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Die Prüfung eines prophetischen Wortes

26.01.2019, Daniel Glimm


Einleitung
 
Ich möchte diese Botschaft zum Anlass nehmen, um auf die Prüfung von prophetischen Eindrücken bzw. prophetischen Worten einzugehen.
 
Da es drei Quellen eines prophetischen Wortes gibt, bei denen es sich um den Geist Gottes, den Geist des Irrtums (Anm.: dämonischer Herkunft) und das eigene Fleisch (Anm.: Eigenwille) handeln kann, ist es möglich, gottgewollt ein prophetisches Wort zu empfangen und es später durch den Eigenwillen der Seele (Anm.: eigene Wünsche, Vorstellungen, Prägung) zu manipulieren.
 
Unsere hauptsächliche Hingabe sollte immer der HERR selbst sein, und wir sollten ihn immer im Zentrum unseres Interesses haben.
Es ist notwendig, dass alle geistlichen Erfahrungen unser Herz und unsere Leidenschaft in eine tiefere Beziehung mit Jesus Christus bringen.
Weiterhin ist es ist unabdingbar, dass wir nicht auf geistliche Erfahrungen überreagieren.
Als Beispiel sollte uns die Begegnung des Engels mit Johannes in Offenbarung 19,10 dienen, wo der Apostel in die Gefahr lief, seine Anbetung aufgrund der Stärke der Offenbarung zu verändern. Infolgedessen wurde er vom Engel ermahnt, die wahre Anbetung beizubehalten, nämlich Gott allein anzubeten.
 
Offenbarung 19,10:
10 Und ich fiel nieder zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein und deiner Brüder Mitknecht, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an! Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.
 
Deshalb ist es wichtig, dass wir das Prüfungsschema gemäß des Wortes Gottes anwenden, um zu erkennen, ob es sich bei den empfangenen, prophetischen Eindrücken um die Weisung Gottes handelt oder nicht.
 
Nüchternheit im Geist
 
Um ordnungsgemäß eine prophetische Eingebung zu filtern, ob sie von Gott an uns gerichtet ist oder nicht, ist es wichtig, dass wir uns nach Geist, Seele und Leib vollkommen dem HERRN unterstellt haben sowie nüchtern, aufrichtig und rein in unserem Herzen vor Gott sind (vgl. Matthäus 5,8; Johannes 3,3; 2.Timotheus 4,5 i.V.m. 1.Petrus 1,13; 1.Petrus 5,8).
 
Matthäus 5,8:
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
 
Johannes 3,3:
3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.
 
2.Timotheus 4,5:
5 Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, richte dein Amt redlich aus.
 
1.Petrus 1,13:
13 Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi.
 
1.Petrus 5,8:
8 Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge (Anm.: Durch Worte verführte Satan (Anm.: die alte Schlange) Eva und Adam im Garten von Eden.; vgl. 1.Mose 3,1ff.).
 
Vermeiden von Fallen
 
Es gibt einige Gläubige im Volk Gottes, die sich vor dem Ungewissen und den übernatürlichen Erfahrungen fürchten.
Diese Art von Angst beinhaltet eine nicht haltbare Aussage, dass übernatürliche Erfahrungen gefährlich seien und vermieden werden sollten, um Täuschung und Hoffnungslosigkeit aus dem Weg zu gehen.
Auch wenn es mögliche Gefahren in Bezug der geistlichen Erfahrung gibt, die im Zusammenhang damit stehen, wenn sich eine Person außerhalb der Grenzen des Wortes, Weges oder des Willens Gottes in irgendeinem Gebiet ihres Lebens aufhält, sollten wir uns nicht vor Gottes prophetischem Reden verschließen.
Vergleichbar in Bezug auf die möglichen Gefahren, gibt es auch im natürlichen Leben gefährliche Dinge, wenn wir uns nicht an die richtigen Prinzipien halten.
 
Das Beispiel des Autofahrens
 
Wir wissen, dass das Autofahren extrem gefährlich sein kann, wenn wir uns nicht an die Straßenverkehrsordnung bzw. Straßenverkehrszulassungsordnung halten.
Wenn wir jedoch die Gesetze kennen, die Betriebsanleitung des Fahrzeugs gelesen haben, uns in den Richtlinien aufhalten, Achtung üben und auf die anderen Rücksicht nehmen, werden wir wahrscheinlich ein erfolgreiches und sicheres Fahren erleben. Trotz aller Risiken und inhärenten Gefahren sollten diese uns nicht davor abschrecken, in ein Fahrzeug einzusteigen, um unseren Bestimmungsort zu erreichen.
Das bedeutet auf den übernatürlichen Bereich übertragen, ist es in jedem Fall wichtig, dass wir jedes Element der geistlichen Gefahr oder Täuschung kennen, jedoch nicht riskieren, den prophetischen Bereich abzulehnen, da das Zeugnis Jesu der Geist der prophetischen Rede ist (vgl. Offenbarung 19,10e i.V.m. 1.Korinther 14,1).
 
Offenbarung 19,10e:
… 10e Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.
 
1.Korinther 14,1:
1 Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede!
 
Gottesfurcht und Kraft
 
Paulus erwähnte indirekt im Brief an seinen geistlichen Sohn Timotheus die Wichtigkeit der Gottesfurcht und der Anerkennung der Kraft, die durch das echte, prophetische Wort freigesetzt wird (vgl. 2.Timotheus 3,5).
 
2.Timotheus 3,5:
… 5 sie haben den Schein der Frömmigkeit (Anm.: Gottesfurcht), aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide!
 
Verfälschte Prophetie
 
Die eigenen Wünsche eines gläubigen Menschen und die damit verbundene Ungeduld können dazu beitragen, dass Gottes offenbarende Weisung verfälscht wird.
=> Ebenfalls kann ein unbehandeltes Trauma in der Seele eines betroffenen Gläubigen dazu führen, dass es zur Verfälschung von Prophetie im persönlichen Leben kommt, so dass sich der Gläubige der Realität entzieht, indem er sich in den übernatürlichen Bereich flüchtet und sich hinter der „Offenbarung“ versteckt (vgl. Jesaja 14,14a; Anm. des Autors).
Weiterhin kommt ein Trauma dem Schnappschuss einer Kamera gleich.
Das Bild eines Traumas ist tief in dem Gehirn des Menschen gespeichert.
Wenn mit einem Trauma nicht umgegangen und es nicht aufgelöst wird, ist das Ergebnis, dass das Trauma das Umfeld der betroffenen Person entstellt, so dass alles durch diesen traumatischen Schnappschuss wahrgenommen wird.
Der Feind versucht während traumatischen Zeiten von Verlust oder Veränderung in dem Leben eines Menschen Vorteile für seine Zwecke zu ziehen.
Satan gebraucht Trauma um folgendes in dem Leben der betreffenden Person zu entwickeln:
  1. eine Versagermentalität
  2. eine verwirrte Wahrnehmung des Lebens
  3. Trägheit, Leblosigkeit/ Kälte, verlorene Hoffnung oder Apathie/Teilnahmslosigkeit in unserem Geistmenschen
  4. geblockte Emotionen
  5. eine bittere Wurzel.
Wenn diese Dinge nicht entfernt werden, dann führt es in dem Leben eines Menschen dazu, dass diese negativen Eigenschaften eine Wurzel kreieren, die das Vorankommen verhindert, so dass der vorgenommene Erfolg nicht eintritt (Anm.: Teilauszug aus den Notizen von Chuck D. Pierce zu den 100. Tagen des Gebetes vom Januar 2012/ 99.Tag).<=
 
Prüfung einer prophetischen Eingebung
 
Wenn wir uns als Heilige alleine in einer persönlichen Zeit mit dem HERRN befinden und wir empfinden, dass Gott zu uns redet, ist es wichtig, dass wir das, was wir als Gottes Reden empfangen anhand des Wortes Gottes prüfen (vgl. 1.Thessalonicher 5,19-22).
 
1.Thessalonicher 5,19-22:
19 Den Geist dämpft nicht.
20 Prophetische Rede verachtet nicht.
21 Prüft aber alles und das Gute behaltet.
22 Meidet das Böse in jeder Gestalt.
 
Die Begründung, warum es so wichtig ist, jegliche persönliche Offenbarung, die wir empfangen anhand des kraftvollen, lebendigen Wortes Gottes gemäß Hebräer 4,12 zu prüfen, liegt darin, weil es möglich ist, dass wenn unser Herz nicht richtig im Zentrum des Willens Gottes positioniert ist, es uns in eine Täuschung führen kann (vgl. Jeremia 17,9 i.V.m. Matthäus 15,19).
 
Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; …” Jeremia 17,9a
 
Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.“ Matthäus 15,19
 
In Jeremia 10,23 i.V.m. Epheser 2,8-10 wird uns weiterhin offenbart, dass es nicht dem Menschen obliegt, seine eigenen Schritte zu lenken.
 
Jeremia 10,23:
23 Ich weiß, HERR, dass des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht, und es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte.
 
Epheser 2,8-10:
8 Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
 
Die Bedeutung von Propheten im Leib Jesu
 
Deshalb setzte Gott in seinem Leib auf Erden Propheten ein, die unter anderem bei Unsicherheit, Heiligen dabei behilflich sind, ihre empfangenen, persönlichen Eingebungen bzw. Prophetien auf ähnliche Weise zu prüfen, wie es 1.Korinther 14,29 offenbart.
 
1.Korinther 14,29:
29 Auch von den Propheten lasst zwei oder drei reden, und die andern (Anm.: Propheten) lasst darüber urteilen.
 
Erfahrungsgemäß ist es ratsam, dass der betreffende Gläubige eine gewisse, persönliche Beziehung zu dem Propheten bzw. der Prophetin hat, so dass die richtige Kenntnis gewährleistet ist.
Der Herr hat jedes Glied im Leib Jesu dazu bestimmt voneinander abhängig zu sein, um die vollständige Ergänzung des Dienstes zu sichern und zu unterstützen sowie geistliche Speise für alle Bedürfnisse zur Verfügung zu stellen, damit jeder Heilige in seine geistliche Reife in Jesus Christus gelangt (vgl. 1.Korinther 12,4-7.12-14; Epheser 4,11-14 i.V.m. Matthäus 4,4; Hebräer 5,14).
 
1.Korinther 12,4-7.12-14:
4 Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.
5 Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr.
6 Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.
7 In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; …
12 Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.
13 Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.
14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.
 
Epheser 4,11-14:
11 Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.
 
Matthäus 4,4:
4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (vgl. 5.Mose 8,3): „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“
 
Hebräer 5,14:
14 Feste Speise aber ist für die Vollkommenen, die durch den Gebrauch geübte Sinne haben und Gutes und Böses unterscheiden können.
 
Das Verlangen Gottes
 
Es ist Gottes Verlangen, dass wir uns in seiner Ordnung im Königreich aufhalten und die Beziehung zu ihm intensivieren.
Es sollte beachtet werden, dass Schwierigkeiten in der Nachfolge und im Charakter des Lebens eines Gläubigen auftreten können, wenn dieser lediglich auf geistliche Erfahrungen seinen Fokus setzt.
Dieser einseitige Fokus kann dazu führen, dass der Gläubige anfängt zu glauben, dass seine geistlichen Begegnungen auf seinen Charakter und seine geistliche Reife hinweisen. Das ist jedoch nicht immer der Fall.
Liebe, wahre Anbetung (vgl. Johannes 4,23-24) sowie der Glaube und der Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes, sind die echten Kennzeichen eines wahren, christlichen Lebens.
(Anm.: Diese Botschaft basiert zum Teil auf einer Offenbarungserkenntnis von Dr. Paula A. Price und Patricia King.)
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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