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Zweisamkeit und Beauftragung

06.06.2019, Daniel Glimm


Ausgehend von den unterschiedlichen Bestimmungen von Heiligen unter dem Volk Gottes möchte ich auf die Bedeutung des Miteinanders in Bezug auf Beauftragung eingehen.

Beauftragung, Zusammengehörigkeit und die Aufgabe des Feuers Gottes

Anhand des Wortes Gottes wird die Beauftragung von zwei Personen für eine bestimmte Aufgabe deutlich und mehrfach erwähnt.
 
Zum Beispiel wird das Prinzip anhand der Aussendung der Jünger durch Jesus, die er jeweils zu zweit aussandte erkennbar. Dieses Prinzip der Beauftragung wird auch durch die Entsendung der 300 Füchse durch Simson deutlich (siehe Markus 6,7 i.c.w. Richter 15,4-5).
 
Markus 6,7:
7 Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie auszusenden je zwei und zwei, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister …
 
Richter 15,4-5:
4 Und Simson ging hin und fing dreihundert Füchse, nahm Fackeln und kehrte je einen Schwanz zum andern und tat eine Fackel je zwischen zwei Schwänze 5 und zündete die Fackeln an und ließ die Füchse in das Korn der Philister laufen und zündete so die Garben samt dem stehenden Korn an und Weinberge und Ölbäume.
 
Die Beauftragung der 300 Füchse durch Simson macht deutlich, dass es wichtig ist, im Bund Gottes und im Feuer des Heiligen Geistes voranzugehen (vgl. Offenbarung 4,5).
 
Offenbarung 4,5:
5 Und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, das sind die sieben Geister Gottes.
 
Es ist die Aufgabe des Feuers Gottes, sich unter anderem aufzuteilen, um durch die Weisheit Gottes mit größerer Offenbarung Zerstörung in das Feld des Feindes zu bringen (vgl. Apostelgeschichte 2,1-4).
 
Apostelgeschichte 2,1-4:
1 Und als der Pfingsttag (Anm.: Schawuot) gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.
2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
 
Die Aufteilung der Jünger durch Jesus führte dazu, dass aus den zwölf Aposteln sechs apostolische Teams wurden, die die Menschen aus der Dunkelheit (Anm.: bedrängende Umstände) befreiten.
 
Die Zuordnung der 300 Füchse durch Simson beinhaltete die Aufteilung der 300 Füchse in 150 feurige Teams.
 
Die Zahl „2“ und das Alleinsein
 
Die Zahl „2“ hat in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung, da sie aus dem „Alleinsein“ das „Zusammensein“ hervorruft. Darüber hinaus steht die Zahl „2“ mit dem Firmament in Verbindung, das von Gott am zweiten Tag erschaffen wurde, um den Bereich des Himmels zu offenbaren (vgl. 1.Mose 1,6-8).
 
1.Mose 1,6-8:
6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern.
7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.
8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.
 
Das göttliche „Alleinsein“ in Form von Vielfalt (Anm.: jeder Mensch ist einzigartig) wird durch die Kraft der Beauftragung Gottes in das Maß des himmlischen „Miteinanders“ umgewandelt, was durch die Zahlen „6“ (Anm.: sechs apostolische Teams) und „150“ (Anm.: 150 Paare von feurigen Füchsen) veranschaulicht wird.
 
Die Zahl 6 ist mit der Schöpfung der Menschheit verbunden und die Zahl 150 mit der Zunahme von der Gerechtigkeit Gottes (vgl. 1.Mose 1,27.31; 1.Mose 7,24).
 
1.Mose 1,27.31:
27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. …
31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
 
1.Mose 7,24:
24 Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage.
 
Kurz gesagt, diese Anordnung der „Einzigartigkeit“ in Zweisamkeit bedeutet die Bewegung des einen neuen Menschen in der Gerechtigkeit Gottes (vgl. Epheser 2,15).
 
Epheser 2,15 (Das Jüdische Neues Testament):
… 15 indem er in seinem eigenen Leib die Feindschaft zerstörte, die durch die Torah mit ihren Geboten in der Form von Ritualen hervorgerufen wurde. Er tat das, um in der Vereinigung mit sich selbst aus den zwei Gruppen (Anm.: messianische Juden und Christen aus den Heidenvölkern) eine einzige neue Menschheit zu schaffen und auf diese Weise Schalom zu schaffen, …
 
Das ist ein Paradoxon, denn jetzt sind zwei in einem vereint, so wie die Frau im Wesen des ersten Menschen verborgen war. Nur durch Christus Jesus kann das Miteinander zu einer Einheit werden (vgl. Epheser 5,31-32).
 
