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Die von Gott gegebene Autorität erfordert verantwortliches Vorgehen

08.04.2019, Daniel Glimm


Jesus Christus hat uns mit seinem Blut erkauft und uns zu Königen und Priestern gemacht, weshalb es erforderlich ist, dass wir uns unserer zugeteilten Verantwortung und der damit verbundenen Autorität in Christus bewusst sind (vgl. Offenbarung 1,5-6).
 
Offenbarung 1,5-6:
… 5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
 
Was ist Autorität?
 
=> Autorität, von lat. Auctoritas (urspünglich von „auctor“, was „Urheber, Schöpfer, Förderer, Veranlasser“ bedeutet), begegnet uns überall dort, wo eine Ordnung durch mehrere Beteiligte oder Personen erforderlich wird, um ein gemeinsames Leben bzw. Teilbereiche zu organisieren.
 
A) Autorität ist das rechtmäßige Recht und die Macht, Folgsames Handeln bzw. Gehorsam zu fordern sowie auf Menschen einzuwirken, Fehlverhalten zu verändern oder das richtige Verhalten beizubehalten.
 
B) Sie beinhaltet ebenfalls die Führung einer Person oder Gruppe durch eine in höherer Verantwortung stehenden Person.
 
Autorität ist zuerst an Positionen geknüpft und an die Personen, die sich in diesen Positionen befinden bzw. diese rechtmäßig ausfüllen.
 
Personen treten in Autorität ein, wenn sie bestimmte Aufträge zugewiesen bekommen oder in eine offizielle Stelle eingesetzt werden. Diese Erklärung bedeutet, dass sich Autorität inmitten von Positionen befindet. Es sind die zugeteilten Titel bzw. Bezeichnungen der jeweiligen Positionen, welche deren Aufgaben-/ und Autoritätsbereiche sowie Grenzen offenbaren.
 
Da Titel vor dem Eintritt der Person in eine Position bereits existieren, wird deutlich, dass Autorität der Autorisierung vorausgeht und diese auch überdauert. Autorität erschafft einen Raum, wo gesetzmäßige Handlungen und rechtmäßige Schritte sowie Kraft ausgeübt werden können.
 
Das Verlassen einer Verantwortungsposition durch eine Person, lässt diese nicht mehr in Autorität in dem Aufgabenfeld stehen, wo sie zuvor die entsprechende Verantwortung trug. Eine Person, die einen Amts-/ Verantwortungsbereich verlassen hat, kann weiterhin einen beträchtlichen Einfluss auf den ihr zuvor anvertrauten Bereich bei der Beendigung ihres Amtes ausüben (Anm.: durch Lebens-/Berufserfahrung und durch in der Dienstzeit erworbene Kontakte, ...), jedoch sind rechtliche Maßnahmen nicht mehr durch sie durchsetzbar bzw. umsetzbar.
 
Ausgeübte Autorität, die außerhalb der offiziellen Position stattfindet (Anm.: kann Gesetzlosigkeit oder Einfluss beinhalten), ist in ihrer Möglichkeit begrenzt und kann zu einem rechtmäßigen Ergebnis führen oder Veränderungen bewirken bzw. die Regeln einfordern, die auf die Verhaltensweisen bzw. das Benehmen von Menschen einwirken.
Damit eine einflussreiche Person die Auswirkungen einer Autoritätsfigur erreicht, muss der Einflussempfänger rechtmäßig in einem Amt mit Autorität eingesetzt sein, um handeln zu können, Gesetze zu erlassen oder das zu tun, was die betreffende Person wünscht bzw. vorsieht. <= (Anm.: Teilauszug aus dem Buch „Divine Order For Spiritual Dominance„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 26 und Seite 27)
 
Wahre Autorität und missbräuchliche Autorität
 
=> In einem biblischen Zusammenhang findet das Regieren in Autorität dort statt, wo Führungspersönlichkeiten Gunst bei Gott und bei den Menschen besitzen (vgl. 1.Samuel 2,26 i.V.m. Lukas 2,52).
 
1.Samuel 2,26:
26 Aber der Knabe Samuel nahm immer mehr zu an Alter und Gunst bei dem HERRN und bei den Menschen.
 
Lukas 2,52:
52 Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
 
Diktatoren hingegen regieren durch positionelle Autorität entgegen der Autorität der Menschen, die ihnen „zwangsweise“ unterstellt sind. Sie leben keine Dienerschaft.
 
Wahre geistliche Führungspersönlichkeiten mit einem demütigen Herzen sind jedoch darauf aus, den Willen Gottes zu tun (Anm.: dienende Haltung) und nicht den Willen von Menschen.
 
Es ist Gott, der es in die Herzen der Menschen legt, den Führungskräften Gunst zu geben, so dass diese effektiv in der Lage sind, Einfluss in ihren Herzen nehmen zu können.
 
Deshalb ist es wichtig, dass Führungspersonen nicht ihre Autorität von Menschen fordern. Wenn diese Art von Forderung trotzdem geschieht, wäre das einzig und alleine aus dem Bereich der „Kraft/Macht“ entwickelt, die letztendlich zur bedrückenden Diktatur führt.
 
Gott möchte nicht, dass wir als sein Volk diktatorisch regiert werden, sondern väterlich-königlich (vgl. 1.Korinther 4,15).
 
1.Korinther 4,15:
15 Denn wenn ihr auch zehntausend Erzieher hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn ich habe euch gezeugt in Christus Jesus durchs Evangelium.
 
Im Reich Gottes ist Autorität eine Folge von Verantwortlichkeit.
 
Allgemein gesagt, haben wir in jedem Bereich der Gemeinde nur in dem Maß Autorität, wie wir für den betreffenden Bereich die Verantwortung tragen. Wenn wir für einen Bereich keine Verantwortung tragen, haben wir darin demnach auch keine Autorität.
 
Um viel Autorität zu besitzen, muss man unter Geschwistern stehen, die mehr Autorität haben als man selbst. Das wird z.B. deutlich in der Führung des Volkes Israel durch Mose und Aaron, in der Nachfolge von Elischa gegenüber dem Propheten Elija sowie der Nachfolge der Jünger Jesu. <= (Anm.: basierend auf einer Botschaft von John Paul Jackson†, die er auf einer Konferenz lehrte)
 
Die richtigen Worte sprechen
 
Das beinhaltet unter anderem, dass besonders Personen in Führungspositionen auf die richtige Weise zu den ihnen anvertrauten Menschen sprechen, so dass der Gott Israels verherrlicht wird.
Die richtigen Worte zu sprechen bedeutet, wie Naphtali, der Sohn Jakobs zu sein, der von seinem Vater gesegnet wurde, schöne Worte zu sprechen (vgl. 1.Mose 49,21).
 
1.Mose 49,21:
21 Naphtali ist ein schneller Hirsch, er gibt schöne Rede.
 
Das hebräische Wort für „gut/schön“ ist „šäṗär“ und leitet sich vom hebräischen Wurzelwort „sâṗar“ ab, das „schön sein, gefallen, glänzen“ bedeutet (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel mit der Wortschlüsselnummer: 8475* – šäṗär und 8473 – sâṗar sowie der Strong‘s Konkordanz mit der Wortschlüsselnummer: H8231 – shâphar).
 
Somit wird deutlich, dass es Gott am Herzen liegt, dass Führungskräfte im Leib Jesu ihre Worte mit der Herrlichkeit Gottes ummantelt haben sollten, so ähnlich wie Gott zur Zeit von Mose seine zehn Worte mit Feuer durch seinen Zeigefinger in die zwei Steintafeln eingravierte (vgl. 2.Mose 21,18 i.V.m. 2.Korinther 3,6b; Sprüche 25,11).
 
2.Mose 31,18:
18 Und als der HERR mit Mose zu Ende geredet hatte auf dem Berge Sinai, gab er ihm die beiden Tafeln des Gesetzes; die waren aus Stein und beschrieben von dem Finger Gottes
 
2.Korinther 3,6b:
… 6b Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
 
Sprüche 25,11:
11 Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.
 
In diesem Zusammenhang offenbarte mir der Heilige Geist anhand der 24 Ältesten vor dem Thron Gottes das Prinzip von gesunder Regierungsherrschaft und Autorität (vgl. Offenbarung 4,4.9-11).
 
Offenbarung 4,4.9-11:
4 Und um den Thron waren vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, mit weißen Kleidern angetan, und hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen. …
9 Und wenn die Gestalten Preis und Ehre und Dank gaben dem, der auf dem Thron saß, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen: 11 Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.
 
Der Aufenthalt an den himmlischen Orten
 
Das bedeutet, dass man sich gemäß dem Standard des Wortes Gottes an den himmlischen Orten im Geist aufhält, wo der lebendige Gott regiert (vgl. Epheser 2,6 i.V.m. Kolosser 3,1-2).
 
Epheser 2,4-6:
4 Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden –; 6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, …
 
Kolosser 3,1-2:
1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.
2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.
 
Dieser Regierungsbereich befindet sich inmitten von reinem Wasser, was die Präsenz der Fruchtbarkeit und des Wesens Gottes reflektiert (vgl. Offenbarung 4,6).
 
Offenbarung 4,6:
6 Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, und in der Mitte am Thron und um den Thron vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten.
 
Das kristallene Meer im Thronsaal Gottes
 
Es ist das kristallene Meer, was gleichzeitig jegliche Bewegung im Thronraum Gottes in einem Moment reflektiert. Dieses „obere Wasser“ prophezeit mit seiner Charaktereigenschaft das Wesen des Gottes Israels – JHWH – ICH BIN.
 
Diese Widerspieglung ist ein Hinweis auf die Einheit der himmlischen Bewegungen, weil sie sich gleichzeitig im kristallenen Meer in verschiedenen Bereichen widerspiegeln.
 
Alle Bewegungen im Thronsaal sind durch die Präsenz des kristallenen Meers mit dem regierenden Wesen des himmlischen Vaters und seines Sohnes Jesus Christus vereint (vgl. Offenbarung 4,2-3 i.V.m. Markus 16,19).
 
Offenbarung 4,2-3:
2 Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.
3 Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd.
 
Markus 16,19:
19 Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
 
24 Älteste im Thronsaal Gottes
 
Die in der Offenbarung geschilderten vierundzwanzig Ältesten im Thronsaal Gottes sind unter anderem ein Hinweis auf die Struktur des einen neuen Menschen gemäß Epheser 2,15 (Anm.: 12 Söhne Jakobs, 12 Apostel des Lammes => Sohnschaft Gottes, die aus dem Erlösungswerk Jesu resultiert).
 
Epheser 2,15 (Anm.: Das Jüdische Neue Testament):
… 15 indem er (Anm.: Jesus Christus) in seinem eigenen Leib die Feindschaft zerstörte, die durch die Torah mit ihren Geboten in der Form von Ritualen hervorgerufen wurde. Er tat das, um in der Vereinigung mit sich selbst aus den zwei Gruppen (Anm.: Juden und Christen aus den Heidenvölkern) eine einzige neue Menschheit zu schaffen und auf diese Weise Schalom zu schaffen, …
 
Es heißt, dass die 24 Ältesten in weißen Gewändern mit goldenen Kronen (Anm.: Siegeskränzen => aufgrund der errungenen Siege durch den Triumph Jesu am Kreuz) jeweils auf einem Thron sitzen und sich mit dem hohen Lobpreis der vier lebendigen Wesen Gottes vereinen. Dies tun sie, indem sie sich mit einem demütigen Herzen von ihren Thronen jeweils erheben, um anbetend vor Gott kniend auf dem kristallenen Meer zu erscheinen und ihm die Ehre zu geben.
Das macht deutlich, dass es für uns als Heilige, die wir auf der Erde leben erforderlich ist im Einklang mit dem Himmel zu sein, was auch bedeutet, dass wir uns im Verständnis des einen neuen Menschen in der königlichen Priesterschaft (Anm.: 24 => 24 Priesterklassen; vgl. 1.Chronik 24,1-19) als Söhne Gottes in Christus im Regierungsbereich aufhalten.
 
Dieser Wandel geht eng mit wahrer Demut einher, die aus dem Klang des Wesens Gottes entspringt und uns dazu befähigt, unseren jeweiligen von Gott zugeteilten Thron (Anm.: Regierung, Autoritätsbereich) zur Ehrerbietung Gottes zu verlassen, um danach wieder in göttlicher Regierungsherrschaft Platz zu nehmen.
 
Dieser Vorgang beinhaltet einen kontinuierlichen Wechsel zwischen Königsreichs-Regierung und Anbetung, die den zwei verschiedenen Bewegungen des menschlichen Herzens (Anm.: Systole und Diastole) gleichkommen.
 
Die Sinn von wahrer geistlicher Anbetung
 
Diese Art von Anbetung hat zur Folge, dass jede(r) einzelne Heilige sich in seiner Identität in der Struktur des einen neuen Menschen im königlichen Priestertum Gottes im kristallenen Meer wiedererkennt und somit nicht vergisst, wer man in Christus Jesus im Vater ist. Das bewahrt uns davor, stolz zu werden und uns über unsere von Gott gegebenen Gaben, Fähigkeiten und Werke zu definieren.
 
Unsere von Gott gegebene Verantwortung und die daraus resultierende Autorität erwächst in erster Linie aus der himmlischen Anbetung heraus, die nichts von Gott fordert, sondern beinhaltet ihm alles zur Ehre zu geben.
 
An dieser Stelle sei wiederholt angemerkt, dass es der Klang der Anbetung der vier lebendigen Wesen vor dem Thron Gottes ist, der die 24 Ältesten dazu begeistert, ihre Throne zu verlassen, um anbetend vor Gottes Thron auf die Knie zu gehen, während sie ihre errungenen Siegeserfahrungen in Christus vor Gott niederlegen und sich mit dem hohen Lobpreis Gottes vereinen.
 
Dieser Vorgang umfasst das Zusammenkommen der Anbetung des Himmels und der Erde, die von Gott bewusst miteinander verknüpft wurden. Das wird ebenfalls anhand des Schöpfungsberichts deutlich, bei dem die „Wasser“ eine bedeutende Rolle spielten (vgl. 1.Mose 1,1-2.6-8).
 
1.Mose 1,1-2.6-10:
1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. …
6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern.
7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.
8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.
9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Orte, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so.
10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war.
 
Persönlich betrachte ich es nicht als Zufall, dass auch Mose während er gemeinsam mit seinem Bruder Aaron das Volk Israel durch die Wüste führte in Herausforderungen geriet, die mit dem Verlangen des Volkes nach süßem Wasser in Verbindung standen.
Bei allen Begebenheiten mit dem Verlangen des Volkes Israel nach trinkbarem Wasser, stand das Holz im Zentrum, was ein Hinweis auf die Bedeutung des Opfers Jesu am Kreuz, seine Auferstehung und die dadurch von ihm anvertraute Autorität ist (vgl. 2.Mose 15,23-25; 2.Mose 17,1-2a.5-6; 4.Mose 20,1-2.7-12).
 
2.Mose 15,23-25 (Anm.: Die Umwandlung des bitteren Wassers von Mara):
23 Da kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher nannte man den Ort Mara.
24 Da murrte das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken?
25 Er schrie zu dem HERRN und der HERR zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde es süß.
 
2.Mose 17,1-2a.5-6 (Anm.: Das Wasser aus dem Felsen in der Wüste Sin):
1 Und die ganze Gemeinde der Israeliten zog aus der Wüste Sin weiter ihre Tagereisen, wie ihnen der HERR befahl, und sie lagerten sich in Refidim. Da hatte das Volk kein Wasser zu trinken.
2a Und sie haderten mit Mose und sprachen: Gib uns Wasser, dass wir trinken. …
5 Der HERR sprach zu ihm: Tritt hin vor das Volk und nimm einige von den Ältesten Israels mit dir und nimm deinen Stab in deine Hand, mit dem du den Nil schlugst, und geh hin.
6 Siehe, ich will dort vor dir stehen auf dem Fels am Horeb. Da sollst du an den Fels schlagen, so wird Wasser herauslaufen, dass das Volk trinke. Und Mose tat so vor den Augen der Ältesten von Israel.
 
4.Mose 20,1-2.7-12 (Anm.: Das Wasser aus dem Felsen in der Wüste Zin):
1 Und die ganze Gemeinde der Israeliten kam in die Wüste Zin im ersten Monat und das Volk lagerte sich in Kadesch. Und Mirjam starb dort und wurde dort begraben.
2 Und die Gemeinde hatte kein Wasser, und sie versammelten sich gegen Mose und Aaron. …
7 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 8 Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen und die Gemeinde tränken und ihr Vieh.
9 Da nahm Mose den Stab, der vor dem HERRN lag, wie er ihm geboten hatte.
10 Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen und er sprach zu ihnen: Höret, ihr Ungehorsamen (Anm.: Widerspenstigen), werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen?
11 Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit dem Stab zweimal. Da kam viel Wasser heraus, sodass die Gemeinde trinken konnte und ihr Vieh.
12 Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr nicht an mich geglaubt habt und mich nicht geheiligt habt vor den Israeliten, darum sollt ihr diese Gemeinde nicht ins Land bringen, das ich ihnen geben werde.
 
Die drei o.g. Ereignisse erlebte das Volk Israel mit deren Führungskräften (Anm.: Mose und Aaron) zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten. Das macht deutlich, dass es besonders für Heilige, die von Gott die Gnade erhalten haben in geistlicher Leitung stehen zu dürfen, erforderlich ist, die Zeiten und Orte Gottes, in die der Heilige Geist hineinführt, richtig zu erkennen und zu beurteilen.
 
Das steht ebenfalls in Verbindung mit der Notwendigkeit, richtig zu handeln und gemäß dem Willen Gottes zum Volk zu sprechen. Hierbei geht es um die richtige Anwendung von der Kraft des Triumphs Jesu am Kreuz.
 
Der Ort Mara
 
Mara, war der Ort, an dem der HERR durch gerechtes Handeln zwischenmenschliche Bitterkeit durch das Holz (Anm.: Kreuz) entfernte, um das Volk Israel mit seiner Liebe zu versorgen (vgl. Johannes 3,16 i.V.m. Johannes 4,10).
 
Johannes 3,16:
16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
 
Johannes 4,10:
10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn und er gäbe dir lebendiges Wasser.
 
Die Wüste Sin
 
Die Wüste Sin (Anm.: bedeutet „Kot“ => Region der sündhaften Haltung) war der Ort, an dem der HERR durch die von ihm übertragene Autorität an Mose (Anm.: symbolisiert durch den trockenen Stab) verschlüsselt bereits die offenbarende Wahrheit über die Kraft der Vergebung der Sünden durch den Kreuzestod Jesu offenbarte, um das Volk Israel durch Vergebung in eine Erweiterung (Anm.: „Refidim“ bedeutet „Ausbreitungen“ => kooperative Erweiterung) zu führen (vgl. Römer 3,22-26 i.V.m. Kolosser 3,16).
 
Römer 3.22-26:
22 Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: 23 sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, 24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.
25 Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher 26 begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus.
 
Kolosser 3,16:
16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.
 
Die Wüste Zin
 
Es heißt, dass das Volk Israel im ersten biblischen Monat (Anm.: Nissan/Abib => Es ist der Monat, in dem Pessach – Das Blut des Lammes gefeiert wird und wo auch Jesus Christus am Kreuz starb und von den Toten auferstand.) ihre prophetische Stimme (Anm.: Mirjam; vgl. 2.Mose 15,20) in Kadesch (Anm.: bedeutet „Geweihter“ => Ort des Abgesondertseins mit Gott) in der Wüste Zin (Anm.: bedeutet „Felsenwall“ => Region der Absicherung in Gott) verlor.
 
