Die kerubische Herrlichkeit Gottes

Es ist segensreich die Präsenz der kerubischen Herrlichkeit Gottes und ihre Bewegung zu verstehen, die einhergeht mit dem nach vorne scheinenden Licht in Form der Hörner eines „angreifenden Stiers“. Diese dient uns als Volk Gottes dazu, die Finsternis zu durchstechen und widerstehende Mächte der Bosheit in der Atmosphäre schachmatt zu setzen (vgl. Johannes 1,5; Johannes 3,19).
 
Johannes 1,5:
5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen.
 
Johannes 3,19:
19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

Diese nach vorne scheinende Herrlichkeit kommt dem leuchtenden Angesicht von Mose gleich, der nachdem er die Gegenwart Gottes verließ mit einem strahlenden Gesicht vom Berg Sinai herabkam.
 
Die Ausstrahlung von Mose wird in der Thora bzw. im Wort Gottes als ein Leuchten seines Angesichts in Form von Lichtstrahlen beschrieben, die wie Hörner von seinem Gesicht ausgingen (vgl. 2.Mose 34,29-30).

2.Mose 34,29-30:
29 Als nun Mose vom Berge Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Angesichts glänzte, weil er mit Gott geredet hatte.
30 Als aber Aaron und ganz Israel sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen.

Das hebräische Wort, das in der o.g. Bibelstelle für „strahlte, glänzte“ verwendet wird ist „qāran“ und kommt von dem Wurzelwort „qärän“, was „Horn, Hörner“ bedeutet. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „strahlen/glänzen – qāran“ mit der Wortschlüsselnummer 7328*, 7329)
 
Das bedeutet, dass Mose das Angesicht Gottes in Form des Stiers widerspiegelte, während er von der Vaterschaft Gottes in Form seiner ewigen Priesterschaft umgeben sowie von dem Geist der Stärke begleitet wurde. Die Gegenwart Gottes mit der Mose hierbei umgeben war, führte zu der Manifestation der Furcht des HERRN inmitten des Volkes Israel (vgl. 2.Mose 34,30).
 
2.Mose 34,30:
30 Als aber Aaron und ganz Israel sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, ihm zu nahen.
 
Der Norden und das Angesicht des „Stiers“
 
Diese herrliche kerubische Gegenwart Gottes, die mit dem Angesicht des Stiers und dem Norden verknüpft ist, wird deutlich in Hesekiel 1 beschrieben. Dort werden zwei Elemente bzw. Körperregionen, die zur Natur des Stiers gehören genannt, weshalb an dieser Stelle eine Hervorhebung der kerubischen Präsenz deutlich wird (vgl. Hesekiel 1,7.10).
 
Hesekiel 1,7.10:
7 Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße waren wie Stierfüße und glänzten wie blinkendes, glattes Kupfer. …
10 Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren.
 
Bei den zwei genannten Körperregionen handelt es sich um die Füße und das Gesicht. Darin erkennen wir die Bedeutung der Bewegung in Form von geistlichem Voranschreiten und der Beziehung in Form von geistlicher Intimität mit Gott, dem himmlischen Vater.
 
Das in Hesekiel 1,7 verwendete Wort für den „Stier“, der mit den Füßen verbunden ist, ist „‘ēḡäl“ und meint „ein männliches Kalb, das im Kreis herum hüpft“. Das hebräische Wurzelwort ist „‘āḡōl“ und bedeutet „rund“. (Anm.: Worterklärung aus der Strong’s Konkordanz und der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort Füße eines „Stier – `ēḡäl“ und „‘āḡōl – rund“ mit der Wortschlüsselnummer H5695; 5807 und 5806*)
 
Das in Hesekiel 1,10 verwendete hebräische Wort für „Stier“, das in Verbindung mit der Kopfregion genannt wird, ist „šôr“ und meint unter anderem „Rind“ sowie einen „männlichen Stier“.
 