Epheser 5,31-32:
31 „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.“ (vgl. 1.Mose 2,24)
32 Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.
 
Die Bedeutung der Zuweisung in Form einer Beauftragung
 
Somit wird deutlich, dass gemäß dem Wort Gottes Zuweisungen in Form von Beauftragung bedeutend sind.

=> Eine Beauftragung ist ein Arbeitsprojekt, eine Aufgabe oder eine Verpflichtung, die zunächst einer Person übertragen wurde. Die Beauftragung kann aber auch aus Gründen der Zweckmäßigkeit und/oder der Qualitätsentwicklung an eine andere Person übertragen oder delegiert werden. (vgl. 1.Chronik 9,23; 1.Chronik 16,4; 1.Chronik 23,11).
Eine Beauftragung dient als Grenze, um die zugewiesene Person in ihrer Berufung und ihrem Aufgabenbereich zu schützen.
Auf die Weise wie der Dienst von Engeln nur einer nach dem anderen kommt sowie eine Aufgabe nach der anderen hat, so verhält es sich auch bei der Beauftragung von Heiligen.
Wenn jemand die vorgegebene Beauftragung Gottes ignoriert, gerät die betreffende Person in Schwierigkeiten, die hätten vermieden werden können. <= (Teilauszug aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 68)
 
Die apostolisch–prophetische Vereinigung
 
Im Zusammenhang mit der Entsendung der Jünger und der Füchse als Teams durch Jesus Christus und Simson kann man auch einen Hinweis auf die apostolisch–prophetische Koalition erkennen, so wie sie in Apostelgeschichte 8,9-11.14-24 erwähnt wird.
 
Ihr Zweck ist es, falsche Einflüsse in den Regionen zu bekämpfen und durch die Autorität der Salbung, die eng mit dem Amt des Apostels und Propheten verwoben ist, zu beseitigen.
 
Apostelgeschichte 8,9-11.14-24:
9 Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samaria in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes.
10 Und alle hingen ihm an, Klein und Groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird.
11 Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte. …
14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes.
15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen.
16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist.
18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an 19 und sprach: Gebt auch mir die Macht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange.
20 Petrus aber sprach zu ihm: Dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt.
21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott.
22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und flehe zum Herrn, ob dir das Trachten deines Herzens vergeben werden könne.
23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit.
24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt.
 
=> Der Begriff der apostolisch–prophetischen Vereinigung beinhaltet eine Vereinbarung, die auf der Übereinstimmung basiert, dass Apostel und Propheten sich vereinigen und kollaborieren, um die Fülle im Sinne von Qualität von Gottes Stärke, Charakter und Weisheit den Heiligen zu bringen. Solch eine Kooperation entwickelt sich normalerweise aus der Anerkennung und Verbindung der vorlaufenden Propheten mit den Aposteln, von denen sie zeugen.
 
Als Selbstverständlichkeit stellen vorlaufende Propheten die Apostel vor, für die ihre Mäntel von Gott gesandt wurden, um den Weg für sie zu ebnen. Von Abraham, dem Propheten, der den Weg für Mose den Shaliach (Anm.: Typ des Apostels im Tenach – hebräische Bibel) ebnete zu Johannes dem Täufer, der gesandt wurde, um die Spur für Jesus vorzubereiten (vgl. Markus 1,3). Nach diesem Muster des Neuen Testaments, nachdem Philippus der Evangelist ein Gebiet evangelisierte, gingen die Apostel und Propheten hinein, um zu lehren und Neubekehrte in Gottes Wahrheit zu festigen (vgl. Apostelgeschichte 8,4-24). Die Anfangsanordnung, der „zwei Apostel“ (vgl. Markus 6,7), wurde geändert, um wirksamere Teams (Anm.: Apostel und Prophet) zu bilden und zu senden.
 
Es sind die Botschaften der Apostel und Propheten, deren Offenbarungen von den drei weiteren Amtsträgern des fünffältigen Dienstes (Anm.: Evangelist, Hirte, Lehrer) in der Gemeinde Jesu verbreitet bzw. weitergeführt werden sollten.
 
Das Amt des Apostels und des Propheten sind dazu bestimmt, aktive Offenbarung, die von Gott empfangen wurde, auf die weiteren drei Amtsträger der Gemeinde Jesu zu verteilen, um es dem gesamten Leib Jesu zugänglich zu machen.
 