Dieser Ort war ein verschlüsselter Hinweis von Gott an sein Volk, dass er ihnen eine neue Vision geben wollte, damit sie abgesichert in der Kraft des Blutes des Lammes als Geweihte mit einem erneuerten Gewissen in ihre von Gott vorherbestimmte Zukunft gehen würden (vgl. Hebräer 9,14).
 
Hebräer 9,14:
… 14 um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!
 
Selbstbeherrschung im Umgang mit Worten
 
Es bedeutet hohe Verantwortung bei jeder Form von Leiterschaft, sich selbst im Handeln und in der Kommunikation vor Gott und dem Volk zu beherrschen. Das beinhaltet, in der von Gott zugeteilten Autorität die offenbarende Wahrheit (Anm.: Wasser aus dem Felsen) durch die Kraft des gesprochenen Wortes Gottes (Anm.: Prophetie) freizusetzen, welche auf dem Siegestod Jesus und seiner Auferstehung basiert (Anm.: grünender Stab; vgl. 4.Mose 17,20.23 i.V.m. Lukas 23,31).
 
4.Mose 17,20.23:
20 Und wen ich erwählen werde, dessen Stab wird grünen. So will ich das Murren der Israeliten, mit dem sie gegen euch murren, stillen. …
23 Am nächsten Morgen, als Mose in die Hütte des Gesetzes ging, fand er den Stab Aarons vom Hause Levi grünen und die Blüte aufgegangen und Mandeln tragen.
 
Lukas 23,31:
31 Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dürren werden?
 
Leider hatte sich Mose in der Wüste Zin nicht selbst beherrscht und aus falschem Eifer der Generationslinie Levis gehandelt, so dass es ihm aus diesem Grund von Gott verwehrt wurde in das Land der Verheißung zu gelangen (vgl. 4.Mose 20,12).
 
4.Mose 20,12:
12 Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr nicht an mich geglaubt habt und mich nicht geheiligt habt vor den Israeliten, darum sollt ihr diese Gemeinde nicht ins Land bringen, das ich ihnen geben werde.
 
Es war Levi, der Sohn Jakobs, der aus ungezügeltem Zorn bzw. Rache gemeinsam mit seinem Bruder Simeon das eigene Gericht über die Sichemiter verübte (vgl. 1.Mose 34,25-31).
 
1.Mose 34,25-31:
25 Aber am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei Söhne Jakobs Simeon und Levi, die Brüder der Dina, ein jeder sein Schwert und überfielen die friedliche Stadt und erschlugen alles, was männlich war, 26 und erschlugen auch Hamor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon.
27 Da kamen die Söhne Jakobs über die Erschlagenen und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester geschändet hatte, 28 und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf dem Felde war 29 und alle ihre Habe; alle Kinder und Frauen führten sie gefangen hinweg und plünderten alles, was in den Häusern war.
30 Aber Jakob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglück gestürzt und in Verruf gebracht bei den Bewohnern dieses Landes, den Kanaanitern und Perisitern, und ich habe nur wenige Leute. Wenn sie sich nun gegen mich versammeln, werden sie mich erschlagen. So werde ich vertilgt samt meinem Hause.
31 Sie antworteten aber: Durfte er denn an unserer Schwester wie an einer Hure handeln?
 
Die Begründung des Eintrittverbots ins verheißene Land gegenüber Mose liegt darin verborgen, dass er sich an einem geweihten Ort der Sicherheit in Gott, im Zeitrahmen des Blut des Lammes sowie in einer höheren Verantwortung gegenüber dem Volk Israel befand, weil der Stab Aarons bereits gegrünt hatte und in der Gegenwart Gottes lag (vgl. 4.Mose 17,23.25-26).
 
Mose verletzte durch sein unbeherrschtes Handeln und Sprechen vor Gott und dem Volk den Felsen und die durch die Auferstehungskraft an ihn übertragene Autorität Gottes.
 
