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Die zwei goldenen Kälber Jerobeams, eine falsche Anbetung

19.07.2019, Daniel Glimm


Und der König hielt einen Rat und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: Es ist zu viel für euch, dass ihr hinauf nach Jerusalem geht; siehe, da ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.” (1.Könige 12,28)
 
So beginnt das traurige Zeugnis vom Fall Israels als heiliges Volk zu einer zurückgefallenen Nation von Götzenanbetern.
Wie kommt es, dass Israel in so kurzer Zeit nach der Fertigstellung des Tempels in Jerusalem in die Irre geführt werden konnte?

Es gibt eine prophetische Anwendung auf unsere gegenwärtige Situation im Leib Jesu.
Diese Dinge sind als Beispiel für uns aufgeschrieben worden und deshalb ist es weise, auf diesen entscheidenden Moment in der Geschichte Israels zu schauen und zu erkennen, welche Lehren daraus gezogen werden können.

Es ist nicht weise, eine Interpretation über einige Hauptpunkte bzgl. der Bibelstelle aus 1. Könige 12 hinaus zu erzwingen, denn das Königreich Juda war nicht viel besser als das Königreich Israel.
 
Aber als allgemeine Anwendung kann festgehalten werden, dass Juda Jerusalem enthielt; auch wenn Juda nicht dem vollen Gedanken Gottes folgte. Jerusalem war als das Zentrum der Anbetung und der Ort gedacht, von dem der HERR sprach, dass er dort seine Gegenwart wohnen lassen würde.

Jerusalem beinhaltete den Tempel und das levitische Priestertum. Nach dem Tod Salomos wurde das Königreich unter zwei Männern aufgeteilt, bei denen es sich um Rehabeam, den Sohn Salomos, und Jerobeam, dem Diener Salomos handelte. Rehabeam wurde zum König von Juda und hatte Jerusalem als seine Hauptstadt. Jerobeam wurde zum König von Israel, und sein Gebiet war das ganze Land im Norden (vgl. 1.Könige 11,43; 1.Könige 12,17; 1.Könige 12,20a).
 
Daraus wird deutlich, dass es sich hierbei um ein Königreich handelte, das gegen sich selbst geteilt war. Dies kann mit zwei Nationen gleichgesetzt werden, die Seite an Seite leben.
Solch ein Zustand bringt die Gefahr von Streit und Wettbewerb mit sich.
Es ist das Reich von Juda, das seinen Sitz in Jerusalem hat und Gott im Tempel verehrt. Diese Ehrerbietung wurde vom levitischen Priestertum geleitet. Es handelte sich bei Juda, um einen heiligen Überrest in Israel.

Das Reich Juda beinhaltet ein Stamm, während Israel im Besitz von zehn Stämmen war.
Jesus Christus ist der Löwe des Stammes Juda (vgl. Offenbarung 5,5).
Alle, die zu Christus gehören, werden geistlich zu diesem Stamm gezählt. Sein Jerusalem ist von oben und alle seine Nachfolger ein Tempel des Heiligen Geistes mit der Stellung von Königen und Priestern. Sein Königreich ist eine heilige Nation von besonderen (Anm.: abgesonderten, speziellen) Menschen (vgl. 2.Mose 19,5-6 i.V.m. 1.Petrus 2,9; Offenbarung 1,6; Offenbarung 21,2.10).
 
2.Mose 19,5-6:
5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein.
6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.
 
1.Petrus 2,9:
9 Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; …
 
Offenbarung 1,6:
… 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
 
Offenbarung 21,2.10:
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. …
10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, …
 
Zur Zeit von König Jerobeam kam Israel, um etwas ganz anderes als Juda zu repräsentieren. Obwohl Juda aus Israel entstand, hat es sich von Israel abgesetzt.
Diese Teilung in zwei Königreiche enthält eine Offenbarung für diese Zeit.
Es geht um eine Gemeinde, die Jesus Christus baut und über das rationale Verständnis von „Gemeinde“ (Anm.: in einem Kontext von Kirche/organisierte Religion) hinausgeht, die der Mensch gebaut hat.
Die vom Menschen erschaffene „Kirche“ ist ein alternatives religiöses System, das direkt neben dem neuen Jerusalem existiert. Das neue Jerusalem beinhaltet die wahrhaftige Beziehung im Geist und in der Wahrheit zum Vater (vgl. Johannes 4,24).
 
Johannes 4,24:
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
 
Daraus wird ersichtlich, dass die vom Menschen erschaffene „Kirche“ eine organisierte Religion und somit einen bequemlichen Kult bzw. Ausdruck von Anbetung (Anm.: ein von Menschen etablierter Standard) für den Menschen darstellt.

Ein Kult der Selbsterhaltung
 
Und Jerobeam dachte in seinem Herzen: Das Königtum wird nun wieder an das Haus David fallen.
Wenn dies Volk hinaufgeht, um Opfer darzubringen im Hause des HERRN zu Jerusalem, so wird sich das Herz dieses Volks wenden zu ihrem Herrn Rehabeam, dem König von Juda, und sie werden mich umbringen und wieder Rehabeam, dem König von Juda, zufallen.“ (1.Könige 12,26-27).

Aus der o.g. Bibelstelle wird deutlich, dass Jerobeam, ein rebellischer König war, der Israel regierte. Er hatte die Kontrolle über zehn Stämme des Volkes Israel, was bedeutet, dass er über mehr Land und Menschen verfügte als das Reich von Juda.
Trotz der Größe des Landes und der Einwohner war Jerobeam beunruhigt.
Seine Beunruhigung wurzelte in der Angst, weil das Volk Israel von Gott beauftragt war in Jerusalem anzubeten, was zu Juda gehörte (vgl. 5.Mose 12,5 i.V.m. Micha 4,2).
 
5.Mose 12,5:
… 5 sondern die Stätte, die der HERR, euer Gott, erwählen wird aus allen euren Stämmen, dass er seinen Namen daselbst wohnen lässt, sollt ihr aufsuchen und dahin kommen.
 
Micha 4,2:
… 2 und viele Heiden werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.
 
Jerobeam vermutete zu Recht, dass, sobald das Volk nach Jerusalem zur Anbetung hinaufgehen würde, es eher geneigt sein würde, dort zu leben, was zur Schwächung seines Königreichs geführt hätte.

Es ist der Aufruf Gottes an uns als sein Volk, dass wir in Christus Jesus nach „Jerusalem“ hinauf kommen, um ihn als Vater im Geist und in der Wahrheit anzubeten (vgl. Johannes 4,24 i.V.m. Johannes 14,6).
 
Johannes 4,24:
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
 
Johannes 14,6:
6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
 
Dieses Hinaufkommen bedeutet im Heiligen Geist an den himmlischen Orten zu wandeln (vgl. Kolosser 3,1-3).
 
Kolosser 3,1-3:
1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.
2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.
3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.
 
Wahre Anbeter in Christus, sind nicht an geografische Orte der Anbetung gebunden, sondern an den Ort der Anbetung, der mit Geist und Wahrheit getränkt ist.
Das bedeutet, dass es ein geistlicher Ort ist, der das Herz meint.
 
„Nach Jerusalem zu gehen“ beinhaltet in erster Linie die Anbetung im Geist und in der Wahrheit, weil es das Jerusalem ist, das von oben kommt (Anm.: aus dem Himmel). Deshalb ist es erforderlich, dass wir in Christus Jesus zum Vater „hinaufgehen“, weil sie zusammen der Tempel in dieser Stadt sind und das Lamm Gottes die Leuchte ist (vgl. Offenbarung 21,22-23).
 
Offenbarung 21,22-23:
22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm.
23 Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.
 
Dieser Bereich befindet sich „geografisch“ in einer höheren und größeren geistlichen Dimension.

Viele Gläubige in Christus haben bereits auf den Aufruf, „nach Jerusalem“ hinaufzugehen reagiert und haben Babylon (Anm.: die Welt => Lust des Fleisches), die „Kirche“ als Institution mit ihrer organisierten Religion verlassen. Infolgedessen sind alle Personen, die das Herz eines Jerobeams in dieser Welt besitzen in einem bestürzten Zustand.
 
Es ist das Anliegen des „Geistes Jerobeams“ dieses Verlassen des „Systems“ aufzuhalten, indem er sich Mittel der „Anbetung“ zu eigen macht, die betreffenden Menschen zurückzugewinnen bzw. sie daran zu hindern.
Die Sorge des „Geistes Jerobeams“ ist nicht auf die Menschen oder auf Gott fokussiert, sondern lediglich auf seine eigene Selbsterhaltung, was die Sicherung seiner Führung, den Fortbestand seines Königreichs sowie die Verlängerung seines eigenen Lebens beinhaltet.
 
Um die Verwirklichung seiner eigenen Selbsterhaltung nachzugehen, hat Jerobeam einen Kult erschaffen, der den Menschen vertraut war und diesen an drei Eigenschaften koppelte:
 
1) einen geeigneten Ort;
2) ein geeignetes Priestertum; und
3) ein geeignetes Fest (Anm.: um die Anbeter miteinander zu verbinden)

Ein bequemlicher Ort

„Und der König hielt einen Rat und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: Es ist zu viel für euch, dass ihr hinauf nach Jerusalem geht; siehe, da ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat.
Und er stellte eins in Bethel auf und das andere tat er nach Dan.
Und das geriet zur Sünde, denn das Volk ging hin vor das eine in Bethel und vor das andre in Dan.“ (1.Könige 12,28-30).
 
Als erstes bestand die Strategie Jerobeams darin, einen bösen abdeckenden Schatten über der Region zwischen Bethel und Dan (Anm.: Süd- Nordachse) zu errichten, indem er die Ebene des gefallenen Kerubs (Anm.: Satan) durch die Aufrichtung der zwei goldenen Kälber etablierte (vgl. Hesekiel 28,14.16 i.V.m. 4.Mose 14,9c).
 
Hesekiel 28,14.16:
14 Du warst ein glänzender, schirmender Kerub und auf den heiligen Berg hatte ich dich gesetzt; ein Gott warst du und wandeltest inmitten der feurigen Steine. …
16 Durch deinen großen Handel wurdest du voll Frevels und hast dich versündigt. Da verstieß ich dich vom Berge Gottes und tilgte dich, du schirmender Cherub, hinweg aus der Mitte der feurigen Steine.
 
4.Mose 14,9c:
… 9c Es ist ihr Schutz (Anm.: Schatten) von ihnen gewichen, der HERR aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!
 
Es ist kein Zufall, dass die Nord- Südachse eine besondere Bedeutung in Bezug der intimen Anbetung gegenüber dem Geliebten (Anm.: Bräutigam => Jesus Christus) trägt, was mit dem Erwachen und der Beschleunigung in Verbindung steht (vgl. Hohelied 4,16)
 
Hohelied 4,16:
16 Steh auf, Nordwind, und komm (Anm.: eile herbei), Südwind, und wehe durch meinen Garten, dass der Duft seiner Gewürze ströme!
Mein Freund komme in seinen Garten und esse von seinen edlen Früchten
 
Es ist die Form des Rindes bzw. Stiers, das Gold und der abdeckende Auftrag, die mit den Kerubim Gottes verbunden sind (vgl. Hesekiel 1,7.10d; Hesekiel 10,14a-b; 2.Mose 25,17-20).
 
Hesekiel 1,7.10d:
7 Und ihre Beine standen gerade, und ihre Füße waren wie Stierfüße und glänzten wie blinkendes, glattes Kupfer. …
… 10d und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren …
 
Hesekiel 10,14a-b:
14 Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war das eines Kerubs (Anm.: Stiergesicht), …
 
2.Mose 25,17-20:
17 Du sollst auch einen Gnadenthron machen aus feinem Golde; zwei und eine halbe Elle soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite.
18 Und du sollst zwei Kerubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des Gnadenthrones,
19 sodass ein Kerub sei an diesem Ende, der andere an jenem, dass also zwei Kerubim seien an den Enden des Gnadenthrones.
20 Und die Kerubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenthron bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenthron gerichtet sein.
 
Deshalb war es kein Zufall, dass Jerobeam zwei goldene Kälber aufstellte, die eine gefallene Kerubimnatur repräsentierten und mit einer falschen Anbetung in Verbindung standen.
 
Der von Jerobeam erschaffene „Schatten“ durch die auf den zwei Seiten etablierten goldenen Kälbern, beinhaltete die Kraft der Finsternis, um das Volk Gottes auf seinem Weg der Gerechtigkeit aufzuhalten.

Als zweites bestand die List Jerobeams darin, den Teil der menschlichen Natur zu betören, der nach Bequemlichkeit suchte. Um dieser Bequemlichkeit zu begegnen, sprach er sinngemäß zu seinen Adressaten: „Es ist zu viel für euch, um nach Jerusalem zu gehen.“ Mit anderen Worten, es ist zu aufwendig, Gott so anzubeten, wie es Gott verlangt. Die Anforderungen sind zu hoch.

Jerobeam stellte die zwei goldenen Kälber an zwei strategischen bzw. günstigen Orten auf.
Er positionierte ein goldenes Kalb im äußersten Norden und das andere goldene Kalb im Süden seines Königreichs.
Das bedeutet, dass es dem jeweiligen Israelit offenstand den Ort zur Anbetung aufzusuchen, der näher an seinem Wohnort war.
Heutzutage könnte die Entscheidung Jerobeams mit einem klugen Marketingschritt verglichen werden, der den Willen in der Seele des Menschen betört, so dass er sich für den einfachen Weg entscheidet.
 
In unserer heutigen Zeit existiert eine Vielzahl von Gottesdienstmöglichkeiten.
Hierbei ist es jedoch wichtig, dass jeder einzelne Gläubige sich dessen bewusst ist, wo Gott, der himmlische Vater ihn/sie bestimmt hat, um mit den richtigen Heiligen zur richtigen Zeit für die richtige Sache territorial verbunden zu sein und den Vater im Geist und in der Wahrheit anzubeten.
 
Bei den Diensten im Königreich bzw. Gemeinschaften von Heiligen darf die Konkurrenz um Menschen nicht existent sein und auch nicht die Form einer „Marketingbotschaft“ gewählt werden, die die Menschen in ihrer Seele betört zu bleiben (Anm.: Anbetungs- und Predigtstil, …).
 
Es geht letztendlich um die kompromisslose Nachfolge Jesu gemäß dem biblischen Standrad des Wortes Gottes. Diese Nachfolge beinhaltet den vollständigen Preis zu bezahlen, was die Selbstverleugnung beinhaltet (vgl. Markus 10,21 i.V.m. Galater 2,20).
 
Markus 10,21:
21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!
 
Galater 2,20:
20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
 
Es ist Gott, der Vater, welcher Geist ist, der uns zu der Gemeinschaft von Heiligen führt, die er für uns bestimmt hat. Hierbei geht es nicht in erster Linie um die Deckung der irdischen Bedürfnisse, sondern um die vollständige Hingabe zu ihm (vgl. Matthäus 22,37-39).
 
Matthäus 22,37-39:
37 Jesus aber antwortete ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ (vgl. 5.Mose 6,5)
38 Dies ist das höchste und größte Gebot.
39 Das andere aber ist dem gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (vgl. 3.Mose 19,18)

Somit wird deutlich, dass Gott, der himmlische Vater darum bittet, zwischen dem „goldenen Kälbersystem“ und einem Leben im Geist und in der Wahrheit des neuen Jerusalems zu wählen.
 
Gott ruft dazu auf, das falsche System hinter sich zu lassen und „nach Jerusalem hinaufzugehen“, selbst wenn es mit Herausforderungen verbunden ist.
Es geht um das Hinzutreten zu einer Gemeinschaft von Heiligen, die ein Teil der Gemeinde Jesu bzw. des Königreichs ist, die/das er etabliert hat und in der/in dem man unter anderem geschult wird, was es bedeutet in der königlichen Priesterschaft Jesu voranzugehen.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass, als Israel das Bequeme, Sinnvollste und Praktischste tat, es für sie zur Sünde wurde und sie dadurch weit weg von Gott kamen, was das Gericht zur Folge hatte.
Der bequeme Weg ist ein breiter Weg, der zur Zerstörung führt (vgl. Matthäus 7,13b).
 
Matthäus 7,13b:
… 13b Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen.
 
Die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit sowie das Hinterlassen der vertrauten Wege und der populären Pfade erfordert einen hohen Preis, den es gilt zu bezahlen, worauf Jesus in Verbindung mit der Nachfolge hinwies.

Ein günstiges Priestertum

„Er (Anm.: Jerobeam) baute auch ein Höhenheiligtum und machte Priester aus allerlei Leuten, die nicht von den Söhnen Levi waren.“ (1.Könige 12,31).
 
Der „Geist Jerobeams“ benötigt um seine Art von falscher Anbetung aufrechtzuerhalten, ein geeignetes Priestertum, um sein religiöses System zu verwalten, zu pflegen, zu beaufsichtigen und zu leiten. Nach Gottes Anweisung waren nur die Leviten dazu berufen, ihm als Priester zu dienen. Da alle Leviten in Jerusalem im Tempel dienten, musste Jerobeam ein anderes Priestertum finden, um sein falsches System zu unterstützen.
 
Seine Lösung bestand darin, den Weg zum Priestertum zu vereinfachen, indem er nicht die Notwendigkeit in der Berufung Gottes der betreffenden Personen sah.
Jerobeam ernannte jeden zum Priester, der es wollte, so dass sie sofort in einen geistlichen Führungsstatus gelangten.
Der Apostel Paulus macht deutlich, dass solch ein Vorgehen mit verheerenden Folgen verbunden ist (vgl. 1.Timotheus 5,22).
 
1.Timotheus 5,22:
22 Die Hände lege niemandem zu bald auf (Anm.: geistliche Amtseinsetzung); habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber rein!

Die falsche Amtseinsetzung Jerobeams hatte zur Folge, dass der „unterste Teil des Volkes“ nun die Gelegenheit nutzte, sich über das Volk zu erheben.
 
An dieser Stelle sollte man sich die Frage stellen, was es braucht, um ein Apostel, Prophet, … zu sein?
Es entspricht nicht dem biblischen Prinzip bzw. der Ordnung Gottes, dass man sich einfach in ein Amt hinein spricht oder es sogar Menschen erlaubt von ihnen mit einem geistlichen Amtstitel genannt zu werden. Es ist schlichtweg ungenügend solch ein Vorgehen anzuwenden, um in einem Amt zu fungieren.
Leider existiert in dieser Zeit im Leib Jesu ein hohes Maß des Gebrauchs von geistlichen Titeln von Personen, die jedoch nicht die geforderte geistliche Reife für den betreffenden Autoritätsbereich tragen.
 
Das Problem, dass mit solch einer Vorgehensweise auftritt ist, dass es sehr schwierig ist, den Unterschied zwischen den Priestern des HERRN und den Priestern des goldenen Kalbes zu erkennen. Wenn z.B. „jeder“ ein Prophet ist, wie unterscheidet man dann zwischen einem wahren Wort und einem falschen Wort?
Dort, wo Menschen diese Unterscheidung nicht besitzen, wird die Täuschung aus Bequemlichkeit fortgesetzt.

Die Realität ist, dass es einen hohen Preises bedarf, wenn man auf den Ruf Gottes in seinem Leben antwortet. Wenn man das christliche Leben wahrhaftig auf die Weise lebt, wie es von Gott gefordert wird – „nicht ich, sondern Christus“ –, hat das zur Folge, dass es zu bestimmten Zeitpunkten herausfordernd wird.
Verantwortung zu tragen und in der daraus resultierenden Autorität über Menschen zu dienen, ist mit Schwierigkeiten verbunden.
Wenn man als Gläubiger in Christus die Wahrheit Gottes über die Bequemlichkeit stellt, beinhaltet diese Lebensweise den Lohn in Christus Jesus (vgl. 1.Korinther 3,8)
 
1.Korinther 3,8:
8 Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.
 
Ein bequemes Fest
 
Und er machte ein Fest am fünfzehnten Tag des achten Monats wie das Fest in Juda und opferte auf dem Altar. So tat er in Bethel, dass er den Kälbern opferte, die er gemacht hatte, und bestellte in Bethel Priester für die Höhen, die er gemacht hatte.
Einst opferte Jerobeam auf dem Altar, den er gemacht hatte in Bethel, am fünfzehnten Tage im achten Monat, den er sich in seinem Herzen ausgedacht hatte, und machte den Israeliten ein Fest und stieg auf den Altar, um zu opfern.“ (1.Könige 12:32-33)
 
Eine fleischliche (Anm.: eine vom eigenen Denken, Wollen und Handeln bestimmte) Art von Anbetung braucht eine bequeme Vorgehensweise des Feierns, die es beinhaltet die betreffenden Gläubigen regelmäßig zusammenzubringen.
Der „Geist Jerobeams“ setzt hierfür ein Fest ein, das abgehalten wird, „wie das Fest in Juda“. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um dasselbe Fest, denn es beinhaltet eine Täuschung bzw. Fälschung. Das eigentliche Fest (Anm.: Sukkot – Laubbhüttenfest) fand in Jerusalem statt. Das Fest von Jerobeam war etwas, das von Jerobeam entworfen, erfunden und konzipiert wurde.
 
Das Fest von Jerobeam war eine Ablenkung von der geistlichen Anbetung. Es war eine bequeme Alternative zu einer Reise nach Jerusalem, um im Tempel anzubeten.
 