Hiermit wird deutlich, dass die kerubische Gegenwart Gottes mit Freude in Form von Triumph sowie dem Verständnis seiner Herrlichkeit und Autorität einhergeht, die anhand der aufrichtigen geistlichen Beziehung zu ihm und zueinander offenbar wird (vgl. Maleachi 3,20-21 i.V.m. Johannes 13,34-35).
 
Maleachi 3,20-21:
20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.
21 Ihr werdet die Gottlosen zertreten; denn sie sollen Staub unter euren Füßen werden an dem Tage, den ich machen will, spricht der HERR Zebaoth.
 
Johannes 13,34-35:
34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
 
Das hebräische Wort für „Kerub“ bedeutet „Glanzerscheinung, Blitzesleuchten“.
„Kerubim“ bedeutet übersetzt „Großer, Gewaltiger“.
Anhand dieser Worterklärung wird erkennbar, dass die kerubische Präsenz Gottes mit seiner gewaltigen Kraft, Herrlichkeit und Offenbarung einhergeht.
 
Im Zusammenhang mit dieser Gegenwart Gottes ist es kein Zufall, dass auch König David vor der Bundeslade, die auf ihrer Deckplatte die goldenen Kerubim trug, herumtanzte und wie ein „junger Stier“ hüpfte (vgl. 2.Samuel 6,13-16).
 
2.Samuel 6,13-16:
13 Und als die Träger mit der Lade des HERRN sechs Schritte gegangen waren, opferte man einen Stier und ein fettes Kalb.
14 Und David tanzte mit aller Macht vor dem HERRN her und war umgürtet mit einem leinenen Priesterschurz.
15 Und David mit dem ganzen Hause Israel führte die Lade des HERRN herauf mit Jauchzen und Posaunenschall.
16 Und als die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, guckte Michal, die Tochter Sauls, durchs Fenster und sah den König David springen und tanzen vor dem HERRN und verachtete ihn in ihrem Herzen.
 
Es wird entsprechend Hesekiel 1 auffällig, dass die herrliche Präsenz Gottes mit der Kraft des Nordens einherging. Diese trägt die geistliche Dimension des „Stiers“ (Anm.: des Vaters) bzw. die Kraft der kerubischen Natur Gottes, die unter anderem mit seinem „fürchterlichen“ und geheimen Wesen verbunden ist (vgl. Hesekiel 1,4 i.V.m. 2.Mose 19,16; 2.Mose 34,30).
 
Hesekiel 1,4:
4 Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer.
 
2.Mose 19,16:
16 Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak.
 
2.Mose 34,30:
30 Als aber Aaron und ganz Israel sahen, dass die Haut seines Angesichts glänzte (Anm.: Hörner in Form von seinem Gesicht ausgehende Lichtstrahlen hatte), fürchteten sie sich, ihm zu nahen.
 
Darüber hinaus geht die kerubische Natur Gottes einher mit Qualität von Führung und Stärke, da der „Stier“ mit dem hebräischen Buchstaben „Aleph“ in Verbindung steht und den Zahlenwert „1“ trägt. Des Weiteren bedeutet das „Aleph“ unter anderem „Rind, Führer, Stärke, Meister/HERR“.
 
Bei der piktografischen Darstellung des hebräischen Buchstabens „Aleph“ handelt es sich um einen „Stierkopf“.
 
Das „Aleph“ ist der sogenannte „Vaterbuchstabe“, weil alles mit dem Vater beginnt und das hebräische Wort für „Vater – āb“ mit einem „Aleph“ anfängt (vgl. Offenbarung 1,8).
 
Die Richtung und Rangordnung der vier lebendigen Wesen

Wenn wir über die vier lebendigen Wesen vor dem Thron Gottes im Buch Hesekiel und im Buch der Offenbarung studieren, finden wir heraus, dass diese im Buch Hesekiel in Richtungen sowie in Positionen eingeteilt und auch im Buch der Offenbarung in Positionen angeordnet sind (vgl. Hesekiel 1,10; Hesekiel 10,14; Offenbarung 4,7).

Hesekiel 1,10:
10 Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren.

Hesekiel 10,14:
14 Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war das eines Cherubs, das zweite das eines Menschen, das dritte das eines Löwen, das vierte das eines Adlers.
 
Offenbarung 4,7:
7 Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler.

Die Richtungen und die Positionen der vier lebendigen Wesen sollen uns verdeutlichen, wie wichtig es ist, geistlich zu wissen, wo man hingeht (Anm.: Richtung) und zu welcher Zeit (Anm.: Position, Reihenfolge) man sich weiter mit Gott in Bewegung setzt.
 
Weiterhin offenbaren die verschiedenen Anordnungen folgende Charakteristiken der Herrlichkeit Gottes:
 
• Hesekiel 1,10 => Anordnung in Richtungen zum Zwecke der Heimsuchung Gottes
• Hesekiel 10,14 => Anordnung in Positionen zum Zwecke des Gerichts Gottes
• Offenbarung 4,7 => Anordnung in Positionen zum Zwecke der Regierung Gottes
 
Die zwei kerubischen „Arten“ der Gegenwart Gottes
 
Es ist kein Zufall, dass es im Willen Gottes war, zwei „kerubische Arten“ innerhalb seines Volkes herstellen zu lassen. Die eine kerubische Gegenwart mit Mose dient uns als Symbol für die Kraft der Errettung, und die andere mit König Salomo hingegen als Symbol für die ewige Königsherrschaft des Friedefürsten Jesus Christus.
 
Bei der kerubischen Gegenwart, die mit Mose in Verbindung stand, handelte es sich um die zwei Kerubim aus reinem Gold, die sich auf der Deckplatte der Bundeslade befanden. Die zwei Kerubim im „dĕbîr – dem Allerheiligsten“ des Tempels Gottes, den König Salomo baute, bestanden aus Ölbaumholz, das mit reinem Gold überzogen war.
 
=> Das hebräische Wort für „Hinterraum“ ist „dĕbîr“, was „das Hintere, der Hinterraum im Tempel, Allerheiligstes, Rücken oder auch Sprecher“ bedeutet. Es bezieht sich auf die Führung, die jemand von Gott empfängt als Antwort auf eine gestellte Frage (z.B.: Die Auslegung des Fließ/Orakels durch Gideon; vgl. Richter 6,36-40). <= (Der in „=>“ gesetzte Text beruht auf einer Erklärung aus dem „Prophet’s Dictionary“ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 367 und 368).
 
Beide Dimensionen der herrlichen kerubischen Natur Gottes ergeben die Abdeckung des einen neuen Menschen in Christus, da Paulus diesen mit einem edlen Ölbaum vergleicht, dessen Wurzel die Salbung trägt (vgl. Römer 11,17-18 i.V.m. Epheser 2,14-18).
 
Römer 11,17-18:
17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, 18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
 
Epheser 2,14-18:
14 Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft. Durch das Opfer seines Leibes 15 hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache 16 und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst.
17 Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
18 Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.
 
Die aus purem Gold bestehenden Kerubim auf der Bundeslade können für die ewige Herrlichkeit stehen, wobei die aus Ölbaumholz bestehenden Kerubim, die mit reinem Gold überzogen waren die Herrlichkeit des Vaters in der temporären Zeit repräsentieren, die er durch Jesus Christus offenbar macht.
 
Die zwei Kerubim aus vergoldetem Ölbaumholz waren von ihrer Größe wesentlich höher als die der Kerubim auf der Bundeslade, die zur Zeit Salomos im „Hinterraum – dĕbîr“, was das Allerheiligste umfasst, gemeinsam mit den Kerubim aus Ölbaumholz platziert waren (vgl. 2.Mose 25,18-20 i.V.m. 1.Könige 6,23-28).
 
