zurück zur Übersicht


Der Umwandlungsprozess des Volkes Gottes

14.04.2018, Daniel Glimm


Der kleine Wurm und der Dreschwagen
 
In Jesaja 41,14-16 spricht der HERR zum Propheten Jesaja über das Volk Israel und lässt ihn wissen, dass er dieses Volk von einem kleinen Wurm in einen scharfen, neuen Dreschwagen umwandelt. Das Volk Gottes kooperiert mit der Kraft des Heiligen Geistes, um das, was hoch (Anm.: stolz, arrogant) ist zu erniedrigen und zu entfernen.
 
Jesaja 41,14-16:
14 Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du armer Haufe Israel. Ich helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.
15 Siehe, ich habe dich zum scharfen, neuen Dreschwagen gemacht, der viele Zacken hat, dass du Berge zerdreschen und zermalmen sollst und Hügel wie Spreu machen.
16 Du sollst sie worfeln, dass der Wind sie wegführt und der Wirbelsturm sie verweht. Du aber wirst fröhlich sein über den HERRN und wirst dich rühmen des Heiligen Israels.
 
Das Ergebnis der Umwandlung und der Bewegung des prophetischen Geistes (Anm.: Windes) Gottes ist, dass selbst die kleinsten Partikel von Hochmut aus dem Weg des Volkes Gottes hinweggefegt werden und großartige Freude im Volk freigesetzt wird (vgl. Matthäus 3,1-3).
 
Matthäus 3,1-3:
1 Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa 2 und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
3 Denn dieser ist es, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat (vgl. Jesaja 40,3): „Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!“
 
Der Führung Gottes unterstellen
 
Um in diesen Prozess der Umwandlung Gottes, die mit großartigen Ergebnissen verbunden ist, eintreten zu können, ist es erforderlich, dass man sich der Führung Gottes sowie seiner Weisung unterstellt (vgl. 1.Petrus 5,6).
 
1.Petrus 5,6:
6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.
 
Der Umwandlungsprozess des Volkes Israel
 
Als Beispiel des Umwandlungsprozesses soll uns der Auszug der Israeliten aus Ägypten dienen, die zuvor als Fremdlinge und Sklaven vierhundert Jahre lang dem Pharao in Ägypten dienen mussten.
 
1.Mose 15,13:
13 Da sprach der HERR zu Abram: Das sollst du wissen, dass deine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem Lande, das nicht das ihre ist; und da wird man sie zu dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre.
 
Nach Ablauf der Zeit der Sklaverei entschied der HERR die Führung über dem Volk Israel vom Pharao zu Mose, dem Schaliach (Anm.: hebräisches Wort für Apostel bzw. Gesandter) zu übertragen. Hierbei kam es zur Konfrontation in Ägypten, die zu einer größeren Last von Seiten des Pharaos für das Volk Israel führte (vgl. 2.Mose 5,1-9).
 
2.Mose 5,1-9:
1 Danach gingen Mose und Aaron hin und sprachen zum Pharao: So spricht der HERR, der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen, dass es mir ein Fest halte in der Wüste.
2 Der Pharao antwortete: Wer ist der HERR, dass ich ihm gehorchen müsse und Israel ziehen lasse? Ich weiß nichts von dem HERRN, will auch Israel nicht ziehen lassen.
3 Sie sprachen: Der Gott der Hebräer ist uns erschienen. So lass uns nun hinziehen drei Tagereisen weit in die Wüste und dem HERRN, unserm Gott, opfern, dass er uns nicht schlage mit Pest oder Schwert.
4 Da sprach der König von Ägypten zu ihnen: Mose und Aaron, warum wollt ihr das Volk von seiner Arbeit frei machen? Geht hin an eure Dienste!
5 Weiter sprach der Pharao: Siehe, sie sind schon mehr als das Volk des Landes, und ihr wollt sie noch feiern lassen von ihrem Dienst!
6 Darum befahl der Pharao am selben Tage den Vögten des Volks und ihren Aufsehern und sprach:
7 Ihr sollt dem Volk nicht mehr Häcksel geben, dass sie Ziegel machen, wie bisher; lasst sie selbst hingehen und Stroh dafür zusammenlesen.
8 Aber die Zahl der Ziegel, die sie bisher gemacht haben, sollt ihr ihnen gleichwohl auferlegen und nichts davon ablassen, denn sie gehen müßig; darum schreien sie und sprechen: Wir wollen hinziehen und unserm Gott opfern.
9 Man drücke die Leute mit Arbeit, dass sie zu schaffen haben und sich nicht um falsche Reden kümmern.
 
