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Die Wichtigkeit von Treue innerhalb des Volkes Gottes

21.01.2018, Daniel Glimm


Einleitung
 
Um die Einheit im Volk Gottes vor der Welt zu reflektieren, ist es unabdingbar, dass sich jeder Heilige seiner Stellung in Jesus Christus sowie seiner persönlichen Zugehörigkeit in der jeweiligen Gemeinschaft von Heiligen (Anm.: vor Ort bzw. in der eigenen Region) bewusst ist.
 
Das Volk Israel und der Leib Jesu
 
Als Beispiel soll uns die Zusammensetzung des Volkes Israel zur Zeit von Mose dienen, das aus zwölf einzelnen Stämmen bestehend in jeweils 4 Einheiten zu drei Stämmen in eine bestimmte Richtung im Auftrag Gottes von Mose eingeteilt war (vgl. 4.Mose 2).
 
Im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Aufgabenfeldern und der Wichtigkeit von Einheit innerhalb des Leibes Jesu verwendete der Apostel Paulus das Bild des menschlichen Körpers (vgl. 1.Korinther 12,12-27).
 
1.Korinther 12,12-27:
12 Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.
13 Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.
14 Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.
15 Wenn aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte er deshalb nicht Glied des Leibes sein?
16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte es deshalb nicht Glied des Leibes sein?
17 Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch?
18 Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat.
19 Wenn aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib?
20 Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer.
21 Das Auge kann nicht sagen zu der Hand: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht.
22 Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten zu sein scheinen, die nötigsten; 23 und die uns am wenigsten ehrbar zu sein scheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und bei den unanständigen achten wir besonders auf Anstand; 24 denn die anständigen brauchen es nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, 25 damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen.
26 Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.
27 Ihr aber seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied.
 
Treue gegenüber der von Gott zugeteilten Gemeinschaft von Heiligen
 
Damit die Einheit im Volk Gottes richtig erkannt werden kann, bleibt es demnach entscheidend, dass man Treue gegenüber der Gemeinschaft von Heiligen zeigt, mit der man territorial verbunden ist.
 
Diese Treue wird unter anderem dadurch erkennbar, dass man als Gläubiger kontinuierlich an den Versammlungen innerhalb der von Gott zugeteilten Gemeinschaft teilnimmt, worin Schutz für jeden Einzelnen besteht (vgl. Hebräer 10,24-25).
 
Hebräer 10,24-25:
… 24 und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken 25 und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.
 
Gott hat uns ungeachtet von unseren Werken durch Gnade erwählt, die nur durch Glauben aktiv ist (vgl. Epheser 2,8-10).
 
Epheser 2,8-10:
8 Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
 
Gottes Gnade sollte unser Antrieb sein, dass wir uns im Licht (Anm.: Wahrheit, Wahrhaftigkeit) und in der uns von ihm zugeteilten Einheit bewegen, damit seine Liebe für die Menschen in unserer Umgebung oder der Gesellschaft erkennbar ist (vgl. Johannes 13,34-35).
 
Johannes 13,34-35:
34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
 
Die Voraussetzung von wahrer Einheit
 
Die Einheit innerhalb des Volkes Gottes ist die Voraussetzung, damit Gott tätig werden kann, um uns als einheitliche Formation mehr anzuvertrauen. Gott kann uns als Gläubige in Jesus Christus nur dann als eine Formation berufen, wenn wir die Grundlage für „ein Volk“ erfüllen, was Einheit und Zusammenhalt voraussetzt.
 
Wenn wir uns jedoch nicht in die jeweilige Formation innerhalb des Leibes Jesu vollkommen einordnen, wird daraus deutlich, dass man eigenen Anschauungen folgt. Das hat zum Ergebnis, dass man nicht wahrhaftig geführt werden möchte.
 
Sollte man sich nicht innerhalb der von Gott in seinem Volk zugeteilten Versammlung aufrichtig verbunden fühlen, macht sich das im Verhalten durch Abwesenheit bei Veranstaltungen bemerkbar.
 
Dort, wo die (Anm.: häufige, wiederholte) Abwesenheit eines Gläubigen auffällig wird, ist das Pflichtbewusstsein gegenüber der Gemeinschaft vernachlässigt, so dass man demnach nicht ein Träger von der Stimme der Gemeinschaft ist.
 
Das Zeichen von Abwesenheit
 
Wenn diese bewusst gelebte Abwesenheit kultiviert wird, wird dadurch das „Wir-Gefühl“ bzw. das „Volk sein“ der jeweiligen Gemeinschaft in Frage gestellt, so dass der HERR die genannten Personen nicht in die Verheißung der Gemeinschaft bzw. des Dienstes mit hineinführen kann.
 
Die Treue und der Gehorsam der Rechabiter
 
Im Zusammenhang mit der Wichtigkeit von Treue möchte ich auf den Lebensstil der Reachabiter zur Zeit des Propheten Jeremias eingehen.
 
Der HERR beauftragte Jeremia den Rechabitern Wein im Haus Gottes zum Trinken vorzusetzen, was sie jedoch ablehnten. Der Grund für sie war der, dass ihr verstorbener Anführer Jonadab, der Sohn des Rechabs sie unter anderem anwies, keinen Wein zu trinken (vgl. Jeremia 35,1-8).
 
