Der Zweck der Vielfalt im Leib Christi

Das Wort Gottes macht für uns deutlich, dass der Leib Jesu durch seine Glieder in der Kommunikation vielfältig ist, und dass diese auf gegenseitiger Ehrerbietung beruht (vgl. 1.Korinther 12,12-14.18 i.V.m. Philipper 2,3).
 
1.Korinther 12,12-14.18:
12 Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.
13 Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.
14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. …
18 Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat.
 
Philipper 2,3:
3 Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, …
 
Anhand dessen wird deutlich, dass es Phasen gibt, die dazu führen, dass wir vom Heiligen Geist in das Aufgaben- und Erntefeld unseres Nächsten geführt werden, um geistlich in unserem uns zugeteilten Vorankommen bereichert zu werden.
 
Diese Bereicherung ähnelt dem Prinzip aus 5.Mose 23,24-25, wo Gott davon spricht, dass wir ermutigt sind, wenn wir uns im Weinberg (Anm.: Verantwortungsfeld) unseres Nächsten befinden, unseren Magen (Anm.: Geist) mit Weintrauben füllen, bis wir satt geworden sind.
 
Der Weinberg und das Getreidefeld
 
Darüber hinaus heißt es, dass wenn wir das Getreidefeld als Verantwortungsfeld unseres Nächsten betreten, frei sind mit unserer Hand Kornähren zu rupfen, ohne hierbei die Sichel im größeren Umfang zu verwenden. Der Weinberg repräsentiert in diesem Zusammenhang Fülle und Sättigung, während das Getreidefeld mit einem geringeren Maß an Korn verbunden ist und auf Administration hinweisen kann (vgl. 5.Mose 23,24-25 i.V.m. Philipper 4,12-13).
 
5.Mose 23,24-25:
25 Wenn du in deines Nächsten Weinberg gehst, so darfst du Trauben essen nach deinem Wunsch, bis du satt bist, aber du sollst nichts in dein Gefäß tun.
26 Wenn du in das Kornfeld deines Nächsten gehst, so darfst du mit der Hand Ähren abrupfen, aber mit der Sichel sollst du nicht dreinfahren.
 
Philipper 4,12-13:
12 Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden; 13 ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.
 
Darin zeigt sich ein geistliches Prinzip, durch das uns Gott einlädt, den Dienst anderer Heiligen zu empfangen und zu genießen, der zur Fülle der Liebe, Fruchtbarkeit und Freude beitragen kann – wofür die Trauben im Weinberg als Hinweis dienen.
 
Beim Weinstock handelt es sich um eine sich nach oben windende Pflanze und ruft uns in Christus Jesus dazu auf in der königlichen Autorität in den „Geistbereich des Löwen von Juda“ hinaufzusteigen (vgl. Johannes 15,5 i.V.m. Offenbarung 5,5).
 
Johannes 15,5:
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
 
Offenbarung 5,5:
5 Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.
 
Es ist Jesus Christus, der die Liebe Gottes des Vaters ist und diese geoffenbart hat (vgl. Johannes 3,16a i.V.m. Johannes 5,19).
 
Johannes 3,16a:
16 Denn also hat Gott [Anm.: der Vater] die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, …
 
Johannes 5,19:
19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.
 
Ohne diese Liebe (Anm.: gr. agąpē), die der Vater uns in Christus schenkt, sind wir nicht in der Lage vor Gott mit allem, was wir tun, überhaupt bestehen zu können (vgl. 1.Korinther 13,1-3).
 
1.Korinther 13,1-3:
1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe (Anm.: gr. agąpē) nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze.
 
Der Aufruf zu verinnerlichen
 
Da wir gemäß dem Wort Gottes aufgerufen sind, zu schmecken und zu sehen, wie freundlich der HERR ist, wird ebenso darin deutlich, dass das Verinnerlichen der Trauben zu einem größeren Potential der Erkenntnis Gottes über seine Fülle, Fruchtbarkeit, Freude und Liebe führt (vgl. Psalm 34,9).
 
Psalm 34,9:
9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!
 
Der Weinberg und das Getreidefeld beinhalten eine Wechselwirkung zwischen Sättigung und Potential sowie zwischen Fülle und Administration, in der wir uns wiederfinden können.
 
Hierbei geht es um den geistlichen Bereich des „Bauches“, der dort ist, wo der Sitz des Geistes ist, und um die Hand, deren Bedeutung auf das Handeln im Glauben hinweist (vgl. Johannes 7,38 i.V.m. Jakobus 2,15-17).
 
Johannes 7,38:
38 Wer an mich [Anm.: Jesus Christus] glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib [Anm.: Innern] werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
 
Jakobus 2,15-17:
15 Wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hätte an Kleidung und an der täglichen Nahrung 16 und jemand unter euch spräche zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gäbet ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was könnte ihnen das helfen?
17 So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.
 
Das „Abrupfen der Getreideähren“ beinhaltet, dass man in den Besitz von Korn kommt, von dem der HERR möchte, dass es nicht zuerst zum Genuss des sofortigen Verzehrs verwendet wird, sondern zur Aussaat in Form von Gerechtigkeit. Hierbei geht es für uns in Christus darum, dass wir durch die Kraft der Selbstverleugnung in eine Phase der eigenen Ernteentwicklung im von Gott zugeteilten Verantwortungsfeld gelangen (vgl. Hosea 10,12 i.V.m. Johannes 12,24).
 
Hosea 10,12:
12 Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!
 
Johannes 12,24:
24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.
 
Sind wir demnach willig uns als Teil des Leibes Christi dem Haupt, Jesus Christus völlig unterzuordnen und unserem früheren Ich oder verdorbenen Selbst als gestorben zu leben, können wir in der Liebe dienen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm