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Der Reifeprozess der Mandel und die Aufgabe des Priesteramts

05.07.2017, Daniel Glimm


Einleitung
 
In 4.Mose 17,16-28 wird von dem Stab Aarons berichtet, der über Nacht in der Stiftshütte anfing zu wachsen und Früchte hervorbrachte.
Dieser Vorgang sollte als Bestätigung für die auserwählte Führung Gottes unter den Stämmen Israels dienen.
 
Der auf den Stab geschriebene Name
 
Bevor es zu dem Wachstumswunder des Stabes kam, musste Mose persönlich den Namen seines Bruders Aaron auf den Stab seines eigenen Stammes –Levi– schreiben und ihn über Nacht mit allen weiteren Stäben der Stammesfürsten des Volkes Israel in die Stiftshütte legen (4.Mose 17,16-24).
 
4.Mose 17,16-24:
16 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 17 Rede mit den Israeliten und nimm von ihnen zwölf Stäbe, von jedem Fürsten ihrer Sippen je einen, und schreib eines jeden Namen auf seinen Stab.
18 Aber den Namen Aarons sollst du schreiben auf den Stab Levis. Denn für jedes Haupt ihrer Sippen soll je ein Stab sein.
19 Und lege sie in der Stiftshütte nieder vor der Lade mit dem Gesetz, wo ich mich euch bezeuge.
20 Und wen ich erwählen werde, dessen Stab wird grünen. So will ich das Murren der Israeliten, mit dem sie gegen euch murren, stillen.
21 Mose redete mit den Israeliten und alle ihre Fürsten gaben ihm zwölf Stäbe, ein jeder Fürst je einen Stab, nach ihren Sippen, und der Stab Aarons war auch unter ihren Stäben.
22 Und Mose legte die Stäbe vor dem HERRN nieder in der Hütte des Gesetzes.
23 Am nächsten Morgen, als Mose in die Hütte des Gesetzes ging, fand er den Stab Aarons vom Hause Levi grünen und die Blüte aufgegangen und Mandeln tragen.
24 Und Mose trug die Stäbe alle heraus von dem HERRN zu allen Israeliten, dass sie es sahen, und ein jeder nahm seinen Stab.
 
Dieser Hergang (Anm.: das Schreiben des Namens Aaron auf den Stab Levi) ist ein Hinweis für uns als Volk Gottes in dieser Zeit, dass wir uns vollkommen mit unserer von Gott zugeteilten geistlichen Familie identifizieren und darin mit unserer Identität sowie unseren Gaben aufgehen.
 
Die geistliche Familie
 
Eine geistliche Familie beinhaltet nicht in erster Linie Blutsverwandte, sondern Gläubige in Jesus Christus, die den gleichen geistlichen Charakter tragen bzw. das Verlangen besitzen, auf die selbe Weise im Willen Gottes voranzugehen, wie es die Führung der jeweiligen geistlichen Familie vorsieht (vgl. Lukas 8,19-21).
 
Lukas 8,19-21:
19 Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm und konnten wegen der Menge nicht zu ihm gelangen.
20 Da wurde ihm gesagt: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen.
21 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.
 
Die wahre Hingabe zu Gott
 
Wenn wir unser Leben in der Liebe zu Gott vor ihm niederlegen, was bedeutet, dass wir uns freiwillig unter seine starke Hand beugen, kommt es durch sein Eingreifen zur rechtzeitigen Bestätigung bzw. Erhöhung (vgl. Jakobus 4,10; 1.Petrus 5,6 i.V.m. Römer 6,13; Römer 12,1).
 
Jakobus 4,10:
10 Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.
 
1.Petrus 5,6:
6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.
 
Römer 6,13:
13 Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit.
 
Römer 12,1:
1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.
 
Das bestätigende Zeichen
 
Die wahre Hingabe zu Gott hat zur Folge, dass wir ähnlich wie der Stab Aarons zu einem bestätigenden Zeichen Gottes werden und noch näher in seine Gegenwart eintreten; denn es war der grünende Stab Aarons, der für die Stammesführer Israels am nächsten Tag zu einem Zeichen der Führungsbestätigung wurde und danach von Mose auf die Anweisung Gottes hin in die Bundeslade gelegt wurde (vgl. 4.Mose 17,25-26 i.V.m. Hebräer 9,4-5a; Kolosser 3,1-4).
 
