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Die vier Freunde und der offene Himmel

07.03.2018, Daniel Glimm


Widrigkeit führt zum Besten
 
Es mag dem menschlichen Verstand vielleicht paradox erscheinen, aber wenn widrige Umstände im Leben eines Gläubigen auftreten, gebraucht Gott diese dazu, um das Beste hervorzubringen (vgl. Römer 8,28).
 
Römer 8,28:
28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.
 
Der Gelähmte und seine vier Freunde
 
In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Geschichte eingehen, wo sich Jesus in Kapernaum in einem Haus aufhielt. Im sowie vor dem Haus gab es aufgrund seiner Präsenz eine große Menschenansammlung, so dass es für die weiteren hinzutretenden Menschen unmöglich war, Jesus Christus zu sehen. Unter den hinzu strömenden Menschen, befand sich auch ein Gelähmter, der von vier Männern auf seinem Bett dorthin getragen wurde.
 
Da es ihnen aufgrund der Menschenansammlung auch nicht möglich war Jesus Christus näher zu kommen, entschieden sich diese vier Freunde auf das Dach des Hauses zu steigen, in dem sich Jesus aufhielt und die Ziegel des Dachs zu entfernen, um den Gelähmten auf seinem Bett vor Jesus niederzulassen. Diese „Niederlassung“ hatte zur Folge, dass der Gelähmte an diesem Tag ein Teil der Botschaft von Jesus wurde, die er zu den Menschen predigte, indem er zu ihnen über die Kraft der Vergebung sprach.
 
Durch seine Predigt konfrontierte Jesus die Herzen der anwesenden Schriftgelehrten, die ihn der Lästerung bezichtigten. Zu diesem Zeitpunkt diente Jesus in der Salbung des Wortes der Erkenntnis und der Geisterunterscheidung, so dass er die Herzenshaltung der Schriftgelehrten offenlegte.
Daraufhin heilte er den Gelähmten zum Zeichen der Vergebungskraft Gottes.
 
Diese Heilung hatte zur Folge, dass die dort anwesenden Menschen etwas sahen, was sie zuvor noch nie erlebt hatten und daraufhin begannen in den Lobpreis Gottes einzutreten (vgl. Markus 2,1-12).
 
Markus 2,1-12:
1 Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war.
2 Und es versammelten sich viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort.
3 Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vieren getragen.
4 Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag.
5 Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.
6 Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: 7 Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?
8 Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen?
9 Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher?
10 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – sprach er zu dem Gelähmten: 11 Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!
12 Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.
 
Die Gegenwart des Himmels freisetzen
 
Ohne an dieser Stelle anklagend zu sein, kommt es leider gelegentlich in Versammlungen von Christen vor, dass Jesus zwar anwesend ist, aber ein religiöser Geist, die Augen der anwesenden Gläubigen blind hält, so dass der Herr mit seiner Gegenwart nicht erkannt wird.
 
Gerade in solchen Situationen ist es erforderlich, dass sich Heilige erheben, die es verstehen, den Himmel durch Glauben, geisterfüllte Offenbarung und die Kraft des Wortes Gottes zu öffnen, indem sie die bedeckende Sklaverei entfernen (vgl. 2.Mose 1,14; Anm.: z.B. aus Taten gerecht zu werden), um zu einer Gedankenerneuerung beizutragen, die durch das angewandte Blut von Jesus Christus aktiviert wird (vgl. Hebräer 9,14).
 
2.Mose 1,14:
… 14 und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit in Ton und Ziegeln und mit mancherlei Frondienst auf dem Felde, mit all ihrer Arbeit, die sie ihnen auflegten ohne Erbarmen.
 
Hebräer 9,14:
… 14 um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!
 
Die vier „Torwächter“
 
Man kann die vier Freunde, die das Dach des Hauses öffneten als die vier Torwächter bezeichnen, die sich am „Parbar“ aufhielten, was den Anbau an der westlichen Seite des salomonischen Tempels meint (vgl. 1.Chronik 26,18).
 
1.Chronik 26,18:
… 18 am Parbar aber im Westen: vier an der Straße und zwei am Parbar selbst.
 
Das Wort „Parbar/Parwar“ ist ein persisches Wort und bedeutet übersetzt „Licht-Bringer, offene Halle“.
 
Diese Erklärung macht außerdem deutlich, dass die vier Männer bzw. Freunde des Gelähmten die Verwalter von frischer Offenbarungserkenntnis über die Vergebungskraft Jesu wurden, auch wenn sie sich dessen vielleicht nicht bewusst waren.
 
Ihr barmherziges und tatkräftiges Eingreifen führte dazu, dass Menschen, die durch den Widersacher aus der Vergangenheit geschwächt wurden in den Prozess der Wiederherstellung in Jesus Christus eintraten und dadurch der Widerstand zum Schweigen gebracht wurde.
 
Die Zahl 4 und die Tür
 
Demnach ist es kein Zufall, dass es sich um vier Personen handelt, die den Gelähmten auf das Dach trugen. Der hebräischen Buchstabe „Daleth“, der den numerischen Zahlenwert „4“ besitzt und unter anderem „Tür“ bedeutet, trägt zugleich auch die piktographische Darstellung einer „geöffneten Zelttür“.
 
Daraus wird deutlich, dass die Öffnung im Dach, die die vier Freunde gebrauchten, nicht irgendeine Öffnung war, sondern wie eine geöffnete Tür dazu beitrug, dass das Licht des Himmels in das Haus, in dem Jesus sich befand, hinein leuchten konnte. So schien es wie ein Scheinwerfer von oben auf den Sohn Gottes, um die Bedeutung seiner Botschaft zu betonen.
 
Den gelähmten Umstand ins Zentrum Jesu bringen
 
Da sich die vier Männer auf dem Dach befanden und sich deshalb nicht unbedingt dessen bewusst sein konnten, dass sich Jesus Christus im Haus genau dort befand, wo sie das Dach öffneten, wird daraus deutlich, dass sie im Glauben unter der Führung des Geistes handelten, um den „gelähmten Umstand“ ins Zentrum von Jesus Christus zu bringen (vgl. Johannes 6,44).
 
Johannes 6,44:
44 Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.
 
Es ist interessant an dieser Stelle festzuhalten, dass es insgesamt fünf Männer waren (Anm.: die vier Freunde mit dem Gelähmten, der geheilt wurde), die zur Offenbarung der Vergebungskraft Gottes beitrugen. Die Zahl „5“ steht mit „Gnade“ im Zusammenhang, die nicht billig, sondern kraftvoll ist, ein reines und heiliges Leben zu führen sowie Gottes Eigentum zu sein, das gute Werke hervorbringt (vgl. Titus 2,11-14).
 
Titus 2,11-14:
11 Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen 12 und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben 13 und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, 14 der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
 
Fazit
 
Es gibt Situationen in unserem Leben, die wir aus der Sicht Gottes betrachten sollten, um in der Lage zu sein, zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Personen in einem Verbund zu stehen, um Menschen zu helfen, die selbst nicht in der Lage sind, sich zu helfen.
 
Das beinhaltet die natürliche und die geistliche Ebene, was durch die zwei Freunde an den zwei hinteren Ecken und den zwei Freunden an den zwei vorderen Ecken des Bettes jenes Gelähmten verdeutlicht wird (vgl. Galater 6,1-2).
 
Galater 6,1-2:
1 Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest.
2 Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
 
Wie diese Hilfestellung im Einzelnen aussieht, sei in der entsprechenden Situation überlassen, in der sich Heilige vom Heiligen Geist führen und inspirieren lassen. Wichtig bleibt, dass diese Hilfe konkret im vereinten Gebet für eine Person oder Angelegenheit für den Herrn gegeben sowie ein Akt tatkräftiger Liebe sein kann, was sich im Glauben immer in der Kraft Gottes verbindend auswirkt und den Himmel „herunter“ holt (vgl. Römer 12,9-13).
 
Römer 12,9-13:
9 Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an.
10 Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
11 Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.
12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
13 Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft.
 
Diese Art von Hilfe kann dazu führen, dass auch Menschen, die sich nicht im unmittelbaren Umfeld befinden zu einer größeren Erkenntnis der Wahrheit kommen (vgl. 1.Timotheus 2,4-6).
 
1.Timotheus 2,4-6:
… 4 welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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