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Die zurückgelassenen Kornähren

08.10.2018, Daniel Glimm


Die Ernsthaftigkeit Gottes und die Heimsuchung
 
Es gibt Zeiten, die kommen und Zeiten, die gehen. Es gibt Zeiten der Freude und Zeiten der Traurigkeit. Es gibt Zeiten von Leben und auch Zeiten von Tod, so wie es uns das Buch der Prediger offenbart (vgl. Prediger 3,1).
 
Prediger 3,1:
1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: …
 
Und so gibt es auch Zeiten, wo uns der HERR auf besondere Weise begegnen möchte. Zu solchen Zeitpunkten bleibt es nicht aus, dass Gott hierbei sehr ernst spricht, weil es ihm wichtig ist, dass wir seine Heimsuchung und den damit verbundenen Segen nicht verpassen.
 
Das richtige Gewicht und das richtige Maß
 
In Bezug auf den Zeitpunkt der Heimsuchung Gottes betonte der Heilige Geist die Bibelstelle aus 5.Mose 25,13-15, wo es um das rechte Gewicht vor den Augen Gottes geht.
 
5.Mose 25,13-15:
13 Du sollst nicht zweierlei Gewicht, groß und klein, in deinem Beutel haben, 14 und in deinem Hause soll nicht zweierlei Maß, groß und klein, sein.
15 Du sollst ein volles und rechtes Gewicht und ein volles und rechtes Maß haben, auf dass dein Leben lange währe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.
 
Dem HERRN ist es wichtig, dass wir die Norm seines rechten Maßes verstehen und nicht zwei unterschiedliche Maße bzw. Gewichte in unserem Herzen tragen.
 
Die gewichtige Herrlichkeit
 
Das Gewicht, von dem der HERR in 5.Mose 25 spricht, ist in unserer Zeit mit der Gegenwart von seiner Herrlichkeit verbunden, mit der er auf sein Volk in dieser Zeit kommen möchte.
 
=> Das hebräische Wort für „Herrlichkeit“ ist bôd, was „Schwere, Ehre, Anerkennung, Würde, Herrlichkeit und Majestät“ bedeutet. Das hebräische Wurzelwort ist „kābēdund bedeutet „schwer sein, Schwere, Bürde“. Das griechische Wort ist doxa, von dem wir den Begriff Doxologie (Anm.: Verherrlichung Gottes) erhalten haben.
Herrlichkeit beinhaltet in Bezug auf seinen Schein, die Ehre, das Ansehen, die Kraft und den Segen. Bezüglich aller Definitionen von Herrlichkeit, ist ihr Ziel jemanden im geistlichen Bereich zu einer wichtigen Person “mit Gewicht” zu machen bzw. zu etablieren.
Die Gegenwart Gottes bringt automatisch eine Zunahme in jedem Bereich, weil irdischer Reichtum und Wohlstand ihren Sitz in der geistlichen Welt haben.
Die Herrlichkeit ist ein automatischer Aufbewahrungsort der Salbung. <= (Teilauszug aus dem „Prophet`s Dictionary„ von Paula A. Price, Ph. D.; Seite 237 sowie aus der Elberfelder Studienbibel mit der Wortschlüsselnummer: 3593)
 
Das Gewicht im Beutel und das Maß im Haus
 
Aus 5.Mose 25,13ff. können wir entnehmen, dass es Gott von Bedeutung ist, dass wir kein gemischtes Gewicht in unserem Beutel tragen und kein unterschiedliches Maß in unserem Haus haben sollten.
Hierbei geht es um unser persönliches Leben und unser gemeinschaftliches Leben mit Gott. Es geht um unsere Herzenshaltung Gott gegenüber und gegenüber unserem Nächsten, die mit uns in einem apostolischen Verbund stehen.
 
