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Der fünffältige Dienst – Gottes auferlegte göttliche Ordnung für die Gemeinde Jesu -Teil IV von IV-

01.05.2018, Daniel Glimm


Hinweis:
Die folgende Botschaft ist der letzte Teil von einer Lehre, die aus vier Teilen besteht.
Es wird demnach empfohlen, die Botschaft chronologisch zu lesen.
 
Die apostolisch-prophetische Vereinigung
 
Der Begriff der apostolisch-prophetischen Vereinigung beinhaltet eine Vereinbarung, die auf der Übereinstimmung basiert, dass Apostel und Propheten sich vereinigen und kollaborieren, um die Fülle von Gottes Stärke, Charakter und Weisheit den Heiligen zu bringen. Solch eine Kooperation entwickelt sich normalerweise aus der Anerkennung und Verbindung des vorlaufenden Propheten mit dem Apostel, von dem er oder sie zeugte.
 
Als Selbstverständlichkeit stellen vorlaufende Propheten die Apostel vor, für die ihre Mäntel von Gott gesandt wurden, um den Weg für sie zu ebnen. Von Abraham, dem Propheten, der den Weg für Mose den Shaliach (Anm.: Typ des Apostels im Tenach – hebräische Bibel) ebnete zu Johannes dem Täufer, der gesandt wurde, um die Spur für Jesus vorzubereiten (vgl. Markus 1,3). In dem Muster des Neuen Testaments, nachdem Philippus der Evangelist ein Gebiet evangelisierte, gingen die Apostel und Propheten hinein, um zu lehren und Neubekehrte in Gottes Wahrheit zu festigen (vgl. Apostelgeschichte 8,4-24). Die Anfangsanordnung, der „zwei Apostel“ (vgl. Markus 6,7), wurde geändert, um ein wirksameres Team (Anm.: Apostel und Prophet) zu bilden und zu senden.
 
Es sind die Botschaften der Apostel und Propheten, deren Offenbarungen von den drei weiteren Amtsträgern des fünffältigen Dienstes (Anm.: Evangelist, Hirte, Lehrer) in der Gemeinde Jesu verbreitet bzw. weitergeführt werden.
 
Das Amt des Apostels und des Propheten sind dazu bestimmt, aktive Offenbarung, die von Gott empfangen wurde, auf die weiteren drei Amtsträger der Gemeinde Jesu zu verteilen, um es dem gesamten Leib Jesu einzuprägen.
 
Jeder der drei genannten Amtsträger (Anm.: Evangelist, Hirte, Lehrer) verbreitet seinen Teil der apostolischen und prophetischen Offenbarungen innerhalb des Dienstes, den ihr Salbungsmantel betont bzw. umfasst.
 
Der Evangelist nutzt die Offenbarung, um eine Seele zu überzeugen, Jesus Christus als HERRN und Erlöser anzuerkennen.
 
Der Hirte nutzt die Offenbarung um zur Gemeindemitgliedschaft und Anwesenheit zu ermutigen.
 
Der Lehrer gebraucht die Offenbarung, um Heilige zu schulen sowie in der Königreichskultur des HERRN zu festigen.
 
Was jedoch allen drei letztgenannten Amtsträgern im fünffältigen Dienst fehlt, ist die Berechtigung des unmittelbaren Aufsuchens des HERRN im Autoritätsbereich, der Aposteln und Propheten zusteht, die als erstgenannte Amtsträger dazu von Gott berechtigt sind, seine frischen Offenbarungen freizusetzen.
 
Die drei erstgenannten Amtsträger nach 1.Korinther 12,28
 
Es ist wichtig in Anbetracht des Aufgabenfeldes des fünffältigen Dienstes festzuhalten, dass drei Ämtern im Leib Jesu eine besondere Aufmerksamkeit von Gott gegeben worden ist, bei denen es sich um den Apostel, den Propheten und den Lehrer gemäß 1.Korinther 12,28 handelt, die von Paulus in einer festgelegten Reihenfolge genannt werden.
 
1.Korinther 12,28:
28 Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede.
 
Wenn man die eben genannte Bibelstelle mit der Schriftstelle aus Epheser 4,11-14 betrachtet, kann man feststellen, dass Epheser 4,11-14 von Jesus spricht, der die Personen, die sich in den Ämtern des fünffältigen Dienstes befinden, wie Gaben der Braut Jesu zur Verfügung stellt bzw. ihr übergeben hat.
Bei der Bibelstelle aus dem ersten Korintherbrief ist es Gott, der himmlische Vater, der die erwählten Personen in ihre Ämter einsetzt.
 
Das in Epheser 4,11 verwendete griechische Wort für “gab” ist das Wort “dįdōmi”, was soviel wie “überreichen, bewilligen, verleihen, verschaffen” bedeutet. Das heißt, dass es Jesus Christus ist, der die Ämter den jeweiligen auserwählten Heiligen in seiner Braut (Anm.: die heilige Gemeinde) wie ein Geschenk übergibt und von ihnen verlangt in diese einzutreten sowie darin heranzureifen. Das macht unter anderem auch 4.Mose 18,7 deutlich.
 