2.Mose 25,18-20:
18 Und du sollst zwei Cherubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des
Gnadenthrones, 19 sodass ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an jenem, dass also zwei Cherubim seien an den Enden des Gnadenthrones.
20 Und die Cherubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenthron bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenthron gerichtet sein.
 
1.Könige 6,23-28:
23 Er machte im Chorraum zwei Cherubim, zehn Ellen hoch, von Ölbaumholz.
24 Fünf Ellen hatte ein Flügel eines jeden Cherubs, sodass zehn Ellen waren von dem Ende seines einen Flügels bis zum Ende seines andern Flügels.
25 So hatte auch der andere Cherub zehn Ellen und beide Cherubim hatten das gleiche Maß und die gleiche Gestalt.
26 Auch war jeder Cherub zehn Ellen hoch.
27 Und er stellte die Cherubim mitten ins Allerheiligste. Und die Cherubim breiteten ihre Flügel aus, sodass der Flügel des einen Cherubs die eine Wand berührte und der Flügel des andern Cherubs die andere Wand berührte. Aber in der Mitte berührte ein Flügel den andern.
28 Und er überzog die Cherubim mit Gold.
 
Die Berührung der Flügel der Kerubim und der verborgene Bereich Gottes
 
Das Berühren der Flügel der Kerubim kommt der Freisetzung der Gegenwart der „ẓābā’ – Engelsheerscharen“ Gottes in Form einer Kriegseinheit gleich, die als feurige Gazellen im Geistbereich erscheinen können.
 
Weiterführend ist es die Präsenz der Bundeslade mit ihren Kerubim, die mit dem Charakter von „JAHWE ZEBAOTH“ verbunden sind, der über den Kerubim thront (vgl. 1.Samuel 4,4a).
 
1.Samuel 4,4a:
4 Da sandte das Volk nach Silo und ließ von dort holen die Lade des Bundes des HERRN Zebaoth (Anm.: HERR der Heerscharen), der über den Cherubim thront. …
 
Anhand des hebräischen Wortes für „Flügel – kānāṗ“ wird ebenfalls ein kämpfender Charakter gemäß Epheser 6,12 deutlich, weil das Wort unter anderem den „Flügel einer Armee“ beschreibt aber auch die „Spitze eines Gebäudes, Schwinge, ein Zipfel, der mit dem In-sich-bergen in Gott in Form von Schutz verbunden ist sowie das Ausbreiten des Zipfels vom Gewand eines Mannes, der in einer rechtsverbindlichen Weise, diesen über seine auserwählte Frau ausbreitet (vgl. Ruth 3,9).“
 
Darüber hinaus waren es die Quasten, die dazu von Gott bestimmt waren, sich an seine Befehle zu erinnern. Die Quasten waren an den vier Zipfeln des Obergewandes befestigt (vgl. 4.Mose 15,38-39 i.V.m. 5.Mose 22,12).“ (Anm.: Worterklärung entnommen aus der Elberfelder Studienbibel, Seite 1630, Sprachschlüsselnummer: 3742 und der Strong’s Konkordanz, Sprachschlüsselnummer: H3671)
 
Das hebräische Wort für „Kerub“ wie bereits erwähnt, bedeutet „Glanzerscheinung, Blitzesleuchten“. Die Bedeutung des Wortes „Kerubim“ lautet „Großer, Gewaltiger“, woraus deutlich wird, dass durch die Berührung der Flügel der Kerubim eine herrliche mit Kraft erfüllte göttliche Präsenz etabliert wurde, die den Bereich „der Heerscharen Gottes“ eröffnete.
 
Das Berühren der Flügel der großen Kerubim im „Allerheiligsten – dĕbîr“ mit den Wänden des Tempels weist auf einen Bereich des Verständnisses der Ordnung im Haus Gottes gemäß seinen festgelegten Prinzipien hin, in denen es für uns gilt zu wandeln.
 
