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Die verschiedenartigen Kerubim im Haus Gottes

08.07.2020, Daniel Glimm


Jakob war von Beerscheba auf den Weg nach Haran, als er an einen besonderen Ort gelangte, wo er sich entschied zu übernachten. Hierfür nahm er einen Stein von den Steinen des Ortes und benutzte diesen für seinen Kopf als Stütze. Während er schlief, erhielt er einen offenbarenden Traum, der ihm unter anderem Einblicke über den Austausch von Engelsmächten gab (vgl. 1.Mose 28,10-12).
 
1.Mose 28,10-12:
10 Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran 11 und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen.
12 Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
 
Der Wechsel von Engeln
 
Es wird in Vers 12 erwähnt, das zuerst die Engel Gottes aufstiegen und andere abstiegen. Grund für diesen Austausch von Engeln war, dass Jakob sich in einer Zeit des Übergangs befand, vom Land der „Verheißung“ (Anm.: Beerscheba) in das Land der „Pioniere“ (Anm.: Haran), um das Feld für die zukünftigen Generationen vorzubereiten, die später durch ihn gesegnet werden sollten (vgl. 1.Mose 28,14-15).
 
1.Mose 28,14-15:
14 Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden.
15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.
 
Jene Engel, die zu dem Land der Verheißung bestimmt waren, stiegen auf und Engel, die zu der Pionierphase von Gott gesetzt waren, stiegen ab.
 
Diesbezüglich ließ mich der HERR wissen, dass wenn wir uns auf unserem Weg entschieden haben, tiefer in unsere von Gott zugeteilte Verheißung hineinzugehen, es zu dem Austausch von Engelskräften innerhalb der Ebenen des übernatürlichen Bereiches bzw. zur Begegnung von unterschiedlichen Arten von Engeln kommt. Hierbei kommt der Gegenwart Gottes sowie der Treppe bzw. Leiter eine besondere Geltung zu (vgl. 1.Mose 28,12-13).
 
1.Mose 28,12-13:
12 Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
13 Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.
 
In Bezug auf die Begegnung von Engelskräften führte mich der HERR zu 1.Könige 6, wo es um den Tempelbau von Salomo geht, der dem Gott Israels einen festen Wohnort in der Stadt Jerusalems errichtete. Dieser Bau des Tempels richtete sich nach der Zeit des Erlösungszyklusses. Er begann im zweiten Monat (Anm.: Ijar/Siw) und wurde im achten Monat (Anm.: Bul/Marcheschwan) nach ungefähr sieben Jahren fertiggestellt (vgl. 1.Könige 6,1.37-38).
 
1.Könige 6,1.37-38:
1 Im vierhundertundachtzigsten Jahr nach dem Auszug Israels aus Ägyptenland, im vierten Jahr der Herrschaft Salomos über Israel, im Monat Siw, das ist der zweite Monat, wurde das Haus dem HERRN gebaut. …
37 Im vierten Jahr, im Monat Siw, wurde der Grund gelegt zum Hause des HERRN, 38 und im elften Jahr, im Monat Bul, das ist der achte Monat, wurde das Haus vollendet, wie es sein sollte, sodass sie sieben Jahre daran bauten.
 
Anhand der verwendeten Ausstattung des Tempels kann man Prinzipien des übernatürlichen Bereiches entnehmen. Es heißt in 1.Könige 6,8, dass Salomo eine Wendeltreppe verwendete, um die verschiedenen Ebenen der Räumlichkeiten zu verbinden.
 
1.Könige 6,8:
8 Die Tür zum unteren Seitengemach war auf der rechten Seite des Hauses, sodass man durch eine Wendeltreppe hinaufging auf die mittleren Seitengemächer und von den mittleren auf die dritten.
 
Die Charakteristik der Wendeltreppe beinhaltet die Führung Gottes durch die Kraft seines Wortes in Form des Stecken und Stabes, die mit seiner regierenden Gegenwart gekoppelt sind (vgl. Psalm 23,2.4b i.V.m. Offenbarung 4,2-3.6a).
 
Psalm 23,2.4b:
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
… 4b dein Stecken und Stab trösten mich.
 
Offenbarung 4,2-3.6a:
2 Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.
3 Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd. …
6a Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, …
 
Es ist der Sieg Jesu am Kreuz, der die Verbindung zu den verschiedenen Ebenen des Geistbereichs ist. Das wird anhand des hebräischen Wortes „lûl“, das für das Wort „Wendeltreppe“ verwendet wird deutlich. Gott wirkt mit seiner übernatürlichen Kraft und Herrlichkeit durch Zyklen von Zeit, was anhand der Form einer Wendeltreppe deutlich erkennbar wird (vgl. 2.Korinther 3,18).
 
2.Korinther 3,18:
18 Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.
 
Die Achtung Gottes der Jahreszyklen

In den Augen Gottes trägt Zeit einen wichtigen Wert. Das erkennen wir unter anderem bei der Fertigstellung der Stiftshütte, die Gott mit seiner geheimen Gegenwart und Herrlichkeit zur Zeit von Mose im ersten biblischen Monat „Nissan/ Abib“ (Anm.: Beginn des heiligen, biblischen Jahres => Zeitzyklus der Erlösung) erfüllte. Gleiches wird uns geschildert zur Zeit von König Salomo bei der Übertragung der Bundeslade in den Tempel im siebenten biblischen Monat „Ethanim/ Tischri“ (Anm.: Beginn des biblischen, bürgerlichen Jahres => Zeitzyklus des Segens) (vgl. 2.Mose 40,1-2.16-17 i.V.m. 1.Könige 8,2.8-12).

2.Mose 40,1-2.16-17:
1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Du sollst die Wohnung der Stiftshütte aufrichten am ersten Tage des ersten Monats. …
16 Und Mose tat alles, wie ihm der HERR geboten hatte.
17 Also wurde die Wohnung aufgerichtet im zweiten Jahr am ersten Tage des ersten Monats.

1.Könige 8,2.8-12:
2 Und es versammelten sich beim König Salomo alle Männer in Israel am Fest im Monat Ethanim, das ist der siebente Monat. …
8 Und die Stangen waren so lang, dass ihre Enden gesehen wurden in dem Heiligen, das ist die Tempelhalle, vor dem Chorraum; aber von außen sah man sie nicht. Und dort sind sie bis auf diesen Tag.
9 Und es war nichts in der Lade als nur die zwei steinernen Tafeln des Mose, die er hineingelegt hatte am Horeb, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit Israel schloss, als sie aus Ägyptenland gezogen waren.
10 Als aber die Priester aus dem Heiligen gingen, erfüllte die Wolke das Haus des HERRN, 11 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.
12 Da sprach Salomo: Die Sonne hat der HERR an den Himmel gestellt; er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.
 
Deshalb ist es auch für uns als Volk Gottes entscheidend, den Wert von Zeit zu erkennen und diesen zu achten, indem wir uns im Glauben vom Heiligen Geist durch die Zeitzyklen Gottes führen lassen und dementsprechend aktiv werden, wenn es uns der HERR aufträgt.
 
Die Gegenwart der Kerubim und das Orakel Gottes
 
Es heißt in 1.Könige 6,19.23-29, dass Salomo in das Allerheiligste (Anm.: Orakel => als Chorraum übersetzt) des Tempels die Bundeslade mit den aus reinem Gold bestehenden Kerubim stellte.
 
Das Allerheiligste (Anm.: Orakel) bzw. der sogenannte „Chorraum“ ist der Ort, um eine Botschaft Gottes in Form einer Antwort auf eine Bitte zu erhalten.
 
=> Orakel können vom HERRN in Form von Träumen, Visionen übernatürlichen Zeichen, natürlichen Zeichen oder eindeutigen Wörtern gegeben werden.
Die Anfrage der Priester des Tenach (Anm.: Alte Testament) von Urim (Anm.: Lichter) und Tummim (Anm.: Vollkommenheiten, auch Heiligkeit, Wahrheit, Recht) ist ein Beispiel für die Antwort auf ein ersuchtes Orakel (vgl. 2.Mose 28,30; 3.Mose 8,8).
Die Aufgabe der beiden Lose (Anm.: Offenbarung und Wahrheit) übernimmt heutzutage der Heilige Geist, der in unsere Herzen ausgegossen ist, so dass wir ihn in uns tragen (vgl. Johannes 16,13 i.V.m. Römer 5,5).
Orakel unterscheiden sich von Prophetie, indem sie erbeten und gegeben werden auf die Antwort eines Gebetes, Fürbitte oder Ersuchens. Prophetie kommt als direkte Initiative von der Gottheit unabhängig davon, ob der Prophet oder der Hörer nach dem Wort Ausschau gehalten hat.
Salomos Tempel beinhaltete einen Bereich für Orakel, dass in manchen Bibelübersetzungen als Chorraum genannt wird. Das hebräische Wort für „Orakel“ ist bîr, was „das Hintere, der Hinterraum im Tempel, Allerheiligstes, Rücken oder auch Sprecher“ bedeutet.
Orakel sind oft lehrreich und in der Natur präskriptiv (Anm.: vorschreibend), aber können auch ein Diskurs (Anm.: aufgebaute Handlung) von einem speziellen Reden des HERRN sein. Das griechische Wort für „Orakel“ ist „logion“. Es bezieht sich auf „ein Reden oder die Last vom Reden des HERRN“.
Das hebräische Wort für Orakel ist „dābar” (sprechen) und sein Grundwort „dĕbîr“. Es bezieht sich auf die Führung, die jemand von Gott empfängt als Antwort für eine gestellte Frage (vgl. Richter 6,36-40: Auslegung eines Fließ/ Orakel durch Gideon). <= (Der in „=>“ gesetzte Text beruht auf einer Erklärung aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 367 und 368).
 
Darüber hinaus ließ König Salomo im Auftrag Gottes Kerubim mit einer Höhe von neun Metern aus Ölbaumholz anfertigen, die er mit reinem Gold überzog.
Die Abdeckung durch die Flügel der Kerubim erstreckte sich von der nördlichen bis zur südlichen Mauer des Allerheiligsten (vgl. 1.Könige 6,19.23-29).
 
1.Könige 6,19.23-29:
19 Den Chorraum machte er im Innern des Hauses, damit man die Lade des Bundes des HERRN dahin stellte. …
23 Er machte im Chorraum zwei Cherubim, zehn Ellen hoch, von Ölbaumholz.
24 Fünf Ellen hatte ein Flügel eines jeden Cherubs, sodass zehn Ellen (Anm.: 9 m) waren von dem Ende seines einen Flügels bis zum Ende seines andern Flügels (Anm.: von den nördlichen bis zu den südlichen Mauern des Allerheiligsten).
25 So hatte auch der andere Cherub zehn Ellen und beide Cherubim hatten das gleiche Maß und die gleiche Gestalt.
26 Auch war jeder Cherub zehn Ellen hoch.
27 Und er stellte die Cherubim mitten ins Allerheiligste. Und die Cherubim breiteten ihre Flügel aus, sodass der Flügel des einen Cherubs die eine Wand berührte und der Flügel des andern Cherubs die andere Wand berührte. Aber in der Mitte berührte ein Flügel den andern.
28 Und er überzog die Cherubim mit Gold.
29 An allen Wänden des Allerheiligsten ließ er ringsum Schnitzwerk machen von Cherubim, Palmen und Blumenwerk, innen und außen.
 
=> Kerubim sind himmlische Wesen mit mehreren Flügeln, welche aus Tier- und Menschengestalt bestehen.
A) Es sind die Wächter des Paradieses (vgl. 1.Mose 3,24) und die Träger des Thrones Gottes (vgl. Psalm 18,11; Hesekiel 10,1; Hesekiel 11,22).
B) Die Kerubim wurden nachgebildet über der Lade im Tempel (vgl. 2.Mose 25,18; 1.Könige 8,6). <= (Anm.: Der in „=>“ gesetzte Text beruht auf einer Erklärung aus der CD-ROM Bibel Edition, Lutherbibel 1984.)
 
=> Der hebräische Name „Kerub“ bedeutet „Glanzerscheinung, Blitzesleuchten“. Der Plural des hebräischen Wortes ist „Kerubim“ was „Großer, Gewaltiger“ bedeutet.
Nach 1.Chronik 28,18 ist der Kerub „das Bild des Wagens“, was an Hesekiel 1 und 10 erinnert, wo die Cherubim den lebendigen Wagen bilden, auf welchem der Gott Israels einherfährt (vgl. Psalm 18,11; 2.Samuel 22,11), auf denen er schwebt, um Gericht zu halten (vgl. Psalm 80,2; 1.Samuel 4,4; 2.Samuel 6,2). <= (Anm.: Der in „=>“ gesetzte Text beruht auf einer Erklärung aus dem „Biblischen Namen-Lexikon“ von Abraham Meister, Seite 208.)
Die Kerubim sind die Klasse oder spezifische Art von übernatürlichen Engelswesen, von denen Luzifer geformt wurde (vgl. Hesekiel 28,14; Jesaja 14,12).
 
Die aus reinem Gold bestehenden Kerubim auf dem Gnadenthron der Bundeslade wurden durch Mose auf die Anordnung Gottes hin angewiesen angefertigt (vgl. 2.Mose 25,17-22).
 
2.Mose 25,17-22:
17 Du sollst auch einen Gnadenthron machen aus feinem Golde; zwei und eine halbe Elle soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite.
18 Und du sollst zwei Cherubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des Gnadenthrones, 19 sodass ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an jenem, dass also zwei Cherubim seien an den Enden des Gnadenthrones.
20 Und die Cherubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenthron bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenthron gerichtet sein.
21 Und du sollst den Gnadenthron oben auf die Lade tun und in die Lade das Gesetz legen, das ich dir geben werde.
22 Dort will ich dir begegnen, und vom Gnadenthron aus, der auf der Lade mit dem Gesetz ist, zwischen den beiden Cherubim will ich mit dir alles reden, was ich dir gebieten will für die Israeliten.
 
Die mit reinem Gold überzogenen Kerubim aus Ölbaumholz wurden hingegen durch Salomo auf die Anordnung Gottes hin angewiesen gefertigt zu werden.
 
Diese beiden Arten von Kerubim tragen in sich ein Geheimnis über die Charaktere der Herrlichkeit Gottes.
 
Die Kerubim auf dem Gnadenthron der Bundeslade offenbaren die persönliche Präsenz der Herrlichkeit Gottes im übernatürlichen Bereich.
 
Die wesentlich größeren Kerubim aus Ölbaumholz im Tempel mit reinem Gold überzogen, weisen auf die kooperative Herrlichkeit für eine Gemeinschaft auf Erden hin, die von der Herrlichkeit Gottes in Form eines Schattens abgedeckt wird, um in seinem Licht, das Licht zu sehen (vgl. Psalm 91,1.4a i.V.m. Psalm 36,10).
 
Psalm 91,1.4a:
1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, …
4a Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. …
 
Psalm 36,10:
10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
 
Diese Herrlichkeitsformen in den Arten der Kerubim weisen uns als Heilige auf die wesentlichen Charakteristiken der Herrlichkeit hin, die wir im Heiligen Geist als Tempel Gottes, der wir sind, mit repräsentieren dürfen, indem wir uns heiligen und der Gegenwart Gottes Raum schaffen, um die Herrschaft des HERRN in uns als heilig zu erweisen.
 
Dies bringt der daraus resultierende und übernatürliche Wandel im Zusammenwirken mit Engelsmächten hervor, der uns einmal persönlich in unserer Bestimmung sowie gemeinschaftlich als Volk Gottes tiefer in unser Mandat führt, die himmlischen Erlässe des Königs im irdischen Bereich zu übertragen und im Königreich Gottes hervorzubringen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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