4.Mose 18,7:
7 Du (Anm.: Aaron) aber und deine Söhne mit dir, ihr sollt auf euer Priesteramt Acht haben, dass ihr dient in allen Verrichtungen am Altar und drinnen hinter dem Vorhang; denn euer Priesteramt gebe ich euch zum Geschenk. Wenn ein Fremder sich naht, so soll er sterben.
 
In 1.Korinther 12,28 wird in Bezug auf die drei erstgenannten Ämter (Anm.: Apostel, Prophet, Lehrer), die dem fünffältigen Dienst zugeordnet sind, das Wort “eingesetzt” verwendet, was im griechischen “tįthēmi“ genannt wird und “ernannt, einweisen, einsetzen” bedeutet. Das besagt, dass es Gott, der himmlische Vater ist, der die Menschen in die Ämter hineinführt und es Jesus Christus ist, der sie der Braut übergibt.
 
Es ist kein Zufall, dass Epheser 2,20-23 teilweise verdeckt die drei erst positionierten Ämter aus 1.Korinther 12,28 erwähnt, weil diese die Basis der Gemeinde bilden, welche der Braut Jesu erlauben, sich gesicherten Schrittes im Plan Gottes voranzubewegen, so dass sie stärkeren sowie übernatürlichen Einfluss und größere Autorität in der Himmelswelt erhält und diese auch dementsprechend einsetzt, so wie es der Apostel Johannes in Offenbarung 21,2 sah.
 
Epheser 2,20-23:
… 20 erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, 21 auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.
22 Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
 
Offenbarung 21,2:
2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
 
Die übernatürliche “Statik” in der Braut Jesu
 
Da Jesus Christus der Eckstein seiner Braut ist und zur nötigen „Statik“ des wachsenden geistlichen „Gebäudekomplexes“ gemäß Epheser 4,15-16 beiträgt, sollte an dieser Stelle festgehalten werden, dass die Ecksteinposition der Kraft des Lehrers als Amtsträger im Leib Jesu gleichkommt, weil Jesus im Neuen Testament auch „Rabbi“ von den Juden genannt wird, was „Lehrer/Meister“ bedeutet.
 
Epheser 4,15-16:
15 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.
 
Daran wird deutlich, dass es einen engen Bezug zur Wichtigkeit des Lehrers im Leib Jesu gibt.
Bei Gläubigen, die das Amt des Lehrers im Leib Jesu bekleiden, geht es nicht in erster Linie um Personen, die viel aus dem Wort Gottes wissen oder über viel Wissen über Gott verfügen, sondern in der Lage sind, aus der Salbung gemeinsam mit ihrem Wissen, das Wort Gottes in Kraft den Menschen, denen sie dienen, aufzuschließen und zwar auf die Weise, so wie es Jesus über die Schriftgelehrten sagte, die ihn richtig erkannten und annahmen (vgl. Matthäus 13,52 i.V.m. Johannes 3,2).
 
Matthäus 13,52:
52 Da sprach er (Anm.: Jesus): Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.
 
Johannes 3,2 (Rev. Elberfelder):
2 Dieser kam zu ihm bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.
 
Es sind unter anderem die Gläubigen, die im Lehramt der Gemeinde Jesu stehen und das nötige Gleichgewicht durch die Offenbarungskraft des geschriebenen Wortes Gottes geben sowie dazu beitragen, dass der Leib Jesu weltweit aufrecht gehend in Kraft gesehen wird.
 
Man kann die Aufgabe des Lehrers im Leib Jesu als Form des kleinen menschlichen Zehs beschreiben, der einen wichtigen Anteil beim aufrechten, balancierten Wandel des Menschen beiträgt oder ihn als kleinen Finger betrachten, der bei der Ergreifung bzw. dem Ansichreißen von Dingen von großer Bedeutung ist (vgl. Matthäus 11,12).
 
Matthäus 11,12:
12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalttätigen reißen es an sich.
 
Die Aufgabe der Amtsträger im fünffältigen Dienst
 
Die Amtsträger des fünffältigen Dienstes im Leib Christi haben die Aufgabe, das Volk Gottes in die volle geistliche Reife für den Dienst zu bringen, so dass es nicht durch den Einfluss verschiedener Lehren verunsichert oder wankelmütig wird (vgl. Epheser 4,11-14).
 
Die durch die Amtsträger des fünffältigen Dienstes etablierte geistliche Reife im Leben der Gläubigen hat zur Folge, dass sie sich im Klaren darüber sind, mit wem sie sich geistlich weiter auf ihrem Weg mit Jesus Christus voranbewegen bzw. unter welcher kompetenten geistlichen Führung sie sich aufhalten möchten.
 