Kompetente apostolische Führung und Konfrontation
 
Anhand dieser Konfrontation mit dem Pharao wird deutlich, dass bevor der HERR sein Volk in einen Umwandlungsprozess hineinführt, für ihn wichtig ist, dass kompetente apostolische Führung in ihrer Position gefestigt als auch bestätigt ist, um danach gemäß dem Willen Gottes zu handeln, selbst wenn es nicht leicht ist.
 
Wenn das geschehen ist, kommt es zu Herausforderungen inmitten des Volkes Gottes, die es gilt aus einer geistlichen Perspektive zu betrachten, so ähnlich wie es die Kundschafter Josua und Kaleb taten, nachdem sie aus dem Land Kanaan zu Mose zurückkamen und ihm sowie dem Volk Israel ihren Bericht überbrachten (vgl. 4.Mose 14,9).
 
4.Mose 14,9:
9 Fallt nur nicht ab vom HERRN und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht, denn wir wollen sie wie Brot auffressen. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, der HERR aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!
 
Von der Sklaverei in die Freiheit
 
Nachdem Gott durch Mose und Aaron die Phase des Gerichts über Ägypten vollendete, verließ das Volk Israel durch das Blut des Lammes die Region der Sklaverei und trat als große Menschenmenge in die von Gott herbeigeführte Freiheit ein (vgl. 1.Mose 15,14; 2.Mose 3,20 i.V.m. 2.Mose 12,36-38; 2.Korinther 5,17).
 
1.Mose 15,14:
14 Aber ich will das Volk richten, dem sie dienen müssen. Danach sollen sie ausziehen mit großem Gut.
 
2.Mose 3,20:
20 Daher werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit all den Wundern, die ich darin tun werde. Danach wird er (Anm.: Pharao) euch ziehen lassen.
 
2.Mose 12,36-38:
36 Dazu hatte der HERR dem Volk Gunst verschafft bei den Ägyptern, dass sie ihnen willfährig waren, und so nahmen sie es von den Ägyptern zur Beute.
37 Also zogen die Israeliten aus von Ramses nach Sukkot, sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Frauen und Kinder.
38 Und es zog auch mit ihnen viel fremdes Volk, dazu Schafe und Rinder, sehr viel Vieh.
 
2,Korinther 5,17:
17 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
 
Die freie Menschenmenge und das Verständnis der richtigen Positionierung
 
Inmitten der Region des Übergangs (Anm.: Wüste) des Volkes Israel reichte es Gott nicht aus, dass sein Volk lediglich eine große Menschenmenge in Freiheit war, sondern es war sein Anliegen sie durch die von ihm gegebene neue Führung, nämlich Mose (Anm.: nicht mehr der Pharao) in der Freiheit zu führen bzw. zu unterweisen in seinen Plänen.
 
Die Unterweisung in der Freiheit war mit dem Wohnort Gottes (Anm.: Stiftshütte) verbunden, die inmitten des Volkes Israel zu einer göttlichen Ordnung und Positionierung in seiner Ruhe führte (vgl. 4.Mose 2,1-2).
 
4.Mose 2,1-2:
1 Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach: 2 Die Israeliten sollen um die Stiftshütte her sich lagern, ein jeder bei seinem Banner und Zeichen, nach ihren Sippen.
 
Die Präsenz der Stiftshütte hatte zum Ziel, dass das Volk Israel als Armee in ihrer jeweiligen Identität geordnet inmitten der Ruhe Gottes lagerte, was bedeutet, dass Israel den HERRN mit seinem Wohnort im Zentrum hatte.
 
Gott im Zentrum zu haben hat zur Folge, dass sich der Friede Gottes aufgrund der Gegenwart seiner Ordnung in seinem Volk ausbreitet. Das Volk ließ sich führen, was eine Unterordnung unter seine etablierte Ordnung voraussetzt und mit Struktur einhergeht (vgl. 1.Korinther 14,33a).
 
1.Korinther 14,33a:
33a Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. …
 
An dieser Stelle ist anzumerken, dass ebenfalls viel fremdes Volk mit Israel aufgrund des vergossenen Blutes des Lammes aus Ägypten auszog und ebenso sich der Ordnung des Gottes Israels unterstellte, was bereits ein Hinweis auf den einen neuen Menschen in Jesus Christus wurde (vgl. 2.Mose 12,38 i.V.m. Epheser 2,15-16).
 
2.Mose 12,38:
38 Und es zog auch mit ihnen viel fremdes Volk, dazu Schafe und Rinder, sehr viel Vieh.
 
Epheser 2,15-16:
… 15 hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien (Anm.: Juden und Heiden) einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache 16 und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst.
 
Gottes Gegenwart und das Voranschreiten in Gottes Ordnung
 
Darüber hinaus lehrte Gott das Volk Israel durch Mose sensibel auf seine Gegenwart zu achten und sich mit ihr voranzubewegen. Das Resultat dessen war, dass das Volk Israel geordnet als eine Armee marschierte (vgl. 4.Mose 10,11-14a-b).
 
4.Mose 10,11-14a-b:
11 Am zwanzigsten Tage im zweiten Monat des zweiten Jahres erhob sich die Wolke von der Wohnung des Zeugnisses.
12 Und die Israeliten brachen auf aus der Wüste Sinai und die Wolke machte Halt in der Wüste Paran.
13 So brachen sie zum ersten Male auf nach dem Wort des HERRN durch Mose, 14a-b nämlich das Banner des Lagers der Söhne Juda brach zuerst auf, Heerschar nach Heerschar, …
 
Fazit
 
Anhand der gemachten Aussagen wird deutlich, dass es dem HERRN nicht genügt, dass Christen sich einzig und allein der Freiheit von Jesus Christus bewusst sind.
 
Vielmehr sollen Nachfolger Christi weiterhin die von ihm zugeteilte apostolische Führung in dieser Zeit erkennen, um in einen neuen Bereich seiner Gegenwart zu gelangen.
 
Dadurch kommt es zur tieferen Erkenntnis über die Ordnung Gottes inmitten seines Volkes, das sich vom Sklaventum zu einer freien Menschenmenge und dann zu einer Armee inmitten des königlichen Priestertums entwickelt hatte (vgl. 2.Mose 19,6 i.V.m. 1.Petrus 2,9).
 
2.Mose 19,6:
6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.
 
1.Petrus 2,9:
9 Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; …
 
Es bleibt unwahrscheinlich anzunehmen, dass sich das Volk Gottes von selbst angeordnet hätte, wenn es nicht der Führung und Weisung Gottes durch Mose hindurch gefolgt wäre. Das Prinzip von Führung und Leitung durch eingesetzte Leiterschaft, die mit demütigem Herzen unter der Weisung Gottes operiert, ist demnach für jeden von höchster Bedeutung, der die Wechselwirkung von der Kraft Gottes und der Anerkennung von Autorität begreift.
 
Wenn Gott uns als sein Volk in einen Umwandlungsprozess (Anm.: Übergang, Weiterentwicklung) führt, steht dieser meistens mit Herausforderungen in Verbindung, die nicht dazu bestimmt sind, uns in unserer Entwicklung zu blockieren, sondern in einen neuen Bereich zu führen, der mit einer neuen Identität und der uns zugeteilten Regierungsautorität verbunden ist.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




TOP