Jeremia 35,1-8:
1 Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia zur Zeit Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda: 2 Geh hin zu den Rechabitern, rede mit ihnen und führe sie in des HERRN Haus, in eine der Hallen, und schenke ihnen Wein ein.
3 Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jirmejas, des Sohnes Habazzinjas, samt seinen Brüdern und allen seinen Söhnen, und das ganze Geschlecht der Rechabiter 4 und führte sie in des HERRN Haus, in die Halle der Söhne Hanans, des Sohnes Jigdaljas, des Mannes Gottes, die neben der Halle der Oberen ist, über der Halle Maasejas, des Sohnes Schallums, des Torhüters.
5 Und ich setzte den Männern vom Hause Rechab Krüge voll Wein und Schalen vor und sprach zu ihnen: Trinkt Wein!
6 Sie aber antworteten: Wir trinken keinen Wein; denn unser Vater Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten: Ihr und eure Nachkommen sollt niemals Wein trinken 7 und kein Haus bauen, keinen Samen säen, keinen Weinberg pflanzen noch besitzen, sondern ihr sollt in Zelten wohnen euer Leben lang, auf dass ihr lange lebet in dem Lande, in dem ihr umherzieht.
8 Also gehorchen wir der Stimme unseres Vaters Jonadab, des Sohnes Rechabs, in allem, was er uns geboten hat, dass wir keinen Wein trinken unser Leben lang, weder wir noch unsere Frauen noch unsere Söhne und Töchter; …
 
Die vorbildliche Treue der Rechabiter zur ihrem verstorbenen Anführer, den sie als ihren Vater anerkannten, nahm Gott zum Anlass, um den Propheten Jeremia zum Volk Israel zu senden und ihnen von der Treue und dem Gehorsam zu berichten sowie ihnen das Ergebnis von Treue und Untreue zu verdeutlichen (vgl. Jeremia 35,12-14.17-19).
 
Jeremia 35,12-14.17-19:
12 Da geschah des HERRN Wort zu Jeremia: 13 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Geh hin und sprich zu den Männern von Juda und zu den Bürgern von Jerusalem: Wollt ihr euch denn nicht bessern und meinen Worten gehorchen?, spricht der HERR.
14 Die Worte Jonadabs, des Sohnes Rechabs, der seinen Nachkommen geboten hat, dass sie keinen Wein trinken sollen, werden gehalten und sie trinken keinen Wein bis auf diesen Tag; denn sie gehorchen ihres Vaters Gebot. Ich aber habe euch immer wieder predigen lassen, doch gehorchtet ihr mir nicht. …
17 Darum spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will über Juda und über alle Bürger Jerusalems kommen lassen all das Unheil, das ich gegen sie geredet habe, weil ich zu ihnen redete und sie nicht hören wollten, weil ich rief und sie mir nicht antworten wollten.
18 Aber zu den Rechabitern sprach Jeremia: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot eures Vaters Jonadab gehorcht habt und alle seine Gebote gehalten und alles getan, was er euch geboten hat, 19 darum spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Es soll dem Jonadab, dem Sohn Rechabs, niemals an einem Manne fehlen, der vor mir steht.
 
Folglich liegt Gott, der gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist (vgl. Jesaja 41,4 i.V.m. Hebräer 13,8), unsere Treue und Gehorsam (Anm.: aus Liebe) so sehr am Herzen, dass er sich wünscht, als der HERR DER HEERSCHAREN seinen Auserwählten, die beständig folgen, voranzugehen (vgl. Sprüche 3,3a i.V.m. Micha 2,13).
 
Sprüche 3,3a:
3a Gnade und Treue sollen dich nicht verlassen. …
 
Micha 2,13:
13 Er wird als ein Durchbrecher vor ihnen heraufziehen; sie werden durchbrechen und durchs Tor hinausziehen, und ihr König wird vor ihnen hergehen und der HERR an ihrer Spitze.
 
Seine Anführung wird nur dort möglich, wo die Bereitschaft sich von ihm führen (Anm.: anleiten) zu lassen, in beständiger und verbindlicher Weise gelebt wird. Wenn man sich als Heiliger einer Gemeinschaft anschließt, sollte dies aus aufrichtiger Entscheidung die eigene Verbindlichkeit mit sich bringen.
 
Andernfalls ist zu überprüfen, ob man aus irgendwelchen Gründen eine verkehrte/verdrehte Haltung hat und diese korrigiert werden sollte, da Gott Freude (Anm.: Wohlgefallen) an unserem aufrichtigen und vertrauenswürdigen Vorangehen im Gehorsam hat (vgl. Sprüche 11,20).
 
Sprüche 11,20:
20 Falsche Herzen sind dem HERRN ein Gräuel; aber Wohlgefallen hat er an den Frommen.
 
Da es im Königreich keine „Einzelkämpfer“, sondern nur Einheiten (Anm.: aus Einheit und Folgsamkeit resultierend) entsprechend der Funktionen im Körper gibt, wird die Majestät, Stärke und Schönheit seines Wesens auch nur dort sichtbar werden, worin sich Heilige ihm, seinen gesetzten Zeiten, Verordnungen und gegenseitig aufrichtig unterordnen.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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