Der Grund für die göttliche Anweisung das richtige Gewicht zu besitzen, liegt darin, dass wenn Gott mit seiner Herrlichkeit kommt und nicht das richtige Maß im Herzen eines Gläubigen und in der jeweiligen Gemeinschaft von Gläubigen vorfindet, es dazu kommen kann, dass Gottes Herrlichkeit zerstörerisch wirkt.
Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person, sondern er schaut ins Herz eines jeden Menschen (vgl. 2.Chronik 19,7; Römer 2,11 i.V.m. 1.Samuel 16,7b-c).
 
2.Chronik 19,7:
7 Darum lasst die Furcht des HERRN bei euch sein, haltet und tut das Recht; denn bei dem HERRN, unserm Gott, ist kein Unrecht, weder Ansehen der Person noch Annehmen von Geschenken.
 
Römer 2,11:
11 Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.
 
1.Samuel 16,7b-c:
… 7b-c Denn nicht sieht der HERR auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
 
Das zu kleine Gewicht und das zu geringe Maß
 
Das unterschiedliche Gewicht und das gemischte Maß haben bei Gott die Stellung eines zu geringen Gewichts und stehen mit dem Verhalten der Vergangenheit in Verbindung. Das bedeutet, dass das Gewicht bzw. das Maß der Vergangenheit nicht für die gegenwärtige und die zukünftige Zeit ausreichend ist. Wir können von Gott nicht die Herrlichkeit der neuen Zeit in unserem Leben erwarten, wenn wir lediglich das Gewicht und das Maß aus der Vergangenheit (Anm.: unsere Erfahrung, Verständnis, Erkenntnis, …) tragen.
 
In dieser Zeit beginnt der HERR mit der Kraft seines neuen Weines zu kommen und die Gläubigen im alten Weinschlauch herauszufordern, ihren Geist und Sinn erneuern zu lassen, um in der Lage zu sein, Gottes Herrlichkeit für diese und die zukünftige Zeit tragen zu können (vgl. Epheser 4,23-24 i.V.m. Markus 2,22).
 
Epheser 4,23-24:
23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
 
Markus 2,22:
22 Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der Wein die Schläuche und der Wein ist verloren und die Schläuche auch; sondern man soll neuen Wein in neue Schläuche füllen.
 
Diese Zeit ist eine "hochexplosive" geistliche Zeit. Deshalb ist es unabdingbar, das rechte Gewicht und Maß des HERRN für diese Zeit im Herzen zu tragen.
 
Der Aufruf zur Überprüfung
 
Es ist jetzt wichtig, dass jeder Gläubige in Jesus Christus seine „Tasche“ (Anm.: persönliches Leben) und sein „Haus“ (Anm.: gemeinschaftliches Leben) nach dem richtigen Maß und Gewicht überprüft.
Jeder einzelne Gläubige ist vor Gott für seine Beziehung mit Gott sowie zu seinem Nächsten verantwortlich.
Gläubige, die in einer geistlichen Leitung stehen, tragen ebenfalls Verantwortung und zwar für die ihnen anvertrauten Seelen, weshalb sie besonders geachtet werden sollten. Diese Art von Verantwortung kommt dem Maß des Hauses (Anm.: Versammlung von Heiligen) gleich (vgl. 1.Thessalonicher 5,12-13; 1.Timotheus 5,17; Hebräer 13,17).
 
1.Thessalonicher 5,12-13:
12 Wir bitten euch aber, liebe Brüder, erkennt an, die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem Herrn und euch ermahnen; 13 habt sie umso lieber um ihres Werkes willen. Haltet Frieden untereinander.
 
1.Timotheus 5,17:
17 Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre.
 
Hebräer 13,17:
17 Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben –, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.
 
Wenn wir als Volk Gottes die größere Herrlichkeit Gottes empfangen möchten, was mit einem größeren Gewicht und höherer Verantwortung verknüpft ist, ist es unabdingbar, dass wir das richtige Gewicht des HERRN für diese Zeit in unserem Herzen und in unseren Versammlungen tragen.
 
Die Übereinstimmung mit dem gerechten Maß Gottes
 
Es ist wichtig, dass wir vollkommen mit dem gerechten Maß Gottes für diese Zeit übereinstimmen, so wie es das Volk Israel zur Zeit von Mose tat als er im Auftrag Gottes sechs Stämme der zwölf Stämme Israels anwies auf dem Berg Garizim, den Segen zu sprechen und den anderen sechs Stämmen befahl auf dem Berg Ebal, den Fluch zu sprechen.
Hierbei stimmte das gesamte Volk Israel mit der Ordnung des Segens und des Fluches Gottes überein, indem es „Amen!“ dazu sagte (vgl. 5.Mose 27,12-13).
 
5.Mose 27,12-13:
12 Diese sollen stehen auf dem Berge Garizim, um das Volk zu segnen, wenn ihr über den Jordan gegangen seid: Simeon, Levi, Juda, Issachar, Josef und Benjamin.
13 Und diese sollen stehen auf dem Berge Ebal, um zu verfluchen: Ruben, Gad, Asser, Sebulon, Dan und Naftali.
 
Als Volk Gottes ist es notwendig, dass wir uns des gerechten Wesenszugs Gottes bewusst sind, was nicht nur den Segen, sondern auch die Konsequenz von Dingen beinhaltet, wenn wir uns nicht gemäß seinem Wort und Maßstab bewegen (vgl. Römer 7,7-13).
 
Römer 7,7-13:
7 Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (vgl. 2.Mose 20,17): „Du sollst nicht begehren!“
8 Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlass und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot.
9 Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, 10 ich aber starb. Und so fand sich es, dass das Gebot mir den Tod brachte, das doch zum Leben gegeben war.
11 Denn die Sünde nahm das Gebot zum Anlass und betrog mich und tötete mich durch das Gebot.
12 So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.
13 Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, damit die Sünde überaus sündig werde durchs Gebot.
 
Durch Jesus Christus sind wir als Volk Gottes in der Lage gemäß dem göttlichen Maßstab zu leben (vgl. 1.Johannes 1,7-9).
 
1.Johannes 1,7-9:
7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.
8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
 
Die ernsthafte Nachfolge
 
Wir sollten uns dessen bewusst sein, dass das Leben in der Nachfolge mit Jesus Christus keinem Spielplatz gleichkommt, sondern es beinhaltet ein ernsthaftes Vorangehen, das die Aufrichtigkeit unseres Herzens erfordert.
Wenn wir dem himmlischen Vater gegenüber wahrhaftig sind, ist das Blut von Jesus Christus berechtigt, uns zu reinigen und dort wiederherzustellen, wo es vonnöten ist.
 
Der „Lastspruch“
 
Im Zusammenhang mit dem richtigen Gewicht bzw. Maß für diese Zeit ließ mich der HERR weiterhin wissen, dass es um seinen „Lastspruch“ geht.
Zur Lebenszeit von Jeremia gab es eine Phase, wo Gott es nicht wollte, dass es einen „Lastspruch“ unter seinem Volk gab (vgl. Jeremia 23,36).
 
Jeremia 23,36:
36 Aber sagt nicht mehr „Last des HERRN“; denn einem jeden wird sein eigenes Wort zur Last werden, weil ihr so die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN Zebaoth, unseres Gottes, verdreht.
 
Doch in dieser Zeit existiert ein „Lastspruch“ im Bereich des Geistes, den es gilt richtig zu verstehen. Es geht nicht um eine negative Last, sondern um Verantwortung für die gewichtigen Dinge, die dabei sind vom Thronsaal Gottes zu kommen. Es verhält sich ähnlich, wie mit den Schriftrollen, die von den Engeln im Auftrag Gottes den Propheten zu essen gegeben wurden. Die Schriftrollen waren süß in ihrem Mund und bitter in ihrem Magen (Anm.: Geist; vgl. Hesekiel 3,1-3; Offenbarung 10,9-10).
 
Hesekiel 3,1-3:
1 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, iss, was du vor dir hast! Iss diese Schriftrolle und geh hin und rede zum Hause Israel!
2 Da tat ich meinen Mund auf und er gab mir die Rolle zu essen 3 und sprach zu mir: Du Menschenkind, du musst diese Schriftrolle, die ich dir gebe, in dich hineinessen und deinen Leib damit füllen. Da aß ich sie und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.
 
Offenbarung 10,9-10:
9 Und ich ging hin zu dem Engel und sprach zu ihm: Gib mir das Büchlein (Anm.: Schriftrolle)! Und er sprach zu mir: Nimm und verschling es! Und es wird dir bitter im Magen sein, aber in deinem Mund wird es süß sein wie Honig.
10 Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und verschlang es. Und es war süß in meinem Mund wie Honig, und als ich es gegessen hatte, war es mir bitter im Magen.
 
Wenn wir als Volk Gottes in dieser und der kommenden Zeit nicht das richtige Gewicht und Maß für die kommende Herrlichkeit in unserem Herzen tragen, wird diese Herrlichkeit wie bereits erwähnt, zerstörerisch wirken.
Wir müssen uns nicht vor dieser Art von Zerstörung fürchten, wenn wir die richtige Beziehung zu Gott, dem Vater haben.
Es ist die Sehsucht des HERRN, dass wir als sein Volk ihm ganz nahe und eins mit ihm sind (vgl. Johannes 17,20-23).
 
Johannes 17,20-23:
20 Ich (Anm.: Jesus Christus) bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
 
Die Erntefelder und die zurückgelassenen Kornähren
 
Derzeit findet ein Vorgang auf den Erntefeldern des Geistes statt, wo die auf dem Feld stehenden Kornähren mit den Seelen von Menschen verglichen werden können.
 
Der HERR ließ mich wissen, dass die Felder reif zur Ernte sind, jedoch wird es Ähren (Anm.: Menschen) in der Erntephase geben, die auf den Feldern von Gott zurückgelassen werden, weil sie in dieser Zeit nicht das richtige Maß tragen (vgl. Johannes 4,35 i.V.m. 5.Mose 24,19).
 
Johannes 4,35:
35 Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich (Anm.: Jesus Christus) sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind weiß – reif zur Ernte.
 
5.Mose 24,19:
19 Wenn du auf deinem Acker geerntet und eine Garbe vergessen hast auf dem Acker, so sollst du nicht umkehren, sie zu holen, sondern sie soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe zufallen, auf dass dich der HERR, dein Gott, segne in allen Werken deiner Hände.
 
Es scheint für die zurückgelassenen Personen so auszusehen als würde Gott sie vergessen haben, jedoch ist das nicht der Fall, weil Gott ein größeres Ziel und einen größeren Plan verfolgt.
Diese scheinbar vergessenen Kornähren sind Gläubige, die in der Erfahrung der Vergangenheit (Anm.: was der HERR in der Vergangenheit getan hat) bleiben möchten. Diese Art von Herzenshaltung stellt für Gott kein Problem dar, weil er ein Gott der Gnade ist. Das bedeutet, dass Gott Bewegungen wie die der Ruth sendet, um das „Feld des Bräutigams“ abzuernten, indem er diese Gläubigen nahe an das Herz von Jesus Christus, dem Bräutigam zieht und sie dadurch die Kraft der ersten Liebe erfahren (vgl. Ruth 2,7-9a-b.15-16).
 
Ruth 2,7-9a-b.15-16:
7 Sie hat gesagt: Lasst mich doch auflesen und sammeln hinter den Garben den Schnittern nach, und ist gekommen und dageblieben vom Morgen an bis jetzt und hat nur wenig ausgeruht.
8 Da sprach Boas zu Ruth: Hörst du wohl, meine Tochter? Du sollst nicht auf einen andern Acker gehen, um aufzulesen; geh auch nicht von hier weg, sondern halt dich zu meinen Mägden.
9a-b Und sieh, wo sie schneiden im Felde, da geh ihnen nach. Ich habe meinen Knechten geboten, dass dich niemand antaste. …
15 Und als sie sich aufmachte zu lesen, gebot Boas seinen Knechten und sprach: Lasst sie auch zwischen den Garben lesen und beschämt sie nicht; 16 auch zieht etwas für sie aus den Garben heraus und lasst es liegen, dass sie es auflese, und niemand schelte sie darum.
 
Während die Heiligen die Felder abgeerntet haben und weiter in Freude mit Jesus Christus vorangehen, indem sie die Vergangenheit hinter sich gelassen haben und sich wie Paulus in die Zukunft ausstrecken (vgl. Philipper 3,13-14), werden die Gläubigen, die sich nicht zu dieser Zeit haben abernten lassen, einen besonderen inneren Prozess durchlaufen.
 
Der innere Prozess
 
Dieser innere Prozess kommt dem Gefühl gleich als würde der Vorhang des Allerheiligsten entzwei reißen, so wie es bei der Kreuzigung von Jesus Christus geschah (vgl. Lukas 23,44-46).
 
Lukas 23,44-46:
44 Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde, 45 und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.
46 Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
 
Das Gefühl des „entzweigerissenen Vorhangs“ wird im Herzen der betreffenden Gläubigen stattfinden, was sich über die Emotionen auswirkt. Die Begründung dafür ist, weil Fremde, Waisen und Witwen auf ihre „Felder“ kommen, so dass die betreffenden Gläubigen deren inneren Schmerz verspüren, um zu einem großen Segen für sie zu werden (vgl. 5.Mose 24,19 i.V.m. Galater 6,2)!
 
5.Mose 24,19:
19 Wenn du auf deinem Acker geerntet und eine Garbe vergessen hast auf dem Acker, so sollst du nicht umkehren, sie zu holen, sondern sie soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe zufallen, auf dass dich der HERR, dein Gott, segne in allen Werken deiner Hände.
 
Galater 6,2:
2 Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
 
Der Segen der zurückgelassenen Kornähren
 
Der Segen der zurückgelassenen „Kornähren“ hat zur Folge, dass es zu einer übernatürlichen Umwandlung kommt, indem die Fremden zu Freunden, die Waisen zu Söhnen und die Witwen zu Ehefrauen werden.
 
Das hebräische Wort, das in 5.Mose 24,19 für das Vergessen der Kornähren verwendet wird, ist „šākaḥ“ und steht im Zusammenhang mit dem „Verlegen einer Sache aus Mangel an Erinnerung oder Aufmerksamkeit“. (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel mit der Wortschlüsselnummer: 8195 und der Strong's Konkordanz mit der Wortschlüsselnummer: H7911)
 
Anhand der o.g. Worterklärung bedeutet das, dass die Erntearbeiter, nachdem sie den Ernteprozess beendet und das Erntefeld verlassen haben, ihren Weg fortsetzen, weil sie bereits mit ihrer Zukunft in Berührung gekommen sind, so dass sie die restlichen Kornähren auf dem Feld stehen lassen.
Auch wenn die Erntearbeiter einen inneren Schmerz bzw. eine innere Traurigkeit darüber verspüren, dass einige Kornähren auf dem Feld stehen geblieben sind, ist es ihnen nicht mehr möglich auf dieses Erntefeld zurückzukehren, weil es der Plan Gottes ist, diese restlichen Ähren für seine Ehre zu gebrauchen, um die Menschen zu segnen, die nach seinem Ratschluss in ihrem Status verwandelt werden sollen.
 
Der Grund des nicht vollständigen Aberntens
 
Der Grund, warum diese geistlichen Erntefelder nicht abgeerntet werden ist, weil es dort Fremde, Waisen und Witwen gibt, die ein Schmerz von Ablehnung und Verlust in ihrem Herzen tragen, die der himmlischen Vater durch die zurückgelassenen „Kornähren“ heilen und transformieren möchte.
 
Es sind die Fremden, Waisen und Witwen, die zu den Gläubigen kommen, die zuvor eigensinnig und nicht zum Zeitpunkt ihrer göttlichen Heimsuchung bereit waren, die Vergangenheit zu verlassen und mit dem HERRN in die Zukunft voranzugehen.
 
Es handelt sich hierbei um die Berührung der Herzen von Gläubigen, die durch die Hand Gottes ausgeführt wird, damit sie vollkommen mit den Fremden, Waisen und Witwen nachempfinden können.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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