Der biblische Monat Tischri | Ethanim

Tischri | Ethanim – Der Monat des Anfangs, der fließenden Bäche und des Starken
 
In Kürze steht der neue biblische Monat Tischri|Ethanim bevor, der als Monat den Beginn des neuen biblischen Jahres (Anm.: Rosch ha-Schana, Beginn des Segenszyklus) in sich trägt, dem eine besondere Bedeutung zukommt.
 
Der Monatsname „Tischri“ bedeutet „Anfang“ und „Ethanim“ umfasst den „Monat der fließenden Bäche“ oder „des beständigen Regens“.
Tischri | Ethanim ist der siebente Monat innerhalb des Erlösungszyklus im biblischen Kalender.
 
Es ist der Monat, der dem Stamm „Ephraim“ zugeteilt ist als dem zweiten Sohn von Joseph. Manasse und Ephraim gingen aus Joseph hervor, wobei Ephraim als Zweitgeborener von seinem Großvater Jakob in der Segnung vor Manasse den Vorzug erhielt (vgl. 1.Mose 48,17-19).
 
1.Mose 48,17-19:
17 Als aber Joseph sah, dass sein Vater die rechte Hand auf Ephraims Haupt legte, missfiel es ihm, und er fasste seines Vaters Hand, dass er sie von Ephraims Haupt auf Manasses Haupt wendete, 18 und sprach zu ihm: Nicht so, mein Vater, dieser ist der Erstgeborene; lege deine rechte Hand auf sein Haupt.
19 Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn, ich weiß wohl. Dieser soll auch ein Volk werden und wird groß sein, aber sein jüngerer Bruder wird größer als er werden, und sein Geschlecht wird eine Menge von Völkern werden.
 
Es war im Interesse von Joseph, die Reihenfolge der Segnung seines Vaters Jakob umzukehren, was ihm jedoch nicht gewährt wurde.
 
Daraus wird für uns deutlich, dass es Gottes Plan war, auf diese Weise vorzugehen, nämlich die Zukunft durch prophetische Offenbarung zu gestalten. Somit hatte Gott bereits etwas in seinem vorherbestimmten Plan festgelegt, das nicht durch den Willen eines Menschen umgekehrt werden konnte (vgl. Psalm 33,4).
 
Psalm 33,4:
4 Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.
 
Der Name „Manasse“ bedeutet, „der vergessen macht“, wobei der Name „Ephraim“ hingegen „Doppelfruchtbarkeit“ bedeutet. Die Namensbedeutung von Ephraim steht mit dem Erlösungsplan von Joseph im Zusammenhang.
 
Durch die beiden gegebenen Namen der Söhne Josephs wird ein wichtiges Prinzip deutlich, nämlich darauf ausgerichtet zu sein, die Vergangenheit loszulassen und zuversichtlich auf die fruchtbare Zukunft zu blicken.
 
„Ephraim“ ist der 7. Stamm Israels und bedeutet wörtlich „Doppelfruchtbarkeit“; „doppeltes Erbteil“. Darüber hinaus trägt Ephraim in der Dimension von Joseph des Stammessymbol des „grünenden Fruchtbaums“ (vgl. 1.Mose 49,22-26).
 
1.Mose 49,22-26:
22 Josef wird wachsen, er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, dass die Zweige emporsteigen über die Mauer.
23 Und wiewohl ihn die Schützen erzürnen und gegen ihn kämpfen und ihn verfolgen, 24 so bleibt doch sein Bogen fest und seine Arme und Hände stark durch die Hände des Mächtigen in Jakob, durch ihn, den Hirten und Fels Israels.
25 Von deines Vaters Gott werde dir geholfen, und von dem Allmächtigen seist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab, mit Segen von der Flut, die drunten liegt, mit Segen der Brüste und des Mutterleibes.
26 Die Segnungen deines Vaters waren stärker als die Segnungen der ewigen Berge, die köstlichen Güter der ewigen Hügel. Mögen sie kommen auf das Haupt Josefs und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!
 