Man kann davon ausgehen, dass das Fest von Jerobeam von religiöser Natur war und keine wilde Party, um den Schein zu wahren als würde es sich um das gleiche Fest handeln, wie im Königreich von Juda.
 
Es ist ein falsches (Anm.: in Form von bequem) Verständnis von Zeit (Anm.: Jerobeam ordnete das Laubhüttenfest für den 15. Tag des achten biblischen Monats an, was ursprünglich vom 15.-21. Tag im siebenten biblischen Monat stattfindet.), des falschen Ortes, des falschen Priestertums und des falschen Festes, um die falsche Anbetung zu komplettieren.
 
Das Endergebnis ist ein alternatives System religiöser Aktivität, das in einem Anschein von Frömmigkeit behauptet, Gott anzubeten, jedoch viel bequemer und ansprechender für die Seele des Menschen ist.
 
Urteil über den Kult der Bequemlichkeit
 
Und siehe, ein Mann Gottes kam von Juda auf das Wort des HERRN hin nach Bethel, während Jerobeam noch auf dem Altar stand und opferte.
Und er rief gegen den Altar auf das Wort des HERRN hin und sprach: Altar, Altar! …“ (1.Könige 13,1-2a)
 
Gott benutzte einen Mann Gottes aus Juda, um das falsche System der religiösen Anbetung zu verurteilen, das Jerobeam etabliert hatte, und prophezeite seine Zerstörung.
Das überlieferte Wort war kein „schönes“ Wort für die dort anwesenden Menschen. Nachdem der Mann Gottes selbst die Zerstörung über Jerobeam verkündet hatte, war er ungehorsam und wurde von einem Löwen getötet, ohne gefressen zu werden (vgl. 1.Könige 13,24).
 
Auch wenn Jerobeam durch das Wort des Mannes Gottes vorübergehend erschüttert war, setzte er seinen Ungehorsam fort und wurde entsprechend gerichtet. Leider war bereits der Schaden angerichtet, so dass Israel dem Untergang geweiht war.
 
Es ist nicht schwer zu erkennen, wie sich die Geschichte in den letzten zweitausend Jahren wiederholt hat.
Auf die Weise wie Israel früher lebte, existiert im Gemeindekontext des Leibes Jesu ein „geteiltes Königreich“, in dem die religiöse Mehrheit eine Anbetung der Bequemlichkeit aufrechterhält, und die verbleibende Minderheit darauf aus ist, nach dem vollen Gedanken, Verstand, Herzen und Willen des HERRN für die Brautgemeinde (Anm.: die Jesu etabliert) zu leben. Hierbei handelt es sich um ein geistliches Haus bzw. eine königliche Stadt aus lebendigen Steinen, das „neue Jerusalem“, das aus Königen und Priestern besteht. Beide gelten als „Israel“, aber nur das eine ist die wahre Gemeinde, während das andere eine bequeme Ablenkung ist.
 
Letztendlich fiel sogar Juda dem Götzendienst zum Opfer und kam unter das Gericht. Der Tempel wurde zerstört und Jerusalem verbrannt. Gott musste mit einem Überrest innerhalb des Überrestes arbeiten, so dass er sein Reich nach geistlichen Gesichtspunkten auf der Grundlage Israels fortführt.
Deshalb ist es erforderlich, dass wir für Israel beten, es achten und ehren, ohne eine Ersatztheologie zu erschaffen bzw. darin zu leben!
 
Der Herr arbeitet auch heute noch mit einem Überrest und ruft ihn auf, „nach Jerusalem zu gehen“ und den Fokus auf die Dinge zu richten, die von oben sind. Weil Gott nach geistlichen Prinzipien arbeitet, um einen geistlichen Zweck zu erreichen, ist die Grenze zwischen dem rückfälligen Israel und dem geistlichen Juda, zwischen dem goldenen Kalb und dem Geist sowie der Wahrheit, viel subtiler. Aber sobald man die Gemeinde gesehen hat, die Jesus baut, ist es viel einfacher, die goldenen Kälber abzulehnen.
Der „Geist Jerobeams“ weiß das und wird es deshalb versuchen, seine Alternative sehr attraktiv – und sehr bequem vor den Menschen zu entfalten, um sie zu täuschen und vor der wahren Anbetung im Geist und in der Wahrheit abzuhalten.
(Anm.: sinngemäß wiedergegeben basierend auf der Botschaft „A Convenient Cult“ von Chip Brogden)
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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