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Die Beschneidung des Herzens und die Ameise

01.06.2019, Daniel Glimm


Als das Volk Israel Ägypten verließ, waren sie zuvor über einen langen Zeitraum und viele Generationen Sklaven der Ägypter (vgl. 2.Mose 12,40-41).
 
2.Mose 12,40-41:
40 Die Zeit aber, die die Israeliten in Ägypten gewohnt haben, ist vierhundertunddreißig Jahre.
41 Als diese um waren, an eben diesem Tage zog das ganze Heer des HERRN aus Ägyptenland.
 
Durch die Generationen hindurch wurden die Israeliten in Ägypten bedrückt und es wurde ihnen vom Pharao und dessen Gefolgschaft befohlen, was sie zu tun hatten.
 
Die Zeit der Herausforderung und Erfordernis der Gedankenerneuerung
 
Als Nachfolger Jesu ist es wichtig zu verstehen, dass Phasen der Herausforderung von Gott nicht dazu bestimmt sind, uns zu bedrücken, sondern uns in unserem Ewigkeitswesen zu formen, um zu der Person zu werden, die Gott bereits in seiner Allwissenheit sieht (vgl. Psalm 139,16 i.V.m. Jeremia 1,5).
 
Psalm 139,16:
16 Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.
 
Jeremia 1,5:
5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.
 
Die Zeitphase der Bedrückung des Volkes Israel war Teil des Verheißungsplanes Gottes, der mit der Phase der Befreiung endete, die wiederum mit großem Wohlstand für das Volk Israel verbunden war (vgl. 1.Mose 15,13-14 i.V.m. 2.Mose 3,21-22).
 
1.Mose 15,13-14:
13 Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, dass deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre.
14 Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen müssen. Danach sollen sie ausziehen mit großem Gut.
 
2.Mose 3,21-22:
21 Auch will ich diesem Volk Gunst verschaffen bei den Ägyptern, dass, wenn ihr auszieht, ihr nicht leer auszieht, 22 sondern jede Frau soll sich von ihrer Nachbarin und Hausgenossin silbernes und goldenes Geschmeide und Kleider geben lassen. Die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern anlegen und von den Ägyptern als Beute nehmen.
 
Das Bewusstsein der Israeliten war vom Sklaventum Ägyptens geprägt, und deshalb war es für sie erforderlich, ihre Gedanken gemäß der Verheißungen Gottes zu erneuern. Gott navigierte sie durch die Führung von Mose und Aaron schließlich aus der Sklaverei Ägyptens.
 
Eine Folge davon war, dass jeder einzelner Israelit lernen musste in seiner neuen Identität als freier Mensch zu leben. Darüber hinaus wurde das Volk Israel Gottes besonderes Eigentum und ein königliches Priestertum, das sich in einer Armeestruktur voranbewegte, die sich aus den zwölf Stämmen Israels zusammensetzte (vgl. 2.Mose 19,5-6a).
 
2.Mose 19,5-6a:
5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein.
6a Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. …
 
Jeder einzelne Israelit war deshalb gefordert, seine Gedanken bzw. sein Gewissen zu erneuern, um sich als freie Person unter der Führung von Mose in der Ordnung Gottes zu positionieren (vgl. Römer 12,2; Epheser 4,23 i.V.m. 2.Mose 13,18b).
 
Römer 12,2:
2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
 
Epheser 4,23:
23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn …
 
2.Mose 13,18b:
… 18b Und Israel zog wohlgeordnet aus Ägyptenland.
 
Die Ordnung Gottes und Beschneidung der Vorhaut des Herzens
 
Diese göttliche Ordnung erforderte die Erkenntnis eines jeden Israeliten, sich der Zugehörigkeit des jeweiligen Stammes Israels bewusst zu sein, um sich dementsprechend zu positionieren (vgl. 4.Mose 10,12a.13).
 
4.Mose 10,12a.13 (Neue Jerusalemer):
12a Da brachen die Israeliten von der Wüste Sinai auf, wie es die Ordnung für den Aufbruch vorsah, …
13 So brachen sie zum ersten mal auf, wie ihnen der HERR durch Mose befohlen hatte.
 
Die Anordnung der zwölf Stämme Israels umfasst diese Reihenfolge:
 
1. Juda
2. Issaschar
3. Sebulon
 
4.Ruben
5. Simeon
6. Gad
 
7. Ephraim
8. Manasse
9. Benjamin
 
10. Dan
11. Ascher
12. Naphtali.
 
Da diese Reihenfolge der Stämme Israels dreimal im Wort Gottes gleich angeführt ist und Prediger 4,12 sowie Matthäus 18,16.20 von der Wichtigkeit des Dreifaltigen spricht, können wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei dieser Anordnung der Stämme Israels von Gottes offenbarender Wegweisung und Ordnung ausgehen (vgl. 4.Mose 2; 4.Mose 7,10-83; 4.Mose 10,11-28).
 