Die biblischen Feste, die im Monat Tischri | Ethanim gefeiert werden, sind folgende:
 
1. Rosch ha-Schana – Tag des Lärmblasens => Neujahr im Segenszyklus (vgl. 4.Mose 29,1)

2. 10.Tag – Jom Kippur => Der große Versöhnungstag (vgl. 3.Mose 16,29-31)

3. 15.-21. Tag – Sukkot => Laubhüttenfest (vgl. 2.Mose 23,16; 3.Mose 23,24; 5.Mose 16,13)

4. Erstlingsfrucht von Wein und Öl

5. 22. Tag => Laubhüttenfeier (vgl. 3.Mose 23,30; 4.Mose 29,35; Nehemia 8,18; Johannes 7,37)
 
Die Zunahme vom Fluss des Geistes und die neuen Dinge
 
Im Monat Tischri | Ethanim dürfen wir es erwarten, dass der HERR den Fluss seines Geistes in uns verstärkt, in dem wir die Fülle des Himmels für uns in Anspruch nehmen. Diese Kraft unseres geistlichen Flusses dient dazu, dass wir ihn zu den Menschen, die danach bedürfen, fließen lassen , damit sie erfrischt werden und weiter heranwachsen (vgl. Johannes 4,14) .
 
Johannes 4,14:
… 14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.
 
Tischri | Ethanim ist der Monat, in dem Menschen, die etwas Neues im Willen Gottes begonnen haben, durch das prophetische Wort zum Weitermachen ermutigt werden, um in ein neues Feld zu treten (Anm.: ein altes Jahr im Segenszyklus ist zu Ende gegangen und ein neues Jahr hat begonnen => Altes wird siegreich abgeschlossen und neue Pläne gedeihen => Doppelfruchtbarkeit).
 
Es ist hierbei wichtig zu verstehen, dass der Gerechte immer grünt und rechtzeitig Früchte hervorbringt (vgl. Psalm 1,3; Jeremia 17,7-8).
 
Psalm 1,3:
3 Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm.
 
Jeremia 17,7-8:
7 Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Vertrauen der HERR ist!
8 Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu tragen.
 
Der HERR beginnt etwas Neues in diesem Monat und schließt das Alte ab (Anm.: Rosch ha-Schana => biblisches Neujahr im Segenszyklus). Dieser Prozess geht mit einer starken Zunahme der Salbung des Heiligen Geistes und des priesterlichen Dienstes einher, der zu einer Vielfältigkeit beiträgt, da in dieser Zeit die Granatäpfel heranreifen (vgl. 2.Mose 28,33).
 
2.Mose 28,33:
33 Und unten an seinem Saum (Anm.: des Priestergewands) sollst du Granatäpfel machen aus blauem und rotem Purpur und Scharlach ringsherum und zwischen sie goldene Schellen auch ringsherum, …
 
Es ist wichtig, dass wir den Anstieg der Salbung des Geistes achten und schützen.
Für uns als Heilige ist unabdingbar, dass wir zur Erneuerung unseres Denkens bereit sind, da zu dieser Zeit die Felder in Israel gepflügt werden, um die Aussaat für das Neue zu empfangen (vgl. Römer 12,2 i.V.m. Epheser 4,23).
 
Römer 12,2:
2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
 
Epheser 4,23:
23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn …
 
Das Achthaben auf den „Klang Issaschars“ und Enthaltsamkeit
 
Im Monat Tischri | Ethanim ist es von Bedeutung, dass wir auf den Klang des Stammes Issaschar (Anm.: Propheten) achten, um die Zeiten zu verstehen (Anm.: Trompetenblasen => Rosch ha-Schana; vgl. 4.Mose 29,1 i.V.m. 4.Mose 10,1-2; 1.Chronik 12,33).
 
4.Mose 29,1:
1 Und am ersten Tag des siebenten Monats soll heilige Versammlung sein; keine Arbeit sollt ihr an diesem Tage tun; ein Tag des Posaunenblasens soll er für euch sein.
 
4.Mose 10,1-2:
1 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 2 Mache dir zwei Trompeten aus Silber! In getriebener Arbeit sollst du sie machen; und sie sollen dir zur Berufung der Gemeinde und zum Aufbruch der Lager dienen.
 
1.Chronik 12,33:
… 33 der Männer von Issaschar, die erkannten und rieten, was Israel zu jeder Zeit tun sollte, 200 Hauptleute, und alle ihre Brüder folgten ihrem Befehl; …
 
Das Trompeten – bzw. Shofarblasen war der Klang, der dem Volk Israel das neue Jahr ankündigte.
 
Es ist entscheidend, dass wir uns von falschen Lebens- bzw. Gedankenmustern trennen, die konträr zum Willen des himmlischen Vaters sind und entsprechend Buße (Anm.: Umkehren und abwenden von Sünde) tun, um in Übereinstimmung mit seinem Willen zu kommen.
 
Hierbei kommt dem Fasten bzw. der Enthaltsamkeit eine wichtige Rolle zu. Enthaltsamkeit sowie Fasten kann als eine entscheidende „Waffe“ zum Durchbruch für die kommenden Monate im neuen Jahr dienen (vgl. 3.Mose 16,29-31 i.V.m. Lukas 4,2.14).
 
3.Mose 16,29-31:
29 Auch soll euch dies eine ewige Ordnung sein: Am zehnten Tage des siebenten Monats sollt ihr fasten und keine Arbeit tun, weder ein Einheimischer noch ein Fremdling unter euch.
30 Denn an diesem Tage geschieht eure Entsühnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem HERRN.
31 Darum soll es euch ein hochheiliger Sabbat sein und ihr sollt fasten. Eine ewige Ordnung sei das.
 
Lukas 4,2.14:
… 2 und von dem Teufel versucht. Und er aß in jenen Tagen nichts; und als sie zu Ende waren, hungerte ihn. …
14 Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück, und die Kunde von ihm ging hinaus durch die ganze Umgegend.
 
Der neue Weinschlauch und die Erweiterung
 
In diesem Monat können wir uns dem HERRN in folgender Weise hingeben, indem wir ihn bitten, uns in die neue Struktur des Weinschlauches zu verwandeln, damit wir fähig sind, sein neues Öl und seinen neuen Wein zu empfangen. Dies fordert uns heraus und dehnt uns aus, was uns hilft und als Gläubige, die auf ihrem Weg in Verletzung geraten sind in Christus Jesus wiederherstellen kann (Anm.: Zeit der Gabe der Erstlingsfrucht von Wein und Öl; vgl. Jesaja 54,2 i.V.m. Markus 2,22: Lukas 10,34).
 
Jesaja 54,2:
2 Mache weit den Raum deines Zeltes, und deine Zeltdecken spanne aus! Spare nicht! Mache deine Seile lang, und deine Pflöcke stecke fest!
 
Markus 2,22:
22 Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche; sonst wird der Wein die Schläuche zerreißen, und der Wein und die Schläuche verderben; sondern neuen Wein füllt man in neue Schläuche.
 
Lukas 10,34:
… 34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.
 
Auf die Ausdehnung weisen die Zelte der Laubhütten während der Zeit von Sukkot, dem Laubhüttenfest hin.
 
Außerdem beinhaltet die Ausdehnung des neuen Weins zudem den Übergang im Glauben in das Neue hinein zu treten. Hierbei kann die Erinnerung an die gelungenen Glaubensprojekte des Überganges aus der Vergangenheit als Ermutigung dienen.
 
Das Ehren der Salbung der Vorväter kann ebenfalls an einem besonderen Tag in diesem Monat von Bedeutung sein (vgl. 1.Mose 26,18; Psalm 103,2).
 
1.Mose 26,18:
18 Und Isaak grub die Wasserbrunnen wieder auf, die sie in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister nach Abrahams Tod verstopft hatten; und er gab ihnen dieselben Namen wie die Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte.
 
Psalm 103,2:
2 Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten!
 
Als siebenter Monat im Erlösungszyklus trägt Tischri das Haupt des Jahres, Rosh ha-Schana, dessen Anordnung in der siebenten Position auf die Vollständigkeit bzw. das gesamte Schöpfungswerk Gottes hinweist.
 
Der Eintritt in dieses Zeitfenster beinhaltet, dass wir bereits zwei Festzyklen – Pessach und Schawuot/Pfingsten – durchlaufen haben und dadurch die Bereitschaft zeigen in einen weiteren Zyklus seiner Herrlichkeit – Sukkot einzutreten.
 
Rosch ha-Schana als Haupt des Jahres im biblischen Jahreszyklus des Segens ist ein Tag, der uns vom himmlischen Vater dazu gegeben ist, Offenbarung für das neue Jahr zu empfangen. Es ist die Fürsorge des himmlischen Vaters, der einen Neuanfang hervorbringt.
 
An Rosch ha-Schana, „der Spitze“ des neuen Jahres ist es weise in der Gemeinschaft von Heiligen den HERRN aufzusuchen und ihn um eine Strategie zu bitten, nämlich an den Punkt zu gelangen, wo man sich sicher ist, dass man in dem vorangeht, was der HERR tut.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm