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Die Gemeinde Jesu in Babylon

21.05.2020, Daniel Glimm


Jesus Christus betet in Johannes 17 zu seinem himmlischen Vater für seine Jünger und für alle nach ihnen hinzukommenden Gläubigen, dass sie nicht aus der Welt genommen werden, sondern darin bewahrt bleiben und in der offenbarenden Wahrheit Gottes wandeln (vgl. Johannes 17,14-19).
 
Johannes 17,14-19:
14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
15 Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.
18 Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt.
19 Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in der Wahrheit.
 
Um in der offenbarenden Wahrheit des Wortes Gottes wandeln zu können, ist es erforderlich, dass man das Wort Gottes kennt und im Herzen trägt, um dessen Prinzipien anzuwenden und in der Heiligung zuzunehmen, die dazu führt, dass man Gott sieht (vgl. Hebräer 12,14).
 
Hebräer 12,14:
14 Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, …
 
Das System dieser „Welt“
 
Um zu verstehen, was es bedeutet in der Welt aber nicht von der Welt zu sein, ist es bereichernd zu wissen, was mit dem Begriff „Welt“ in Form eines „Systems“ gemeint ist.
 
Wenn das Wort Gottes den Begriff „Welt“ in Bezug auf das System verwendet, sind hiermit folgende Ebenen gemeint: Kommerz, Industrie, Finanzen, Bildung, Wissenschaft, Medizin, Gesetzgebung, Religion.
 
An diese Strukturen, die in allen Teilen der Welt die Gesellschaftsschichten organisieren, sollten wir als Heilige unser Herz nicht hängen.
 
Das Umfeld dieser „Welt“ kann auch als „Babel/Babylon“ definiert werden. Hintergrund ist der, dass es die Bewohner der Stadt waren, die gegen Gott (Anm.: JAHWE) aufbegehrten, indem sie vorhatten, sich eine Anhöhe zu erschaffen, mit dem Ziel ihren eigenen Überblick in den verschiedenen Gesellschaftsschichten zu sichern. Es ging darin um die Kontrolle, nach der sie ausgerichtet waren, ohne Gottes Maßstäbe auszuüben oder zu erfüllen.
 
Zu dieser damaligen Zeit hatten die Menschen eine übereinstimmende Kultur, worauf deren einheitliche Sprache und Kommunikation hinweist (vgl. 1.Mose 11,1).
 
1.Mose 11,1:
1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
 
Bei dieser Kontrolle, die sie weiterführend anstrebten, handelt es sich um ein falsches finanzielles Verständnis (Anm.: Gier oder die Angst zu wenig zu haben) und den Einfluss von Religion, die lediglich ein Wissen von Gott umfasst, jedoch die wahrhaftige Beziehung zu Gott, JAHWE, dem Vater in Christus Jesus ausgrenzt.
 
Wenn man die Kapitel 17 und 18 aus dem Buch der Offenbarung genauer betrachtet, kann man erkennen, dass zwei „Arten“ von Babylon existieren. Es handelt sich zum einen um das religiöse Babylon (Anm.: Hure) und um das wirtschaftliche Babylon (Anm.: Stadt).
 
Hierbei handelt es sich um die Pervertierung des göttlichen Strukturgerüsts der himmlischen-messianischen Stadt Jerusalem, die zugleich die Braut und Frau des Lammes ist (vgl. Offenbarung 21,2.9b-10).
 
=> Es braucht eine bestimmte Zeitspanne, damit das erste Babylon der Zerstörung anheim fällt, wobei eine Kooperation der zehn Königreiche erforderlich ist (vgl. Offenbarung 17,16).
 
Offenbarung 17,16:
16 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie ausplündern und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen.
 
Gemäß Offenbarung 17 wird deutlich, dass sich die Kaufleute nicht am Handel des „ersten Babylon“ bereichern, während sie es andererseits beim „zweiten Babylon“ tun (vgl. Offenbarung 18,15-17a).
 
Offenbarung 18,15-17a:
15 Die Kaufleute, die durch diesen Handel mit ihr reich geworden sind, werden fernab stehen aus Furcht vor ihrer Qual, werden weinen und klagen: 16 Weh, weh, du große Stadt, die bekleidet war mit feinem Leinen und Purpur und Scharlach und geschmückt war mit Gold und Edelsteinen und Perlen, 17 denn in einer Stunde ist verwüstet solcher Reichtum! …
 
Bei dem einen Babylon halten sich die Menschen aus Furcht vor Zerstörung nicht fern, was jedoch beim zweiten der Fall ist (vgl. Offenbarung 18,10).
 
Offenbarung 18,10:
10 Sie werden fernab stehen aus Furcht vor ihrer Qual und sprechen: Weh, weh, du große Stadt Babylon, du starke Stadt, in einer Stunde ist dein Gericht gekommen!
 
Im ersten Babylon wird der Handel nicht beschrieben, wobei der Handel jedoch Teil des zweiten Babylons ist.
 
Das „erste Babylon“ wird über eine bestimmte Zeitspanne zerstört, wobei das „zweite Babylon“ an einem Tag zerstört wird (vgl. Offenbarung 18,10). <=
(Anm.: Der in „=>“ gesetzte Text basiert auf einer Erklärung aus dem Buch „The Two Babylons“ von Gordon Lindsey, Dallas, TX: Christ for the Nations, Inc.,1988; S.411)
 
Die Herkunft und Bedeutung des Namens „Babel/Babylon“ wurde von den Babyloniern als „Tor Gottes“ gedeutet und in Israel vom hebräischen Wort für „Verwirrung“ abgeleitet (vgl. 1.Mose 11,1-9). Die Stadt Babel befand sich geographisch am Euphrat und war im 2. Jahrhundert -vor Christus- das Herrschaftszentrum des sogenannten vorderen Orients.
 
Beim Euphrat handelt es sich gemäß dem Wort Gottes um den vierten Flussarm, der vom Fluss inmitten des Gartens von Eden abzweigt. Ein Fluss repräsentiert im prophetischen Kontext unter anderem Wirtschaft. Daraus wird deutlich, dass es der Plan des Widersachers war die Region von Babel/Babylon als ein Zentrum der weltwirtschaftlichen Kontrolle zu gebrauchen.
Die Region, in der sich die Menschen entschieden die Anhöhe in Form eines Turms zu bauen, war im Land „Schinar“, was übersetzt „Zweistädteland/Löwenland“ bedeutet. „Schinar“ ist ein Hinweis auf das Herrschaftsgebiet des Feindes, da der Widersacher wie ein brüllender Löwe umhergeht und danach sucht, wen er durch sein „System“ verschlingen kann (vgl. 1.Mose 11,1-9 i.V.m. 1.Petrus 5,8).
 
1.Mose 11,1-9:
1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
2 Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst.
3 Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel 4 und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
5 Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten.
6 Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.
7 Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!
8 So zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen.
9 Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.
 
1.Petrus 5,8:
8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.
 
Das System des Widersachers ist stark geprägt von der Liebe zum Geld, die auch als Mammon bezeichnet wird und die Wurzel allen Übels ist (vgl. 1.Timotheus 6,10).
 
1.Timotheus 6,10:
10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.
 
Treue Verwalterschaft
 
Da wir als Volk Gottes in Christus Jesus vorangehen und sein Werk das endgültige Erlösungswerk ist, bleibt es von Bedeutung aus der Perspektive der Erlösungskraft Christi diese Dinge zu betrachten.
 
Jesus Christus offenbarte uns als Volk Gottes eine Strategie, wie es möglich ist, die Kraft des „Mammons“ für den guten Zweck zu gebrauchen, nämlich Freunde hervorzubringen, die sein Erlösungswerk achten und anerkennen (vgl. Lukas 16,9 i.V.m. Johannes 12,47).
 
Lukas 16,9:
9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.
 
Johannes 12,47:
47 Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette.
Die Etablierung von göttlicher Freundschaft steht im engen Zusammenhang mit dem Erlass von Schulden, wie es uns das Gleichnis der weisen Verwalterschaft in Lukas 16,1-9 offenbart.
 
In diesem geschilderten Gleichnis erließ der Verwalter einmal 50 % und einmal 20 % der Schulden in Form von Öl und Weizen gegenüber betreffenden Schuldnern.
 
Es ist kein Zufall, dass der Apostel Petrus, dessen ursprüngliche geistliche Heimat die Stadt Jerusalem war von dem Gruß der auserwählten Gemeinde in Babylon sprach. Darüber hinaus ist in dem Gruß von Markus (Anm.: bedeutet „Mann“) die Rede, der in diesem Fall „Autorität“ repräsentiert (vgl. 1.Petrus 5,13).
 
1.Petrus 5,13:
13 Es grüßt euch aus Babylon die Gemeinde, die mit euch auserwählt ist, und mein Sohn Markus.
 
Diese Grußzeile des Petrus sollte uns als Volk Gottes in dieser Zeit ermutigen aus dem Erlösungswerk Jesu zu schauen und eine Strategie darin zu erkennen.
 
Jesus Christus ist die Tür durch die wir ein- und ausgehen sowie grüne Weide (Anm.: Königreichswirtschaft) finden. Die grüne Weide ist eng verbunden mit der Gegenwart Gottes und seiner Autorität (vgl. Offenbarung4,2-3).
 
Offenbarung 4,2-3:
2 Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.
3 Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd (Anm.: grün).
 
Daraus können wir, die wir Jesus Christus in unserem Herzen tragen entnehmen, dass die Ausübung von treuer Verwalterschaft zu einer Möglichkeit für Menschen werden kann, die sie durch die angeordnete Strategie Jesu gemäß Lukas 16,9 in die Gegenwart des himmlischen Vaters führt, so dass es zur Verwirrung im Lager des Feindes kommt (vgl. Jesaja 22,5.7).
 
Jesaja 22,5.7:
5 Denn es kommt ein Tag des Getümmels und des Zertretens und der Verwirrung von Gott, dem HERRN Zebaoth, im Schautal (vgl. 1.Mose 11,2.7.9); es kracht die Mauer, sie schreien am Berge. …
7 Und es wird geschehen, dass deine auserlesenen Täler werden voll von Wagen und Rossen sein; die stellen sich auf gegen das Tor.
 
Die Zuversicht im Übergang
 
Wir dürfen voller Zuversicht sein, dass der HERR seine Engelsheerscharen in Form von feurigen Wagen und Pferden sendet, um uns als sein Volk zu schützen und Trennung zwischen Geist und Fleisch zu bringen. Das hat zur Folge, dass sich die regierende Bewegung des Thrones Gottes in Form eines mit Licht gefüllten Wirbelsturms in unserem Geistbereich manifestiert, um sein Volk auf eine höhere Offenbarungs- und Regierungsebene zu bringen (vgl. 2.Könige 2,11; 2.Könige 6,17 i.V.m. Hesekiel 10,13).
 
2.Könige 2,11:
11 Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Elia fuhr im Wetter gen Himmel.
 
2.Könige 6,17:
17 Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm die Augen, dass er sehe! Da öffnete der HERR dem Diener die Augen und er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.
 
Hesekiel 10,13:
13 Und die Räder wurden vor meinen Ohren „das Räderwerk“ (Anm.: „galgal“) genannt.
 
Es ist auch kein Zufall, dass sich ein mächtiger Wind und Feuer zu Schawuot/Pfingsten im Obergemach in Jerusalem über den etwa hundertzwanzig Heiligen manifestierte, die eine neue Zeit ankündigten (vgl. Apostelgeschichte 1,12-13a.15 i.V.m. Apostelgeschichte 2,1-4).
 
Apostelgeschichte 1,12-13a.15:
12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der heißt Ölberg und liegt nahe bei Jerusalem, einen Sabbatweg entfernt.
13a Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: …
15 Und in den Tagen trat Petrus auf unter den Brüdern – es war aber eine Menge beisammen von etwa hundertzwanzig – und sprach: …
 
Apostelgeschichte 2,1-4:
1 Und als der Pfingsttag (Anm.: Schawuot – Fest der Wochen) gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.
2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
 
Wir dürfen fester Zuversicht sein, dass wenn wir unser Herz allein auf den HERRN setzen und uns nicht dem System zugehörig wissen, sondern unserer Bestimmung im Übergang, welcher uns in die höheren Bereiche himmlischer Dimension führt, neue Kraft und mehr Autorität auf uns übertragen wird, um das Königreich zu bauen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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