Um als Nachfolger Jesu in einem neuen Bewusstsein zu wandeln, ist es notwendig, dass man dem Heiligen Geist es erlaubt, die Vorhaut des Herzens beschneiden zu lassen (vgl. 5.Mose 30,6 i.V.m. Römer 2,29).
 
5.Mose 30,6:
6 Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst.
 
Römer 2,29:
… 29 sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Das Lob eines solchen ist nicht von Menschen, sondern von Gott.
 
In diesem Kontext betrachte ich die Vorhaut des Herzens als gemachte Erfahrungen, aus denen man Dinge konkludiert und dadurch ein falsches Gedankengerüst (Anm.: Schlussfolgerungen aufgrund negativer Erfahrungen) etabliert hat. Dieses Gedankengebilde und die damit verbundenen Vorannahmen halten einen davon ab, tiefer in die von Gott bestimmte Verheißung einzutreten.
 
Als das Volk Israel nach dem Tod von Mose als neue Führung Josua zugeteilt bekam und sich bereits im Land der Verheißung aufhielt, fand im Auftrag Gottes in Gilgal eine Beschneidung statt.
Diese Beschneidung war ein Zeichen der Abtrennung der Schande Ägyptens von den Israeliten, was mit der Abwendung von einem falschen Gedankengut (Anm.: z.B. des Sklaventums und des Versagens) gleichgesetzt werden kann (vgl. Josua 5,7-9).
 
Josua 5,7-9:
7 Ihre Söhne, die er an ihrer statt hatte aufwachsen lassen, beschnitt Josua; denn sie waren noch unbeschnitten und unterwegs nicht beschnitten worden.
8 Und als das ganze Volk beschnitten war, blieben sie an ihrem Ort im Lager, bis sie genesen waren.
9 Und der HERR sprach zu Josua: Heute habe ich die Schande Ägyptens von euch abgewälzt. Und diese Stätte wurde Gilgal genannt bis auf diesen Tag.
 
Die Beschneidung des Herzens hat zur Folge, dass die Augen des Herzens zum Vorschein kommen und erleuchtet werden. Dadurch ist man imstande, den jeweiligen Umstand, Personen und Umfeld, in dem man sich befindet, geistlich zu beurteilen und nicht nach der eigenen Erfahrung, Verletzung bzw. persönlicher Assoziation und Vorstellung zu bewerten (vgl. Epheser 1,18).
 
Epheser 1,18:
18 Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist …
 
Wenn wir jedoch nicht bereit sind, unser Gewissen erneuern zu lassen, hat das zur Folge, dass unsere Werke nicht die Frucht hervorbringen, die Gott in dieser Zeit durch uns hervorbringen möchte (vgl. Hebräer 9,14).
 
Hebräer 9,14:
… 14 um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!
 
Wenn man lediglich nach seinem eigenen Herzen geht und sich nicht dem göttlichen Beschneidungsprozess des Herzens hingibt, wird das Ergebnis nicht dem Willen Gottes entsprechen, weil das menschliche Herz eigensinnig ist (vgl. Jeremia 17,9).
 
Jeremia 17,9:
9 Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?
 
Die Ameise und der Neubeginn
 
In diesem Zusammenhang ließ mich der HERR eine Ameise sehen, deren Körper sich plötzlich in die Zahl „8“ verwandelte, welche ein deutlicher Hinweis auf eine „neue Zeit“ bzw. „einen Neubeginn“ ist.
 
Deshalb sehe ich es als keinen Zufall an, dass die Ameise eng mit dem Vorgang der Beschneidung verbunden ist, die wie bereits zuvor erwähnt zu einer neuen bzw. erweiterten Sicht im Herzen beiträgt. Die Ameise ist kein Alleingänger, sondern lebt in sogenannten Staaten (Anm.: Völkern).
 
Das hebräische Wort für „Ameise“ ist „nĕmālāh“ und trägt in seinem Wortstamm den Bezug zur Beschneidung. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „Ameise – nĕmālāh“ mit der Wortschlüsselnummer: 5331* und dessen weibliches Wurzelwort „nâmal – Beschneidung“ mit der Wortschlüsselnummer 5243 aus der Strong‘s Konkordanz).
 
Die Ameise ist in diesem Kontext ein Hinweis auf das selbstverantwortliche Wandeln in der Ordnung Gottes in Fleiß und Gemeinsamkeit, um mit einem richtigen Ernteverständnis Reichtum zur richtigen Zeit zu entwickeln sowie in der Verheißung Gottes zu wandeln (vgl. Sprüche 6,6.8 i.V.m. Sprüche 30,25).
 
Sprüche 6,6.8:
6 Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! …
… 8 so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.
 
Sprüche 30,25:
… 25 die Ameisen – ein schwaches Volk, dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise; …
 
Auch wenn wir als Gläubige in Christus in Situationen gelangen, die für uns herausfordernd erscheinen, ist es weise, sich der Hand Gottes zu unterstellen und ihm in allen Dingen zu vertrauen. Denn es ist Gott, der zur richtigen Zeit den Überblick gibt und zu Ehren bringt (vgl. 1.Petrus 5,6).
 
1.Petrus 5,6:
6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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