das ein Licht ist, so dass die Richtungsweisung des Heiligen Geistes in unseren Leben offenbar wird, weil Gott beständig ist und stets auf das Zukünftige hinweisend, was in der Ewigkeit bereits besteht (vgl. Psalm 119,105 i.V.m. Prediger 3,14).
Psalm 119,105:
105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Prediger 3,14:
14 Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll.
Es ist die Dynamik des lebendigen Wortes Gottes in Form des Zeugnisses Jesu, das den Wesenszug des fliegenden Adlers trägt, welcher der Geist der Prophetie ist und die prophetische Präsenz des Heiligen Geistes beinhaltet, indem er von Jesus Christus nimmt, der eins mit dem Vater ist (vgl. Johannes 16,13-15).
Johannes 16,13-15:
13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen.
15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.
Das Fliegen des Adlers mit dessen ausgespannten Flügeln weist auf die Erhabenheit der ewigen Pläne Gottes hin, die mit der Bewegung von Raum und Zeit verbunden sind, was wiederum mit Licht im Zusammenhang steht. Dieses prophetische Leuchten kommt der Gegenwart Gottes und des Lammes in der Braut gleich, bei der es sich um den Stadtkomplex des himmlischen Jerusalems handelt, die kein vergängliches Licht, sondern nur das Licht der Ewigkeit in sich trägt (vgl. Offenbarung 21,23).
Offenbarung 21,23:
23 Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.
Möge dieses ewige Licht Gottes in Form des von ihm gegebenen prophetischen Wortes unter dem „neuen Himmel“ und der sich darunter befindenden „neuen Erde“ durch die Braut des Lammes gesprochen werden und dabei einen neuen Raum von Zeit etablieren. Diesen Raum will Gott als der „ICH BIN“ dazu gebrauchen, sich in seiner Kraft oder auch Herrlichkeit zu offenbaren, während wir uns als Ekklesia seiner Rückkehr nähern und auf diesen Moment ausgerichtet leben.
Amen und Amen.
In Seiner Weisheit,
Daniel und Tina Glimm
