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Der Aufbruch Jakobs und die Heimsuchung Gottes

01.02.2018, Daniel Glimm


Einleitung
 
Während einer Anbetungszeit in unserem apostolischen Zentrum „Holy Place“ erhielt ich eine offene Vision, in der ich eine Art Wendeltreppe in der Mitte des Raumes sah. Ich sah viele Engel, deren Körper mit Licht gefüllt war, spiralförmig fliegend auf-/ und niedersteigen.
 
Der Aufbruch Jakobs
 
Währenddessen wurde ich an die Bibelstelle aus 1.Mose 28,10-13 erinnert, wo sich Jakob von Beerscheba (Anm.: bedeutet „Siebenbrunn oder Eidbrunnen“) auf den Weg nach Haran (Anm.: bedeutet „Weg oder Straße“) machte und sich währenddessen an einem bestimmten Ort zum Schlafen niederließ, weil die Sonne bereits untergegangen war.
 
Jakobs Traum
 
Von diesem Ort nahm Jakob einen ausgewählten Stein und legte ihn unter seinen Kopf, so dass er einschlief und einen Traum von Gott erhielt, wo er eine Treppe sah, die auf der Erde stand und bis in den Himmel reichte. Weiterhin sah er, wie Engel Gottes an der Treppe auf-/ und niederstiegen.
Daraufhin hörte Jakob den HERRN im Traum, der ihm eine Verheißung mitteilte, die mit seiner Liegeposition verknüpft war.
 
1.Mose 28,10-13:
10 Aber Jakob zog aus von Beerscheba und machte sich auf den Weg nach Haran 11 und kam an eine Stätte, da blieb er über Nacht, denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein von der Stätte und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an der Stätte schlafen.
12 Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
13 Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.
 
Das Liegen in Gottes Gegenwart
 
Wenn man gemäß dem Wort Gottes an einem Ort liegt bzw. zur Ruhe kommt, wo sich die Gegenwart Gottes befindet, hat diese Freisetzung von Offenbarung zur Folge, so wie es ebenfalls beim Propheten Samuel geschah, der sich im Haus Gottes aufhielt und die Lampe Gottes noch nicht verloschen war (vgl. 1.Samuel 3,3-4).
 
1.Samuel 3,3-4:
3 Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich gelegt im Heiligtum des HERRN, wo die Lade Gottes war. 4 Und der HERR rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!, …
 
Das Liegen vor Gott an dem Ort, wo er sich mit seiner Gegenwart aufhält, dient dem HERRN als Hinweis, dass man sich ihm vollkommen hingegeben hat, um zugleich seine Verheißung in vollem Maß in Empfang zu nehmen.
 
In einem prophetischen Kontext gesprochen, ist die abgedeckte Fläche des Bodens, wenn man auf diesem mit seinem Körper liegt wesentlich größer als wenn man nur mit seinen Füßen darauf steht.
Das Stehen auf dem Boden ist mit der Landeinnahme zur Eigentumsgewinnung verbunden, wobei das Liegen auf dem Boden in der Gegenwart Gottes mit der Verheißung der Generationen sowie mit einer internen Umstrukturierung verknüpft ist (vgl. 5.Mose 11,24 i.V.m. 1.Mose 28,13-15).
 
5.Mose 11,24:
24 Alles Land, darauf eure Fußsohle tritt, soll euer sein: von der Wüste bis an den Berg Libanon und von dem Strom Euphrat bis ans Meer im Westen soll euer Gebiet sein.
 
1.Mose 28,13-15:
13 Und der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.
14 Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden.
15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.
 
Die Zeit des Glaubens
 
Die Erscheinung bzw. der Traum, den Jakob empfing, ereignete sich vor der Zeit der Übergabe der Thora, die zur Zeit Moses stattfand, der wesentlich später als Jakob lebte. Somit deutet die Zeit Jakobs auf das Zeitfenster des Glaubens hin, das die Zeit der Vertrauensbeziehung mit Gott beinhaltet.
 
Es ist der Glaube, der mit fester Zuversicht bzw. festem Vertrauen verbunden ist und zwar von den Dingen, die man im natürlichen Bereich nicht sieht (vgl. Hebräer 11,1).
 