4.Mose 17,25-26:
25 Der HERR aber sprach zu Mose: Trage den Stab Aarons wieder vor die Lade mit dem Gesetz, damit er verwahrt werde zum Zeichen für die Ungehorsamen, dass ihr Murren vor mir aufhöre und sie nicht sterben.
26 Mose tat, wie ihm der HERR geboten hatte.
 
Hebräer 9,4-5a:
4 Darin waren das goldene Räuchergefäß und die Bundeslade, ganz mit Gold überzogen; in ihr waren der goldene Krug mit dem Himmelsbrot und der Stab Aarons, der gegrünt hatte, und die Tafeln des Bundes.
5a Oben darüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten den Gnadenthron. …
 
Kolosser 3,1-4:
1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.
2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.
3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.
4 Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.
 
Die Bundeslade und Jesus Christus
 
Die aus Akazienholz bestehende und mit Gold überzogene Bundeslade mit ihrem Gnadenthron ist ein Sinnbild auf Jesus Christus, den Gestorbenen und Auferstandenen sowie den ewig Regierenden zur Rechten Gottes, weil sich in der Bundeslade das Manna, die Bundestafeln (Anm.: das Wort/die Weisung Gottes) und der grünende Führungsstab Aarons befanden (vgl. Johannes 6,32-33.35a; Johannes 1,14; Offenbarung 19,13; Lukas 23,31; Lukas 22,69).
 
Johannes 6,32-33.35a:
32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
33 Denn Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. …
35a Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. …
 
Johannes 1,14:
14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
 
Offenbarung 19,13:
13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.
 
Lukas 23,31:
31 Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dürren werden?
 
Lukas 22,69:
69 Aber von nun an wird der Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes.
 
Der Stab Aarons und die Priesterschaft
 
Mandeln gehören zu den Früchten, die am schnellsten reifen und somit verhältnismäßig nur sehr kurze Zeit benötigen, um vom Blütenstand bis zur vollen Frucht heranzureifen. Da Aaron der Hohepriester war und es sich beim Stab Aarons um einen Stab mit Mandelblüten und -früchten handelte, weisen diese symbolisch auf das Priesteramt hin.
 
Der schnelle Reifeprozess der Mandel
 
Weil wir als Gläubige in Jesus Christus durch sein Blut zu Königen und Priestern vor Gott berufen wurden (vgl. Offenbarung 1,5-6), sollten wir uns als ihm dienende Werkzeuge nicht damit zufrieden geben, unsere Aufgaben in einfacher Weise auszuführen, sondern darum bemüht sein, Verantwortung zu tragen und unsere Aufgaben im Zentrum des Willens Gottes unverzüglich sowie eifrig zu vollziehen, so ähnlich wie es beim schnellen Reifeprozess der Mandel der Fall ist (vgl. Titus 2,14).
 
Offenbarung 1,5-6:
… 5 und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut 6 und uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
 
Titus 2,14:
… 14 der (Anm.: Jesus Christus) sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
 
Die voll entwickelte Frucht
 
Die in uns durch die Gegenwart Gottes entwickelte geistliche Frucht kommt einer reifen Mandel gleich, die Menschen darauf aufmerksam machen soll, dass sie sich in einer neuen Zeit befinden, in der sie der Manifestation des freigesetzten Wortes Gottes Beachtung schenken bzw. danach Ausschau halten sollten. Die Begründung liegt darin, weil der Mandelbaum der erste Baum in Israel ist, der zur Frühlingszeit blüht.
 
Weiterhin ist das im Wort Gottes verwendete hebräische Wort für „Mandel“ das Wort „šāqēd“, welches von dem Wurzelwort „šāqad“ abgeleitet ist, was „zu wachen, Ausschau halten“ bedeutet (vgl. Jeremia 1,11-12). (Anm.: Teilauszug aus der Elberfelder Studienbibel zu dem Wort „Mandel-šāqēd“ und dem Wort „wachen-šāqad“ mit der Wortschlüsselnummer: 8487* und 8485)
 
Jeremia 1,11-12:
11 Und es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig (Anm.: Mandelbaumzweig).
12 Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wachen über meinem Wort, dass ich es tue.
 
Amen und Amen.
 
In Seiner Weisheit,
 
Daniel Glimm




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