Weiterhin ist es die Aufgabe der Amtsträger des fünffältigen Dienstes, dass die Gläubigen erkennen, welche geistliche Berufung, Gabe und Salbung sie besitzen, um sich dementsprechend auszurichten.
 
Es ist weise für Gläubige, wenn sie sich unter die Salbung bzw. den geistlichen Einfluss begeben, unter dem sie weiter in ihrem geistlichen Leben gefördert werden.
 
Die Notwendigkeit der geistlichen Weiterentwicklung
 
Wenn Gläubige in Jesus Christus aufgrund ihrer zugenommenen geistlichen Reife aus der kindlichen Phase herausgewachsen sind, sollten sie, wenn sie sich geistlich weiterentwickeln möchten an den Ort begeben, wo sich geistliche Führungskräfte aufhalten, die sie in ihrem Reifewachstum weiter fördern (vgl. 1.Korinther 13,11).
 
1.Korinther 13,11:
11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.
 
Wenn sich jedoch Gläubige trotz ihrer zugenommenen geistlichen Reife in einem Feld der Anfangslehre aufhalten möchten, kann das zur Folge haben, dass in ihnen Unzufriedenheit ansteigt, die sogar dazu führen kann, dass es zur Spaltung in der betreffenden Gemeinschaft kommt, in der sie sich befinden. Das ist nicht im Sinne Gottes! Deshalb sollten die betreffenden Gläubigen in einem solchen Fall darüber nachdenken und Gott fragen, wo ihr nächster geistlicher Aufenthaltsort in der Gemeinde Jesu ist.
 
Ein möglicher Ortswechsel
 
Solch ein Vorhaben kann zugleich mit einem Ortswechsel und möglicherweise auch mit einem Umzug in Verbindung stehen. Widrige Umstände im Leben eines Gläubigen in Christus, sind meistens dazu von Gott bestimmt, das der/die betreffende Gläubige eine Vorgehensweise ändert oder den Ort wechselt, so ähnlich wie es auch Abraham tat (vgl. 1.Mose 11,31-32 i.V.m. 1.Mose 12,1.10).
 
1.Mose 11,31-32:
31 Da nahm Terach seinen Sohn Abram und Lot, den Sohn seines Sohnes Haran, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und führte sie aus Ur in Chaldäa, um ins Land Kanaan zu ziehen. Und sie kamen nach Haran und wohnten dort.
32 Und Terach wurde zweihundertundfünf Jahre alt und starb in Haran.
 
1.Mose 12,1.10:
1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. …
10 Es kam aber eine Hungersnot in das Land. Da zog Abram hinab nach Ägypten, dass er sich dort als ein Fremdling aufhielte; denn der Hunger war groß im Lande.
 
Fazit
 
Erst die Umkehr und Hinwendung zu der nötigen Anerkennung der Ämter im fünffältigen Dienst, was die Einsetzung in die fünffältigen Ämter durch bereits bewährte Diener Gottes (Anm.: Männer und Frauen) beinhaltet, kann eine umfassende Wiederherstellung der Gemeinde Jesu erreicht werden. Diese hat zur Folge, dass Gläubige angemessen zugerüstet und angeleitet werden können, um in Autorität unter einer höheren Autorität wirksam zu sein. Dieser Prozess von erforderlicher Zusammenarbeit von Amtsträgern sowie einzelnen Leiterschaften und Heiligen im Leib wird wahre (Anm.: auf biblischen Maßstäben fundierte) Einheit zurückbringen, die von Menschen in der Welt erkannt werden wird, wie es in der Apostelgeschichte überliefert ist.
 
Es ist hierbei zu selbstverständlich, um es erwähnen zu müssen, dass nicht in erster Linie Evangelisten für das wirksame Wachstum von Gemeinden verantwortlich sind, sondern jeder einzelne Nachfolger Jesu, der Zeugnis in seiner zugeteilten Umgebung ablegt, das Evangelium teilt und Jesus Christus entsprechend vorlebt (Anm.: gemäß dem Auftrag nach Markus 16 i.V.m. Matthäus 24).
 
Entscheidend ist aber die nach Epheser 4 anzustrebende Reife der Gemeinde Jesu, was eine Ordnung und Aufrechterhaltung von Ordnung beinhaltet, die nicht nach menschlicher „Weisheit“ oder Strategie ausgerichtet wird, sondern letztendlich nach dem Maß der Unterordnung unter die Ordnung der Autorisierung durch den König der Könige und HERR der Herren erfolgt.
 
Die Gegenwart Gottes wird sich in einem nie zuvor dagewesenen Ausmaß offenbaren und Menschenseelen werden ihren Platz im Königreich suchen und finden können, wenn das Haupt über einen effektiven und gehorsamen Leib von sich gegenseitig unterordnenden Gliedern verfügt.
(Diese Botschaft basiert auf einer Lehre von Paula A. Price, Ph. D aus dem Buch "Divine Order For Spiritual Dominance – Göttliche Ordnung für geistliche Herrschaft"; Seite 5-12)
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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