Hebräer 11,1:
1 Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
 
Es ist nicht eindeutig überliefert, inwieweit Jakob prophetisch trainiert wurde in den geistlichen Bereich zu schauen oder Träume von Gott gesandt einstufen zu können, jedoch empfing er diesen Traum, von dem er wusste, dass dieser von Gott war.
 
Jakob wurde befähigt im Geist zu erkennen, dass die Region Lus mit dem offenen Tor des Himmels in Verbindung stand (vgl. 1.Mose 28,16-17).
 
1.Mose 28,16-17:
16 Als nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!
17 Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
 
Jakobs Zwischenstopp in Lus
 
Der Aufbruch Jakobs von Beerscheba (Anm.: bedeutet „Siebenbrunn oder Eidbrunnen“) nach Haran (Anm.: bedeutet „Weg oder Straße“) und sein Zwischenstopp in der Region Lus (Anm.: bedeutet „Mandelbaum“), die er später aufgrund der Gegenwart Gottes in Bethel (Anm.: bedeutet „Haus Gottes“) umbenannte, tragen eine strategische Vorgehensweise.
 
In einem prophetischen Kontext ausgedrückt, verließ Jakob den Ort der tiefen Wasser (Anm.: göttliche Bestätigung => Eid), um sich auf den Weg zu DEM WEG zu machen, was aus übergeordneter Perspektive ein Beleg dafür ist, sich in Jesus Christus dem himmlischen Vater zu nähern (vgl. Johannes 14,6).
 
Johannes 14,6:
6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
 
Während sich Jakob auf dem Weg zum Bestimmungsort Haran befand, kam er in die Region Lus, die auf die prophetische Salbung hindeutet sowie damit in Verbindung steht, eine neue Zeit anzukündigen. Deshalb war es kein Zufall, dass Jakob genau zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs in Lus ankam und müde wurde, so dass er einschlief und dort den Traum erhielt.
 
Es handelte sich um einen Zeitpunkt, in der die Wirtschaft der Region und dessen Mitarbeiter ruhten, um Kraft für die neue Zeit zu schöpfen.
 
Der neue Tag und die Freisetzung von Offenbarung
 
Jakob trug in sich das innere Verlangen in den neuen Tag des HERRN einzutreten, den Gott bereits erschaffen hatte, da Gott ewig ist (vgl. Epheser 2,10).
 
Epheser 2,10:
10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
 
Meistens steht mit dem Tag des HERRN die Freisetzung von Offenbarung in Verbindung, so wie es bei Jakob oder auch beim Seher Johannes der Fall war (vgl. Offenbarung 1,10).
 
Offenbarung 1,10:
10 Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, …
 
Um in die neue Zeit eintreten zu können, wusste Jakob, dass er den gegenwärtigen Ort (Anm.: Beerscheba) verlassen musste, um tiefer in seine göttliche Verheißung zu gelangen.
 
Die Ausschau nach dem neuen Tag
 
Daraus wird deutlich, dass Jakob nach der neuen Zeit Ausschau hielt, da nach Gottes Maßstab der Tag mit dem Abend beginnt und der Mandelbaum der erste Baum in Israel ist, der zur Frühlingszeit blüht bzw. diese ankündigt (vgl. 1.Mose 1,5).
 
1.Mose 1,5:
… 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
 
Das im Wort Gottes verwendete hebräische Wort für „Mandel“ ist das Wort „šāqēd, welches von dem Wurzelwort „šāqad abgeleitet ist, was „zu wachen, Ausschau halten“ bedeutet (vgl. Jeremia 1,11-12). (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „Mandel-šāqēd und dem Wort „wachen-šāqad mit der Wortschlüsselnummer: 8487* und 8485)
 
Jeremia 1,11-12:
11 Und es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig (Anm.: Mandelbaumzweig).
12 Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wachen über meinem Wort, dass ich es tue.
 