Das Wasser des Felsens und ungezügelter Ärger
 
Es heißt in 4.Mose 20,8, dass der Fels sein Wasser geben würde. Das bedeutet, dass das Wasser nicht irgendein gewöhnliches Wasser war, sondern das Wasser des Sohnes Gottes, weil der Fels bereits ein Hinweis auf Jesus Christus darstellt.
 
In 1.Korinther 10,4 schreibt der Apostel Paulus: „… und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus.“
Als Mose zum ersten Mal in der Wüste Sin mit dem Felsen in Berührung kam, folgte er der Anweisung Gottes und handelte im Glauben.
 
Beim zweiten Mal jedoch, verfiel er dem ungezügelten Antrieb, so dass er ungehalten verärgert war und das Volk Israel negativ betitelte, indem er sie „Ungehorsame“ (Anm.: Widerspenstige/Rebellen) nannte (vgl. 4.Mose 20,10a).
 
4.Mose 20,10a (Rev. Elberfelder):
10a Und Mose und Aaron versammelten die Versammlung vor dem Felsen; und er sagte zu ihnen: Hört doch, ihr Widerspenstigen! …
 
Darüber hinaus schlug er zweimal auf den Felsen ein, einmal tat er es für Aaron und einmal für sich selbst. Das hatte zur Folge, dass Gott ihnen beide den Eintritt ins Land der Verheißung und des Segens verwehrte.
 
Das macht deutlich, wie verheerend es sich auswirken kann, wenn man sich ungezügeltem Ärger hingibt.
 
Es ist grundlegend falsch, Dinge außer Kontrolle geraten zu lassen und dabei innerlich überzeugt zu sein, dass man jemandem seine Beziehung mit Gott beweisen muss. In solch einer Situation kann Gott sich nicht zu einem stellen, was immer eine entsprechende Konsequenz zur Folge hat.
 
Aus dem Wort Gottes können wir entnehmen, dass es keinen so demütigen Menschen wie Mose gab (vgl. 4.Mose 12,3).
 
4.Mose 12,3:
3 Aber Mose war ein sehr demütiger Mensch, mehr als alle Menschen auf Erden.
 
Mose wartete sehnsüchtig über Jahre und besaß ein vorbildliches demütiges Herz; doch trotz alledem zerstörte – in einem Moment – sein ungezügelter Ärger seine Zukunft.
 
Ungezügelter Ärger hat zur Folge, dass man eine Person, die einem nahe steht und sehr schätzt durch Worte in etwas „verwandelt“, das nicht dem Willen Gottes entspricht. Daraus folgt, dass man von Gott aufgrund dessen in einem bestimmten Bereich des Lebens seinen Segen nicht erhalten kann.
 
Somit wird deutlich, dass es erforderlich ist als Heiliger nüchtern und bedacht in der Wortwahl zu sein, um am Ende, nach all den Herausforderungen und Wundern im Leben sowie dem Glauben, in dem man gelebt hat, nicht als Vorbild vor den Menschen, die einem anvertraut wurden, versagt.
 
Mose enttäuschte in seinem Versagen nicht den Gott Israels, sondern sich selbst.
Der Grund, warum Mose den Gott Israels in seinem Vorgehen herausforderte (Anm.: Gottes Konsequenz ihm gegenüber), ist darin zu finden, weil Gott dem Volk Israel zeigen wollte, dass Mose bereits an einen höheren Ort in ihm (Anm.: Gott) angelangt war, so dass er seinen Stab nicht mehr gebrauchen musste, sondern sich in der Autorität des Wortes befand.
 
Entsprechend dem Zutritt zum Thron der Gnade durch das Blut des Lammes Gottes (Anm.: Jesus Christus) können wir aus der Konsequenz, die Mose tragen musste, das Prinzip von Autorität lernen, das darin besteht, dass je mehr Verantwortung wir tragen, desto strenger/höher die Maßstäbe für unser Handeln ausfallen (vgl. Lukas 12,48b).
 
Lukas 12,48b:
… 48b Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.
(Anm.: Diese Botschaft basiert auf einer Offenbarungslehre aus dem Buch "Tribes Of Israel - Stämme Israels" von Gwen Shaw.†)
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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