Die zweifache kerubische Natur Gottes im Tempel Salomos kreierte eine sogenannte „Abdeckung – ḥuppāh“, des ewigen Friedefürsten (Anm.: „Salomo“ bedeutet „der Friedreiche“), die in sich bereits die geistliche Dimension des Kreuzes Jesu trägt und ein Hinweis auf die Beziehung zwischen Braut und Bräutigam ist.
 
Es ist die Braut, die die Schätze der Weisheit und Erkenntnis aus ihrem Bräutigam Jesus Christus hervorholt (vgl. 1.Könige 8,6-8 i.V.m. Kolosser 2,2-3).
 
1.Könige 8,6-8:
6 So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz in den Chorraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim.
7 Denn die Cherubim breiteten die Flügel aus an dem Ort, wo die Lade stand, und bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.
8 Und die Stangen waren so lang, dass ihre Enden gesehen wurden in dem Heiligen, das ist die Tempelhalle, vor dem Chorraum; aber von außen sah man sie nicht. Und dort sind sie bis auf diesen Tag.
 
Kolosser 2,2-3:
… 2 damit ihre Herzen gestärkt und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum an Gewissheit und Verständnis, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist, 3 in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
 
Man kann auch sagen, dass sich im „dĕbîr – dem Allerheiligsten“ im Tempel Salomos ein kleineres „Rechteck“ in einem größeren „Rechteck“ befand, das durch die Flügel der jeweiligen Kerubim aufgerichtet wurde und somit eine Herrlichkeit hervorbrachte, die ihren Sitz im „Dunkeln“ hat.
 
Das macht für uns deutlich, dass es dem HERRN gefällt, sich zu verbergen und aus einem verborgenen Bereich zu kommunizieren, um uns Wegweisung zu geben (vgl. Psalm 18,12.32-33 i.V.m. 1.Könige 8,12).
 
Psalm 18,12.32-33:
12 Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt; in schwarzen, dicken Wolken war er verborgen. …
32 Denn wer ist Gott als allein der HERR, wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?
33 Gott hat mich mit Kraft umgürtet, er führte mich auf einen Weg ohne Hindernis.
 
1.Könige 8,12:
12 Da sprach Salomo: Die Sonne hat der HERR an den Himmel gestellt; er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.
 
Die verborgene Gegenwart Gottes im „dĕbîr – dem Allerheiligsten“ ist nichts anderes als eine Aufforderung des HERRN, dass wir uns im Glauben auf die Suche nach ihm und der Bedeutung seines Redens machen.
 
Dieser Vorgang gleicht der Heimsuchung von Mose, der durch die dunkle Wolke gehen musste, um Gottes Gegenwart und die Berührung der Hand des HERRN auf seinem Angesicht zu erleben. Währenddessen befand er sich in einer Felsspalte, die bereits ein Hinweis auf Jesus Christus war (vgl. 2.Mose 24,18a i.V.m. 2.Mose 33,18-23).
 
2.Mose 24,18a:
18a Und Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg und blieb auf dem Berge ...
 
2.Mose 33,18-23:
18 Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen!
19 Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des HERRN: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.
20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.
21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen.
22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin.
23 Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.
 
In dem „Dunkel Gottes“ verborgen befinden sich seine Geheimnisse, die nur für die entschlüsselt werden können, die bereit sind, den „Preis“ zu bezahlen, indem sie sich nicht selbst leben und sich als Könige und Liebhaber Gottes darin verlieren, dem HERRN gegenüber durch eine höhere Qualität von Beziehung näher zu kommen (vgl. Galater 2,20 i.V.m. Jakobus 4,8).
 
Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
 
Jakobus 4,8:
8 Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.
 
Daraus resultiert die Ehre Gottes, seine Geheimnisse, die im Schatten seiner Flügel verborgen sind zu erforschen, um seine Herrlichkeit zur richtigen Zeit zu offenbaren (vgl. Sprüche 25,2).
 
Sprüche 25,2:
2 Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen; aber der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm