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Die Berufung der ersten Jünger Jesu und die hohe Engelsbewegung

03.05.2020, Daniel Glimm


Mit dieser Botschaft möchte ich auf die Berufung der ersten Jünger eingehen, die Jesus Christus in die Nachfolge rief.
 
Einige von ihnen waren darüber so begeistert, dass sie es nicht zurückhalten konnten. Diese Jünger gaben Zeugnis von ihrer Begegnung mit Jesus.
 
Ihr Zeugnis stand in einem direkten Zusammenhang mit seiner Gegenwart als Sohn Gottes.
Hierbei kooperierte die Gegenwart von Jesus gemeinsam mit dem Zeugnis seiner Jünger, die von der lebendigen Wahrheit sprachen.
 
Komme und sehe!
 
Einer der ersten berufenen Jünger Jesu war Philippus, der Nathanael mit der Aussage von Vision dazu aufforderte zu Jesus zu kommen und ihn zu sehen (vgl. Johannes 1,46b).
 
Johannes 1,46b:
… 46b Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!
 
Ich empfinde tief in meinem Herzen, dass es an der Zeit ist, dass die Gemeinde Jesu diesen Ausspruch von Philippus aufgreift und zu den Menschen spricht.
 
Dieser Aufruf sollte nicht aus einem Herzen mit verzögerter Hoffnung oder von irgendeinem Zweifel getrübt gesprochen werden, sondern aus lebendigem, überzeugtem Glauben.
 
Das Zeugnis der Vision
 
Wir müssen uns als Volk Gottes dessen bewusst sein, dass unser Gott, der Gott Israels kraftvoll ist und handelt. Hierbei ist es wichtig, dass wir nicht nur von den vergangenen Zeichen und Wundern sprechen, sondern zugleich mit der Aussage von Vision von der gegenwärtigen Präsenz Gottes Zeugnis ablegen.
 
Wenn es heißt, dass Nathanael von Philippus dazu aufgefordert wurde zu kommen, um die Gegenwart Jesu zu sehen, bedeutet das, dass Philippus bereits Jesus sah und es ihn drängte, dass auch Nathanael die Gegenwart Jesu sehen sollte. Für uns heutzutage bedeutet das, dass wir bereit sein müssen, unseren gegenwärtigen Ort der Bequemlichkeit bzw. den Ort des Vertrauten zu verlassen, wenn wir dazu aufgerufen werden, Jesus an einem neuen Ort zu begegnen.
 
Wenn wir diese Bereitschaft zeigen und unseren gegenwärtigen Ort durch das „Zeugnis der Vision“ verlassen, beginnen wir die Gegenwart Jesu zu sehen, wie er sich in dieser Zeit unter den Menschen bewegt und ihnen dient.
 
Die besondere Stellung der ersten Dinge in den Augen Gottes
 
Da alles Erste bei Gott eine besondere Stellung hat, liegt auf der Berufung der ersten Jünger durch Jesus eine Wichtigkeit, weil diese ein Grundprinzip enthält, das es gilt tiefer zu verstehen (vgl. 2.Mose 13,12-13; 2.Mose 23,19).
 
2.Mose 13,12-13:
… 12 so sollst du dem HERRN alles aussondern, was zuerst den Mutterschoß durchbricht. Alle männliche Erstgeburt unter dem Vieh gehört dem HERRN.
13 Die Erstgeburt vom Esel sollst du auslösen mit einem Schaf; wenn du sie aber nicht auslöst, so brich ihr das Genick. Beim Menschen aber sollst du alle Erstgeburt unter deinen Söhnen auslösen.
 
2.Mose 23,19:
19 Das Beste von den Erstlingen deines Feldes sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen.
 
Die Berufung von Nathanael, der Feigenbaum und seine Bedeutung
 
Im Zusammenhang mit der Berufung von Nathanael, der gemäß des Johannesevangeliums der vierte Jünger war, der von Jesus in die Nachfolge berufen wurde, ist eine tiefe Offenbarung verborgen, die mit unserer geistlichen Identität in Jesus Christus verbunden ist.
 
Der Name „Nathanael“ bedeutet „Gott hat gegeben.“ Und die Zahl „4“ steht in Verbindung mit dem hebräischen Buchstaben „Daleth“, welcher mit einer „geöffneten Zelttür“ bzw. einem „geöffneten Türflügel“ verbunden ist.
 
Gemäß dem Wort der Erkenntnis von Jesus sah er Nathanael unter einem Feigenbaum sitzen (vgl. Johannes 1,48).
 
Johannes 1,48:
48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.
 
Der Feigenbaum ist eine Repräsentation für das Volk Israel und ist einer der wichtigsten Fruchtbäume in Israel. Es ist kein Zufall, dass der Feigenbaum indirekt im Schöpfungsbericht mit Namen erwähnt ist (vgl. 1.Mose 3,7-8).
 
1.Mose 3,7-8:
7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
8 Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten.
 
Man kann davon ausgehen, dass Adam und Eva beim Sündenfall in der Nähe des Feigenbaums bzw. sogar unter dem Feigenbaum standen, um seine Blätter zur Bedeckung ihrer Nacktheit zu benutzen und sich möglicherweise auch hinter ihm vor Gott zu verstecken.
Gott sagte, dass Adam und Eva von allen Bäumen des Gartens essen durften, außer vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, der im Zentrum des Gartens stand (vgl. 1.Mose 2,9.16-17).
 
1.Mose 2,9.16-17:
9 Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. …
16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, 17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.
 
Somit wird deutlich, dass Gott den Feigenbaum von den anderen Bäumen im Garten absonderte bzw. hervorhob, so dass dieser die Stellung eines auserwählten Baums bekam, weil dieser im Zentrum des Gartens stand.
 
Auf ähnliche Weise hat Gott sein Volk Israel und deren Hauptstadt Jerusalem aus allen Völkern der Erde als sein besonderes Eigentum auserwählt und in das Zentrum inmitten der Völker der Erde gesetzt (vgl. 5.Mose 7,6-7 i.V.m. Hesekiel 5,5).
 
5.Mose 7,6-7:
6 Denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind.
7 Nicht hat euch der HERR angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern –, …
 
Hesekiel 5,5:
5 So spricht Gott der HERR: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden gesetzt habe und unter die Länder ringsumher!
 
Es war der Feigenbaum der zur Prüfung für Adam und Eva wurde, nämlich sich der Weisung Gottes zu fügen, um in einer reinen Beziehung gemeinsam mit Gott zu leben oder sich seiner Weisung entgegenzustellen und aus der unmittelbaren Nähe von Gott entfernt zu sein.
 
Diese Erklärung macht außerdem deutlich, dass Gott uns als Menschheit herausfordert, indem wir uns entscheiden müssen, ob wir uns für sein auserwähltes Volk (Anm.: Israel) oder nicht dafür entscheiden.
 
Das geistliche Verständnis von Nathanael
 
Anhand des Aufenthaltsortes von Nathanael, der unter dem Feigenbaum saß, seinem Namen und der Position als vierter berufener Jünger Jesu wird deutlich, dass er in einer geistlichen Autoritätspostion fungierte und ein geistliches Verständnis über die Stellung Israels sowie dessen Hauptstadt Jerusalem besaß.
 
Im Buch der Richter war es z.B. die Richterin und Prophetin Deborah, die ebenfalls unter einem Baum saß, um Israel Recht zu sprechen (vgl. Richter 4,4-5).
 
Richter 4,4-5:
4 Zu der Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, die Frau Lappidots.
5 Sie hatte ihren Sitz unter der Palme Deboras zwischen Rama und Bethel auf dem Gebirge Ephraim. Und die Israeliten kamen zu ihr hinauf zum Gericht.
 
Da Gott Geist ist und die Identität Nathanaels „von Gott gegeben“ bedeutet, wird erkennbar, dass Nathanael sich seiner Autoritätsstellung im Geist bewusst war (vgl. Johannes 4,24a).
 
Johannes 4,24a:
24a Gott ist Geist, …
 
Nathanael besaß ein territoriales Verständnis über die Stellung von Regionen bzw. Städten im Geistbereich. Das wird anhand seiner Aussage gegenüber Philippus deutlich, der ihn wissen ließ, dass aus Nazareth normalerweise nichts Gutes zu erwarten sei, weil die Bewohner der Stadt wenig Glauben für den Messias besaßen, was sich später bestätigte (vgl. Johannes 1,45-46 i.V.m. Matthäus 13,58).
 
Johannes 1,45-46:
45 Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth.
46 Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann aus Nazareth Gutes kommen! Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!
 
Matthäus 13,58:
58 Und er (Anm.: Jesus) tat dort (Anm.: Nazareth) nicht viele Zeichen wegen ihres Unglaubens.
 
Nathanael besaß ein demütiges, aufrichtiges Herz und war trotz seines Wissens über Nazareth bereit, sich der Weisung der offenbarenden Wahrheit, die ihm Philippus überbrachte zu fügen, so dass Nathanael seinen Platz unter dem Feigenbaum verließ und in die Gegenwart des Sohnes Gottes trat (vgl. Johannes 1,47-48).
 
Johannes 1,47-48:
47 Jesus sah Nathanael kommen und sagt von ihm: Siehe, ein rechter Israelit, in dem kein Falsch ist.
48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.
 
Es war demnach kein Zufall, dass Jesus gegenüber Nathanael den Feigenbaum im Zusammenhang mit der Bezeichnung eines wahrhaftigen Israeliten nannte, weil der Feigenbaum wie bereits beschrieben ein Symbol für das Volk Israel ist.
 
Aufgrund des gesprochenen Wortes der Erkenntnis durch Jesus nahm Nathanael die Autorität von Jesus Christus im Geistbereich wahr, indem er Jesus als Rabbi (Anm.: vollkommene Autorität im Wort Gottes), Sohn Gottes (Anm.: vollkommene Autorität in der wahrhaftigen Beziehung zu Gott, dem Vater) und König von Israel (Anm.: vollkommene Regierungsautorität) anerkannte (vgl. Johannes 1,49).
 
Johannes 1,49:
49 Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!
 
Die Berechtigung noch größere Dinge zu sehen
 
Aufgrund von Nathanaels Glauben und seiner Erkenntnis wurde er von Jesus berechtigt noch größere Dinge sehen zu dürfen, die mit dem Austausch von Engelsmächten in den Regionen durch die Präsenz von Jesus verbunden war (vgl. Johannes 1,50-51).
 
Johannes 1,50-51:
50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum. Du wirst noch Größeres als das sehen.
51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn.
 
Anhand von Johannes 1,50-51, wird deutlich, dass alle Gläubigen in Christus, die sich eins mit der göttlichen Auserwählung des Volkes Israels und der Erkenntnis des Sohnes Gottes machen, beginnen werden den Himmel offen und die Engel Gottes in der Gegenwart Jesu auf- und absteigen zu sehen. Der Grund hierfür liegt darin, weil Israel gemäß Sacharja 2,12b die Stellung des Augapfels Gottes hat, von dem Jerusalem wie seine Pupille fungiert, die uns als Christen aus den Heidenvölkern befähigt auf unser Leben und Umfeld mit erleuchteten Augen zu schauen, um zuversichtlich in unsere Zukunft mit Jesus Christus voranzugehen.
 
Sacharja 2,12b:
… 12b Wer euch (Anm.: Israel) antastet, der tastet meinen Augapfel an.
 
Die Bedeutung des Auf- und Abstiegs der Engel Gottes
 
Der Auf- und Abstieg der Engel Gottes über Jesus Christus offenbart den Austausch von Engelsmächten, der dem Engelsaustausch zur Zeit Jakobs ähnelt als dieser sich in einer Zeit des Übergangs befand und die Verheißung von Gott erhielt (vgl. 1.Mose 28,12-15).
 
1.Mose 28,12-15:
12 Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
13 Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.
14 Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden.
15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.
 
Das Auf- und Absteigen der Engel über Jesus Christus ist ein Hinweis auf die hohen Bewegungen der Engel aus dem Thronsaal Gottes, die beauftragt sind, seine Geheimnisse in Form von Schriftrollen zu tragen, um sie für diese Zeit zu offenbaren. Diese Geheimnisse können nur von denjenigen in Empfang genommen werden, die sich mit Israel als dem von Gott auserwählten Volk identifizieren und sich dessen Bedeutung im Geistbereich bewusst sind sowie sich wahrhaftig Jesus Christus als Haupt unterstellt haben. Außerdem steht dieser übernatürliche Auf- und Abstieg im Zusammenhang mit der Intensivierung von der Erkenntnis der Herrlichkeit des HERRN (vgl. Habakuk 2,14).
 
Habakuk 2,14:
14 Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des HERRN, wie Wasser das Meer bedeckt.
 
Zusammenfassend lernen wir aus dem Wandel des Jüngers mit Namen Nathanael für uns das Prinzip der geistigen Identifikation, da wir eine geistige sowie übergeordnete Sichtweise benötigen, um in einer Zeit von Verirrung und Verwirrung unter den Nationen den Fokus auf den Allmächtigen gerichtet zu haben. Allein Gottes Erwählung, Gnade und Souveränität als Vater durch den Sohn bringt innerhalb des Volkes Gottes die Bewegung des Geistes hervor, die der Gemeinde Jesu Zugang zur Herrlichkeit des HERRN gemäß Jesaja 60 ermöglicht. Diese Herrlichkeitsbewegung bringt die wahrhaftige Brautstruktur des himmlischen Jerusalems hervor (vgl. Jesaja 60,1-2 i.V.m. Offenbarung 21,2.9-14).
 
Jesaja 60,1-2:
1 Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!
2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
 
Offenbarung 21,29-14.
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. …
9 Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes.
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, 11 die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall; 12 sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich die Namen der zwölf Stämme der Israeliten: 13 von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore.
14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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