Darüber hinaus war sich Jakob der Bedeutung der prophetischen Handlung am Geburtsort des neuen Tages (Anm.: Lus) bewusst, so dass er den Stein salbte, auf dem er mit seinem Kopf gelegen hatte und diesen dadurch zu einem Gedenkstein machte.
 
Dieser Stein war bereits ein Hinweis auf den kostbaren Eckstein Jesus Christus, der noch auf die Erde kommen sollte und dessen Zeugnis der Geist der prophetischen Rede ist (vgl. 1.Mose 28,18-19 i.V.m. 1.Petrus 2,5-6; Offenbarung 19,10e).
 
1.Mose 28,18-19:
18 Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf 19 und nannte die Stätte Bethel; vorher aber hieß die Stadt Lus.
 
1.Petrus 2,5-6:
5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.
6 Darum steht in der Schrift (vgl. Jesaja 28,16): „Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.“
 
Offenbarung 19,10e:
… 10e Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.
 
Die Umwandlung vom Baum zum Haus
 
Die Offenbarungserkenntnis Jakobs führte ihn dazu, dass er die Region nicht nur als „Mandelbaum“ (Anm.: Lus) erkannte, sondern als eine Region der engen Beziehung mit Gott (Anm.: Bethel => „Haus Gottes“).
 
Wenn Gott die Heiligen seines Volkes an ihrem Aufenthaltsort in Jesus Christus mit seiner Gegenwart heimsucht, erhält das Territorium aufgrund seiner Heimsuchung einen höherwertigen Charakter.
 
Die „Substanz/der Charakter“ des gegenwärtigen Aufenthaltsortes verwandelt sich plötzlich in den Ort der tieferen Gemeinschaft mit Gott, was mehr Nähe mit ihm bedeutet (vgl. 1.Mose 28,17-19).
 
1.Mose 28,17-19:
17 Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
18 Und Jakob stand früh am Morgen auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Steinmal und goss Öl oben darauf 19 und nannte die Stätte Bethel (Anm.: bedeutet „Haus Gottes“); vorher aber hieß die Stadt Lus (Anm.: bedeutet „Mandelbaum“).
 
Jesus Christus, der Sohn Gottes und himmlische „Zimmermann“ möchte für jeden in seinem Volk einen neuen Raum im Haus seines Vaters schaffen, den er für diese Zeit geben möchte (vgl. Markus 6,2-3 i.V.m. Johannes 14,2-3a).
 
Markus 6,2-3:
2 Und als der Sabbat kam, fing er an zu lehren in der Synagoge. Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er das? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche mächtigen Taten, die durch seine Hände geschehen?
3 Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm.
 
Johannes 14,2-3a:
2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?
3a Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, …
 
Der Austausch von Engeln
 
Der Ort Lus, zu dem Jakob auf seinem Weg nach Haran kam, war ein besonderer Ort, weil dort Engelskräfte von Gott ausgetauscht wurden.
 
Es wird in 1.Mose 28,12 erwähnt, das zuerst die Engel Gottes aufstiegen und andere abstiegen.
Der Grund für diesen Austausch von Engeln war, dass Jakob sich in einer Zeit des Übergangs befand und zwar vom Land der bestätigten Verheißung (Anm.: Beerscheba) in das Land der „Pioniere“, um das Feld für die zukünftigen Generationen vorzubereiten, die später durch ihn gesegnet werden sollten (vgl. 1.Mose 28,14-15).
 
Die Engel, die für das Land der Verheißung bestimmt waren, stiegen auf und die Engel, die für die Pionierphase von Gott erwählt waren, stiegen ab.
 
Die Pionierengel
 
Die pionierenden Engel sind Engelsmächte, die uns als Volk Gottes dabei helfen, Erfolg im Erdbereich zu erhalten, um auf unserem neuen Weg mit Gott natürliche Dinge zu verwalten, so dass wir die Segnungen Gottes vor den Menschen offenbaren können.
 
Es existieren Engel, die einzig und allein von Gott dazu bestimmt sind in der geistlichen Welt zu kooperieren und es gibt Engel, die dazu von Gott eingesetzt sind, uns in der natürlichen Welt zu unterstützen, was aus Hebräer 13,2 deutlich wird.
 
Hebräer 13,2:
2 Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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