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Der heilige Kuss

17.02.2019, Daniel Glimm


Einleitung
 
Vor einiger Zeit erhielt ich von einer mir bekannten Person eine Kurzmitteilung auf mein Mobilfunktelefon, die über einen Nachrichtendienst versandt wurde.
Hierbei drückte die Person versehentlich beim Versenden eines Stickers auf einen Kusssticker, der mir daraufhin zugestellt wurde.
Die betreffende Person ließ mich wissen, dass es sich bei der Auswahl des Stickers um ein Versehen handelte.
 
Der heilige Kuss
 
Als ich die Nachricht mit dem Sticker erhielt, erinnerte mich der HERR an die Bibelstellen, wo es heißt, dass wir uns einander mit dem heiligen Kuss grüßen sollen (vgl. Römer 16,16; 1.Korinther 16,20; 2.Korinther 13,12; 1.Thessalonicher 5,26; 1.Petrus 5,14).
 
Römer 16,16:
16 Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Gemeinden Christi.
 
1.Korinther 16,20:
20 Es grüßen euch alle Brüder. Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss.
 
2.Korinther 13,12:
12 Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Heiligen.
 
1.Thessalonicher 5,26:
26 Grüßt alle Brüder mit dem heiligen Kuss.
 
1.Petrus 5,14:
14 Grüßt euch untereinander mit dem Kuss der Liebe. Friede sei mit euch allen, die ihr in Christus seid!
 
Das bei den o.g. Bibelstellen verwendete griechische Wort für „Kuss“ ist „phịlēma“ und kommt von dem griechischen Wurzelwort „philẹō“, was „gut Freund sein, freundschaftliche Liebe, gern haben“ bedeutet.
Das Wort „philẹō“ bezeichnet ein Lieben bzw. ein freundschaftliches Gernhaben, welches vor allem auf gemeinsamen Interessen beruht. (Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu den griechischen Worten „phịlēma – Kuss“ und „philẹō“ mit der Wortschlüsselnummer 5185, 5183)
 
Der Kuss als Siegel der Einheit
 
Anhand dieser Erklärung wird deutlich, dass der Kuss unter anderem ein Zeichen dafür ist, dass man die gemeinsamen Interessen in Jesus Christus verfolgt, so dass die wahre Jüngerschaft von den Menschen erkannt wird (vgl. Johannes 13,35).
 
Johannes 13,35:
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
 
Es ist weiterhin interessant anzumerken, dass der „heilige Kuss“ am Ende der o.g. Briefe und als ein Aufruf zur Begrüßung erwähnt wird.
Somit stellt der „heilige Kuss“ eine Art sichtbares Siegel für die gemeinsamen Interessen dar.
Jesus war sich der Bedeutung des „heiligen Kusses“ bewusst, weshalb er Judas während dem Prozess seiner Gefangennahme im Garten Gethsemane ansprach, ob er ihn ernsthaft mit einem Kuss verraten würde (vgl. Lukas 22,47-48).
 
Lukas 22,47-48:
47 Als er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar; und einer von den Zwölfen, der mit dem Namen Judas, ging vor ihnen her und nahte sich zu Jesus, um ihn zu küssen.
48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss?
 
Der Grund der Frage Jesu gegenüber Judas war, ob er wirklich die gemeinsamen Interessen anstrebte wie Jesus im Plan seines himmlischen Vaters sie verfolgte.
Das war bei Judas nicht der Fall, denn Judas gab Jesus den Kuss aufgrund der Liebe zum Geld (vgl. Johannes 12,4-6; Matthäus 26,14-16 i.V.m. Matthäus 6,24; 1.Timotheus 6,10).
 
Johannes 12,4-6:
4 Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: 5 Warum ist dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft worden und den Armen gegeben?
6 Das sagte er aber nicht, weil er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, denn er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben war.
 
Matthäus 26,14-16:
14 Da ging einer von den Zwölfen, mit Namen Judas Iskariot, hin zu den Hohenpriestern 15 und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge.
16 Und von da an suchte er eine Gelegenheit, dass er ihn verriete.
 
Matthäus 6,24:
24 Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (Anm.: Liebe zum Geld).
 
1.Timotheus 6,10:
10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.
 
Der Kuss als ein Zeichen der geistlichen Kampfführung
 
Wenn wir im Hebräischen über den Begriff „Kuss“ studieren, können wir feststellen, dass es sich dabei um das hebräische Wort „nĕšîqā“ handelt, welches vom hebräischen Wurzelwort „nāšaq“ abgeleitet ist und „küssen, sich fügen“ bedeutet sowie auch mit den Worten „sich berühren, sich ausrüsten, Waffen, Rüstzeug und Zeughaus/Waffenkammer“ in Verbindung steht. (Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu den hebräischen Worten „nĕšîqā“ und „nāšaq“ mit der Wortschlüsselnummer 5480*, 5491)
 
Es ist kein Zufall, dass der Apostel Johannes die Liebe als die siegreiche Waffe gegen den Einfluss von Furcht erwähnt und auch das Berühren mit dem Übertragen der Salbung sowie der Wiederherstellung steht (vgl. 1.Johannes 4,18; Apostelgeschichte 8,17; Jakobus 5,14).
 
1.Johannes 4,18:
18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.
 
Apostelgeschichte 8,17:
17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist.
 
Jakobus 5,14:
14 Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn.
 
Der „Kuss Gottes“ und der Wiederaufbau der Mauer von Jerusalem
 
Weiterhin liegt der „Kuss Gottes“ in Nehemia 3,19 verborgen, wo es um den Aufbau der Mauer Jerusalems (Anm.: Festung des Friedens) unter der Leitung von Nehemia geht.
Die Wiederherstellung der Mauer steht in diesem Abschnitt mit dem „Zeughaus bzw. der Waffenkammer“ in Verbindung.
 
Nehemia 3,19:
19 Neben ihm baute Eser, der Sohn Jeschuas, der Vorsteher von Mizpa, ein weiteres Stück an dem Winkel gegenüber dem Aufgang zum Zeughaus.
 
Die Reihenfolge der Arbeiter bei der Wiederherstellung der Mauer von Jerusalem
 
Wenn wir uns die Reihenfolge der Arbeiter beim Wiederaufbau der Mauer Jerusalems zur Zeit von Nehemia anschauen, ist festzustellen, dass die Arbeiter in Nehemia 3,18 sowie in Nehemia 3,20 hintereinander erwähnt werden, wobei in Nehemia 3,19 das Wort „neben“ anstatt „hinter/nach“ genannt wird.
Das hebräische Wort für „neben“ ist „jād und steht mit dem gleichnamigen zehnten hebräischen Buchstaben „jod“ in Verbindung, den Jesus mit der Erfüllung des Wortes Gottes nannte (vgl. Matthäus 5,17-19).
 
Matthäus 5,17-19 (Rev. Elberfelder):
17 Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota (Anm.: griech. „iōta“ weist auf den zehnten hebräischen Buchstaben „jod“ mit dem Zahlenwert „10“ hin) oder ein Strichlein (Anm.: griech. „kerạịa – Haken, Horn und weist auf den hebräischen Buchstaben „jod“ mit dem Zahlenwert „10“ hin) von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
19 Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel.
 
Das bedeutet, dass wir die Weisung Gottes durch seine Hand/seinen Finger (Anm.: Der Zahlenwert „10“ des „jod“ deutet auf die Weisung Gottes durch die zehn Gebote hin.) erhalten, so dass wir gesichert im Willen Gottes vorangehen.
Der HERR ist es, der uns mit seiner kraftvollen Hand leitet und uns dabei hilft mit prophetischer Sicht von einem höheren geistlichen Ort zu blicken.
Das ist, was die Namen in Nehemia 3,19 offenbaren.
  1. der Sohn Ezer => „Hilfe“
  2. der Vater Jeschua => „JAHWE ist Hilfe.“
  3. Vorsteher der Region von Mizpa => „Berghöhe, Warte“
Auf diese Weise sollten wir vorgehen, während wir auf der Grundlage von wahrer heiliger Gemeinschaft und der älteren Generation aufbauen sowie uns in der Gnade Gottes, die Jesus Christus (Anm.: der Gestorbene und Auferstandene) ist mit einem anbetenden Herzen voranbewegen.
Das wird durch die ersten drei genannten Namen in Nehemia 3,18 verdeutlicht.
 
Nehemia 3,18:
18 Nach ihm bauten ihre Brüder unter Binnui, dem Sohn Henadads, dem Vorsteher des andern halben Bezirkes von Keïla.
  1. der Sohn Binnui => „Gebäude, Familie, Nachkommenschaft“
  2. der Vater Henadad => Gnade und Gunst von Hadad (Donner/Krachen = Stimme Gottes; 2.Mose 19,16.19; Offenbarung 4,5; Offenbarung 10,4)
  3. Vorsteher der halben Region von Keïla/Kehila/Kegila – ein langgestreckter Berg oder Bergrücken (Anm.: war eine Stadt im Stamm Juda – „Lob, Preis“)
Wir sollten uns bei alledem vor Augen halten, dass wir Gesegnete sind und durch das Erlösungswerk von Jesus Christus, der die Liebe des Vaters ist, rein bzw. unschuldig gemacht sind (vgl. Johannes 3,16).
 
Johannes 3,16:
16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
 
Lasst uns weiter die Dinge wiederherstellen, die uns der Heilige Geist zeigt und zu dem hinbauen bzw. hinwachsen der das Haupt und der kostbare Eckstein ist, nämlich Jesus Christus (vgl. Epheser 4,15; Epheser 2,20)!
Er ist es, der das, was verloren ist zurückbringt (vgl. Lukas 15,24 i.V.m. Joel 2,25-27)!
 
Lukas 15,24:
24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.
 
Joel 2,25-27:
25 Und ich will euch die Jahre erstatten, deren Ertrag die Heuschrecken, Käfer, Geschmeiß und Raupen gefressen haben, mein großes Heer, das ich unter euch schickte.
26 Ihr sollt genug zu essen haben und den Namen des HERRN, eures Gottes, preisen, der Wunder unter euch getan hat, und mein Volk soll nicht mehr zuschanden werden.
27 Und ihr sollt es erfahren, dass ich mitten unter Israel bin und dass ich, der HERR, euer Gott bin, und sonst keiner mehr, und mein Volk soll nicht mehr zuschanden werden.
 
Das wird durch die drei genannten Namen und die Baurichtung der Mauer in Nehemia 3,20 verdeutlicht.
 
Nehemia 3,20:
20 Nach ihm zum Berge hin baute Baruch, der Sohn Sabbais, ein weiteres Stück vom Winkel bis an die Haustür Eljaschibs, des Hohenpriesters.
  1. der Sohn Baruch => „Gesegneter“
  2. der Vater Sabbai => „unschuldig, rein“
  3. gebaut zum Berg hin und vom Winkel bis zur Haustür des Hohenpriester Eljaschib => „Gott wird zurückbringen.“
Erneuerung und Wiederherstellung
 
Da es in dieser Botschaft um den „heiligen Kuss“ in Verbindung mit der Wiederherstellung der Mauer Jerusalems geht, möchte ich abschließend anmerken, dass das hebräische Wort für „Erneuerung/Wiederherstellung“ in Verbindung mit dem „Erstarken bzw. stark werden“ steht.
Das macht in Bezug auf den „heiligen Kuss“ deutlich, dass ein Vorangehen im Plan Gottes mit einem gemeinsamen Interesse Stärkung hervorbringt.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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