Jeder der drei genannten Amtsträger (Anm.: Evangelist, Hirte, Lehrer) verbreitet seinen Teil der apostolischen und prophetischen Offenbarungen innerhalb des Dienstes, den ihr Salbungsmantel betont bzw. umfasst.
 
Der Evangelist nutzt die Offenbarung, um eine Seele zu überzeugen, Jesus Christus als HERRN und Erlöser anzuerkennen.
 
Der Hirte nutzt die Offenbarung um zur Gemeindezugehörigkeit und Anwesenheit zu ermutigen.
 
Der Lehrer nutzt die Offenbarung, um Heilige zu schulen sowie in der Königreichskultur des HERRN zu festigen.
 
Was jedoch allen drei letztgenannten Amtsträgern im fünffältigen Dienst fehlt, ist die Berechtigung des unmittelbaren Aufsuchens des HERRN im Autoritätsbereich, der Aposteln und Propheten zusteht, die als erstgenannte Amtsträger dazu von Gott berechtigt sind, seine frischen Offenbarungen freizusetzen.
<= (Teilauszug aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 61 und dem Buch „Divine Order For Spiritual Dominance“, Seite 10-11)
 
Die Charaktertypen des Apostels Petrus und Johannes
 
An dieser Stelle ist es hilfreich, die Charaktere des Apostels Petrus und Johannes zu verstehen.
 
Petrus wurde berufen, den Juden zu dienen – denen, die in der institutionellen Religion aufgewachsen sind. Der petrusähnliche Apostel scheint ein moderner Apostel zu sein, der unter anderem dazu berufen ist, der Gemeinde Jesu auf der Grundlage des Erlösungswerkes Jesu die biblische Denkweise zu lehren, die eine jüdische Denkweise beinhaltet (vgl. Matthäus 5,17).
 
Matthäus 5,17:
17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
 
Johannes war anders berufen. Der johannesähnliche Apostel ist ein moderner Apostel, der als „Diener der Liebe“ bezeichnet werden kann. Die größte Betonung im Leben des Apostels Johannes war die Liebe. Diese Eigenschaft eines apostolischen Vaters hat großen Einfluss auf den Leib Christi. Weiterhin war Johannes der Apostel, der große Offenbarung und tiefen Einblick in Gottes Herrschaftsbereich und geistlichen Abläufe erhielt (Anm.: Das Buch der Offenbarung).
 
Das bedeutet, dass Jesus als Haupt seines Leibes Heilige unter dieses zweifache apostolische Feuer stellt, um sie mit seinem Geist der Weisheit auszusenden. Dies befähigt sie, einen dynamischen Dienst im Leib Christi zu erfüllen, der zur Einheit durch das Feuer der Weisheit und Liebe führt, so dass die Welt erkennt, dass wir seine Jünger sind (vgl. Johannes 13,34-35).
 
Johannes 13,34-35:
34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
 
Um in der Zweisamkeit in Form eines Teams von Christus Jesus beauftragt zu sein, ist zuerst die Beziehung zum himmlischen Vater in seiner Sohnschaft ausschlaggebend, damit das persönlich Erlernte aus der Beziehung mit in das von Jesus festgelegte Team gebracht wird.
 
Die Zuweisung findet nicht nach persönlicher Präferenz bzw. Ermessen statt, sondern durch die Zuteilung des Heiligen Geistes.
 
Dieses Prinzip finden wir bei der Erwählung des Apostels Matthias, der anstelle von Judas durch das Los erwählt wurde und von dem es gefordert war, zuvor ein Begleiter Jesu und Zeuge seiner Auferstehung gewesen zu sein (vgl. Apostelgeschichte 1,20-22.24-26).
 
Apostelgeschichte 1,20-22.24-26:
20 Denn es steht geschrieben im Psalmbuch (vgl. Psalm 69,26; Psalm 109,8): „Seine (Anm.: Judas) Behausung soll verwüstet werden, und niemand wohne darin“, und: „Sein Amt empfange ein andrer.“
21 So muss nun einer von diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter uns ein- und ausgegangen ist 22 – von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, an dem er von uns genommen wurde –, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden.
… 24 und beteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst, zeige an, welchen du erwählt hast von diesen beiden, 25 damit er diesen Dienst und das Apostelamt empfange, das Judas verlassen hat, um an den Ort zu gehen, wohin er gehört.
26 Und sie warfen das Los über sie und das Los fiel auf Matthias; und er wurde zugeordnet zu den elf Aposteln.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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